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Kleines Bordwörterbuch
Diese Wörter sind keine Folklore. Sie sind eindeutig, wo Alltagssprache mehrdeutig wäre, und sie funktionieren auch dann noch, wenn der Wind einem die Hälfte des Satzes wegnimmt.

Am Schiff
Bug ist vorn, Heck ist achtern, Backbord ist links und Steuerbord rechts, immer vom Schiff aus und nie vom Betrachter. Die Reling ist der Handlauf, der Seezaun das Netz oder Draht darunter. Die Bilge ist der tiefste Punkt innen, dort sammelt sich Wasser.
Am Tauwerk
Ein Seil gibt es nicht. Eine Leine macht fest oder schleppt, eine Schot trimmt ein Segel, ein Fall zieht es hoch, ein Tampen ist ein Ende. Aufschießen heißt ordentlich aufrollen, klarieren heißt entwirren, belegen heißt festmachen.
Am Segel
Vorliek, Achterliek und Unterliek sind die drei Kanten, Kopf, Hals und Schothorn die drei Ecken. Reffen verkleinert die Fläche, killen heißt flattern, backstehen heißt gegen den Wind stehen, wie die Fock beim Beidrehen.
Am Wetter
Luv ist die Seite, von der der Wind kommt, Lee die andere. Anluven heißt näher an den Wind drehen, abfallen weiter weg. Eine Bö ist kurz, eine Frischung hält an. Raumschots ist Wind von schräg achtern, am Wind ist so nah heran wie möglich.
Was das mit der Versicherung zu tun hat
In der Schadenmeldung sind diese Wörter kein Stil, sondern Genauigkeit. „Die Leine ist gerissen“ und „das Fall ist gerissen“ sind zwei verschiedene Vorfälle, und wer die richtige Bezeichnung nennt, erspart sich die Rückfrage und bekommt schneller eine Entscheidung.