# Private Pflegevorsorge: das Pflegegeld deckt nur einen Teil der Kosten

> Österreich zahlt bei Pflegebedarf ein steuerfinanziertes Pflegegeld in sieben Stufen, 2026 zwischen 206,20 und 2.214,80 Euro im Monat. Es ist ein Zuschuss, kein Ersatz der Kosten: Eine Betreuung zu Hause rund um die Uhr oder ein Heimplatz kosten deutlich mehr. Eine private Pflegeversicherung zahlt eine zusätzliche Monatsrente, die frei verwendbar ist.

Quelle/Source: https://nammert.at/versicherungsmakler-pflegezusatz.php  
Stand: 2026-09-18

## Reicht das Pflegegeld in Österreich aus?

Meist nicht. Das Pflegegeld beträgt 2026 zwischen 206,20 Euro in Stufe 1 und 2.214,80 Euro in Stufe 7. Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause oder ein Heimplatz kostet ein Vielfaches. Im Heim werden Pension und Pflegegeld weitgehend für die Kosten herangezogen, das Vermögen seit Abschaffung des Pflegeregresses 2018 nicht mehr. Zu Hause dagegen zahlen Sie die Lücke aus Einkommen und Ersparnissen.

## Auf einen Blick

- **Gesetzliche Stufen:** 7 Pflegegeldstufen
- **Pflegegeld 2026:** 206,20 € (Stufe 1) bis 2.214,80 € (Stufe 7) im Monat
- **Anspruch ab:** mehr als 65 Stunden Pflegebedarf im Monat, voraussichtlich mindestens sechs Monate
- **Pflegeregress:** seit 2018 abgeschafft, kein Zugriff auf Vermögen bei Heimunterbringung
- **Förderung 24-Stunden-Betreuung:** ab Pflegegeldstufe 3, einkommensabhängig

## Wie das österreichische Pflegegeld funktioniert

Das Pflegegeld ist im Bundespflegegeldgesetz geregelt, wird aus Steuern bezahlt und hängt nicht von Einkommen oder Vermögen ab. Maßgeblich ist allein der Pflegebedarf in Stunden pro Monat, den ein ärztlicher oder pflegerischer Gutachter feststellt. Die Beträge werden jährlich angepasst.

Das Geld ist als Beitrag zu den pflegebedingten Mehraufwendungen gedacht. Wer nach einem Schlaganfall zu Hause gepflegt wird, bekommt damit einen Teil der Hilfe finanziert, nicht aber Wohnungsumbau, Pflegedienst an sieben Tagen und die Entlastung der Angehörigen.

## Zu Hause oder im Heim: wo die Lücke liegt

Im Pflegeheim tragen Sie die Kosten zunächst aus Pension und Pflegegeld, den Rest übernimmt das Land über die Sozialhilfe. Seit der Abschaffung des Pflegeregresses 2018 darf dabei nicht mehr auf Ihr Vermögen, etwa das Eigenheim, zugegriffen werden.

Zu Hause gilt das nicht. Eine 24-Stunden-Betreuung wird zwar ab Pflegegeldstufe 3 gefördert, die Förderung deckt aber nur einen kleinen Teil. Den Rest zahlen Sie aus Einkommen und Ersparnissen. Genau hier setzt eine private Pflegeversicherung an: Sie ermöglicht die Pflege zu Hause länger, ohne das Ersparte aufzubrauchen.

## Wann man abschließen sollte

Private Pflegeversicherungen fragen nach dem Gesundheitszustand, und die Prämie hängt vom Eintrittsalter ab. Wer mit 35 oder 40 abschließt, zahlt deutlich weniger als mit 55, und ab etwa 65 nehmen viele Versicherer nicht mehr auf.

Die Leistung wird meist an die gesetzliche Pflegegeldstufe gekoppelt. Das vermeidet Streit über die Einstufung, weil der Bescheid des Pensionsversicherungsträgers als Nachweis genügt.

## Was versichert ist

- Monatliche Pflegerente, gestaffelt nach gesetzlicher Pflegegeldstufe
- Leistung bei Pflege zu Hause und im Heim
- Freie Verwendung, etwa für 24-Stunden-Betreuung, mobile Dienste oder Angehörige
- Einmalzahlung bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit, je nach Tarif
- Prämienbefreiung im Leistungsfall, je nach Tarif
- Leistung bei Demenz, sobald eine Pflegegeldstufe zuerkannt ist

## Was nicht versichert ist

- Pflegebedarf, der bei Vertragsabschluss bestand oder absehbar war
- Leistungen während der Wartezeit
- Niedrige Pflegegeldstufen, wenn der Tarif erst ab einer höheren Stufe leistet
- Pflegefälle aus verschwiegenen Vorerkrankungen
- Kosten, die über die vereinbarte Monatsrente hinausgehen

## Wer sie braucht

- Wer im Pflegefall so lange wie möglich zu Hause bleiben möchte
- Alleinstehende ohne Angehörige in der Nähe
- Paare, bei denen der Partner die Pflege nicht allein leisten könnte
- Wer Ersparnisse für die Familie erhalten will, statt sie für Betreuung zu Hause aufzubrauchen

## Wer darauf verzichten kann

- Wer mit Pension und Kapitalerträgen auch eine Betreuung zu Hause dauerhaft finanzieren kann
- Wer die Prämie nur zulasten wichtigerer Absicherungen wie Berufsunfähigkeit zahlen könnte

## Was sie kostet

Die Prämie hängt vor allem vom Eintrittsalter und von der Höhe der versicherten Monatsrente ab. Wer früh beginnt, kann eine spürbare Rente zu einer moderaten Prämie absichern.

**Wovon der Beitrag abhängt:**

- Eintrittsalter
- Gesundheitszustand
- Versicherte Monatsrente in der höchsten Stufe
- Ab welcher Pflegegeldstufe geleistet wird
- Prämienbefreiung im Leistungsfall
- Wertanpassung ohne neue Gesundheitsprüfung

_Wir nennen keine Beitragsbeispiele, weil Alter und Rentenhöhe den Preis zu stark verschieben. Ihr Beitrag steht erst im Angebot fest._

## Die Tariflinien am Markt

- **Pflegerente ab hoher Stufe:** Leistung erst ab Stufe 3 oder 4. Günstiger, schützt vor den teuren Fällen, nicht vor dem Einstieg in die Pflege.
- **Pflegerente ab Stufe 1:** Gestaffelte Leistung schon ab der ersten Stufe. Der übliche Umfang.
- **Pflegevorsorge in der Lebensversicherung:** Kombination mit Kapitalaufbau oder Ablebensleistung. Teurer, aber mit Wert auch ohne Pflegefall.

## Woran Sie einen guten Tarif erkennen

| Kriterium | Mindeststandard | Starker Tarif | Warum das zählt |
| --- | --- | --- | --- |
| Leistungsbeginn | ab Stufe 3 | ab Stufe 1 | Schon in den unteren Stufen fallen Kosten für Hilfe im Haushalt an. |
| Kopplung an das Pflegegeld | eigene Begutachtung des Versicherers | Bescheid über die Pflegegeldstufe genügt | Vermeidet Streit über die Einstufung. |
| Prämienbefreiung | ab höchster Stufe | ab Beginn der Leistung | Wer gepflegt wird, soll nicht weiter Prämien zahlen. |
| Wertanpassung | keine | regelmäßige Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung | Betreuungskosten steigen über Jahrzehnte. |
| Einmalleistung | keine | Einmalzahlung bei Eintritt | Umbau von Bad und Zugang fällt am Anfang an. |
| Wartezeit | mehrere Jahre | kurz, Unfälle ausgenommen | Ein Schlaganfall kurz nach Abschluss wäre sonst nicht gedeckt. |

## Anbieter im Überblick

Private Pflegeversicherungen bieten in Österreich Kranken- und Lebensversicherer an. Die Liste ist ein Marktüberblick über Häuser mit Pflegeprodukten.

- **UNIQA**: börsennotierte Versicherungsgruppe
- **Wiener Städtische**: Teil der Vienna Insurance Group
- **Merkur Versicherung**: Grazer Versicherer, Schwerpunkt Kranken- und Pflegevorsorge
- **Generali**: Teil der italienischen Generali-Gruppe
- **Allianz**: österreichische Gesellschaft der Allianz-Gruppe
- **DONAU Versicherung**: Teil der Vienna Insurance Group

## Typische Schäden und wer zahlt

- **24-Stunden-Betreuung für den Opa** (mehrere tausend Euro im Monat): Förderung und Pflegegeld decken einen Teil, die Pflegerente einen weiteren. Ganz schließt die Lücke auch ein starker Tarif selten.
- **Pflegestufe 1 nach Hüftbruch** (Heimhilfe einige hundert Euro im Monat): Tarife mit Leistung ab hoher Stufe zahlen hier nichts. Tarife ab Stufe 1 zahlen einen gestaffelten Betrag.
- **Demenz in Stufe 2** (Betreuung und Tageszentrum mehrere hundert Euro im Monat): Gerade Demenz beginnt oft in niedrigen Stufen. Wer nur ab Stufe 3 versichert ist, bekommt jahrelang nichts.
- **Heimplatz in Pflegestufe 5** (mehrere tausend Euro im Monat): In hohen Stufen zahlen alle Tarife ihre Monatsrente. Sie bleibt frei verwendbar, auch für bessere Ausstattung oder Besuche.
- **Pflegefall im zweiten Vertragsjahr** (Pflegekosten ab dem ersten Monat): Tarife mit mehrjähriger Wartezeit zahlen noch nicht. Starke Tarife haben kurze Wartezeiten und bei Unfällen gar keine.
- **Schon vor Abschluss im Rollstuhl** (alle künftigen Pflegekosten): Bestehender oder absehbarer Pflegebedarf ist ausgeschlossen. Vorsorge wirkt nur, solange man gesund ist.

## Mythos oder Wahrheit

- „Das Pflegegeld steigt jedes Jahr automatisch." ✔ Stimmt. Seit 2020 wird es jährlich mit dem Pensionsanpassungsfaktor erhöht, für 2026 um 2,7 Prozent. Ein neuer Antrag ist dafür nicht nötig.
- „Pflegegeld bekommt man erst in der Pension." ✘ Falsch. Es gibt keine Altersgrenze, auch Kinder und Berufstätige erhalten Pflegegeld. Entscheidend ist allein der Pflegebedarf.
- „Für die erste Pflegestufe braucht man mehr als 65 Stunden Hilfe im Monat." ✔ Stimmt. Das sind gut zwei Stunden am Tag, gezählt werden Körperpflege, Essen, Haushalt und Mobilität. Wer knapp darunter liegt, bekommt kein Pflegegeld.
- „Im Pflegeheim bleibt mir von der Pension nichts." ✘ Falsch. Es bleiben 20 Prozent der Pension, die Sonderzahlungen und 10 Prozent des Pflegegelds der Stufe 3 als Taschengeld. Das Vermögen wird seit 2018 nicht mehr herangezogen.
- „Die 24-Stunden-Betreuung zu Hause fördert der Staat." ✔ Stimmt, ab Pflegestufe 3 oder bei Demenz, abhängig vom Einkommen. Die Förderung deckt aber nur einen Teil der monatlichen Kosten.

## Häufige Fehler beim Abschluss

- Glauben, das Pflegegeld decke eine Betreuung zu Hause
- Mit dem Abschluss bis kurz vor der Pension warten
- Einen Tarif wählen, der erst ab Stufe 4 zahlt, obwohl die meisten Pflegefälle niedriger eingestuft werden
- Keine Wertanpassung vereinbaren
- Die Abschaffung des Pflegeregresses auf die Pflege zu Hause übertragen

## FAQ

### Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?

Zwischen 206,20 Euro im Monat in Stufe 1 und 2.214,80 Euro in Stufe 7, nach einer Anpassung um 2,7 Prozent gegenüber 2025. Die Stufe hängt vom festgestellten Pflegebedarf in Stunden ab.

### Wo beantrage ich Pflegegeld?

Beim Pensionsversicherungsträger, für Pensionisten dort, wo die Pension ausbezahlt wird. Ein Gutachter stellt bei einem Hausbesuch den Pflegebedarf fest.

### Wird mein Haus für das Pflegeheim verwertet?

Nein. Seit 2018 ist der Zugriff auf Vermögen zur Deckung der Heimkosten verboten. Herangezogen werden Pension und Pflegegeld, bis auf ein Taschengeld.

### Was kostet eine 24-Stunden-Betreuung?

Das hängt von Agentur, Bundesland und Betreuungsbedarf ab und liegt meist bei einem Vielfachen des Pflegegeldes der mittleren Stufen. Der Bund fördert ab Stufe 3 unter einer Einkommensgrenze, die Förderung deckt aber nur einen Teil.

### Zahlt die private Pflegeversicherung bei Demenz?

Ja, wenn eine Pflegegeldstufe zuerkannt ist. Bei Demenz wird ein Erschwerniszuschlag im Stundenausmaß berücksichtigt, was oft zu einer höheren Stufe führt.

### Ab welchem Alter lohnt sich eine Pflegeversicherung?

Idealerweise zwischen 35 und 50. Die Prämie ist dann niedrig, die Gesundheitsprüfung meist unproblematisch. Später steigen Prämie und Ablehnungsrisiko.

### Kann ich die Pflegeversicherung mit einer Lebensversicherung kombinieren?

Ja, viele Lebensversicherer bieten Pflegebausteine an. Das ist teurer als eine reine Pflegerente, bringt aber auch ohne Pflegefall eine Leistung.

### Was passiert, wenn ich die Prämie nicht mehr zahlen kann?

Je nach Tarif lässt sich der Vertrag prämienfrei stellen oder die Rente senken. Kündigen Sie nicht vorschnell, ein späterer Neuabschluss ist teurer und oft wegen des Gesundheitszustands nicht mehr möglich.

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