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E-Antriebe wachsen, die Steckdose am Steg nicht
Es gibt inzwischen mehr Hersteller, die E-Antriebe für Boote bauen, als solche für Verbrenner. Am Bodensee zeigt sich, woran es für Elektroboote trotzdem hakt.
Technik NAMMERT Assekuradeur GmbH
Der Markt für elektrische Bootsantriebe ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Ein einzelner Hersteller, 2005 in Starnberg gegründet und heute eine Yamaha-Tochter, hatte bereits 2023 rund 250.000 verkaufte Motoren erreicht, mit einer Spanne von unter einem Kilowatt für Kajaks bis 100 Kilowatt als Innenborder. Dazu sind in kurzer Zeit viele weitere Marken gekommen.
Auf dem Wasser kommt davon weniger an, als die Messehallen vermuten lassen. Am Bodensee waren Ende 2025 unter rund 58.000 zugelassenen Booten ganze 20 Motorboote mit einem Elektroantrieb von 19 Kilowatt oder mehr gemeldet. Vier mehr als ein Jahr zuvor.
Der Grund liegt beim Laden, genauer an der Steckdose. Liegeplätze am Bodensee sind fast ausschließlich in Häfen, und die Stegversorgung ist dort vielfach mit sechs Ampere abgesichert. Das ergibt etwa 1,4 Kilowatt Ladeleistung. Modernisierte Anlagen schaffen 16 Ampere und damit 3,7 Kilowatt. Eine Batterie mit 38 Kilowattstunden einmal zu füllen, dauert damit gut zehn Stunden. Anfang Mai 2026 hat ein Yachthafen in Langenargen eine Ladestation mit 22 Kilowatt in Betrieb genommen, die Kilowattstunde kostet dort 59 Cent.
Was das für Eigner heißt
Für die Police ist der Antrieb erst einmal ein Antrieb. Was sich mit dem Elektroboot ändert, ist der Wert, der in einem einzigen Bauteil steckt: Eine große Traktionsbatterie kann ein Viertel des Bootswerts ausmachen. Wer umrüstet oder neu kauft, sollte die Versicherungssumme daran anpassen und nicht am Kaufpreis des Vorgängerbootes.
Unsere Sicht als Assekuradeur, nicht Teil der Meldung. Was Ihr Vertrag leistet, steht im Wortlaut.
Woher wir das haben
- Maritime Wirtschaft 3/2026, Verband Maritime Wirtschaft Deutschland
- Bodensee-Schifffahrts-Ordnung (BSO), amtliche Fassung des Freistaats Bayern
Der Text ist unser eigener; aus den Quellen stammen Sachverhalte und Zahlen, keine Formulierungen.