# Tierkrankenversicherung: wann sie sich rechnet und wann nicht

> Seit der Neufassung der Gebührenordnung für Tierärzte im November 2022 sind Behandlungen deutlich teurer, im Notdienst gelten Mindestsätze und eine eigene Gebühr. Eine Tierkrankenversicherung zahlt Operationen oder auch ambulante Behandlungen. Sie lohnt vor allem, wenn eine Rechnung von einigen tausend Euro Sie in Bedrängnis bringen würde.

Quelle/Source: https://www.nammert.com/versicherungsmakler-tierkranken.php  
Stand: 2026-09-18

## Lohnt sich eine Tierkrankenversicherung?

Eine OP-Versicherung lohnt sich für die meisten Hunde- und Katzenhalter, weil eine einzige Operation mit Klinikaufenthalt schnell mehrere tausend Euro kostet. Eine Vollversicherung, die auch Impfungen, Untersuchungen und Medikamente zahlt, ist teurer und lohnt sich vor allem bei Rassen mit bekannten Gesundheitsrisiken oder wenn Sie jede Tierarztrechnung planbar halten wollen. Wer ein Polster für größere Rechnungen hat, kann auch selbst vorsorgen.

## Auf einen Blick

- **Pflicht?:** nein
- **Gebührenordnung:** GOT seit 22.11.2022, einfacher bis dreifacher Satz
- **Notdienst:** mindestens zweifacher Satz plus 50 € Notdienstgebühr
- **Richtwert OP-Schutz Hund:** rund 160 bis 550 € im Jahr für junge kleine Hunde (Stiftung Warentest)
- **Wichtigste Klausel:** Erstattung bis zum wievielfachen GOT-Satz

## Die GOT: warum der Tierarzt teurer geworden ist

Tierärzte in Deutschland rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab. Seit dem 22. November 2022 gilt eine neu gefasste Fassung mit deutlich höheren Gebühren. Je nach Aufwand darf der Tierarzt den einfachen bis dreifachen Satz berechnen.

Im Notdienst, also nachts, am Wochenende und an Feiertagen, gilt mindestens der zweifache und höchstens der vierfache Satz, dazu eine Notdienstgebühr von 50 Euro. Ein Tarif, der nur bis zum zweifachen Satz erstattet, lässt Sie genau bei den teuersten Rechnungen mit einem Teil allein. Gute Tarife erstatten bis zum vierfachen Satz.

## OP-Versicherung oder Vollschutz

Die OP-Versicherung zahlt Operationen unter Narkose samt Voruntersuchung, Nachsorge und Klinikaufenthalt. Sie deckt das große Risiko: Kreuzbandriss, Magendrehung, Fremdkörper, Tumorentfernung. Routinebehandlungen, Impfungen und Medikamente außerhalb einer Operation zahlt sie nicht.

Die Vollversicherung zahlt zusätzlich ambulante Behandlungen und oft ein Budget für Vorsorge. Sie ist deutlich teurer. Ob sie sich rechnet, hängt vom Tier ab: Bei Rassen mit häufigen Haut-, Gelenk- oder Ohrenerkrankungen kann sie günstiger sein als die Summe der Rechnungen, bei einer jungen Hauskatze eher nicht.

## Früh abschließen, auf das Kleingedruckte achten

Vorerkrankungen sind in fast allen Tarifen ausgeschlossen, und viele Versicherer nehmen Tiere nur bis zu einem bestimmten Eintrittsalter auf. Wer wartet, bis das Tier Beschwerden hat, bekommt für genau diese Beschwerden keinen Schutz mehr. Zudem gelten meist Wartezeiten, Unfälle sind oft ab Beginn versichert.

Die Tierkrankenversicherung ist eine Schadenversicherung. Nach einem Versicherungsfall dürfen deshalb beide Seiten kündigen, auch der Versicherer nach einer teuren Operation. Gute Tarife verzichten ausdrücklich auf ihr ordentliches Kündigungsrecht. Und die Beiträge steigen meist mit dem Alter des Tieres, das sollte man vor dem Abschluss wissen.

## Was versichert ist

- Operationen unter Narkose samt Voruntersuchung und Nachbehandlung
- Klinikaufenthalt und Unterbringung beim Tierarzt
- Behandlungen im Notdienst, bis zum im Tarif genannten GOT-Satz
- Ambulante Behandlungen und Medikamente, in der Vollversicherung
- Diagnostik wie Röntgen, Ultraschall, Labor im Zusammenhang mit der Behandlung
- Vorsorgebudget für Impfungen, Wurmkuren und Zahnreinigung, in manchen Tarifen
- Behandlungen im Ausland, zeitlich begrenzt
- Physiotherapie nach Operationen, je nach Tarif

## Was nicht versichert ist

- Vorerkrankungen, die vor Vertragsbeginn bekannt waren
- Kastration und Sterilisation ohne medizinischen Grund, in vielen Tarifen
- Behandlungen während der Wartezeit
- Angeborene und rassetypische Erkrankungen, in einfachen Tarifen
- Futter, Pflegeprodukte und Nahrungsergänzung
- Zuchtbezogene Behandlungen wie Geburtshilfe, je nach Tarif
- Schäden, die ein Dritter verursacht hat, soweit dessen Haftpflicht zahlt

## Wer sie braucht

- Halter, die eine Tierarztrechnung von mehreren tausend Euro nicht aus Rücklagen zahlen könnten
- Halter junger Tiere, die sich ohne Vorerkrankung versichern lassen
- Halter von Rassen mit bekannten gesundheitlichen Schwachstellen
- Halter von Freigängerkatzen und aktiven Hunden mit erhöhtem Unfallrisiko

## Wer darauf verzichten kann

- Halter mit ausreichendem Polster, die monatlich selbst zurücklegen
- Halter älterer Tiere mit vielen Vorerkrankungen, bei denen kaum Schutz übrig bleibt

## Was sie kostet

Der Beitrag hängt vor allem von Tierart, Rasse, Alter und Leistungsumfang ab. Vollversicherungen kosten ein Vielfaches der OP-Versicherung. Mit dem Alter steigen die Beiträge meist deutlich.

| Beispiel | Richtwert |
| --- | --- |
| Junger kleiner Hund, OP-Versicherung | rund 160 bis 550 € im Jahr |

**Wovon der Beitrag abhängt:**

- Hund oder Katze, Rasse und Größe
- Alter bei Abschluss und später
- OP-Schutz oder Vollversicherung
- Erstattung bis zum zweifachen, dreifachen oder vierfachen GOT-Satz
- Selbstbeteiligung und Jahreshöchstleistung

_Spanne aus dem Vergleich von Hunde-OP-Versicherungen der Stiftung Warentest. Für Katzen und Vollversicherungen nennen wir keine Richtwerte. Ihr Beitrag steht erst im Angebot fest._

## Die Tariflinien am Markt

- **OP-Versicherung:** Operationen mit Vor- und Nachsorge, oft bis zum zweifachen oder dreifachen GOT-Satz. Deckt das große Risiko zu überschaubarem Beitrag.
- **OP-Versicherung Premium:** Erstattung bis zum vierfachen Satz, auch im Notdienst, ohne Jahreshöchstgrenze, mit Physiotherapie. Für Halter, die das Kostenrisiko einer Operation ganz loswerden wollen.
- **Vollversicherung:** Zusätzlich ambulante Behandlungen, Medikamente und ein Vorsorgebudget. Für Tiere mit erwartbar vielen Behandlungen.

## Woran Sie einen guten Tarif erkennen

| Kriterium | Mindeststandard | Starker Tarif | Warum das zählt |
| --- | --- | --- | --- |
| GOT-Satz | bis zum zweifachen Satz | bis zum vierfachen Satz, auch im Notdienst | Im Notdienst gilt mindestens der zweifache Satz, dazu kommt die Notdienstgebühr. |
| Jahreshöchstleistung | niedrige Obergrenze je Jahr | ohne Begrenzung | Zwei Operationen im selben Jahr sprengen kleine Grenzen. |
| Kündigungsverzicht | Versicherer darf nach Schaden kündigen | ausdrücklicher Verzicht auf das Kündigungsrecht des Versicherers | Sonst verlieren Sie den Schutz, wenn das Tier ihn am dringendsten braucht. |
| Rassetypische Erkrankungen | ausgeschlossen | eingeschlossen, etwa Hüftdysplasie | Gerade diese Krankheiten verursachen bei Rassehunden die höchsten Kosten. |
| Wartezeit | mehrere Monate für Operationen | kurz, Unfälle ab Beginn | Je länger die Wartezeit, desto länger zahlen Sie ohne Schutz. |
| Selbstbeteiligung | prozentual je Rechnung | keine oder fester jährlicher Betrag | Prozentuale Selbstbeteiligung wird bei großen Rechnungen teuer. |
| Nachsorge | wenige Tage nach der OP | mehrere Wochen, samt Physiotherapie | Nach einem Kreuzbandriss dauert die Genesung Wochen. |

## Anbieter im Überblick

Tierkrankenversicherungen bieten spezialisierte Anbieter und einige große Sachversicherer an. Die Tarife unterscheiden sich vor allem beim erstatteten GOT-Satz und bei der Kündigung nach einem Schaden.

- **AGILA**: auf Haustiere spezialisierter Versicherer aus der Talanx-Gruppe
- **Uelzener**: Versicherungsverein mit Schwerpunkt Tierversicherung
- **Allianz**: Hunde- und Katzenkrankenversicherung, Vertreter und Makler
- **Barmenia**: Tierkranken- und OP-Tarife, Vertreter und Makler
- **DFV**: börsennotierter Versicherer mit Online-Vertrieb
- **Helvetia**: deutsche Gesellschaft der Schweizer Helvetia Baloise Gruppe
- **HanseMerkur**: Versicherungsgruppe aus Hamburg, Tierkrankentarife für Hund und Katze

155 Versicherer unter deutscher Bundesaufsicht haben die Erlaubnis für diese Sparte. (Hagel-, Frost- und sonstige Sachschäden). Quelle: BaFin-Unternehmensdatenbank, abgerufen am 2026-09-18. Nicht enthalten sind Versicherer aus anderen EU-Staaten, die über eine Niederlassung oder ohne Sitz in Deutschland anbieten.

## Typische Schäden und wer zahlt

- **Hund frisst Socke: Darm-OP** (rund 1.500 bis 4.000 €, im Notdienst mehr): Eine einfache OP-Versicherung zahlt, aber oft nur bis zum zweifachen GOT-Satz. Die Differenz zur Rechnung bleibt beim Halter, starke Tarife erstatten bis zum Höchstsatz.
- **Kreuzbandriss beim Toben im Park** (rund 2.000 bis 4.000 € je Knie): Manche Grundtarife haben für Kreuzband und Gelenke eine verlängerte Wartezeit oder einen Deckel. Starke Tarife zahlen ohne solche Sonderregeln.
- **Katze mit Durchfall am Sonntagabend** (rund 150 bis 400 €): Ohne Operation zahlt eine reine OP-Versicherung nichts. Die Vollversicherung übernimmt ambulante Behandlungen, auch im Notdienst.
- **Zahnsanierung unter Narkose** (rund 300 bis 1.000 €): Zahnbehandlungen sind in vielen Tarifen ausgeschlossen oder gedeckelt. Starke Tarife zahlen medizinisch nötige Eingriffe, reine Zahnsteinentfernung selten.
- **Hüftdysplasie beim jungen Labrador** (mehrere tausend € je Hüfte): Erbliche und rassetypische Leiden sind im Grundschutz oft ausgeschlossen. Gute Tarife zahlen, wenn die Krankheit erst nach Vertragsbeginn festgestellt wird.
- **Allergie war vor Vertrag schon bekannt** (einige hundert € im Jahr, dauerhaft): Was vor Vertragsbeginn diagnostiziert war, zahlt kein Tarif. Deshalb lohnt der Abschluss, solange das Tier gesund ist.

## Mythos oder Wahrheit

- „Die Diagnostik vor einer Operation zahlt jede OP-Versicherung mit." ✘ Falsch: Grundtarife erstatten oft erst ab dem Eingriff selbst. Röntgen, Ultraschall und Blutbild davor zahlen gute Tarife für einen festen Zeitraum vor der OP mit. Genau dort liegt oft ein großer Teil der Rechnung.
- „Eine Wohnungskatze wird nie ernsthaft krank." ✘ Falsch: Wohnungskatzen haben andere Risiken, aber keine kleineren. Harnwegsprobleme, Zahnerkrankungen, Übergewicht und Stürze aus dem Fenster führen regelmäßig zum Tierarzt. Auch dort kann eine OP nötig werden.
- „Manche Tarife zahlen sogar einen Teil der Kosten, wenn das Tier eingeschläfert werden muss." ✔ Stimmt: Einige Tarife übernehmen Einschläferung und teils die Einäscherung bis zu einem festen Betrag. Das ist ein Zusatz, kein Standard. Wer darauf Wert legt, sollte gezielt danach fragen.
- „Eine Tierkrankenversicherung lohnt sich nur für Rassehunde." ✘ Falsch: Unfälle, verschluckte Fremdkörper und Tumore treffen Mischlinge genauso. Rassehunde haben zusätzliche erbliche Risiken, das macht Mischlinge nicht risikolos. Viele Tarife sind für Mischlinge sogar günstiger.
- „Ich darf mit Versicherung weiter zum Tierarzt meines Vertrauens gehen." ✔ Stimmt: In Deutschland gilt bei fast allen Tarifen freie Tierarztwahl. Sie zahlen die Rechnung und reichen sie ein, manche Versicherer rechnen direkt mit der Praxis ab. Ein festes Netz wie in anderen Ländern ist hier die Ausnahme.

## Häufige Fehler beim Abschluss

- Erst abschließen, wenn das Tier schon krank ist
- Einen Tarif wählen, der nur bis zum zweifachen GOT-Satz erstattet
- Die Kündigungsklausel nach Schadenfall übersehen
- Die Beitragsentwicklung im Alter nicht einplanen
- Rassetypische Ausschlüsse bei Rassehunden nicht lesen

## FAQ

### Was ist der Unterschied zwischen OP-Versicherung und Krankenvollversicherung?

Die OP-Versicherung zahlt nur Operationen samt Vor- und Nachsorge. Die Vollversicherung zahlt zusätzlich ambulante Behandlungen und Medikamente, oft auch Vorsorge, und kostet entsprechend mehr.

### Was kostet der Tierarzt im Notdienst?

Im Notdienst gilt nach der GOT mindestens der zweifache und höchstens der vierfache Satz, dazu eine Notdienstgebühr von 50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Die Versicherung zahlt nur bis zu dem Satz, den der Tarif nennt.

### Kann ich eine ältere Katze noch versichern?

Oft ja, aber viele Versicherer haben ein Höchstalter für den Eintritt, und bekannte Erkrankungen sind ausgeschlossen. Je älter das Tier, desto weniger bleibt versichert und desto höher ist der Beitrag.

### Darf der Versicherer nach einer teuren OP kündigen?

Bei vielen Tarifen ja, weil nach einem Versicherungsfall beide Seiten kündigen dürfen. Gute Tarife verzichten auf dieses Recht des Versicherers. Achten Sie beim Abschluss auf diese Klausel.

### Zahlt die Versicherung die Kastration?

Eine Kastration ohne medizinischen Grund zahlen die meisten Tarife nicht. Ist sie medizinisch notwendig, etwa wegen einer Erkrankung der Gebärmutter, übernimmt sie eine OP-Versicherung in der Regel.

### Gibt es eine Wartezeit?

Meist ja, für Krankheiten und Operationen einige Wochen bis Monate. Unfälle sind in vielen Tarifen ab dem ersten Tag versichert. Die genaue Dauer steht in den Bedingungen.

### Wer zahlt, wenn ein fremder Hund meinen Hund verletzt?

Die Tierhalterhaftpflicht des anderen Halters. Die Heilbehandlungskosten eines Tieres dürfen dabei nach § 251 BGB auch über seinem Wert liegen. Ihre Tierkrankenversicherung kann vorleisten und sich das Geld zurückholen.

### Steigen die Beiträge mit dem Alter?

In den meisten Tarifen ja, oft in Altersstufen. Manche Tarife rechnen mit gleichbleibendem Beitrag, sind dafür am Anfang teurer. Fragen Sie nach der Beitragsentwicklung, bevor Sie abschließen.

### Warum über einen Makler abschließen?

Weil die entscheidenden Unterschiede in wenigen Klauseln stecken: GOT-Satz, Kündigungsverzicht, rassetypische Erkrankungen. Wir vergleichen sie in Ihrem Auftrag, die Vergütung zahlt der Versicherer.

## Rechtsgrundlagen und Quellen

- [Versicherungsvertragsgesetz (VVG)](https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/)
- [BaFin-Unternehmensdatenbank (zugelassene Versicherer)](https://portal.mvp.bafin.de/database/InstInfo/)

## Angebot anfordern

Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich. Kostenlos und ohne Verpflichtung, die Vergütung zahlt der Versicherer. https://www.nammert.com/versicherungsmakler-tierkranken.php#anfrage

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