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Wann eine Leine hin ist
Tauwerk reißt selten überraschend. Es kündigt sich an, nur sieht man die Ankündigung nicht, wenn man nicht weiß, wonach man greift. Und es reißt immer dann, wenn die Last am höchsten ist.

Was Tauwerk altern lässt
Sonne baut die Fasern ab, Salzkristalle wirken im Inneren wie Schmirgel, und jede Kante, über die eine Leine läuft, nimmt an einer einzigen Stelle mehr weg als der ganze Rest des Jahres.
Die Griffprobe
Eine gesunde Leine ist geschmeidig und lässt sich zwischen den Fingern rollen. Wird sie hart, steif oder glasig, ist das Material durch. Nicht der Zustand nach dem Törn zählt, sondern der nach dem Trocknen.
Die Sichtprobe
Mantel aufgeraut oder aufgeplatzt, Kern sichtbar, ausgeblichene Stellen, örtliche Verdickungen oder Verjüngungen. Eine Verjüngung heißt: der Kern ist innen schon gebrochen.
Ablegen statt kürzen
Eine Schot lässt sich einmal wenden, damit die Scheuerstelle woanders liegt. Danach kommt sie weg. Ein Fall, das über Jahre am selben Punkt im Mast gelaufen ist, wird nicht besser, indem man es umdreht.
Was das mit der Versicherung zu tun hat
Abnutzung und Verschleiß sind in der Kaskoversicherung üblicherweise nicht gedeckt, und ein Folgeschaden aus gerissenem Tauwerk wird genau daran gemessen. Was für Ihren Vertrag gilt, steht in Ihrem Bedingungswerk. Der praktische Rat bleibt derselbe: Fallen und Schoten haben ein Alter, nicht nur einen Zustand.