# Betriebliche Krankenversicherung in Österreich: Sonderklasse und Privatarzt für die Belegschaft

> Die gesetzliche Krankenversicherung über die ÖGK, BVAEB oder SVS deckt die medizinische Grundversorgung, aber keine Sonderklasse, keine freie Arztwahl ohne Selbstkosten und oft lange Wartezeiten auf Termine. Mit einer Gruppenkrankenversicherung schließt der Dienstgeber diese Lücken für seine Mitarbeiter. Bis 300 € im Jahr je Dienstnehmer kann das als Zukunftssicherung steuerfrei geschehen.

Quelle/Source: https://nammert.at/versicherungsmakler-bkv.php  
Stand: 2026-09-18

## Ist eine Gruppenkrankenversicherung für Mitarbeiter in Österreich steuerfrei?

Bis 300 € pro Dienstnehmer und Jahr, wenn der Dienstgeber die Prämie zusätzlich zum Gehalt für alle Mitarbeiter oder eine bestimmte Gruppe zahlt. Grundlage ist die Zukunftssicherung nach § 3 Abs. 1 Z 15 lit. a EStG. Der Betrag ist dann lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Achtung: Die 300 € gelten für alle Zukunftssicherungen zusammen, also auch für Lebens- oder Unfallversicherungen. Wird die Prämie durch Gehaltsumwandlung finanziert, entfällt die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung.

## Auf einen Blick

- **Pflicht?:** Nein, freiwillige Sozialleistung des Dienstgebers
- **Steuerfreier Rahmen:** 300 € pro Jahr je Dienstnehmer (Zukunftssicherung)
- **Typische Leistung:** Sonderklasse im Spital, Privatarztkosten, Zahn
- **Gesundheitsprüfung:** in Gruppenverträgen vereinfacht oder entfallend
- **Nach dem Austritt:** Weiterführung als Einzelvertrag oft möglich

## Die Zukunftssicherung nach § 3 EStG

Das österreichische Steuerrecht erlaubt dem Dienstgeber, bis 300 € im Jahr pro Mitarbeiter steuerfrei für Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherungen seiner Dienstnehmer aufzuwenden. Voraussetzung ist, dass die Leistung allen Dienstnehmern oder einer sachlich abgegrenzten Gruppe zukommt. Der Mitarbeiter ist versicherte Person, der Dienstgeber zahlt die Prämie direkt.

Die Grenze ist knapp, eine vollwertige Sonderklassepolizze kostet meist mehr. Viele Betriebe nutzen die 300 € deshalb als steuerfreien Sockel und zahlen den Rest als steuerpflichtigen Vorteil, oder sie bieten den Gruppenvertrag an und die Mitarbeiter zahlen den Mehrbetrag selbst zu den besseren Gruppenkonditionen.

## Was die Belegschaft davon hat

Der größte Wert der Sonderklasse ist nicht das Einbettzimmer, sondern die freie Wahl des Arztes und des Operationstermins. Wer als Facharbeiter oder Führungskraft ausfällt, kommt schneller zurück, wenn die Operation nicht monatelang auf einen Termin wartet.

Ambulante Bausteine ersetzen Rechnungen von Wahlärzten und Privatärzten, Therapien, Heilbehelfe und Brillen teilweise. Sie werden im Alltag deutlich öfter genutzt als die Sonderklasse und machen die Leistung für die Mitarbeiter sichtbarer.

## Worauf Dienstgeber vorab achten

Gruppenverträge verzichten ab einer gewissen Gruppengröße auf die Gesundheitsprüfung oder vereinfachen sie. Bei kleinen Gruppen können Vorerkrankungen zu Ausschlüssen führen. Klären Sie außerdem, ob Mitarbeiter beim Austritt den Vertrag ohne neue Gesundheitsfragen als Einzelpolizze weiterführen dürfen und ob Familienangehörige zu Gruppenkonditionen mitversichert werden können.

Arbeitsrechtlich sollte schriftlich festgehalten sein, dass es sich um eine freiwillige Leistung handelt, damit kein Anspruch aus betrieblicher Übung entsteht, wenn der Betrieb die Leistung später ändern möchte.

## Was versichert ist

- Sonderklasse im Spital mit freier Arztwahl
- Einbett- oder Zweibettzimmer
- Privatarzt- und Wahlarztkosten, soweit die Kasse nicht zahlt
- Heilbehelfe, Therapien und Brillen als Baustein
- Zahnbehandlung und Zahnersatz als Baustein
- Vorsorgeuntersuchungen
- Weltweiter Reiseschutz bei Krankheit, je nach Polizze
- Tagegeld im Spital, je nach Polizze

## Was nicht versichert ist

- Ersatz der gesetzlichen Krankenversicherung
- Kosmetische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit
- Bei kleinen Gruppen teils bekannte Vorerkrankungen
- Leistungen außerhalb des vereinbarten Tarifs
- Kuraufenthalte ohne medizinische Indikation

## Wer sie braucht

- Dienstgeber, die Fachkräfte binden und gewinnen wollen
- Betriebe mit Schlüsselkräften, deren Ausfall teuer ist
- Unternehmen, die den steuerfreien Rahmen der Zukunftssicherung noch nicht nutzen
- Firmen mit Mitarbeitern in ländlichen Regionen, wo Kassenärzte knapp sind

## Wer darauf verzichten kann

- Betriebe, die den 300-Euro-Rahmen schon für eine Lebens- oder Pensionsvorsorge ausschöpfen und keine Mehrkosten tragen wollen

## Was sie kostet

Die Prämie hängt vom Alter der Versicherten, der Region und dem Umfang ab. Sonderklassetarife sind deutlich teurer als ambulante Bausteine. Veröffentlichte, unabhängige Preisvergleiche für Gruppenverträge gibt es in Österreich nicht, daher nennen wir keine Beträge.

**Wovon der Beitrag abhängt:**

- Altersstruktur der Belegschaft
- Bundesland, weil Spitalstarife regional verschieden sind
- Sonderklasse, ambulanter Baustein oder beides
- Selbstbehalt
- Gruppengröße
- Mitversicherung von Angehörigen

_Die Prämie steht erst im Angebot fest, auf Basis der Mitarbeiterliste._

## Die Tariflinien am Markt

- **Ambulanter Baustein:** Wahlarzt, Therapien, Brille und Vorsorge. Oft innerhalb des 300-Euro-Rahmens darstellbar.
- **Sonderklasse mit Selbstbehalt:** Spitalsleistungen mit freier Arztwahl, durch einen Selbstbehalt günstiger.
- **Vollpaket:** Sonderklasse ohne Selbstbehalt und ambulanter Schutz. Liegt deutlich über dem steuerfreien Betrag.

## Woran Sie einen guten Tarif erkennen

| Kriterium | Mindeststandard | Starker Tarif | Warum das zählt |
| --- | --- | --- | --- |
| Gesundheitsprüfung | vereinfachte Fragen | keine Prüfung ab kleiner Gruppengröße | Mitarbeiter mit Vorerkrankungen sollen nicht draußen bleiben. |
| Wartezeiten | üblich drei Monate, bei Entbindung länger | entfallen | Die Leistung soll ab dem ersten Tag wirken. |
| Weiterführung | nicht vorgesehen | Einzelvertrag ohne neue Gesundheitsfragen | Schafft Vertrauen und ist ein Argument bei der Einstellung. |
| Angehörige | nicht möglich | zu Gruppenkonditionen mitversicherbar | Erhöht den Wert für Mitarbeiter mit Familie. |
| Spitalsauswahl | nur Vertragsspitäler im Bundesland | österreichweit, auch Privatkliniken | Mitarbeiter lassen sich nicht immer im eigenen Bundesland behandeln. |
| Ambulante Leistungen | keine | Wahlarzt, Therapie, Heilbehelfe | Sie werden im Alltag am häufigsten genutzt. |

## Anbieter im Überblick

Gruppenkrankenversicherungen bieten in Österreich die großen Krankenversicherer an. Die Liste ist ein Marktüberblick ohne Wertung.

- **UNIQA**: größter privater Krankenversicherer Österreichs, Firmenkunden über Außendienst und Makler
- **Merkur Versicherung**: Grazer Versicherer mit Schwerpunkt Krankenversicherung
- **Wiener Städtische**: Teil der Vienna Insurance Group
- **Generali Versicherung**: österreichische Gesellschaft der Generali-Gruppe
- **Allianz Elementar**: österreichische Tochter des Allianz-Konzerns
- **Donau Versicherung**: Teil der Vienna Insurance Group

## Typische Schäden und wer zahlt

- **Knie-OP mit Wunschtermin und Wunscharzt** (mehrere tausend € bis fünfstellig): Freie Arzt- und Terminwahl im Spital gibt es nur mit der Sonderklasse. Eine reine Ambulanzpolizze zahlt hier nichts.
- **Hautarzt als Wahlarzt** (rund 100 bis 200 € je Besuch): Die Kasse ersetzt einen Teil nach ihrem Tarif, die Polizze einen weiteren. Ganz ohne Eigenanteil geht es auch im starken Tarif selten.
- **Brille beim Skifahren zerbrochen** (rund 300 bis 800 €): Sehbehelfe werden meist mit einem Höchstbetrag je Zeitraum ersetzt, egal ob die Brille verloren oder zerbrochen ist.
- **Physiotherapie nach Bandscheibe** (rund 60 bis 100 € je Einheit beim Wahltherapeuten): Kassenplätze haben oft lange Wartezeiten. Gute ambulante Bausteine ersetzen den Wahltherapeuten weitgehend.
- **Zweibettzimmer nach Blinddarm-OP** (rund 200 bis 400 € je Tag): Die Unterbringung in der Sonderklasse zahlt nur der stationäre Baustein.
- **Wellnesswoche als Kur deklariert** (rund 1.000 bis 2.000 €): Ohne medizinische Indikation ist ein Kuraufenthalt Urlaub, und den zahlt keine Polizze.

## Mythos oder Wahrheit

- „Als Kassenpatient bekommt man beim Wahlarzt Geld zurück." ✔ Ja. Die Krankenkasse ersetzt 80 Prozent dessen, was sie einem Vertragsarzt für dieselbe Leistung gezahlt hätte. Das ist oft deutlich weniger als die Rechnung, die Differenz kann eine Zusatzpolizze übernehmen.
- „Wer privat zusatzversichert ist, muss keine e-card-Beiträge mehr zahlen." ✘ Falsch. Die Pflichtversicherung nach dem ASVG bleibt unverändert, auch der Dienstnehmeranteil. Die Zusatzversicherung kommt obendrauf.
- „Eine Gruppenpolizze ist oft günstiger als dieselbe Einzelpolizze." ✔ Ja. Versicherer rechnen bei Gruppen mit einem gemischten Risiko und geringerem Vertriebsaufwand. Deshalb sind Gruppenprämien häufig niedriger und Gesundheitsfragen einfacher.
- „Private Zusatzversicherung zahlt jede Wahlarztrechnung voll." ✘ Nein. Die meisten ambulanten Tarife ersetzen einen Prozentsatz oder bis zu Jahreshöchstbeträgen. Ein Rest bleibt fast immer beim Patienten.
- „Eine Zahnspange fürs Kind zahlt in Österreich immer die Familie selbst." ✘ Nicht mehr. Seit Juli 2015 übernimmt die Krankenkasse bei schweren Zahnfehlstellungen von Kindern und Jugendlichen die festsitzende Spange. Bei leichten Fehlstellungen bleibt es bei einem Zuschuss oder Eigenleistung.

## Häufige Fehler beim Abschluss

- Den 300-Euro-Rahmen mehrfach verplanen, etwa für Lebens- und Krankenversicherung zugleich
- Die Prämie per Gehaltsumwandlung finanzieren und die Sozialversicherungspflicht übersehen
- Nur einzelne Mitarbeiter ohne sachliche Gruppenbildung versichern
- Keine Freiwilligkeitsklausel vereinbaren

## FAQ

### Wie hoch ist der steuerfreie Betrag in Österreich?

300 € pro Dienstnehmer und Jahr für alle Zukunftssicherungen zusammen. Was darüber liegt, ist ein steuer- und beitragspflichtiger Sachbezug.

### Muss ich allen Mitarbeitern die Versicherung anbieten?

Für die Steuerfreiheit muss die Leistung allen Dienstnehmern oder einer sachlich begründeten Gruppe zukommen, etwa allen Angestellten eines Standorts. Einzelne Personen herauszugreifen reicht nicht.

### Sind laufende Erkrankungen versichert?

Bei größeren Gruppen häufig ja, weil auf die Gesundheitsprüfung verzichtet wird. In kleinen Gruppen können bestehende Leiden ausgeschlossen sein. Das steht im Angebot.

### Was passiert beim Austritt eines Mitarbeiters?

Der Gruppenschutz endet. Gute Verträge erlauben die Weiterführung als Einzelpolizze ohne neue Gesundheitsprüfung, dann zum Einzeltarif und auf eigene Kosten.

### Kann der Mitarbeiter die Prämie selbst zahlen?

Ja, über einen Rahmenvertrag zu Gruppenkonditionen. Steuerlich begünstigt ist dann aber nichts, und bei Gehaltsumwandlung fällt Sozialversicherung an.

### Ist das auch für kleine Betriebe möglich?

Ja, viele Versicherer bieten Gruppenverträge schon ab wenigen Mitarbeitern an, meist mit vereinfachten Gesundheitsfragen.

### Wie lange bindet ein Gruppenvertrag?

Üblich sind jährliche Verträge mit automatischer Verlängerung. Der Dienstgeber kann als Versicherungsnehmer nach den Fristen der Polizze kündigen; vorher sollte geklärt sein, ob die Mitarbeiter dann in Einzelverträge wechseln können.

### Warum über einen Makler?

Weil Spitalsauswahl, Weiterführungsrecht und Wartezeiten zwischen den Anbietern stark abweichen. Wir holen Angebote ein und helfen bei der Einführung im Betrieb. Die Vergütung zahlt der Versicherer.

## Angebot anfordern

Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich. Kostenlos und ohne Verpflichtung, die Vergütung zahlt der Versicherer. https://nammert.at/versicherungsmakler-bkv.php#anfrage

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NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler.

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