Alles zur Versicherung: Photovoltaik
Brauche ich eine extra Versicherung für meine PV-Anlage?
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Kurz gesagt
Pflicht ist sie nicht. Für eine normale Anlage auf dem Eigenheim reicht meist der Einschluss in die Wohngebäudeversicherung für etwa 35 bis 120 Euro im Jahr. Eine eigene Photovoltaikversicherung als Allgefahrendeckung kostet bei rund 10 kWp etwa 80 bis 200 Euro und lohnt sich vor allem mit Speicher, bei teurer Anlage oder wenn Diebstahl und Tierbiss mit drin sein sollen.
Jahresbeiträge für private Anlagen in Deutschland, aus veröffentlichten Marktübersichten.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Einschluss der PV-Anlage in die Wohngebäudeversicherung | etwa 35 bis 120 Euro im Jahr |
| Eigene Photovoltaikversicherung, rund 5 kWp | etwa 50 bis 120 Euro im Jahr |
| Eigene Photovoltaikversicherung, rund 10 kWp | etwa 80 bis 200 Euro im Jahr |
| Aufschlag für einen Stromspeicher | etwa 20 bis 50 Euro im Jahr |
| Betreiberhaftpflicht als eigener Vertrag | etwa 30 bis 70 Euro im Jahr |
Stand September 2026, aus öffentlich genannten Marktübersichten. Als Faustregel gelten 0,5 bis 1 Prozent des Anlagenwerts im Jahr. Die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihr Beitrag hängt von Leistung, Standort, Hagelzone, Selbstbehalt und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir für Sie ein.
Rechenbeispiel
Die Anlage hat mit Montage 18.000 Euro gekostet. So sieht die Rechnung aus, wenn Sie den Einschluss in die Gebäudepolice mit einer eigenen Allgefahrendeckung vergleichen.
| Anlagenwert inklusive Montage | 18.000 Euro |
| Einschluss in die Wohngebäudeversicherung | etwa 60 bis 120 Euro im Jahr |
| Eigene Police mit Diebstahl, Tierbiss und Nebenkosten | etwa 110 bis 200 Euro im Jahr |
| Betreiberhaftpflicht, falls die Privathaftpflicht sie nicht enthält | etwa 30 bis 70 Euro im Jahr |
| Selbstbehalt in der eigenen Police | meist 150 bis 500 Euro je Schaden |
Der Aufpreis für die eigene Allgefahrendeckung liegt bei rund 50 bis 80 Euro im Jahr. Ein einziger Marderbiss am Kabelstrang kostet mit Fehlersuche und Gerüst schnell 1.500 Euro. Dann ist der Aufpreis für viele Jahre wieder drin. Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Eine Photovoltaikanlage steht 20 Jahre und länger im Wetter. Ausgewertete Schadenmeldungen zeigen eine klare Rangfolge: Brand rund 21 Prozent, Sturm rund 20 Prozent, Blitz und Überspannung rund 17 Prozent, Schneedruck rund 10 Prozent und Diebstahl rund 9 Prozent. Hagel, Marderbiss, Vandalismus und technisches Versagen liegen jeweils im niedrigen einstelligen Bereich.
Das Bauteil mit den meisten Schäden ist nicht das Modul, sondern der Wechselrichter. Er ist das elektronische Herz der Anlage und reagiert empfindlich auf Überspannung. Dazu kommen Montage- und Planungsfehler, die sich erst nach Jahren zeigen: falsch gesetzte Dachhaken, undichte Schraublöcher oder schlecht sitzende Steckverbinder. Aus solchen Fehlern werden schnell fünfstellige Schäden am Dach oder sogar ein Brand.
Unterschätzt wird der Diebstahl. Gestohlen wird nicht nur vom Dach, sondern vor allem von der Baustelle, wenn Module und Wechselrichter vor der Montage tagelang neben dem Haus lagern.
| Gefahr | Was typisch passiert | Wer üblicherweise zahlt |
|---|---|---|
| Sturm und Hagel | Module reißen ab oder bekommen Risse | Wohngebäudeversicherung, wenn die Anlage gemeldet ist |
| Blitz und Überspannung | Wechselrichter brennt durch | nur mit Baustein Überspannung oder eigener Police |
| Brand am Wechselrichter | Feuer greift auf den Dachstuhl über | Wohngebäudeversicherung |
| Marderbiss an den Kabeln | Leitung angenagt, der Ertrag bricht ein | meist nur die eigene Photovoltaikversicherung |
| Diebstahl vom Dach oder von der Baustelle | Module und Wechselrichter verschwinden | meist nur die eigene Photovoltaikversicherung |
| Montagefehler | undichtes Dach, lockere Steckverbinder | der Handwerksbetrieb, solange es ihn noch gibt |
| Modul fällt auf Auto oder Person | Sachschaden oder Personenschaden | Betreiberhaftpflicht oder Privathaftpflicht |
Eine fest auf dem Dach montierte Anlage gehört zum Gebäude. Viele Wohngebäudeversicherungen schließen sie deshalb gegen Feuer, Blitzschlag, Leitungswasser, Sturm und Hagel ein, oft gegen einen kleinen Aufpreis. Für eine normale Anlage auf dem Eigenheim ist das häufig die günstigste Lösung.
Die Grenzen liegen im Detail. Überspannung nach einem entfernten Blitzeinschlag ist nur mit eigenem Baustein drin. Schneedruck, Überschwemmung und Erdrutsch brauchen die Elementardeckung. Diebstahl vom Dach, Marderbiss, Kurzschluss, Bedienfehler und Ertragsausfall fehlen in der Gebäudepolice fast immer.
Wichtig ist die Meldung. Manche Gesellschaften sehen die neue Anlage als anzeigepflichtige Gefahrenerhöhung. Wer nichts sagt, riskiert im Schadenfall eine Kürzung oder eine Ablehnung. Melden Sie die Anlage am besten vor Baubeginn und lassen Sie sich die Aufnahme schriftlich bestätigen.
Eine eigene Photovoltaikversicherung arbeitet nach dem Allgefahrenprinzip: Versichert ist alles, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Das dreht die Beweislast um. Sie müssen nicht belegen, dass eine bestimmte Gefahr zugeschlagen hat, sondern der Risikoträger muss belegen, dass ein Ausschluss greift.
Typisch mitversichert sind Sturm, Hagel, Schneedruck, Brand, Überspannung, Kurzschluss, Tierbiss, Diebstahl, Vandalismus, Bedienfehler sowie Material- und Konstruktionsfehler. Dazu kommen Nebenkosten, die schnell teuer werden: Gerüst, Kran, Dacharbeiten, Fehlersuche, Aufräumen und Entsorgen. Der Ertragsausfall nach einem versicherten Sachschaden ist meist ein eigener Baustein.
Ausgeschlossen bleiben fast überall Verschleiß, Alterung, vorhandene Mängel, Vorsatz, Krieg und Kernenergie. Wer nach zwölf Jahren schwächere Module hat, bekommt dafür kein Geld. Achten Sie außerdem darauf, ob die Anlage zum Neuwert oder nach einigen Jahren nur noch zum Zeitwert ersetzt wird.
Als Betreiberin oder Betreiber haften Sie, wenn Ihre Anlage Dritte schädigt. Löst sich ein Modul im Sturm und landet auf dem Auto des Nachbarn oder auf einer Person, geht es um Sachschaden, Behandlungskosten und im schlimmsten Fall um eine lebenslange Rente. Ohne Deckung zahlen Sie das aus dem eigenen Vermögen.
Für eine Anlage auf dem selbst bewohnten Haus ist dieses Risiko oft schon über die Privathaftpflicht oder die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht gedeckt. Prüfen Sie die Bedingungen und lassen Sie sich den Einschluss schriftlich bestätigen. Eine eigene Betreiberhaftpflicht kostet etwa 30 bis 70 Euro im Jahr und ist vor allem bei größeren Anlagen, bei vermieteten Dächern und bei gewerblicher Nutzung sinnvoll.
Hersteller geben Produktgarantien von oft 12 bis 25 Jahren und Leistungsgarantien über 25 Jahre. Das klingt nach Rundumschutz, deckt aber nur Fehler am Produkt selbst. Ein Sturmschaden, ein Marderbiss oder ein Diebstahl fällt nie darunter.
Zwei weitere Haken: Die Garantie ersetzt in der Regel nur das Bauteil, nicht Gerüst, Kran, Montage, Fehlersuche und entgangenen Strom. Und sie hilft nur so lange, wie es den Hersteller noch gibt. In der Solarbranche sind schon viele Marken verschwunden, die Garantiezusage war dann nichts mehr wert.
Bei einem Balkonkraftwerk für einige hundert Euro ist eine eigene Police unwirtschaftlich. Hier reichen Hausrat und Privathaftpflicht, prüfen Sie nur, ob das Steckersolargerät dort ausdrücklich genannt ist.
Auch bei einer kleinen Aufdachanlage bis etwa 10 kWp ohne Speicher ist der Einschluss in die Wohngebäudeversicherung meist die bessere Rechnung. Eine eigene Allgefahrendeckung lohnt sich vor allem ab dieser Größe, mit Stromspeicher, bei Wallbox und Wärmepumpe am gleichen Strang oder wenn Sie auf den Ertrag rechnerisch angewiesen sind.
Und ein hoher Selbstbehalt kann die Police entwerten. Wenn 500 Euro je Schaden vereinbart sind, bleiben typische Kleinschäden an Kabeln oder an einzelnen Modulen bei Ihnen. Dann zahlen Sie Beitrag für einen Schutz, der genau bei den häufigen Fällen nicht greift. Rechnen Sie das durch, bevor Sie den Rabatt mitnehmen.
Fragen und Antworten
Nein. Weder für den Bau noch für den Betrieb auf dem eigenen Dach gibt es eine Versicherungspflicht. Ist die Anlage finanziert, verlangt die Bank aber oft einen Nachweis über eine Sachdeckung.
Nicht automatisch. Viele Verträge schließen fest montierte Anlagen ein, häufig gegen Aufpreis. Fragen Sie schriftlich nach und melden Sie die Anlage vor Baubeginn.
Als Orientierung ab etwa 10 kWp, mit Stromspeicher oder wenn Diebstahl und Tierbiss mit drin sein sollen. Darunter ist der Einschluss in die Gebäudepolice meist günstiger.
Nur wenn Sie den Baustein vereinbart haben und ein versicherter Sachschaden vorliegt. Bei Verschleiß, Abschaltung durch den Netzbetreiber oder schwacher Sonne zahlt niemand.
Kleine Steckersolargeräte laufen meist über Hausrat und Privathaftpflicht. Bei wenigen hundert Euro Anschaffungswert lohnt sich keine eigene Police.
Dafür haftet zunächst der ausführende Betrieb. Module, die vor der Montage auf der Baustelle lagern, sind gegen Diebstahl oft nur über eine Bauleistungs- oder Montageversicherung geschützt.
Nein. Sie deckt Fehler am Produkt, nicht Sturm, Diebstahl oder Marderbiss, und meist nur das Bauteil ohne Gerüst, Montage und entgangenen Strom.
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Alles zur Versicherung: Photovoltaik
Brauche ich eine extra Versicherung für meine PV-Anlage?
Was kostet eine Photovoltaikversicherung?
Rechnen Sie mit etwa 3 bis 9 Euro Beitrag je 1.000 Euro Anlagenwert im Jahr. Für eine 10-kWp-Anlage mit rund 15.000 Eu …
Ist die PV-Anlage über die Gebäudeversicherung versichert?
Nur dann, wenn Ihr Versicherer die Anlage ausdrücklich eingeschlossen hat. Eine Aufdachanlage gilt in vielen Bedingung …
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand
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