# Reiseversicherung aus Österreich: Reisekranken zuerst, Storno nach Bedarf

> Die e-card hilft im Urlaub weniger, als viele glauben: Sie deckt in der EU nur die dortige Kassenleistung und nie den Heimtransport. Deshalb ist eine private Reisekrankenversicherung der wichtigste Baustein. Stornoschutz lohnt bei teuren Buchungen, viele andere Pakete doppeln Leistungen, die Sie schon haben.

Quelle/Source: https://nammert.at/versicherungsmakler-reise.php  
Stand: 2026-09-18

## Welche Reiseversicherung brauche ich aus Österreich?

Zuerst eine Reisekrankenversicherung mit Heimtransport, am besten als Jahrespolizze für alle Reisen. Die e-card mit der Europäischen Krankenversicherungskarte zahlt in der EU nur die Leistung einer örtlichen Kasse, außerhalb meist gar nichts, und den Rücktransport nach Österreich nie. Eine Stornoversicherung empfiehlt sich, wenn die Stornogebühren weh täten. Gepäck- und Reiseunfallversicherung sind meist entbehrlich, wenn Haushalts- und Unfallversicherung bestehen.

## Auf einen Blick

- **Pflicht?:** Nein, für einige Visa- und Einreiseregeln aber vorgeschrieben
- **Wichtigster Baustein:** Reisekrankenversicherung mit Heimtransport
- **e-card im Ausland:** EU, EWR, Schweiz: nur örtliche Kassenleistung, kein Heimtransport
- **Jahrespolizze:** meist Reisen bis 6 oder 8 Wochen am Stück
- **Stornoschutz:** am besten gleich bei der Buchung abschließen

## Was die e-card im Urlaub wirklich leistet

Auf der Rückseite der e-card steht die Europäische Krankenversicherungskarte. Sie gilt in der EU, im EWR, in der Schweiz und in einigen Abkommensstaaten, aber nur bei Vertragsärzten und öffentlichen Spitälern und nur im Umfang der dortigen Kasse. Selbstbehalte, die das Gastland verlangt, zahlen Sie selbst.

Behandeln Sie private Ärzte oder Privatkliniken, etwa in Tourismusgebieten häufig, müssen Sie zahlen und bekommen daheim nur einen Teil zurück. Einen Heimtransport nach Österreich übernimmt die Sozialversicherung nicht. Außerhalb Europas und der Abkommensländer ist man ohne private Versicherung praktisch ungeschützt.

## Stornoversicherung: welche Gründe zählen

Die Stornoversicherung zahlt die Gebühren, die der Veranstalter oder die Airline bei Absage verlangt, wenn Sie aus einem versicherten Grund nicht reisen können: plötzliche schwere Erkrankung, Unfall, Tod in der Familie, Jobverlust, Schaden am Eigentum. Keine Lust mehr oder schlechtes Wetter am Zielort zählen nicht.

Viele Tarife verlangen einen Selbstbehalt, oft einen Prozentsatz der Stornokosten. Ebenso wichtig: Die Stornoversicherung muss meist bei der Buchung oder kurz danach abgeschlossen werden. Wer später abschließt, ist für Gründe, die schon absehbar waren, nicht versichert.

## Pauschalreise, Kreditkarte, Autofahrerclub: Doppelungen vermeiden

Bei Pauschalreisen muss der Veranstalter nach dem Pauschalreisegesetz gegen Insolvenz abgesichert sein. Das schützt den Reisepreis, nicht die Gesundheit. Kreditkarten mit Reiseleistungen zahlen oft nur, wenn die Reise mit der Karte bezahlt wurde. Der Schutzbrief eines Autofahrerclubs enthält häufig einen Heimtransport, aber keine Behandlungskosten.

Vor dem Abschluss eines Komplettpakets lohnt ein Blick in diese Unterlagen. Oft reicht eine Jahrespolizze für Reisekranken plus eine Stornoversicherung für die eine große Reise.

## Was versichert ist

- Ambulante und stationäre Behandlung im Ausland
- Heimtransport nach Österreich, wenn medizinisch sinnvoll
- Medikamente und schmerzstillende Zahnbehandlung
- Such-, Rettungs- und Bergungskosten, auch am Berg, bis zu einer Grenze
- Überführung im Todesfall
- Stornogebühren bei Absage aus versichertem Grund
- Reiseabbruch mit Mehrkosten der Rückreise
- Notrufzentrale rund um die Uhr

## Was nicht versichert ist

- Behandlungen, für die die Reise angetreten wurde
- Bereits bekannte, akut behandlungsbedürftige Erkrankungen, je nach Tarif
- Überschreitung der Höchstdauer je Reise
- Storno ohne versicherten Grund
- Reisen in Gebiete mit offizieller Reisewarnung, je nach Bedingungen

## Wer sie braucht

- Alle, die ins Ausland reisen, auch innerhalb der EU
- Familien, die lange im Voraus buchen
- Wanderer, Skifahrer und Bergsteiger, die Bergungskosten absichern wollen
- Ältere Reisende mit höherem Krankheitsrisiko

## Wer darauf verzichten kann

- Gepäckversicherung, wenn die Haushaltsversicherung eine Außenversicherung hat
- Reiseunfallversicherung, wenn eine private Unfallversicherung weltweit gilt

## Was sie kostet

Eine Jahrespolizze für Reisekranken ist in Österreich meist günstig, teurer werden Stornoversicherungen, deren Prämie vom Reisepreis abhängt, und Tarife für ältere Reisende.

**Wovon der Beitrag abhängt:**

- Alter der Reisenden
- Einzelperson, Paar oder Familie
- Europa oder weltweit
- Höchstdauer je Reise
- Stornoversicherung: Reisepreis und Selbstbehalt

_Für Österreich nennen wir keine Spannen, weil uns aktuelle unabhängige Vergleichswerte fehlen. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest._

## Die Tariflinien am Markt

- **Reisekranken als Jahrespolizze:** Behandlung, Heimtransport, Bergung, für beliebig viele Reisen bis zur Höchstdauer.
- **Storno für eine Reise:** Einzelpolizze bei der Buchung, Prämie nach Reisepreis. Für die große Fernreise oder den Familienurlaub.
- **Jahres-Komplettschutz:** Reisekranken, Storno bis zu einem Reisepreis, Abbruch und Gepäck für alle Reisen eines Jahres.

## Woran Sie einen guten Tarif erkennen

| Kriterium | Mindeststandard | Starker Tarif | Warum das zählt |
| --- | --- | --- | --- |
| Heimtransport | wenn medizinisch notwendig | wenn medizinisch sinnvoll und vertretbar | Die Formulierung entscheidet, ob der Rückflug bezahlt wird. |
| Versicherungssumme | begrenzt | unbegrenzt für Behandlung | In den USA reicht keine feste Summe für einen längeren Spitalsaufenthalt. |
| Bergung | wenige tausend Euro | hohe Grenze, auch Hubschrauber ohne Verletzung | Ein Hubschraubereinsatz in den Alpen kostet schnell mehrere tausend Euro. |
| Dauer je Reise | sechs Wochen | acht Wochen oder mehr | Wer länger bleibt, ist oft ab dem ersten Tag nicht versichert. |
| Stornogründe | Krankheit, Unfall, Tod | auch Jobverlust, Schwangerschaft, Prüfungen, Pandemie | Der Katalog der Gründe bestimmt, wann Sie Geld bekommen. |
| Selbstbehalt Storno | Prozentsatz der Stornokosten | keiner | Bei hohen Stornogebühren macht ein Prozentsatz viel aus. |

## Anbieter im Überblick

Reiseversicherungen verkaufen in Österreich ein Spezialversicherer, die großen Versicherungsgruppen und Autofahrerclubs. Viele Polizzen werden direkt im Reisebüro abgeschlossen. Die Liste ist ein Marktüberblick.

- **Europäische Reiseversicherung**: auf Reiseversicherung spezialisiert, stark im Reisebürovertrieb
- **UNIQA**: österreichische Versicherungsgruppe, Reiseversicherungen als Einzel- und Jahrespolizze
- **Wiener Städtische**: Teil der Vienna Insurance Group
- **Generali Österreich**: Tochter der italienischen Generali
- **Allianz Österreich**: Tochter der deutschen Allianz
- **ÖAMTC Schutzbrief**: Clubprodukt für Mitglieder mit Rücktransport und Hilfeleistungen, keine vollständige Krankenkostenversicherung

## Typische Schäden und wer zahlt

- **Skiunfall in Tirol, Hubschrauber** (mehrere tausend Euro): Reisepolizzen gelten oft erst ab der Grenze und zahlen Bergungen im Inland nicht. Hilfe kommt über eine Unfallversicherung oder eine Mitgliedschaft mit Bergekostenschutz, jeweils bis zu einer Grenze.
- **Beinbruch in Kroatien, Privatklinik** (einige tausend Euro): Mit der e-card müssten Sie ins öffentliche Spital. Jede Reisekrankenversicherung zahlt auch die private Behandlung.
- **Liegendtransport aus Griechenland** (rund 10.000 bis 30.000 €): Günstige Polizzen transportieren nur heim, wenn es medizinisch notwendig ist. Gute schon, wenn es sinnvoll und vertretbar ist.
- **Nachprüfung fällt in die Urlaubswoche** (Stornogebühren bis zum vollen Reisepreis): Eine Wiederholungsprüfung ist in einfachen Stornotarifen kein Grund. Starke Polizzen nehmen Prüfungen ausdrücklich auf.
- **Grippe drei Tage vor dem Abflug** (Stornogebühren, oft 50 Prozent und mehr des Reisepreises): Viele Stornopolizzen ziehen einen Selbstbehalt als Prozentsatz ab. Starke erstatten die Gebühren ohne Abzug.
- **Regen am Gardasee angesagt** (Stornogebühren nach Staffel des Veranstalters): Schlechtwetter ist kein versichertes Ereignis. Auch die beste Stornoversicherung zahlt nur bei den in der Polizze genannten Gründen.

## Mythos oder Wahrheit

- „Die Bergung auf der Skipiste in Österreich zahlt die Sozialversicherung." ✘ Falsch. Bergungskosten nach Sport- und Freizeitunfällen im alpinen Gelände trägt die Krankenkasse nicht, die Rechnung geht an Sie. Abhilfe schaffen Unfallversicherung oder Vereinsmitgliedschaften mit Bergekostenschutz.
- „Bei stundenlanger Flugverspätung zahlt mir die Airline bis zu 600 Euro." ✔ Stimmt, ab drei Stunden Verspätung am Ziel nach der EU-Fluggastrechteverordnung, gestaffelt nach Entfernung. Bei außergewöhnlichen Umständen entfällt der Anspruch. Eine Versicherung braucht es dafür nicht.
- „Eine Stornoversicherung kann ich auch noch am Tag vor der Abreise abschließen." ✘ In der Regel nicht. Die meisten Anbieter verlangen den Abschluss bei der Buchung oder binnen weniger Tage danach, bei späterem Abschluss oft nur bis rund 30 Tage vor Reiseantritt. Gedeckt sind nur Ereignisse nach dem Abschluss.
- „Bei einer Pauschalreise bin ich über den Veranstalter krankenversichert." ✘ Falsch. Der Veranstalter schuldet die Reise und sichert Ihr Geld gegen seine Insolvenz ab, eine Krankenversicherung ist nicht enthalten. Die schließen Sie selbst ab oder buchen sie ausdrücklich dazu.
- „Arztrechnungen aus dem Ausland kann ich teilweise bei meiner Krankenkasse einreichen." ✔ Stimmt. Die Kasse erstattet einen Teil, aber nur in Höhe ihres eigenen Tarifs, und der liegt oft deutlich unter der Rechnung. Den Rest trägt nur eine private Reisekrankenversicherung.

## Häufige Fehler beim Abschluss

- Sich auf die e-card verlassen und im Urlaub an einen Privatarzt geraten
- Die Stornoversicherung erst Wochen nach der Buchung abschließen
- Bei Krankheit zu spät stornieren und höhere Gebühren tragen
- Mit der Jahrespolizze länger reisen als erlaubt
- Ein Komplettpaket kaufen, das Leistungen der Haushaltsversicherung doppelt

## FAQ

### Reicht die e-card in Italien oder Kroatien?

Nur für die Grundversorgung durch öffentliche Einrichtungen, mit den dortigen Selbstbehalten. Privatärzte und Heimtransport zahlt sie nicht. Eine Reisekrankenversicherung schließt diese Lücke.

### Zahlt die Stornoversicherung, wenn ich krank werde?

Ja, wenn die Erkrankung unerwartet und so schwer ist, dass die Reise nicht zumutbar ist, belegt durch ein ärztliches Attest. Stornieren Sie sofort, sonst ersetzt der Versicherer nur die Gebühr, die bei rechtzeitiger Absage angefallen wäre.

### Sind Bergungskosten beim Skifahren versichert?

In der Reisekrankenversicherung meist bis zu einer Grenze, im Inland aber oft nicht. Für Bergungen in Österreich braucht es eine Unfallversicherung oder eine Mitgliedschaft mit Bergungsschutz, etwa bei einem alpinen Verein.

### Brauche ich für die USA eine besondere Versicherung?

Sie brauchen einen weltweiten Tarif, der die USA ausdrücklich einschließt, am besten ohne Summenbegrenzung. Viele günstige Tarife schließen USA und Kanada aus oder verlangen einen Zuschlag.

### Ist eine Reisegepäckversicherung sinnvoll?

Selten. Die Außenversicherung der Haushaltsversicherung deckt Einbruch und Raub auch unterwegs. Für verspätetes oder beschädigtes Fluggepäck haftet die Fluggesellschaft.

### Deckt meine Kreditkarte die Reise?

Manche Karten enthalten Reisekranken und Storno, oft nur bei Zahlung mit der Karte und mit Grenzen bei Dauer und Mitreisenden. Die Bedingungen der Bank geben Auskunft.

### Was ist, wenn ich länger als acht Wochen verreise?

Dann braucht es eine Langzeitpolizze. Eine normale Jahrespolizze gilt oft für die ganze Reise nicht, wenn sie die Höchstdauer überschreitet.

### Sind meine Kinder mitversichert?

In Familientarifen ja, meist bis zu einem bestimmten Alter und wenn sie mitreisen. Reisen Kinder allein, etwa auf Sprachreise, braucht es oft eine eigene Polizze.

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