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Die längste Nacht, auf Grund vor Kroatien

Sie sitzen auf Grund. Vor Kroatien, halb zwölf nachts, Crew an Bord. Neun Entscheidungen liegen vor Ihnen, und jede verändert, was am Ende ausgezahlt wird. Es gibt keinen richtigen Weg, nur teure und weniger teure, und gerade deshalb lohnt das Selberspielen. Am Ende sehen Sie, was die Police übernimmt und was Sie selbst tragen.

Wie das Spiel rechnet, und was Sie daraus mitnehmen

Die längste Nacht ist kein Quiz mit richtigen Antworten, sondern ein Schadenfall als Rechenmodell. Hinter den neun Entscheidungen führt das Spiel ein Konto mit mehreren Posten: dem Schaden am Boot, den Kosten, die Sie zur Abwehr eines größeren Schadens ausgeben, einem Wert für Sorgfalt, einem Wert für Dokumentation, einer Kürzung, falls ohne Abstimmung repariert wird, dazu einem Schalter, der alles verändert: ob im Formular eine falsche Angabe steht. Jede Wahl schreibt eine Zeile ins Bordbuch und verändert einen dieser Posten. Abgerechnet wird erst nach der letzten Entscheidung, deshalb sieht man den Preis einer Wahl nie sofort, genau wie in der Wirklichkeit vor Kroatien oder anderswo.

Die Abrechnung am Ende lesen Sie von oben nach unten wie eine Schadenrechnung. Oben steht der Schaden am Boot. Dazu kommen die Rettungs- und Bergungskosten, denn was Sie zur Abwendung eines unmittelbar drohenden Schadens ausgeben (Schlepper, Notabdichtung, Taucherbefund), erstattet die Police auch dann, wenn es nichts genützt hat. Abgezogen wird eine Kürzung, wenn der Sorgfaltswert zu tief gerutscht ist (das Modell wertet das als grobe Fahrlässigkeit) oder wenn die Werft ohne Abstimmung losgelegt hat und das Schadenbild nicht mehr feststellbar war. Zuletzt geht der Selbstbehalt ab. Steht im Formular eine geschönte Angabe oder ein älterer Schaden, der nicht dazugehört, endet der Vorgang ohne Zahlung, unabhängig davon, wie berechtigt der eigentliche Anspruch war.

Die Grenzen des Modells: Der Fall ist erfunden, die Beträge sind Größenordnungen und keine Zusage im Einzelfall. Das Spiel setzt voraus, dass Grundberührung samt Folgeschäden über die Vollkasko versichert ist (bei uns ab Basis-Plus). Es kennt keine Versicherungssumme, keinen Zeitwert und keine Wartezeit auf den Gutachter, es rechnet nur, was sich aus den Entscheidungen der Nacht ergibt. Ob eine Entscheidung im echten Fall als grob fahrlässig gilt, entscheidet kein Punktestand, sondern die Umstände, und die kennt nur, wer die Akte bearbeitet.

Beim Selberspielen fallen vor allem Fehler auf, die aus der Wirklichkeit stammen. Der eine ist die Eile: rückwärts freikommen, mit überhitztem Motor weiterfahren, sofort reparieren lassen. Jeder dieser Griffe fühlt sich nach Handeln an und kostet im Modell mehr als Sichern, Melden und auf die Freigabe warten. Der andere ist die Nachlässigkeit beim Beleg: bar bezahlen, kein Foto, kein Befund vor der Reparatur. Das nimmt nichts von der Deckung, macht die Regulierung aber langsam und angreifbar. Wer im nächsten Durchgang anders entscheidet, sieht am Bordbuch, welche Zeile den Unterschied gemacht hat.

Ein Gutachter zeigt am Steg einer Eignerin einen Kratzer am Rumpf ihres Motorboots bei Tageslicht

Schaden am Boot

Erst ansehen, dann melden.

Beitrag in einer Minute, Police am selben Tag, ein Mensch am Telefon.

Oder gleich anrufen: 03375 / 29 12 77