Zum Inhalt springen
Festmacherleine auf einer Klampe, blauer Fender am Rumpf, Hafen im Hintergrund

Startseite / Seemannschaft / Festmachen und Ankern

Das Boot liegt so gut, wie die Leinen liegen

Die meiste Zeit liegt ein Boot fest, und wie gut es dort liegt, hängt an den Leinen. Genau dann passiert ein großer Teil der Schäden, und fast immer an derselben Stelle: eine Leine zu kurz, eine Spring gespart, ein Fender auf der falschen Höhe.

Das Boot legt längsseits an, die Fender hängen auf Steghöhe. Nacheinander kommen Vorleine, Achterleine, Vorspring und Achterspring, dann liegt es ruhig parallel zum Steg.

Klampe belegen

Erst ein Rundtörn um den Fuß, dann zwei bis drei Kreuzschläge, zum Schluss ein Kopfschlag, also der letzte Schlag mit der Bucht unter sich durchgesteckt. Wichtig ist die Reihenfolge: der Rundtörn nimmt die Last, die Kreuzschläge halten nur noch fest.

Auf Slip legen

Die Leine doppelt um Poller oder Ring, beide Enden bleiben an Bord. So kommen Sie los, ohne von Bord zu gehen, und ohne dass jemand am Steg zurückbleiben muss.

Das Festmachersystem

Vorleine, Achterleine, Vorspring, Achterspring, bei Bedarf eine Brustleine. Die beiden Springs verhindern die Längsbewegung im Liegeplatz, und genau die werden am häufigsten weggelassen.

Leine aufschießen und klarieren

Eine aufgeschossene Leine läuft, eine liegengelassene verknotet sich genau dann, wenn es eilig ist. Wurfleine so werfen, dass die Bucht in der Hand aufgeht und nicht am Fuß hängen bleibt.

Fender

Auf die Höhe des Stegs oder des Nachbarrumpfs einstellen, nicht auf Verdacht. Angeschlagen wird an der Reling oder am Handlauf, nicht am Seezaun, der dafür nicht gebaut ist.

Ankern

Kettenlänge das Vier- bis Siebenfache der Wassertiefe, je nach Wetter und Grund. Ankerball am Tag, Ankerlicht in der Nacht. Und eine Peilung auf zwei feste Landmarken nehmen, denn Slippen bemerkt man an der Peilung, lange bevor man es spürt.

Boot festmachen: in welcher Reihenfolge die Leinen kommen

Beim Anlegen zählt nicht, wie viele Leinen am Ende liegen, sondern welche zuerst fest ist. Die erste Leine soll das Boot halten, solange die anderen noch an Deck liegen. Bei Wind von vorn ist das meist die Vorleine, bei Wind von achtern die Achterleine. Liegt Seitenwind an, der das Boot vom Steg drückt, hilft oft eine Mittelspring von der Mittelklampe schräg nach achtern: mit wenig Vorausfahrt in diese Leine gefahren, liegt das Boot parallel am Steg, und die Crew hat Zeit für den Rest.

Sprechen Sie vor dem Anlegen ab, wer welche Leine nimmt und auf welcher Seite angelegt wird. Die Leinen liegen dann schon an der richtigen Klampe belegt, außen um Seezaun und Wanten herumgeführt und klar zum Übergeben. Niemand springt mit der Leine in der Hand auf den Steg. Wer übersteigt, tut das, wenn das Boot steht und der Abstand einen ruhigen Schritt erlaubt.

  1. Seite, Leinen und Fender vor der Hafeneinfahrt festlegen und vorbereiten.
  2. Die Luvleine oder die Mittelspring zuerst an Land belegen lassen.
  3. Mit wenig Fahrt in die erste Leine eindampfen, bis das Boot ruhig liegt.
  4. Gegenleine, dann die beiden Springs ausbringen.
  5. Maschine erst ausschalten, wenn alle Leinen belegt und nachgeholt sind.
  6. Leinenlängen nach zehn Minuten noch einmal prüfen, wenn das Boot sich eingependelt hat.
Alle Bordkarten

Festmachen am Steg, am Fingersteg und in der Box

Längsseits am Steg ist die einfachste Lage: Vorleine und Achterleine laufen schräg nach vorn und nach achtern, dazu zwei Springs. Schwieriger wird es am kurzen Fingersteg. Er reicht oft nur bis zur Mitte des Boots, die Vorleine muss dann zum Hauptsteg und die Achterleine zum Ende des Fingers. Prüfen Sie vorher, ob am Finger überhaupt eine Klampe in passender Höhe sitzt.

In der Box zwischen Dalben werden die Achterleinen über die Pfähle gelegt, während das Boot hineingleitet, und die Vorleinen gehen an den Steg. Die Achterleinen werden so lang gelassen, dass der Bug nicht an den Steg stößt. Im Mittelmeer liegt man meist mit dem Heck zur Pier und holt vorn eine Mooringleine an Bord, die an einem Grundgewicht hängt. Diese Leine wird nach vorn geführt und straff durchgesetzt, sonst treibt der Bug quer und schiebt den Nachbarn mit.

Die Springleine: was sie leistet und wie lang sie sein muss

Eine Springleine läuft schräg am Boot entlang zum Land. Die Vorspring geht vom Vorschiff nach achtern an Land und stoppt die Bewegung nach vorn. Die Achterspring geht vom Achterschiff nach vorn und stoppt die Bewegung nach hinten. Vor- und Achterleine können das nur schlecht, weil sie fast quer zur Fahrtrichtung liegen. Ohne Springs wandert das Boot bei Schwell vor und zurück, und die Fender rollen am Steg weg.

Springs brauchen Länge. Je flacher der Winkel zum Rumpf, desto besser halten sie und desto weniger müssen sie nachgeben, wenn das Wasser steigt oder fällt. Als Faustregel nehmen Sie für die Springs die längsten Festmacher an Bord. Springs dienen außerdem zum Ablegen: Mit Vorausfahrt in die Vorspring eingedampft, legt sich der Bug an den Steg und das Heck schwenkt frei. Rückwärts in die Achterspring geht es umgekehrt. An der Stelle, die dabei am Steg anliegt, gehört ein dicker Fender hin.

Fender richtig anbringen: Höhe, Abstand und der passende Knoten

Ein Fender schützt nur dort, wo Rumpf und Steg sich wirklich berühren. Hängen Sie die Fender deshalb erst endgültig auf, wenn Sie wissen, wie hoch der Steg ist, und prüfen Sie die Höhe noch einmal, wenn das Boot liegt. Bei einem Schwimmsteg ändert sich die Höhe kaum, an einer festen Kaimauer mit Tide sehr wohl. Verteilen Sie die Fender über die breiteste Stelle des Rumpfs, und setzen Sie einen weiteren dorthin, wo die Spring das Boot an den Steg drückt.

Angebunden wird mit einem Webeleinstek, der mit einem halben Schlag gesichert wird, oder mit Rundtörn und zwei halben Schlägen. Ein ungesicherter Webeleinstek kann sich bei ständigem Rucken lösen. An Pfählen oder einer Spundwand rollen runde Fender seitlich weg. Dort hilft ein Fenderbrett, das außen vor zwei Fendern hängt und die Last auf eine breite Fläche verteilt.

Unterwegs gehören die Fender an Deck oder in die Backskiste. Erst vor der Hafeneinfahrt kommen sie wieder heraus, dann aber auf beiden Seiten, solange nicht sicher ist, wo Sie liegen werden. Ein Handfender in Reichweite des Steuerstands ist für die Stelle gedacht, die beim Anlegen niemand vorhergesehen hat.

Leinen für Nacht und Starkwind nachrüsten

Was am Nachmittag bei Windstille gut liegt, muss nachts nicht halten. Wenn Starkwind angesagt ist, bringen Sie zusätzliche Leinen aus, statt die vorhandenen nur strammer zu ziehen. Eine straffe Leine überträgt jeden Ruck ungebremst auf die Klampe. Ruckdämpfer aus Gummi oder Federn nehmen diese Spitzen auf, und eine elastische Leine aus Polyamid tut das schon von sich aus.

Achten Sie auf die Stellen, an denen die Leine über eine Kante läuft. Dort reibt sie bei jeder Bewegung, und das Durchscheuern geschieht unsichtbar über Stunden. Ein Stück Schlauch oder ein Scheuerschutz aus Gewebe um die Leine verhindert das. Wer das Boot verlässt, macht vorher eine Runde: Leinen, Fender, Scheuerschutz, und ein Blick auf die Leinen des Nachbarn, die sich vielleicht über die eigenen gelegt haben.

Häufige Fragen

Wie viele Leinen braucht ein Boot am Steg?

Längsseits sind es mindestens vier: Vorleine, Achterleine und zwei Springs. Bei Starkwind oder Schwell kommen zusätzliche Leinen dazu, gern auf eigene Klampen verteilt.

Welche Leine wird beim Anlegen zuerst fest?

Die Leine, die das Boot gegen Wind und Strom hält. Bei ablandigem Wind ist eine Mittelspring oft die beste erste Leine, weil das Boot mit wenig Vorausfahrt parallel an den Steg gezogen wird.

Wie lang sollte eine Springleine sein?

So lang, dass sie flach am Rumpf entlang zum Steg läuft. Eine kurze, steile Spring hält schlecht und reißt bei steigendem oder fallendem Wasser an der Klampe.

Wie hoch hängt man Fender richtig?

So, dass der Fender genau dort liegt, wo Steg oder Nachbarrumpf den eigenen Rumpf berühren würde. Die Höhe wird nach dem Anlegen geprüft und bei Tide im Laufe des Tages nachgestellt.

Welcher Knoten eignet sich für Fender?

Ein Webeleinstek, gesichert mit einem halben Schlag, oder ein Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Beide lassen sich in der Höhe schnell verstellen.

Was mache ich, wenn der Wind mich vom Steg drückt?

Langsam anfahren, eine Mittelspring zuerst übergeben und mit wenig Vorausfahrt in sie eindampfen. Klappt es nicht, lieber abbrechen und neu anlaufen, als jemanden springen zu lassen.

Mehr zu diesem Thema

Die Klampe, in vier Handgriffen Warum der Rundtörn zuerst kommt und der Kopfschlag zuletzt.
Ankern: Kette, Grund und Kontrolle Kettenlänge, Ankergrund, Eingraben und die Peilung in der Nacht.
Anlegen unter Motor bei Wind und Strom Wind, Strom, Radeffekt, die Spring und der geplante Abbruch.
Schleppen: Leine, Belegpunkt und Bergung Die Schleppleine, der Belegpunkt, und der teure Unterschied im Wort.
Alle fünf Themen Blauwasserversicherung

Was das mit der Versicherung zu tun hat

Im Tidenrevier wird die Leinenlänge nicht auf den Wasserstand von jetzt gelegt, sondern auf den tiefsten Punkt der Nacht. Eine Leine, die bei Niedrigwasser strammzieht, hebelt Klampe oder Poller, und der Schaden sitzt danach im Deck, nicht in der Leine. Wer sein Boot über Wochen unbeaufsichtigt liegen lässt, sollte außerdem in den eigenen Vertrag sehen: viele Bedingungswerke knüpfen an das Liegen und Sichern ausdrückliche Pflichten.

Ein Skipper schließt im Cockpit die Rettungsweste seiner Mitseglerin und prüft die Sicherungsleine

Vor dem Ablegen

Weste an, Leine fest, dann los.

Beitrag in einer Minute, Police am selben Tag, ein Mensch am Telefon.

Oder gleich anrufen: 03375 / 29 12 77

Norman Nammert Stefan Heinz Josy Olivia Jäkel

Kostenloser Rückruf

Lieber sprechen? Wir rufen zurück.

Nummer und Wunschzeit genügen, jemand aus unserem Team meldet sich.

Jede und jeder hier hat den Sportbootführerschein See und Binnen.

Wer neu anfängt, macht ihn im ersten Jahr, die Kosten übernehmen wir.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Beratung ohne Versicherungslatein
  • Angebot direkt im Gespräch möglich

Sofort erreichbar: 03375 / 29 12 77 · WhatsApp · info@nammert.com

Wunschzeit

Ihre Angaben nutzen wir nur für den Rückruf. Mehr dazu im Datenschutz.