# Private Unfallversicherung in Österreich: der Schutz, wenn die AUVA nicht zuständig ist

> Die gesetzliche Unfallversicherung deckt Arbeitsunfälle, Wegunfälle und Unfälle in Schule und Studium. Wer sich beim Wandern, Skifahren oder im eigenen Haushalt verletzt, bekommt von ihr keine Leistung. Die private Unfallversicherung zahlt dann einen Kapitalbetrag nach dem Grad der dauernden Invalidität.

Quelle/Source: https://nammert.at/versicherungsmakler-unfall.php  
Stand: 2026-09-18

## Zahlt die AUVA bei einem Freizeitunfall?

Nein. Die AUVA ist nur für Arbeits- und Wegunfälle sowie für Unfälle in Schule und Studium zuständig. Nach einem Freizeitunfall übernimmt die Krankenversicherung zwar die Behandlung, eine Entschädigung für bleibende Folgen, Umbauten oder Einkommensverlust gibt es aber nicht. Diese Lücke schließt nur eine private Unfallversicherung. Wer viel Sport treibt, Kinder hat oder selbstständig ist, sollte sie deshalb ernsthaft prüfen.

## Auf einen Blick

- **Pflicht?:** Nein, freiwillig
- **Gesetzlicher Schutz:** AUVA: Arbeit, Arbeitsweg, Schule, Studium
- **Kernleistung:** Kapital nach Invaliditätsgrad, oft mit Progression
- **Frist nach AUVB:** dauernde Invalidität innerhalb eines Jahres eingetreten, Meldefrist laut Vertrag
- **Kündigung:** zum Ende der Versicherungsperiode, bei langen Laufzeiten ab dem dritten Jahr

## Wo die AUVA aufhört

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt schützt Beschäftigte, Schülerinnen, Schüler und Studierende, aber nur bei der versicherten Tätigkeit und auf dem Weg dorthin. Der Sturz auf der Skipiste am Wochenende, der Schnitt beim Heckenschneiden und der Unfall mit dem Mountainbike liegen außerhalb. Dort bleibt es bei der Behandlung durch die Krankenkasse.

Und auch im Arbeitsunfall ist der Schutz schmal: Eine Versehrtenrente gibt es in der Regel erst ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 Prozent. Was eine kleinere, aber dauerhafte Einschränkung kostet, trägt man selbst.

## Wie der Versicherer die Leistung berechnet

Grundlage sind die Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUVB), deren Musterfassung der Versicherungsverband VVO herausgibt. Für Körperteile und Sinnesorgane nennen sie feste Invaliditätsgrade, die jeder Versicherer selbst festlegt. Bei 30 Prozent Invalidität und 100.000 Euro Versicherungssumme fließen ohne Progression 30.000 Euro.

Mit Progression steigt die Leistung bei schweren Verletzungen überproportional. Das hilft im Ernstfall, ändert aber bei den häufigen leichten und mittleren Fällen wenig. Wichtiger ist oft, ob Vorschäden und Abnützung angerechnet werden: Die AUVB erlauben eine Kürzung, wenn Krankheiten oder Gebrechen mitgewirkt haben, ab welchem Anteil, steht im jeweiligen Tarif.

## Die Jahresfrist und warum sie so streng ist

Nach den Musterbedingungen muss die dauernde Invalidität innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten sein. Zusätzlich verlangt der Vertrag, dass sie mit einem ärztlichen Befundbericht innerhalb einer bestimmten Anzahl von Monaten geltend gemacht wird. Der Oberste Gerichtshof behandelt diese Fristen als echte Ausschlussfristen.

Deshalb nach jedem Unfall mit möglichen Dauerfolgen: sofort melden, Befunde sammeln und rechtzeitig vor Fristende einen Bericht des behandelnden Arztes einreichen, der eine dauernde Beeinträchtigung zumindest für möglich hält. Die endgültige Bemessung kann später folgen.

## Was versichert ist

- Unfälle in Freizeit, Sport, Haushalt und Urlaub, weltweit
- Kapitalleistung bei dauernder Invalidität
- Progression bei schweren Invaliditätsgraden, wenn vereinbart
- Unfallrente ab einem hohen Invaliditätsgrad, wenn vereinbart
- Bergungskosten nach Unfällen in den Bergen oder im Wasser
- Kosmetische Operationen nach Unfallverletzungen
- Todesfallleistung, wenn vereinbart
- Je nach Tarif: Zeckenbiss mit Borreliose oder FSME, Erfrierungen, Ertrinken

## Was nicht versichert ist

- Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bandscheibenschäden ohne Unfall
- Kürzung bei Mitwirkung von Vorerkrankungen und Abnützung
- Unfälle unter erheblicher Alkoholisierung oder Drogeneinfluss
- Vorsätzlich begangene Straftaten
- Rennveranstaltungen mit Kraftfahrzeugen und Extremsport ohne Einschluss
- Seelische Beeinträchtigungen ohne körperliche Verletzung

## Wer sie braucht

- Kinder, weil der gesetzliche Schutz außerhalb der Schule endet
- Selbstständige, deren Einkommen an der eigenen Arbeitskraft hängt
- Alle, die Ski fahren, klettern, Rad fahren oder am Wasser unterwegs sind
- Pensionisten, die nach einem Sturz Hilfe im Alltag brauchen würden

## Wer darauf verzichten kann

- Wer bereits eine umfassende Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätsvorsorge hat und Umbaukosten aus eigenen Mitteln tragen könnte

## Was sie kostet

Die Prämie hängt vor allem von Versicherungssumme, Progression und Risikogruppe ab. Wer körperlich arbeitet, zahlt mehr als jemand im Büro, Kinder sind vergleichsweise günstig.

**Wovon der Beitrag abhängt:**

- Versicherungssumme für dauernde Invalidität
- Progressionsstaffel
- Beruf und Risikogruppe
- Alter, besonders im Pensionsalter
- Zusatzleistungen wie Unfallrente, Spitalgeld oder Todesfallsumme
- Prämienrückgewähr ja oder nein

_Wir nennen keine Prämienspanne, weil die Tarife zu stark von Summe, Progression und Beruf abhängen. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest._

## Die Tariflinien am Markt

- **Basis:** Invaliditätssumme mit einfacher Progression, Musterfristen, Standard-Gliederwerte. Deckt den schweren Fall, ist bei Vorschäden aber streng.
- **Komfort:** Verbesserte Gliederwerte, höhere Progression, Zeckenbiss und Bergungskosten eingeschlossen, Anrechnung von Vorschäden erst ab einem höheren Anteil.
- **Premium:** Hohe Progression, lange Meldefristen, Unfallrente, erweiterte Unfalldefinition für Verrenkungen und Zerrungen, Assistance nach dem Unfall.

## Woran Sie einen guten Tarif erkennen

| Kriterium | Mindeststandard | Starker Tarif | Warum das zählt |
| --- | --- | --- | --- |
| Gliederwerte | Werte der Musterbedingungen | deutlich erhöhte Werte für Hand, Finger, Bein und Auge | Der Invaliditätsgrad bestimmt direkt, wie viel ausbezahlt wird. |
| Meldefrist für Invalidität | 15 Monate ab Unfalltag | 24 Monate oder mehr | Eine verpasste Frist kostet den ganzen Anspruch, auch bei eindeutiger Verletzung. |
| Anrechnung von Vorschäden | Kürzung ab 25 Prozent Mitwirkung | Kürzung erst ab 50 Prozent oder später | Mit den Jahren hat fast jeder Abnützungen, und genau dort setzt die Kürzung an. |
| Erweiterter Unfallbegriff | Verrenkungen durch erhöhte Kraftanstrengung | auch Eigenbewegungen, Zerrungen und Risse ohne äußere Einwirkung | Der Kreuzbandriss beim Skifahren ohne Sturz ist sonst oft nicht versichert. |
| Zeckenbiss | FSME eingeschlossen | FSME und Borreliose eingeschlossen | Wer im Wald und am Berg unterwegs ist, trägt dieses Risiko regelmäßig. |
| Bergungskosten | bis 10.000 € | bis 25.000 € oder mehr, auch Suchkosten | Hubschraubereinsätze im Gebirge werden nicht immer von der Krankenkasse übernommen. |
| Progression | bis 300 Prozent | 400 bis 500 Prozent | Bei sehr schweren Unfällen reicht die einfache Summe selten für ein Leben mit Behinderung. |

## Anbieter im Überblick

Unfallversicherung ist in Österreich ein Standardprodukt fast aller Schaden- und Unfallversicherer. Die Übersicht nennt Anbieter, die in dieser Sparte sicher am Markt sind, und sagt nichts darüber, mit wem wir zusammenarbeiten.

- **UNIQA**: börsennotierter Versicherungskonzern mit Sitz in Wien, Vertreter und Makler
- **Wiener Städtische**: Teil der Vienna Insurance Group, Vertreter, Bankvertrieb und Makler
- **Generali**: österreichische Tochter der Generali-Gruppe, Vertreter und Makler
- **Allianz**: österreichische Gesellschaft der Allianz-Gruppe, Vertreter und Makler
- **Donau Versicherung**: Teil der Vienna Insurance Group, Vertreter und Makler
- **Grazer Wechselseitige**: Versicherungsverein aus Graz, Vertreter und Makler
- **Zurich**: österreichische Gesellschaft der Zurich-Gruppe, Vertreter und Makler
- **Helvetia**: österreichische Gesellschaft der Schweizer Helvetia-Gruppe, Vertreter und Makler

## Typische Schäden und wer zahlt

- **Skisturz, Kreuzband reißt ohne Kontakt** (Dauerschaden am Knie: je nach Summe vier- bis fünfstellig): Ohne Sturz oder Stoß von außen greift der klassische Unfallbegriff nicht. Einfache Tarife erfassen Verrenkungen durch erhöhte Kraftanstrengung, starke auch Risse durch reine Eigenbewegung.
- **Hubschrauber holt Sie vom Klettersteig** (Flugrettung im Gebirge: schnell mehrere tausend Euro): Nach Freizeitunfällen im alpinen Gelände bleibt man auf den Bergekosten häufig selbst sitzen. Einfache Tarife decken sie bis etwa 10.000 Euro, starke höher und samt Suchkosten.
- **Zecke überträgt Borreliose** (bleibende Gelenk- oder Nervenschäden: Leistung nach Invaliditätsgrad): Einfache Tarife schließen nach Zeckenbiss oft nur FSME ein. Starke Tarife nehmen auch Borreliose auf, gegen die es keine Impfung gibt.
- **Kreissäge nimmt ein Fingerglied** (bei 100.000 € Summe meist ein vierstelliger Betrag): Ein Fingerglied zählt anteilig zum Wert des ganzen Fingers. Starke Tarife setzen dafür höhere Prozentsätze an, zahlen für dieselbe Verletzung also mehr.
- **Schulter reißt beim Kofferheben** (Operation und Dauerschaden: vier- bis fünfstellig): Ohne äußeres Ereignis und mit Abnützung im Gelenk zahlt der Grundschutz nicht. Starke Tarife erkennen die Eigenbewegung an, rechnen Vorschäden aber anteilig an.
- **Schlaganfall auf der Almhütte** (Rehabilitation und Einkommensausfall, oft über Jahre): Ein Schlaganfall ist eine Krankheit, kein Unfall. Nur ein Sturz infolge des Anfalls kann bei starken Tarifen versichert sein, der Schlaganfall selbst nie.

## Mythos oder Wahrheit

- „Die AUVA zahlt auch, wenn ich mich am Wochenende beim Skifahren verletze." ✘ Falsch. Für Freizeitunfälle ist die AUVA nicht zuständig, da bleibt nur die Behandlung über die Krankenkasse. Eine Entschädigung für ein dauerhaft steifes Knie gibt es vom Staat nicht.
- „Die private Unfallversicherung zahlt zusätzlich zu allem, was die AUVA leistet." ✔ Stimmt. Die private Leistung richtet sich nur nach dem Invaliditätsgrad und der vereinbarten Summe. Eine Versehrtenrente wird nicht angerechnet, beide fließen nebeneinander.
- „Mit einem Achterl zu viel ist der Unfallschutz weg." ✘ Nicht automatisch. Ausgeschlossen sind Unfälle durch eine Bewusstseinsstörung, und viele Tarife legen dafür eine Promillegrenze fest. Außerdem muss der Alkohol den Unfall tatsächlich verursacht haben.
- „Eine Unfallrente gibt es auch privat, nicht nur von der AUVA." ✔ Stimmt. Viele Versicherer bieten eine private Unfallrente an, meist ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent. Sie zahlt dann lebenslang monatlich, auf Wunsch zusätzlich zu einer Kapitalleistung.
- „Ein Hundebiss ist ein Fall für die Unfallversicherung." ✔ Stimmt, der Biss wirkt plötzlich von außen auf den Körper. Bezahlt wird aber nur ein bleibender Schaden, etwa eine eingeschränkte Hand. Behandlungskosten und Schmerzengeld holt man sich beim Halter und dessen Haftpflichtversicherung.

## Häufige Fehler beim Abschluss

- Sich auf die AUVA verlassen, obwohl sie in der Freizeit nicht zuständig ist
- Die Frist für den ärztlichen Befundbericht versäumen
- Eine alte Polizze mit Prämienrückgewähr halten, obwohl die Summen längst zu niedrig sind
- Den Wechsel in einen körperlich belastenden Beruf nicht melden
- Nur auf die Höchstsumme mit Progression schauen und die Gliederwerte ignorieren

## FAQ

### Sind Kinder in der Schule gesetzlich unfallversichert?

Ja, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende sind über die AUVA für Unfälle im Unterricht, bei Schulveranstaltungen und auf dem Schulweg versichert. Nachmittags am Spielplatz, beim Sport im Verein oder in den Ferien gilt dieser Schutz nicht.

### Was passiert, wenn ich die Frist für die Invalidität versäume?

Dann ist der Anspruch auf die Invaliditätsleistung in der Regel verloren. Die Rechtsprechung sieht diese Fristen als Ausschlussfristen, auf ein Verschulden kommt es meist nicht an. Deshalb Befunde früh einreichen, auch wenn die endgültige Beurteilung noch aussteht.

### Zahlt die Unfallversicherung bei einem Kreuzbandriss beim Skifahren?

Ob der Riss als Unfall gilt, hängt vom Tarif ab. Klassisch braucht es ein plötzlich von außen wirkendes Ereignis. Viele Tarife haben den Begriff auf Verrenkungen und Zerrungen durch erhöhte Kraftanstrengung erweitert, starke auch auf Eigenbewegungen ohne Sturz.

### Wie hoch soll die Versicherungssumme sein?

So hoch, dass bei einer mittleren Invalidität von 30 bis 50 Prozent genug Geld für Umbau, Hilfsmittel und Einkommenseinbußen über mehrere Jahre bleibt. Die Progression hilft nur bei schweren Fällen, die Basissumme bei allen.

### Brauche ich als Selbstständiger eine private Unfallversicherung?

Oft ja. Der gesetzliche Schutz betrifft auch bei Selbstständigen nur die berufliche Tätigkeit, und die Leistungen sind begrenzt. Fällt die eigene Arbeitskraft nach einem Freizeitunfall aus, trägt der Betrieb den Schaden allein.

### Zahlt die Unfallversicherung Spitalgeld?

Nur wenn es vereinbart ist. Spitalgeld ist ein Zusatzbaustein, der pro Tag im Krankenhaus einen festen Betrag leistet. Für die meisten ist eine höhere Invaliditätssumme sinnvoller als ein teures Taggeld.

### Gilt die private Unfallversicherung auch im Ausland?

Ja, in der Regel weltweit und rund um die Uhr. Im Ausland zählen vor allem Bergungs- und Rücktransportkosten, die viele Unfalltarife bis zu einer festen Summe einschließen.

### Was ist der Unterschied zwischen Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall und bemisst die Leistung am körperlichen Schaden. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, auch bei Krankheit.

### Kann ich die Unfallversicherung jederzeit kündigen?

Nicht jederzeit. Grundsätzlich zum Ende der Versicherungsperiode. Bei Verträgen mit längerer Laufzeit können Verbraucher nach dem Versicherungsvertragsgesetz zum Ende des dritten Jahres kündigen. Nach einem Schadenfall haben beide Seiten ein Kündigungsrecht.

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