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Bronzenes Seeventil mit Schlauch und Schelle hinter einer geöffneten Verkleidung

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Leck und Wassereinbruch an Bord

Die meisten Boote sinken nicht auf See, sondern am Liegeplatz, und nicht durch ein Loch im Rumpf, sondern durch ein Bauteil, das jemand eingebaut und dann vergessen hat.

Wasser steigt in der Bilge, die Spur führt zum offenen Seeventil. Hebel quer, das Ventil ist zu, die Lenzpumpe arbeitet und der Wasserstand sinkt.

Woher es kommt

Zuerst an den Durchbrüchen suchen: Seeventile, Schläuche und ihre Schellen, Log und Echolot, Stopfbuchse, Ruderkoker, Cockpitabläufe. Dann erst an Rumpf und Anschlüssen. Ein Schlauch, der nicht doppelt geschellt ist, ist ein Leck, das auf seinen Tag wartet.

Süß oder salzig

Ein Griff in die Bilge und probieren sagt Ihnen in einer Sekunde, ob Sie ein Leck nach außen suchen oder einen geplatzten Frischwassertank. Das spart die halbe Suche.

Was hilft

Ein Holzpfropfen an jedem Seeventil, angebunden, damit er dort bleibt. Für größere Löcher ein Lecksegel oder Kissen und Keile von innen. Und immer zuerst das zugehörige Ventil schließen, bevor irgendetwas anderes versucht wird.

Die Pumpe

Eine Lenzpumpe hält kein Leck auf, sie kauft Zeit. Deshalb: Pumpe an, aber sofort parallel die Quelle suchen und einen Notruf vorbereiten. Ein Alarm am Bilgenschalter, der auch meldet, wenn niemand an Bord ist, ist eine der billigsten sinnvollen Anschaffungen überhaupt.

Wassereinbruch im Boot: die Suche in der richtigen Reihenfolge

Wer Wasser über den Bodenbrettern sieht, will sofort handeln. Nehmen Sie sich trotzdem eine Minute, um zu beobachten, wie schnell der Pegel steigt. Ein langsames Steigen lässt Zeit für eine ruhige Suche, ein schnelles verlangt, dass zwei Dinge gleichzeitig passieren: einer pumpt, einer sucht. Stellen Sie den Motor kurz ab, wenn es geht. Ohne Motorgeräusch hören Sie oft, wo Wasser plätschert oder zischt.

Gesucht wird von den wahrscheinlichsten Stellen zu den unwahrscheinlichsten. Ganz oben auf der Liste stehen der Kühlwasserkreis des Motors, die Wellendurchführung und das Ruder, dann die Seeventile von Toilette und Pantry, Geber für Log und Lot und die Cockpitabläufe. Erst danach kommen Rumpf, Kielbolzen und Decksbeschläge. Unter Segeln mit Lage können auch Wasser über den Ankerkasten, die Püttinge oder eine Toilette ohne Belüftungsschleife hereinkommen, die das Seewasser bei Krängung ansaugt.

Hilfreich ist ein Plan, der schon vor dem Ernstfall in der Kartentasche liegt: eine Skizze mit allen Durchbrüchen, ihrer Lage und dem Weg dorthin. Im Dunkeln, mit Wasser im Salon, findet sonst niemand das Seeventil hinter der dritten Schublade.

Ein Leck im Boot abdichten, von innen und von außen

Je tiefer ein Loch unter der Wasserlinie liegt und je größer es ist, desto stärker drückt das Wasser herein. Jede Verkleinerung zählt deshalb, auch wenn das Leck danach noch tropft. Ein gebrochener Schlauch wird zuerst über das zugehörige Seeventil abgesperrt. Bricht das Ventil selbst oder der Durchbruch, kommt ein weicher Holzpfropfen hinein, mit leichten Schlägen eingetrieben. Für Risse und unregelmäßige Löcher eignen sich Kissen, Handtücher oder ein Stück Neopren, die Sie mit einem Brett und einem Keil gegen ein Schott oder eine Bodenwrange pressen. Unterwasserkitt aus Epoxid hält auch auf nassem Untergrund und dichtet kleinere Stellen ab.

Von außen arbeitet der Wasserdruck für Sie. Ein Lecksegel, ersatzweise ein Vorsegel oder eine Persenning, wird mit Leinen unter den Rumpf gezogen und über dem Loch festgesetzt. Das Wasser presst den Stoff dann gegen den Rumpf und dichtet ihn weitgehend ab. Das gelingt am besten bei wenig Fahrt durchs Wasser und mit mehreren Händen an Deck.

Liegt das Leck nahe der Wasserlinie, hilft manchmal ein Wechsel des Bugs. Segeln Sie so, dass die beschädigte Seite oben liegt, sinkt der Druck auf das Loch deutlich, und Sie gewinnen Zeit für eine richtige Abdichtung.

Das Seeventil: Pflege, Prüfung und Werkstoff

Die meisten Seeventile an Bord sind Kugelhähne mit Hebel. Steht der Hebel in Richtung des Schlauchs, ist das Ventil offen, steht er quer dazu, ist es zu. Bewegen Sie jedes Ventil mehrmals in der Saison, mindestens beim Kranen ins Wasser und wieder heraus. Ein Ventil, das sich über Jahre nicht bewegt hat, sitzt im Ernstfall fest, oder der Hebel bricht ab.

Achten Sie auf den Werkstoff. Seeventile und Durchbrüche aus Bronze oder entzinkungsbeständigem Messing sind für Seewasser gemacht, einfaches Messing aus dem Baumarkt nicht. Es verliert im Salzwasser sein Zink und wird porös, oft erkennbar an einer rosa Verfärbung. Mischen Sie außerdem keine verschiedenen Metalle an einem Durchbruch, sonst frisst die Kontaktkorrosion das schwächere Teil. Schläuche unter der Wasserlinie sollten verstärkt und für Seewasser geeignet sein und, als Faustregel, mit zwei Schellen aus Edelstahl gesichert werden.

Wenn Sie das Boot verlassen, schließen Sie die Seeventile von Toilette, Pantry und Motor. Offen bleiben die Cockpitabläufe, damit Regenwasser abfließen kann. Wer sich angewöhnt, das als letzten Handgriff vor dem Abschließen zu tun, vergisst es nicht mehr.

Die Lenzpumpe richtig auslegen und warten

Eine gute Ausstattung besteht aus mehreren Ebenen. Eine elektrische Pumpe mit Schwimmschalter arbeitet selbsttätig, eine handbetriebene Pumpe funktioniert auch ohne Strom und sollte sich aus dem Cockpit bei geschlossenem Niedergang bedienen lassen. Dazu kommen zwei feste Eimer, denn ein Mensch mit einem Eimer bewegt in den ersten Minuten erstaunlich viel Wasser.

Die auf der Verpackung angegebene Leistung einer elektrischen Pumpe gilt meist ohne Förderhöhe und mit kurzem Schlauch. An Bord, mit Höhe bis zum Auslass, langem Schlauch und Rückschlagventil, schafft dieselbe Pumpe oft deutlich weniger. Halten Sie die Bilge sauber, denn Haare, Etiketten und Holzspäne verstopfen den Ansaugkorb gerade dann, wenn es darauf ankommt. Prüfen Sie den Schwimmschalter zu Saisonbeginn, indem Sie ihn von Hand anheben, und schauen Sie, ob die Pumpe anläuft.

Ein bekannter Notbehelf, wenn alles andere nicht reicht: Bei laufendem Motor schließen Sie das Kühlwasser-Seeventil, ziehen den Ansaugschlauch ab und halten ihn mit einem Sieb in die Bilge. Die Motorpumpe saugt dann das Bilgewasser an und kühlt den Motor damit. Das geht nur, solange der Schlauch nicht trocken läuft und kein Schmutz in den Kühlkreis kommt.

Wassereinbruch am Liegeplatz und wann der Notruf fällig ist

Viele Boote laufen voll, während niemand an Bord ist. Verstopfte Cockpitabläufe lassen nach starkem Regen das Cockpit volllaufen, Schnee drückt das Heck tiefer, bis Abläufe und Auspuff unter Wasser liegen. Frost sprengt Wasser in Seewasserfiltern und Ventilgehäusen, der Riss zeigt sich erst nach dem Auftauen. Ein Bilgenalarm, der Sie aus der Ferne erreicht, und ein Bootsnachbar, der ab und zu schaut, sind am Liegeplatz der beste Schutz.

Auf See hängt die Meldung vom Lagebild ab. Haben Sie das Leck im Griff, brauchen aber eine Pumpe oder Begleitung, ist die Dringlichkeitsmeldung Pan-Pan auf Kanal 16 richtig. Steigt das Wasser trotz aller Maßnahmen, besteht ernste und unmittelbare Gefahr, und es folgt der DSC-Notalarm mit anschließendem Mayday-Sprechfunk. Ziehen Sie dann allen Rettungswesten an und machen Sie die Rettungsinsel klar. Verlassen wird das Boot erst, wenn es wirklich nicht mehr zu halten ist.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser in der Bilge ist normal?

Das hängt vom Boot ab. Eine klassische Stopfbuchse darf bei drehender Welle etwas tropfen, wie viel, steht in der Anleitung des Herstellers. Wichtig ist, dass Sie das normale Maß Ihres Bootes kennen und merken, wenn es mehr wird.

Wie oft sollte ich die Seeventile bewegen?

Mehrmals in der Saison, mindestens beim Einkranen und beim Auskranen. An Land lassen sich festsitzende Ventile gefahrlos gangbar machen oder tauschen, im Wasser nicht.

Muss ich die Seeventile schließen, wenn ich von Bord gehe?

Die von Toilette, Pantry und Motor ja. Die Cockpitabläufe bleiben offen, damit Regen abfließen kann.

Woran erkenne ich ein Seeventil, das getauscht werden muss?

An einer rosa Verfärbung des Metalls, an grünen Ablagerungen, an Schwergängigkeit oder an einem Hebel, der Spiel hat. Im Zweifel lassen Sie das Ventil beim nächsten Landgang von einer Werft prüfen.

Was tue ich, wenn die Pumpe nicht mehr hinterherkommt?

Notruf absetzen, Rettungswesten an, Rettungsinsel klarmachen, aber weiter pumpen und abdichten. Viele Boote schwimmen länger, als die Besatzung in diesem Moment glaubt.

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Was das mit der Versicherung zu tun hat

Leck und Sinken sind gedeckte Gefahren, aber die Ursache entscheidet mit: ein gealterter, spröder Schlauch ist Verschleiß, ein plötzlich gebrochenes Ventil ist ein Schaden. Was für Ihren Vertrag gilt, steht in Ihrem Bedingungswerk. Praktisch heißt das: Schläuche und Schellen sind Wartung, und wer sie datiert, kann später zeigen, dass er sie gemacht hat.

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Weste an, Leine fest, dann los.

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