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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Hunde- und Pferdehaftpflicht

Was kostet eine Pferdehaftpflichtversicherung?

Kurz gesagt

Für ein Freizeitpferd zahlen Sie meist 39 bis 65 Euro im Jahr, für ein Turnierpferd oder eine gewerbliche Nutzung 75 bis 150 Euro. Für ein Pferd haften Sie auch dann, wenn Sie nichts falsch gemacht haben. Die Privathaftpflicht deckt Pferde nicht mit, deshalb brauchen Sie eine eigene Police mit 10 bis 15 Millionen Euro Deckung und Flurschäden.

Was kostet eine Pferdehaftpflichtversicherung?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Tarif- und Vergleichsbeispielen für Deutschland, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Freizeitpferd, 10 Millionen Euro Deckungetwa 39 bis 65 Euro im Jahr
Günstigster Einstieg, einfacher Umfangab etwa 29 bis 34 Euro im Jahr
Tarif mit hoher Deckung und vielen Bausteinenetwa 64 bis 100 Euro im Jahr (5,33 bis 8,24 Euro im Monat)
Turnierpferd oder gewerbliche Nutzungetwa 75 bis 150 Euro im Jahr
Selbstbeteiligung von 150 bis 250 Euroetwa 15 bis 30 Prozent weniger, rund 20 bis 40 Euro im Jahr
Zweites Pferd im gleichen Vertragetwa 15 bis 25 Prozent Nachlass

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen. Die Spannen für Reitbeteiligung, Zucht und gewerbliche Nutzung sowie die Folgekosten im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihr Beitrag hängt von Nutzung, Zahl der Pferde und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Freizeitpferd bricht nachts aus, Motorradfahrer stürzt

Ein Fall, den es wirklich gegeben hat: Ein Pferd war aus der Koppel ausgebrochen, ein Motorradfahrer sah es zu spät und ist seither auf den Rollstuhl angewiesen. So sieht die Rechnung aus.

Beitrag der Pferdehaftpflicht, 15 Millionen Euro Deckungetwa 60 bis 80 Euro im Jahr
Schmerzensgeld nach Urteil des Oberlandesgerichts Köln127.000 Euro
Behandlung, Umbau, Verdienstausfall und Pflege über Jahrzehnteein Vielfaches davon
Ihre Haftung nach § 833 BGBauch ohne eigenes Verschulden, ohne Obergrenze
Ohne eigene Pferdehaftpflichtdie Privathaftpflicht lehnt ab, Sie zahlen selbst

Rund 60 bis 80 Euro im Jahr stehen gegen eine Forderung, bei der allein das Schmerzensgeld 127.000 Euro betrug. Die Folgekosten sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis, das Schmerzensgeld ist belegt.

Warum Sie für ein Pferd auch ohne Schuld haften

Ein Pferd, das Sie zum Vergnügen halten, gilt im Gesetz als Luxustier. Nach § 833 BGB haften Sie als Halter für jeden Schaden, den das Tier anrichtet, ganz gleich ob Sie es gut verwahrt und beaufsichtigt haben. Diese Haftung kennt keine Obergrenze, sie geht an Ihr Vermögen.

Deshalb sind die Deckungssummen hier so hoch. Ein Pferd wiegt eine halbe Tonne, ist schnell und erschrickt. Wenn es von der Weide läuft und auf die Straße kommt, sind Personenschäden die Regel, nicht die Ausnahme. Wer das Pferd für Sie betreut, haftet nach § 834 BGB als Tieraufseher ebenfalls, aber das nimmt Ihnen die eigene Haftung nicht ab.

Was den Beitrag treibt

Den größten Unterschied macht die Nutzung. Ein Pferd, das nur Sie selbst reiten, kostet am wenigsten. Sobald Fremdreiter, eine Reitbeteiligung, Turniere, Zucht oder Geld im Spiel sind, steigt der Beitrag, weil mehr Menschen mit dem Tier umgehen.

Danach zählen die Zahl der Pferde, die Versicherungssumme, die Selbstbeteiligung und die Bausteine. Eine höhere Summe kostet wenig mehr: von 10 auf 15 Millionen Euro sind es oft nur wenige Euro im Jahr. Wer jährlich statt monatlich zahlt, spart etwa 10 bis 15 Prozent.

NutzungÜbliche Prämienspanne im Jahr
Freizeitpferd, nur eigene Nutzungetwa 39 bis 65 Euro
Freizeitpferd mit Reitbeteiligung oder Fremdreiternetwa 60 bis 90 Euro
Turnierpferd, Teilnahme an Prüfungenetwa 75 bis 150 Euro
Zuchtstute mit Fohlenetwa 80 bis 150 Euro
Gewerbliche Nutzung wie Reitschule oder Pensionab etwa 150 Euro, oft nur mit Betriebshaftpflicht
Zweites Pferd im gleichen Vertrag15 bis 25 Prozent Nachlass

Die Bausteine, an denen es im Schadenfall hängt

Flurschäden sind der häufigste Fall: Das Pferd tritt eine Wiese oder ein Feld kaputt. Öffentliche Vergleiche empfehlen hier mindestens 30.000 bis 100.000 Euro. Fast genauso oft geht etwas im gemieteten Stall oder in der Reithalle zu Bruch, dafür brauchen Sie den Baustein Mietsachschäden, mindestens 50.000 bis 100.000 Euro.

Prüfen Sie außerdem: Sind Fremdreiter und die Reitbeteiligung namentlich oder pauschal mitversichert, gilt der Schutz bei Turnieren (Rennen sind oft ausgenommen), bis wohin reicht er im Ausland (meist EU-weit oder weltweit für 6 bis 12 Monate), und ist der ungewollte Deckakt eingeschlossen. Auch der Pferdeanhänger und das Fahren mit Kutsche gehören in die Police, wenn Sie beides nutzen.

Wenn Sie glauben, die Privathaftpflicht reicht

Sie reicht nicht. Die private Haftpflichtversicherung schließt Hunde und Pferde ausdrücklich aus, sie deckt nur zahme Haustiere wie Katzen, Kaninchen oder Vögel. Das steht so in den Bedingungen und die Verbraucherzentrale sagt es genauso deutlich.

Wer das übersieht, erfährt es im schlechtesten Moment: Die Haftpflicht lehnt ab, und Sie stehen mit der Forderung allein da. Bei einem schweren Personenschaden werden daraus Schmerzensgeld, Behandlungskosten, Verdienstausfall und Pflege über Jahrzehnte. Viele Pensionsbetriebe und Reitvereine verlangen den Nachweis deshalb im Einstellvertrag.

Wann der günstigste Tarif reicht

Wenn Sie das Pferd allein reiten, es auf eigener Weide mit sicherem Zaun steht, Sie nicht auf Turniere fahren und keinen Anhänger ziehen, genügt ein einfacher Tarif. Sparen Sie dann über eine Selbstbeteiligung von 150 bis 250 Euro, nicht über die Deckungssumme.

Umgekehrt gilt: Sobald jemand anderes reitet, führt oder versorgt, ist der Aufpreis für Fremdreiter und Mietsachschäden gut angelegt. Er liegt meist im Bereich von wenigen Euro im Monat und entscheidet darüber, ob gezahlt wird.

Schritt für Schritt

  1. Nutzung festlegen: nur Sie selbst, Reitbeteiligung, Turnier, Zucht oder gewerblich.
  2. Deckungssumme auf mindestens 10 Millionen Euro setzen, besser 15 Millionen.
  3. Flurschäden und Mietsachschäden am Stall oder in der Reithalle mit echten Grenzen einschließen.
  4. Fremdreiter, Anhänger, Kutsche und Ausland prüfen, wenn das für Sie zutrifft.
  5. Selbstbeteiligung abwägen und Angebote mit gleichem Umfang vergleichen.

Checkliste

  • Deckungssumme mindestens 10 Millionen Euro, pauschal für Personen und Sachen
  • Flurschäden mit mindestens 30.000 Euro
  • Mietsachschäden an Stall, Reithalle und Weidezaun eingeschlossen
  • Fremdreiter und Reitbeteiligung mitversichert
  • Ungewollter Deckakt eingeschlossen
  • Turnierteilnahme und Ausland so gedeckt, wie Sie es nutzen
  • Anhänger und Kutsche in der Police, wenn Sie beides fahren

Häufige Fehler

  • Glauben, das Pferd laufe in der Privathaftpflicht mit
  • Nur die Grundprämie vergleichen und Flurschäden oder Mietsachschäden weglassen
  • Eine Reitbeteiligung aufnehmen und dem Versicherer nicht melden
  • Bei der Deckungssumme sparen statt bei der Selbstbeteiligung

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Pferdehaftpflicht im Monat?

Meist 3 bis 6 Euro für ein Freizeitpferd, bei Turnier oder gewerblicher Nutzung 6 bis 13 Euro. Jahreszahlung ist oft 10 bis 15 Prozent günstiger.

Ist die Pferdehaftpflicht Pflicht?

Gesetzlich nicht. Viele Pensionsbetriebe und Reitvereine verlangen sie aber im Vertrag, und ohne sie haften Sie mit Ihrem Vermögen.

Ist mein Pferd in der Privathaftpflicht mitversichert?

Nein. Katzen und Kleintiere sind dort eingeschlossen, Hunde und Pferde ausdrücklich nicht. Für das Pferd brauchen Sie eine eigene Police.

Was sind Flurschäden?

Schäden an fremden Wiesen, Feldern oder Wegen, etwa wenn das Pferd durchgeht und eine Ernte zertritt. Achten Sie auf mindestens 30.000 Euro Grenze.

Ist eine Reitbeteiligung mitversichert?

Nur wenn Fremdreiter im Vertrag stehen. Melden Sie die Reitbeteiligung an, sonst kann der Schutz für genau diesen Ritt fehlen.

Zahlt die Pferdehaftpflicht, wenn ich selbst verletzt werde?

Nein, eigene Verletzungen sind nie gedeckt. Dafür gibt es die private Unfallversicherung, das ist eine andere Police.

Reichen 10 Millionen Euro Deckung?

Für die meisten Fälle ja. 15 Millionen kosten oft nur wenige Euro mehr im Jahr, deshalb ist das der bessere Weg.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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