Startseite / Seemannschaft / Knoten und Tauwerk an Bord / Tauwerk wählen: Material und Stärke
Tauwerk wählen: Material und Stärke
Tauwerk ist nicht gleich Tauwerk. Die wichtigste Frage ist nicht, wie viel es hält, sondern wie sehr es sich dehnt: Genau daran entscheidet sich, ob eine Leine an ihren Platz gehört oder dort Schaden anrichtet.

Polyester, der Regelfall
Für Schoten, Fallen und die meisten Leinen an Deck. Wenig Dehnung, gute Beständigkeit gegen Sonne, günstig. Wo nichts dagegen spricht, ist Polyester die richtige Antwort.
Polyamid für Festmacher
Nylon dehnt sich unter Last und federt damit die Rucke ab, die Schwell und Böen in den Liegeplatz tragen. Genau diese Dehnung, die an einer Schot stören würde, schützt hier Klampe und Deck.
Dyneema, wo es steif sein muss
Sehr fest und praktisch dehnungsfrei, dafür teuer, glatt und empfindlich gegen Hitze. Gut für Fallen und Strecker, schlecht für alles, was geknotet wird: viele Knoten rutschen darin.
Die Stärke
Dicker ist nicht automatisch besser. Ab einem gewissen Durchmesser bestimmt nicht mehr die Bruchlast die Wahl, sondern was in Klemme, Winsch und Hand passt. Eine Leine, die sich nicht greifen lässt, wird im Manöver zum Problem.
Was das mit der Versicherung zu tun hat
Ein Festmacher aus dehnungsarmem Material überträgt jeden Ruck ungefedert ins Deck. Der Schaden zeigt sich dann nicht an der Leine, sondern an Klampe, Verschraubung und Laminat, und das ist eine Reparatur, die deutlich teurer ist als der richtige Festmacher. Wer im Schwell liegt, sollte hier nicht sparen.