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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Hausrat

Wie hoch sollte die Versicherungssumme der Hausrat sein?

Kurz gesagt

So hoch, wie es kosten würde, Ihren gesamten Hausrat heute neu zu kaufen. Als Pauschale nehmen Versicherer 500 bis 750 Euro je Quadratmeter. Wer die vereinbarte Pauschale wählt, bekommt oft einen Verzicht auf den Abzug wegen Unterversicherung. Bei viel Technik, Kunst oder Schmuck reicht die Pauschale nicht.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme der Hausrat sein?

Was es kostet

Wie die Versicherungssumme auf den Beitrag durchschlägt, nach veröffentlichten Beispielen.

BeispielRichtwert
52 Quadratmeter, Summe 34.000 Euro, Beitragssatz 1,8 Promilleetwa 72 Euro im Jahr mit Versicherungsteuer
80 Quadratmeter in Dresdenetwa 23 bis 25 Euro im Jahr
80 Quadratmeter in Düsseldorfetwa 51 bis 54 Euro im Jahr
75 Quadratmeter, mittlere Tarifzone, Summe 49.000 Euroetwa 90 bis 120 Euro im Jahr
Je 10.000 Euro mehr Versicherungssummeetwa 5 bis 25 Euro mehr im Jahr

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen. Der Aufschlag je 10.000 Euro Summe ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis und hängt stark von Tarifzone und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Paar, 60 Quadratmeter, teure Einrichtung

Die Pauschale ergibt eine Summe, die Aufstellung zeigt einen höheren Wert.

Pauschale (60 × 650 Euro)39.000 Euro
Küche, Möbel, Kleidung laut Aufstellung35.000 Euro
Technik, Fahrräder, Instrumente12.000 Euro
Schmuck und Uhren6.000 Euro
Tatsächlicher Neuwert53.000 Euro

Mit der Pauschale wären die beiden um rund ein Viertel unterversichert, wenn der Versicherer keinen Verzicht gibt. Sinnvoll ist eine Summe um 55.000 Euro und eine Wertsachengrenze, die den Schmuck abdeckt.

Zwei Wege zur richtigen Summe

Der schnelle Weg ist die Pauschale: Wohnfläche mal vereinbarter Betrag je Quadratmeter. Er passt für Haushalte mit durchschnittlicher Einrichtung und hat einen großen Vorteil: Viele Versicherer verzichten dann auf die Prüfung, ob Ihr Hausrat mehr wert war.

Der genaue Weg ist eine Aufstellung Raum für Raum, der sogenannte Wertermittlungsbogen. Er lohnt sich, wenn Sie auf kleiner Fläche viel Wert haben, etwa eine teure Küche, Musikinstrumente, Kunst oder eine Kameraausrüstung. Er zeigt auch, wenn Sie weniger brauchen, als die Pauschale ergibt.

WegPasst fürVorteilNachteil
Pauschale je Quadratmeterdurchschnittlich eingerichtete Wohnungenschnell, oft mit Unterversicherungsverzichtzu niedrig bei wertvoller Einrichtung
Aufstellung je Raumviel Wert auf wenig Fläche oder sehr sparsame EinrichtunggenauAufwand, muss aktuell gehalten werden

Was Unterversicherung im Schadenfall bedeutet

Liegt die Versicherungssumme unter dem tatsächlichen Neuwert und gilt kein Unterversicherungsverzicht, kürzt der Versicherer nach § 75 VVG jede Zahlung im selben Verhältnis. Das trifft nicht nur den Totalschaden, sondern auch den kleinen Schaden.

Beispiel: Ist Ihr Hausrat 80.000 Euro wert und mit 60.000 Euro versichert, sind Sie zu drei Vierteln versichert. Ein Wasserschaden von 8.000 Euro bringt dann nur 6.000 Euro.

Wertsachen gesondert prüfen

Schmuck, Bargeld, Münzen, Uhren und Kunst sind nur bis zu bestimmten Grenzen versichert, häufig als Anteil der Versicherungssumme und mit niedrigeren Grenzen, wenn sie nicht im Tresor liegen. Bargeld ist oft nur mit einem kleinen Betrag abgedeckt.

Liegen Ihre Wertsachen über diesen Grenzen, hilft eine höhere Versicherungssumme allein nicht. Dann braucht es eine höhere Wertsachengrenze oder einen Tresor, der den Anforderungen des Versicherers entspricht.

Die Summe aktuell halten

Viele Verträge passen die Summe jährlich an die Preisentwicklung an. Das hält den Wert mit der Inflation mit, nicht aber mit Ihren Anschaffungen. Nach Umzug in eine größere Wohnung, Zusammenziehen, Erbschaft oder größeren Käufen sollten Sie die Summe selbst anheben.

Achten Sie beim Umzug darauf, dass die neue Wohnfläche gemeldet wird. Sonst passt die Pauschale nicht mehr, und der Unterversicherungsverzicht kann entfallen.

Wann eine niedrigere Summe reicht

Wer sehr sparsam eingerichtet ist, etwa ein Student mit wenigen Möbeln auf 60 Quadratmetern, zahlt mit der Pauschale für Werte, die es nicht gibt. Eine Aufstellung kann eine niedrigere Summe rechtfertigen. Der Preis dafür: Oft fällt dann der Verzicht auf den Unterversicherungsabzug weg, und Sie müssen die Summe selbst im Blick behalten.

Schritt für Schritt

  1. Wohnfläche mit dem Betrag je Quadratmeter Ihres Tarifs malnehmen.
  2. Grob gegenrechnen: Was kosten Küche, Möbel, Kleidung, Technik und Fahrräder neu?
  3. Liegt die Aufstellung deutlich höher, die Summe anheben.
  4. Wertsachen einzeln zusammenzählen und mit den Grenzen des Tarifs vergleichen.
  5. Prüfen, ob der Vertrag einen Unterversicherungsverzicht enthält.
  6. Nach Umzug oder großen Anschaffungen die Summe neu melden.

Checkliste

  • Summe nach Neuwert, nicht nach Zeitwert
  • Unterversicherungsverzicht im Vertrag
  • Wohnfläche aktuell gemeldet
  • Wertsachengrenze passt zu Schmuck, Uhren und Bargeld
  • Jährliche Anpassung an die Preise vereinbart
  • Kaufbelege und Fotos wertvoller Stücke aufbewahrt

Häufige Fehler

  • Den Zeitwert ansetzen und alte Möbel mit dem Gebrauchtpreis rechnen
  • Die Summe nach dem Umzug in eine größere Wohnung nicht anpassen
  • Wertsachen über der Grenze liegen lassen und auf die Gesamtsumme vertrauen
  • Aus Sparsamkeit eine zu niedrige Summe wählen und so bei jedem Schaden weniger bekommen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Neuwert oder Zeitwert?

Die Hausrat ersetzt in der Regel den Neuwert. Deshalb gehört auch der Neuwert in die Versicherungssumme, selbst für ein zehn Jahre altes Sofa.

Was ist ein Unterversicherungsverzicht?

Der Versicherer prüft im Schadenfall nicht, ob Ihr Hausrat mehr wert war als die Summe. Meist gilt er nur, wenn Sie die vereinbarte Pauschale je Quadratmeter wählen und die Wohnfläche stimmt.

Zählen Keller und Dachboden zur Wohnfläche?

Meist nicht, aber der Inhalt ist mitversichert. Bei einem gut gefüllten Keller lohnt es sich, den Wert bei der Summe zu berücksichtigen.

Lohnt sich eine höhere Summe als nötig?

Nein. Sie zahlen mehr Beitrag, bekommen im Schadenfall aber höchstens den tatsächlichen Wert ersetzt.

Wie oft sollte ich die Summe prüfen?

Bei jedem Umzug, Zusammenzug oder größeren Kauf, sonst alle paar Jahre. Die jährliche Anpassung an die Preise ersetzt das nicht.

Wie weise ich den Wert im Schadenfall nach?

Mit Kaufbelegen, Fotos oder einem kurzen Video Ihrer Räume. Legen Sie die Unterlagen außerhalb der Wohnung ab, etwa digital.

Quellen

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