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Mit der Familie aufs Boot: Kinder sicher an Bord

Bevor die Familie aufs Wasser geht, lohnen sich ein paar Absprachen: Welche Weste passt, welche Regeln gelten an Bord, wer passt auf wen auf, wer darf fahren und wer ist versichert, wenn doch etwas passiert. Diese Seite geht das Schritt für Schritt durch, damit alle sicher wieder anlegen. Am Ende steht eine Liste zum Abhaken und Ausdrucken.

Kinder an Bord: Weste, Netz und feste Regeln

Das wichtigste Stück Ausrüstung für ein Kind ist eine Rettungsweste, die wirklich sitzt. Kinderwesten kauft man nach Körpergewicht, nicht nach Alter, und sie brauchen einen Schrittgurt zwischen den Beinen. Ohne diesen Gurt rutscht die Weste im Wasser nach oben, und das Gesicht des Kindes liegt nicht mehr frei. Welche Klasse und Bauart zu Ihrem Kind und Ihrem Revier passt, zeigt der Rettungswesten-Finder.

Probieren Sie die Westen vor jeder Saison an, denn Kinder wachsen schneller als ein Bootssommer dauert. Ein einfacher Test: Weste schließen, Schrittgurt anziehen, dann das Kind an den Schultergurten leicht anheben. Bleibt das Kinn frei und rutscht nichts über die Ohren, sitzt sie richtig.

Sieben Regeln, die sich bewährt haben

Weste an, sobald die Leinen los sind

Eine Regel ohne Ausnahme hält besser als jedes Mal neu abzuwägen, ob das Wetter heute danach ist. Kleine Kinder behalten die Weste auch auf dem Steg und im Hafen an.

Relingsnetz spannen

Ein Netz zwischen Deck und Reling hält Kleinkinder, Spielzeug und den Hund an Bord. Es ersetzt keine Weste, fängt aber den häufigsten Fehltritt am Rand ab.

Ein Erwachsener hat nur die Kinder im Blick

Vor jedem Ablegen ist klar, wer auf die Kinder achtet. Wer steuert oder Leinen bedient, kann das nicht nebenbei. Bei An- und Ablegen sitzen die Kinder an einem festen Platz.

Einweisung, bei der Kinder mitmachen

Zeigen Sie, wo man sich festhält, wo der Platz bei Manövern ist und was passiert, wenn jemand über Bord fällt. Ältere Kinder bekommen eine Aufgabe, etwa Ausschau halten oder den Fender führen.

Sonne und Trinken

Das Wasser spiegelt die Sonne zusätzlich. Hut, Sonnenbrille, Kleidung mit Ärmeln und Sonnencreme gehören an Bord, Wasserflaschen in Reichweite. Kinder melden Durst oft spät, feste Trinkpausen helfen.

Seekrankheit früh erkennen

Blässe, Gähnen und ein plötzlich stilles Kind sind oft die ersten Zeichen. Gut sind ein Platz an Deck in der Bootsmitte, frische Luft und der Blick zum Horizont. Lesen oder Bildschirm unter Deck verschlimmert es meist. Mittel gegen Seekrankheit für Kinder nur nach Rat von Arzt oder Apotheke.

Kurze Etappen

Planen Sie Strecken, die auch mit Pausen bequem zu schaffen sind, und einen Hafen oder eine Bucht als Ausweichziel. Ein Badestopp hält die Stimmung besser als zwei Stunden mehr Fahrt.

Jugendliche am Steuer: Was in Deutschland gilt

Viele Jugendliche wollen selbst fahren, und mit einem erfahrenen Erwachsenen daneben lernen sie dabei viel. Wie weit das geht, bestimmen das Boot und das Gewässer. Die wichtigsten Grenzen in Deutschland, jeweils mit Fundstelle:

Führerscheinfrei bis 15 PS

Ein Boot mit Verbrennungsmotor darf auf Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen ohne Sportbootführerschein gefahren werden, wenn der Motor höchstens 11,03 kW leistet, das sind 15 PS. Für Elektromotoren liegt die Grenze bei 7,5 kW Dauerleistung.[1]

Am Ruder ab 16 Jahren

Auf Binnenschifffahrtsstraßen muss am Ruder eines fahrenden Bootes jemand von mindestens 16 Jahren stehen, auch wenn das Boot führerscheinfrei ist. Ausgenommen sind nur kleine Boote ohne Motor.[2]

Sportbootführerschein ab 16, unter Segel ab 14

Den Sportbootführerschein für Boote mit Motor gibt es ab 16 Jahren, für das Fahren unter Segel ab 14 Jahren.[3]

Bodensee mit eigenen Regeln

Am Bodensee braucht schon ein Boot mit mehr als 4,4 kW ein Schifferpatent. Das Patent für Motorboote, Kategorie A, gibt es erst ab 18 Jahren.[4][5]

Wie viel kW Ihr Motor hat, rechnet PS, kW und Führerschein um.

Was das für Ihre Versicherung heißt

In der Kasko von NAMMERT gibt es keinen Ersatz für Schäden, die entstehen, weil eine dafür nicht qualifizierte Person das Boot ohne den amtlich vorgeschriebenen Führerschein führt (Basis A-5.2 b, Basis Plus und Premium A-6.2 b). In der Haftpflicht müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Boot nur fährt, wer es mit Ihrem Wissen und Wollen fahren darf und die nötige behördliche Erlaubnis hat (A-5).

Für Familien heißt das: Lassen Sie Ihr Kind nur dort ans Steuer, wo es das Gesetz erlaubt, und bleiben Sie in Reichweite.

Wer ist versichert, wenn sich ein Kind verletzt?

Die meisten Verletzungen an Bord passieren ohne fremdes Verschulden: ein Sturz auf dem Niedergang, die Finger an der Klampe, ein Ausrutscher beim Übersteigen auf den Steg. Dann zahlt keine Haftpflicht, sondern nur eine Unfallversicherung. Die gesetzliche Unfallversicherung über Kita oder Schule hilft hier nicht, denn sie ist auf Kita, Schule, deren Veranstaltungen und die Wege dorthin beschränkt. Der Familienausflug mit dem Boot gehört nicht dazu.

Haben Sie zu Ihrem Boot die Wassersport-Unfallversicherung von NAMMERT, kommt es darauf an, wer darin versicherte Person ist. Das regelt jeweils A-1.1 der Bedingungen:

TarifVersicherte PersonenVersicherungssumme
Basisnur Sie als Eignergilt allein für Sie
Basis PlusSie und Ihre Familienmitglieder ersten Grades, also Ihre Kinder und Ihre Elternwird durch die Zahl der Personen im Boot geteilt
PremiumSie und alle berechtigten Insassen: Skipper, Crew und Gäste, also auch Enkel und Freunde der Kinderwird durch die Zahl der Personen im Boot geteilt

In Basis Plus und Premium wird die Versicherungssumme im Schadenfall durch die Zahl der Personen geteilt, die beim Unfall im Boot sind. Jede Person ist mit diesem Teilbetrag versichert. Wer meist zu fünft oder sechst unterwegs ist, sollte die Summe danach wählen. Ausführlich erklärt das die Themenseite Kinder und Enkel an Bord.

Rechenbeispiel: Was bleibt pro Person?

Jede Person ist mit 25.000 € versichert.

Nur ein Rechenbeispiel. Welche Summe Ihr Vertrag hat, steht in Ihrer Police und in mein NAMMERT.

Wann die Haftpflicht zahlt

Die Bootshaftpflicht ist für den Fall da, dass ein anderer Mensch zu Schaden kommt und Sie dafür haften. Ein Beispiel: Das Kind befreundeter Nachbarn fährt mit, eine Leine ist beim Anlegen schlecht belegt, das Kind klemmt sich die Hand. Dann prüft der Versicherer die Forderung der Eltern gegen Sie.

Ausgeschlossen sind Ansprüche Ihrer Angehörigen, die mit Ihnen in häuslicher Gemeinschaft leben (A-6.2.5). Als Angehörige zählen dort unter anderem Ehepartner, Eltern und Kinder, Großeltern und Enkel sowie Geschwister. Für das eigene Kind ist deshalb die Unfallversicherung der richtige Schutz. In Basis Plus und Premium ist zusätzlich die persönliche Haftpflicht des Schiffers mitversichert, also der Person, die das Boot als Schiffer führt (A-1.5).

Urlaub und Charter mit der Familie

Wer mit Kindern ein Boot chartert, klärt die Ausrüstung vor der Buchung. Bestellen Sie bei der Charterbasis ausdrücklich Kinderwesten in der passenden Gewichtsklasse und ein Relingsnetz, und lassen Sie sich beides schriftlich bestätigen. Wer ganz sichergehen will, bringt die eigenen, gut sitzenden Westen von zu Hause mit.

Ihre Haftpflicht von NAMMERT gilt auch auf dem gemieteten Boot: In allen drei Haftpflichttarifen ist Ihre Haftpflicht als verantwortlicher Führer eines privat gemieteten oder gecharterten Bootes versichert, die sogenannte Skipperhaftpflicht (A-1.2). Voraussetzung ist, dass der Chartervertrag auf Ihren Namen läuft und die Nutzung nicht länger als 30 Tage dauert. Schäden am Charterboot selbst sind darüber nicht versichert.

Packen Sie die Papiere früh zusammen: Führerscheine, Chartervertrag, Versicherungsnachweis und die Ausweise der Kinder. Was im Urlaubsland an Bord sein muss, zeigt die Bordpapiere-Checkliste. Wie man die Rollen an Bord verteilt, steht unter Charter mit Kindern.

Was Familien prüfen sollten

Diese Fragen lohnen sich einmal im Jahr, am besten vor dem ersten Ausflug der Saison. Haken Sie ab, was erledigt ist, oder drucken Sie die Liste für die Pinnwand aus.

Fragen zu Ihrem Vertrag? Zentrale 03375 / 29 12 77, oder Sie sehen Ihre Police jederzeit in mein NAMMERT.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter darf mein Kind unser Boot steuern?

Das hängt vom Boot und vom Gewässer ab. Auf deutschen Binnenschifffahrtsstraßen muss am Ruder eines Bootes mit Motor jemand ab 16 Jahren stehen, auch wenn das Boot führerscheinfrei ist. Den Sportbootführerschein mit Motor gibt es ab 16 Jahren, unter Segel ab 14.

Ist das Kind von Freunden in meiner Unfallversicherung?

Bei NAMMERT nur im Tarif Premium, denn dort sind alle berechtigten Insassen versichert. Basis Plus umfasst Sie und Ihre Familienmitglieder ersten Grades. Verletzt sich das Kind, weil an Bord ein Fehler passiert ist, für den Sie haften, kommt zusätzlich die Haftpflicht in Frage.

Sind meine Enkel mitversichert?

Enkel sind Verwandte zweiten Grades. In der Wassersport-Unfallversicherung von NAMMERT sind sie deshalb erst in Premium versichert, als berechtigte Insassen.

Gilt meine Haftpflicht, wenn ich im Urlaub ein Boot chartere?

Ja, in allen drei Haftpflichttarifen als Skipperhaftpflicht, wenn das Boot privat genutzt wird, der Chartervertrag auf Ihren Namen läuft und die Nutzung höchstens 30 Tage dauert (A-1.2). Schäden am Charterboot selbst deckt sie nicht.

Weiterlesen

Rettungswesten-Finder Kinder und Enkel an Bord Charter mit Kindern Bordpapiere-Checkliste Beitrag berechnen

Quellen

Gesetzliche Grenzen nach dem Stand der Vorschriften im Oktober 2026. Deckungsangaben nach den Versicherungsbedingungen der NAMMERT-Tarife, Klauselnummern in Klammern.

  1. Sportbootführerscheinverordnung (SpFV) § 5
  2. Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) § 1.09
  3. Sportbootführerscheinverordnung (SpFV) § 6
  4. Bodensee-Schifffahrts-Ordnung Art. 12.01
  5. Landratsamt Bodenseekreis, Information Schifffahrtsrecht Bodensee
Freunde singen in der Sonne zur Gitarre auf einem Ponton-Boot

Ein Lied an Deck

Sonne an, Leinen fest, Sorgen los.

Beitrag in einer Minute, Police am selben Tag, ein Mensch am Telefon.

Oder gleich anrufen: 03375 / 29 12 77

Norman Nammert Stefan Heinz Josy Olivia Jäkel

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Jede und jeder hier hat den Sportbootführerschein See und Binnen.

Wer neu anfängt, macht ihn im ersten Jahr, die Kosten übernehmen wir.

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