# Pflegezusatzversicherung: die gesetzliche Pflege ist nur eine Teilversicherung

> Die Pflegeversicherung zahlt feste Beträge je Pflegegrad, nicht die tatsächlichen Kosten. Im Pflegeheim lag der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr laut Ersatzkassenverband vdek Anfang 2026 bei 3.245 Euro im Monat. Eine Pflegezusatzversicherung schließt diese Lücke, damit nicht das eigene Vermögen oder die Kinder einspringen müssen.

Quelle/Source: https://www.nammert.com/versicherungsmakler-pflegezusatz.php  
Stand: 2026-09-18

## Brauche ich eine Pflegezusatzversicherung?

Wenn Sie Vermögen oder Angehörige schützen wollen, meist ja. Die Pflegekasse zahlt im Heim je nach Pflegegrad zwischen 805 und 2.096 Euro im Monat, der Eigenanteil lag laut vdek Anfang 2026 im Schnitt bei 3.245 Euro im ersten Jahr. Reichen Rente und Ersparnisse dafür nicht, zahlt zuerst das Vermögen, dann das Sozialamt. Kinder werden erst ab einem Jahresbrutto von 100.000 Euro zum Unterhalt herangezogen.

## Auf einen Blick

- **Gesetzliche Pflegegrade:** 1 bis 5
- **Pflegegeld 2026:** 347 € (Grad 2) bis 990 € (Grad 5) im Monat
- **Eigenanteil Pflegeheim:** Ø 3.245 € im Monat im ersten Jahr (vdek, 1. Januar 2026)
- **Staatliche Förderung:** Pflege-Bahr: 5 € im Monat bei mindestens 10 € Eigenbeitrag
- **Beste Abschlusszeit:** jung und gesund, weil Gesundheitsfragen gestellt werden

## Woraus die Lücke im Pflegeheim besteht

Der Eigenanteil setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem pflegebedingten Eigenanteil, der für alle Pflegegrade 2 bis 5 in einem Heim gleich ist, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung und den Investitionskosten. Nach vdek-Auswertung lag der pflegebedingte Anteil Anfang 2026 im ersten Jahr bei 1.685 Euro, Unterkunft und Verpflegung bei 1.046 Euro.

Seit 2024 übernimmt die Pflegekasse einen mit der Wohndauer wachsenden Anteil am pflegebedingten Eigenanteil: 15 Prozent im ersten Jahr, 30 im zweiten, 50 im dritten und 75 Prozent ab dem vierten. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben davon unberührt.

## Pflege zu Hause ist nicht automatisch günstig

Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Das Pflegegeld beträgt 2026 zwischen 347 Euro in Pflegegrad 2 und 990 Euro in Pflegegrad 5. Wer statt Angehörigen einen Pflegedienst beauftragt, bekommt höhere Sachleistungen, die aber selten alle Einsätze abdecken.

Eine Betreuung rund um die Uhr durch eine im Haushalt lebende Kraft kostet ein Vielfaches des Pflegegeldes. Pflegetagegeld ist hier besonders nützlich, weil es frei verfügbar ist und auch Angehörige entlohnen oder einen Umbau der Wohnung bezahlen kann.

## Wann Kinder zahlen müssen

Reichen Rente und Vermögen nicht, springt das Sozialamt mit Hilfe zur Pflege ein. Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz holt es sich das Geld von Kindern nur zurück, wenn deren Jahresbruttoeinkommen über 100.000 Euro liegt. Das eigene Vermögen und das des Ehepartners wird dagegen bis auf ein Schonvermögen eingesetzt.

Für Paare bedeutet das: Kommt ein Partner ins Heim, kann das gemeinsame Ersparte schnell aufgebraucht sein, während der andere zu Hause weiterleben muss. Genau diesen Fall sichert eine Pflegezusatzversicherung ab.

## Was versichert ist

- Pflegetagegeld: fester Betrag je Tag, gestaffelt nach Pflegegrad, zur freien Verwendung
- Pflegekosten: Erstattung eines Teils der Kosten, die die Pflegekasse nicht übernimmt
- Leistung bei ambulanter Pflege durch Angehörige oder Pflegedienst
- Leistung bei stationärer Pflege im Heim
- Einmalleistung bei erstmaliger Pflegebedürftigkeit, je nach Tarif
- Beitragsbefreiung ab Eintritt des Pflegefalls, je nach Tarif
- Leistung bei Demenz, auch ohne körperliche Einschränkungen

## Was nicht versichert ist

- Pflegebedürftigkeit, die vor Vertragsbeginn bestand oder beantragt war
- Leistungen während einer vereinbarten Wartezeit
- Pflegegrad 1 bei vielen Tarifen, oder nur mit geringer Leistung
- Pflegefälle aus verschwiegenen Vorerkrankungen
- Kosten über den tariflich vereinbarten Tagessatz hinaus

## Wer sie braucht

- Wer Wohneigentum oder Ersparnisse für den Partner oder die Erben erhalten will
- Alleinstehende ohne Angehörige, die Pflege selbst übernehmen könnten
- Paare, bei denen ein Heimaufenthalt eines Partners den anderen finanziell gefährden würde
- Wer zwischen 30 und 55 ist und noch ohne größere Vorerkrankungen abschließen kann

## Wer darauf verzichten kann

- Wer mit Rente und Kapitaleinkünften auch einen Heimplatz dauerhaft bezahlen kann
- Wer eine Zusatzversicherung nur mit Beiträgen finanzieren könnte, die im Alter nicht mehr tragbar sind

## Was sie kostet

Der Beitrag hängt stark vom Eintrittsalter ab. Mit 35 kostet dieselbe Leistung einen Bruchteil dessen, was ein 60-Jähriger zahlt, und viele Tarife nehmen ab 65 oder 70 niemanden mehr auf.

**Wovon der Beitrag abhängt:**

- Eintrittsalter
- Gesundheitszustand bei Abschluss
- Höhe des versicherten Tagegeldes in Pflegegrad 5 und die Staffelung für die Grade darunter
- Leistung bei ambulanter Pflege im Verhältnis zur stationären
- Dynamik, also die Erhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung
- Beitragsbefreiung im Pflegefall

_Wir nennen hier keine Beitragsbeispiele, weil sie sich mit Eintrittsalter und Leistungshöhe zu stark verschieben. Ihr Beitrag steht erst im Angebot fest._

## Die Tariflinien am Markt

- **Pflege-Bahr:** Staatlich gefördertes Pflegetagegeld ohne Gesundheitsprüfung, dafür mit Wartezeit von bis zu fünf Jahren und begrenzter Leistung. Eine Lösung für alle, die sonst keinen Vertrag bekommen.
- **Pflegetagegeld:** Frei verwendbarer Tagessatz je Pflegegrad, mit Gesundheitsfragen. Die übliche und flexibelste Form.
- **Pflegerente:** Lebenslange Rente im Pflegefall, abgeschlossen bei einem Lebensversicherer. Teurer, aber mit stabilen Beiträgen und oft Rückkaufswert.

## Woran Sie einen guten Tarif erkennen

| Kriterium | Mindeststandard | Starker Tarif | Warum das zählt |
| --- | --- | --- | --- |
| Leistung ambulant | in Grad 2 und 3 deutlich weniger als stationär | ambulant ab Pflegegrad 2 gleich hoch wie stationär | Die meisten Menschen werden zu Hause gepflegt, gerade dort braucht es Geld. |
| Pflegegrad 1 | keine Leistung | kleine Leistung auch in Grad 1 | Der Einstieg in die Pflege verursacht oft schon Kosten für Hilfen im Haushalt. |
| Beitragsbefreiung | ab Pflegegrad 5 | ab Pflegegrad 2 oder 3 | Wer pflegebedürftig ist, soll nicht weiter Beiträge zahlen. |
| Dynamik | keine Anpassung | regelmäßige Erhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung | Pflegekosten steigen, eine starre Leistung verliert über Jahrzehnte an Wert. |
| Demenz | Leistung nach Pflegegrad | zusätzliche Leistung bei Demenz | Demenz ist einer der häufigsten Gründe für lange Pflege. |
| Einmalleistung | keine | Einmalzahlung bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit | Umbau von Bad oder Treppenlift fallen am Anfang an. |
| Weltweite Leistung | nur in Deutschland | auch bei Pflege im Ausland | Wer den Ruhestand im Ausland plant, sollte das prüfen. |

## Anbieter im Überblick

Pflegetagegeld und Pflegekostenversicherungen bieten private Krankenversicherer an, Pflegerenten dagegen Lebensversicherer. Die Auswahl zeigt bekannte Krankenversicherer mit Pflegetarifen.

- **Allianz**: Vertreter und Makler
- **DKV**: Krankenversicherer der ERGO Group
- **Hallesche**: Teil der ALH Gruppe, Maklervertrieb
- **Barmenia**: Teil der Barmenia Gothaer Gruppe
- **Signal Iduna**: Versicherungsverein, Vertreter und Makler
- **DFV**: börsennotierter Versicherer aus Frankfurt, Vertrieb überwiegend direkt online
- **Continentale**: Versicherungsverein, Vertreter und Makler
- **AXA**: Vertreter und Makler
- **Debeka**: Versicherungsverein mit angestelltem Außendienst, kein Maklervertrieb
- **Nürnberger**: Teil der Nürnberger Versicherung

42 Versicherer unter deutscher Bundesaufsicht haben die Erlaubnis für diese Sparte. (Krankenversicherer). Quelle: BaFin-Unternehmensdatenbank, abgerufen am 2026-09-18. Nicht enthalten sind Versicherer aus anderen EU-Staaten, die über eine Niederlassung oder ohne Sitz in Deutschland anbieten.

## Typische Schäden und wer zahlt

- **Oma zieht nach Sturz ins Pflegeheim** (Eigenanteil rund 3.000 € und mehr im Monat): Ein Pflege-Bahr-Vertrag deckt meist nur einen kleinen Teil der Lücke. Ein ausreichend hohes Pflegetagegeld kann den Eigenanteil weitgehend tragen.
- **Demenz, aber körperlich fit** (Betreuung zu Hause einige hundert bis über 2.000 € im Monat): Viele einfache Tarife zahlen ambulant in Pflegegrad 2 und 3 deutlich weniger als im Heim. Starke Tarife zahlen gleich viel, egal wo gepflegt wird.
- **Pflegegrad 1 nach Schlaganfall** (Hilfe im Haushalt, rund 100 bis 500 € im Monat): Pflegegrad 1 ist bei vielen Tarifen ausgeschlossen. Gute Tarife zahlen hier zumindest einen kleinen Satz.
- **Pflegefall im zweiten Vertragsjahr** (Pflegekosten ab dem ersten Monat): Der Pflege-Bahr hat bis zu fünf Jahre Wartezeit. Ein normales Pflegetagegeld mit Gesundheitsprüfung zahlt in der Regel ohne Wartezeit.
- **Bad wird zur ebenerdigen Dusche** (rund 8.000 bis 15.000 €): Die Pflegekasse gibt bis zu 4.180 € je Maßnahme dazu. Private Tarife mit Einmalleistung bei Eintritt der Pflege helfen beim Rest.
- **Pflegegrad schon vor Abschluss beantragt** (alle künftigen Pflegekosten): Wer den Antrag schon gestellt hat, bekommt keinen Vertrag mehr, der dafür zahlt. Pflegevorsorge funktioniert nur, solange der Pflegefall noch nicht absehbar ist.

## Mythos oder Wahrheit

- „Wenn die Tochter die Pflege übernimmt, zahlt die Pflegekasse Geld dafür." ✔ Stimmt. Ab Pflegegrad 2 gibt es Pflegegeld, wenn Angehörige zu Hause pflegen, die pflegebedürftige Person bekommt es und gibt es weiter. Für pflegende Angehörige zahlt die Pflegekasse unter Umständen auch Rentenbeiträge.
- „Mit Pflegegrad 5 übernimmt die Pflegekasse das Heim komplett." ✘ Falsch. Auch im höchsten Pflegegrad zahlt die Kasse einen festen Betrag für die Pflege. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten tragen Sie immer selbst.
- „Je länger man im Pflegeheim lebt, desto weniger zahlt man für die Pflege." ✔ Stimmt. Die Pflegekasse senkt den pflegebedingten Eigenanteil derzeit um 15 Prozent im ersten Jahr, 30 im zweiten, 50 im dritten und 75 Prozent ab dem vierten (§ 43c SGB XI). Eine 2026 vorgeschlagene Reform will die Stufen später beginnen lassen.
- „Mit einem Pflege-Bahr-Vertrag bin ich im Heim gut abgesichert." ✘ Meist nicht. Die Mindestleistung liegt bei 600 € im Monat in Pflegegrad 5, der staatliche Zuschuss bei 5 € monatlich. Der Pflege-Bahr ist eine gute Ergänzung, ersetzt aber keinen vollwertigen Tarif.
- „Die Pflegekasse zahlt auch für einen Treppenlift." ✔ Stimmt, als Zuschuss zur Anpassung der Wohnung von bis zu 4.180 € je Maßnahme, mit jedem Pflegegrad. Leben mehrere Pflegebedürftige zusammen, kann sich der Zuschuss vervielfachen.

## Häufige Fehler beim Abschluss

- Nur auf das Heim schauen und die ambulante Leistung vernachlässigen
- Bis 60 warten, wenn Beiträge hoch sind und Vorerkrankungen den Abschluss verhindern
- Allein den Pflege-Bahr abschließen und die Lücke für gedeckt halten
- Das Tagegeld ohne Dynamik vereinbaren
- Eine Pflegekostenversicherung wählen, obwohl Angehörige pflegen sollen

## FAQ

### Was zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Feste Beträge je Pflegegrad: 2026 als Pflegegeld zwischen 347 und 990 Euro im Monat bei häuslicher Pflege, im Heim zwischen 805 und 2.096 Euro. Die tatsächlichen Kosten liegen meist deutlich darüber. Deshalb spricht man von einer Teilkaskoversicherung.

### Was ist der Pflege-Bahr?

Eine staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung. Wer mindestens 10 Euro im Monat zahlt, bekommt 5 Euro Zulage. Versicherer dürfen niemanden wegen seiner Gesundheit ablehnen, dafür gilt eine Wartezeit von bis zu fünf Jahren. Für Gesunde sind ungeförderte Tarife meist leistungsstärker.

### Ab welchem Alter sollte ich eine Pflegezusatzversicherung abschließen?

Zwischen 30 und 50, solange Sie gesund sind. Der Beitrag ist dann niedrig und bleibt es länger. Mit Mitte fünfzig steigt der Einstiegsbeitrag spürbar, und Vorerkrankungen führen häufiger zur Ablehnung.

### Müssen meine Kinder für meine Pflege zahlen?

Nur wenn ihr Jahresbruttoeinkommen über 100.000 Euro liegt. Darunter verzichtet das Sozialamt auf den Rückgriff. Ihr eigenes Vermögen und das Ihres Ehepartners wird dagegen herangezogen, bevor das Amt zahlt.

### Wer stellt den Pflegegrad fest?

Für gesetzlich Versicherte der Medizinische Dienst, für Privatversicherte Medicproof. Die meisten Pflegezusatzversicherungen übernehmen diese Einstufung, eine eigene Begutachtung durch den Versicherer ist dann nicht nötig.

### Was ist besser, Pflegetagegeld oder Pflegerente?

Pflegetagegeld ist günstiger und flexibler, die Beiträge können aber steigen. Die Pflegerente kostet mehr, hat feste Beiträge und oft einen Rückkaufswert. Für die meisten reicht ein gutes Pflegetagegeld mit Dynamik.

### Zahlt die Pflegezusatzversicherung bei Demenz?

Ja, wenn ein Pflegegrad festgestellt ist. Seit 2017 werden kognitive Einschränkungen bei der Einstufung gleichwertig berücksichtigt. Manche Tarife zahlen bei Demenz zusätzlich.

### Wie hoch sollte das Pflegetagegeld sein?

Als Faustregel so hoch, dass es den Eigenanteil im Heim abzüglich Ihrer Rente deckt. Wer eine Rente von 1.800 Euro erwartet und mit 3.300 Euro Eigenanteil rechnet, braucht rund 1.500 Euro im Monat, also 50 Euro am Tag in Pflegegrad 5.

## Rechtsgrundlagen und Quellen

- [Sozialgesetzbuch XI (soziale Pflegeversicherung)](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/)
- [Versicherungsvertragsgesetz (VVG)](https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/)
- [BaFin-Unternehmensdatenbank (zugelassene Versicherer)](https://portal.mvp.bafin.de/database/InstInfo/)

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Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich. Kostenlos und ohne Verpflichtung, die Vergütung zahlt der Versicherer. https://www.nammert.com/versicherungsmakler-pflegezusatz.php#anfrage

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