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60 Rechner für den Bootsalltag

Werte, die man am Steg oder beim Ausrüsten braucht, mit den Standardformeln der Seemannschaft, ohne Anmeldung. Zu jedem Rechner gibt es eine Seite, die erklärt, was das Ergebnis für Ihren Versicherungsvertrag bedeutet.

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Motor und Fahrt Was der Antrieb hergibt, wie weit der Tank reicht und wann die Wartung fällig ist. 7 Rechner Rumpfgeschwindigkeit Die Rumpfgeschwindigkeit ist die Grenze, bis zu der ein Verdränger sinnvoll fahren kann: 2,43 mal die Wurzel aus der Wasserlinienlänge in Metern. Reichweite und Reserve Ein Drittel des Tanks für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel Reserve, das ist die seemännische Drittelregel. Wartung nach Betriebsstunden Öl und Ölfilter üblicherweise alle 100 Stunden, Kraftstofffilter und Getriebeöl alle 200, Impeller und Zündkerzen alle 300, große Inspektion alle 500. Drehzahl und Fahrt Drehzahl geteilt durch Untersetzung, mal Steigung, ergibt die theoretische Fahrt, minus Schlupf, der bei Verdrängern 20 bis 30 Prozent beträgt. Motorgröße Für Verdrängerfahrt genügen vier bis sechs PS je Tonne; für Gleitfahrt braucht es ein Vielfaches. Verdrängung und Zuladung Verdrängung lässt sich grob aus Länge und Breite schätzen; die Zuladung liegt bei rund zwanzig Prozent. Zuladung Ziehen Sie achtzig Kilogramm je Person von der zulässigen Zuladung ab, der Rest steht für Ausrüstung, Wasser und Sprit.
Navigation und Planung Distanzen, Zeiten, Sichtweiten und die Wassertiefe unter dem Kiel. 13 Rechner Sichtweite zum Horizont Die Kimmentfernung beträgt 2,08 mal die Wurzel aus der Augeshöhe in Metern, das Ergebnis in Seemeilen. Törnzeit Distanz durch Fahrt über Grund ergibt die Fahrzeit; Gegenstrom wird von der Geschwindigkeit abgezogen, nicht von der Distanz. Geschwindigkeit umrechnen Ein Knoten ist eine Seemeile je Stunde, also 1,852 km/h. Zehn Knoten sind 18,5 km/h und 5,1 Meter je Sekunde. Einheiten am Wasser Eine Seemeile sind 1.852 Meter, eine Bogenminute auf einem Großkreis. Eine Kabellänge ist ein Zehntel davon, ein Faden 1,829 Meter. Sicherheitstiefe Tiefgang plus halbe Wellenhöhe plus einen halben Meter Reserve, das ist die Wassertiefe, die Sie mindestens brauchen. Schleusenzeit Rechnen Sie je Schleuse mit zwanzig bis vierzig Minuten Durchfahrt, dazu Wartezeit vor dem Tor. Brückendurchfahrt Ziehen Sie die Höhe über Wasserlinie von der Durchfahrtshöhe ab; ein halber Meter Reserve sollte bleiben. Drehkreis Ein Verdränger dreht bei voller Ruderlage in etwa drei Bootslängen; mit Bugstrahlruder deutlich enger. Tidenrechnung Die Zwölfer-Regel teilt den Tidenhub auf sechs Stunden im Verhältnis 1-2-3-3-2-1 auf. Kielfreiheit Kartentiefe minus Tiefgang ergibt die Kielfreiheit; unter einem halben Meter wird es kritisch. Reichweite bis Dunkelheit Stunden bis Sonnenuntergang mal Fahrt über Grund, mit einer Stunde Reserve für die Hafeneinfahrt. UKW-Funkreichweite UKW reicht nur bis zum Funkhorizont: 2,5 mal die Summe der Wurzeln beider Antennenhöhen, in Seemeilen. Kompasskurs Missweisung plus Ablenkung ergibt die Gesamtabweichung; sie wird vom rechtweisenden Kurs abgezogen.
Ankern und Festmachen Kette, Ankergewicht, Leinen und Fender in der richtigen Größe. 5 Rechner Ankerkette Als Faustregel gilt die dreifache Wassertiefe bei ruhigem Wetter, die fünffache im Normalfall und die siebenfache bei Starkwind, jeweils Tiefe plus Bugüberhang. Ankergewicht und Kettenstärke Als Faustwert etwa 1,6 Kilogramm Ankergewicht je Meter Bootslänge, dazu 6 bis 12 Millimeter Kettenstärke je nach Größe. Festmacher und Fender Vor- und Achterleine etwa Bootslänge, Springs das Doppelte, Fenderdurchmesser rund zwei Zentimeter je Meter Bootslänge. Schwojkreis Der Radius ist die gesteckte Kette plus die Bootslänge, der Durchmesser das Doppelte. Schleppleine Die Bruchlast sollte mindestens der doppelten Verdrängung entsprechen; die Länge wächst mit dem Gewicht.
Bordtechnik und Vorrat Strom, Gas und Wasser, wie lange reicht was für wie viele. 8 Rechner Batteriebedarf Verbrauch in Wattstunden geteilt durch 12 Volt ergibt den Ah-Bedarf; bei Blei-Säure verdoppelt er sich, weil nur die Hälfte nutzbar ist. Wasser und Vorrat Rechnen Sie mit zwölf Litern je Person und Tag; sparsam sind fünf möglich, mit Dusche werden es zwanzig. Gasvorrat Ein Brenner verbraucht etwa 160 Gramm Gas je Stunde. Eine 11-Kilo-Flasche reicht damit für rund 69 Brennerstunden. Proviant und Personentage Personentage sind Crewgröße mal Törndauer, die Grundlage für Wasser, Gas und Proviant. Ladezeit Teilen Sie die zu ladende Kapazität durch den Ladestrom; bei Blei kommt rund zwanzig Prozent Verlust dazu. Solarertrag Rechnen Sie Modulleistung mal Sonnenstunden mal fünfundsiebzig Prozent Wirkungsgrad. Lenzpumpe Als Faustwert rund fünfhundert Liter je Stunde und Meter Bootslänge, verteilt auf mindestens zwei Pumpen. Bordstromverbrauch Kühlung, Navigation und Licht ergeben zusammen die Dauerlast, mal vierundzwanzig Stunden, geteilt durch zwölf Volt.
Wetter und Sicherheit Windstärken, Wellenhöhen und die Ausrüstung für die Crew. 8 Rechner Beaufort und Welle Als Sturm gilt in Versicherungsbedingungen üblicherweise Windstärke 8, eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens 62 km/h. Rettungsmittel für die Crew Eine Rettungsweste je Person, dazu Lifebelts, Rettungsring, Handfackeln und ein Erste-Hilfe-Set, die Pflicht richtet sich nach Revier und Flaggenstaat. Seekrankheit Ab etwa einem Meter signifikanter Wellenhöhe trifft es Empfindliche, ab zwei Metern die meisten Ungewohnten. Fahrt bei schlechter Sicht Teilen Sie die Sichtweite durch die Geschwindigkeit, das ergibt die Zeit bis zu einem eben sichtbaren Hindernis. Wellenlänge Auf tiefem Wasser gilt: Wellenlänge ist 1,56 mal die Periode im Quadrat, in Metern. Überlebenszeit im Wasser Bei zehn Grad endet die Handlungsfähigkeit nach wenigen Minuten, lange bevor die Überlebenszeit abläuft. Rettungsinsel Die Insel darf nie kleiner sein als die tatsächliche Crew, eine Person zu wenig ist eine Person zu viel im Wasser. Reffen Ab fünf Beaufort das erste Reff, ab sechs das zweite, die alte Regel lautet: Wer ans Reffen denkt, hätte schon reffen sollen.
Pflege und Liegeplatz Anstrich, Winterlager und was die Saison kostet. 7 Rechner Antifouling-Bedarf Die benetzte Fläche ergibt sich aus Länge, Breite und Tiefgang; gerechnet wird mit etwa zehn Quadratmetern Deckung je Liter und zwei Anstrichen. Winterlager oder Wasser Halle kostet grob 45 bis 90 Euro je Meter, Freiland 20 bis 45, im Wasser bleiben 12 bis 30, zuzüglich Kranen und Winterfestmachen. Liegeplatzgröße Boxfläche ist Länge mal Breite; für Rangieren und Fender kommen etwa ein halber Meter in jede Richtung dazu. Hakenlast beim Kranen Rechnen Sie die Verdrängung plus rund dreißig Prozent für Ausrüstung, Tankinhalt und Wasser. Frostschutz Für Schutz bis minus fünfundzwanzig Grad rechnen Sie mit rund vierzig Prozent Konzentratanteil. Hafengeld Rechnen Sie zwei bis vier Euro je Meter und Nacht, je nach Revier und Ausstattung. Slippen Die Hangabtriebskraft ist Gespanngewicht mal Steigung in Prozent, ab fünfzehn Prozent wird Allrad nötig.
Beitrag und Vertrag Werte, die direkt im Versicherungsvertrag auftauchen. 12 Rechner Segelfläche und Beitrag Maßgeblich ist die Fläche am Wind: Großsegel plus größtes Vorsegel. Spinnaker und Gennaker zählen nicht mit. PS, kW und Führerschein Ein Kilowatt sind 1,36 PS. Über 15 PS ist auf Binnengewässern der SBF Binnen und auf Seegewässern der SBF See vorgeschrieben. Wertverlust und feste Taxe Bei Zeitwertersatz sinkt die Entschädigung mit dem Alter. Bei fester Taxe zahlt der Versicherer die vereinbarte Summe, unabhängig vom Alter. Selbstbehalt gegen Beitrag Teilen Sie den zusätzlichen Selbstbehalt durch die jährliche Beitragsersparnis, das Ergebnis ist die Zahl schadenfreier Jahre bis zum Gleichstand. Was ein Bootsjahr kostet Als Erfahrungswert liegen die laufenden Kosten bei zehn bis fünfzehn Prozent des Bootswerts im Jahr, die Versicherung ist dabei der kleinste Posten. Versicherungssumme Die Summe umfasst Boot und fest verbaute Ausrüstung; persönliche Effekten laufen zusätzlich, beitragsfrei bis drei Prozent, darüber frei vereinbar gegen Beitrag. Beitrag im Verhältnis Üblich ist rund ein Prozent des Bootswerts im Jahr, je nach Typ, Revier und Tarifstufe. Beiträge und Schadenrisiko Multiplizieren Sie den Jahresbeitrag mit den schadenfreien Jahren, das ist Ihre Einzahlung bis heute. Charterkaution Die Prämie liegt üblicherweise bei rund neun Prozent der hinterlegten Kaution. Saisonpolice Der Schutz gilt nur vom 1. April bis 31. Oktober; dafür sinkt der Beitrag, die Vertragslaufzeit bleibt ein Jahr. Kosten je Seemeile Teilen Sie die Jahreskosten durch die gefahrenen Seemeilen, das ist der ehrlichste Kostenwert im Bootsbetrieb. Versicherungslücke Bootswert minus Versicherungssumme ist die Summe, die Sie im Totalschaden selbst tragen.

Warum ein Versicherer Rechner anbietet

Weil die meisten Streitfälle nicht am Vertrag scheitern, sondern an Werten, die vorher niemand ausgerechnet hat. Wer weiß, wie viel Wasser unter dem Kiel bleiben muss, läuft seltener auf Grund, und Auf-Grund-Laufen ist die häufigste gemeldete Schadenursache im Wassersport.

Andere Werte stehen direkt im Vertrag: Die Segelfläche bestimmt bei Segelbooten die Tarifklasse, die Motorleistung bei Motorbooten den Beitrag und die Führerscheinpflicht. Wer sie kennt, kann Angebote überhaupt erst vergleichen.

Und einige machen den Unterschied zwischen einem Schadenfall und einem Instandhaltungsfall sichtbar. Der Wartungsplan nach Betriebsstunden ist so einer: Ein dokumentierter Ölwechsel verschiebt die Diskussion nach einem Motorschaden von der Frage nach Verschleiß zur Frage, was tatsächlich passiert ist.

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