Fallende oder konstante Versicherungssumme: Was ist besser?
Kurz gesagt
Das entscheidet der Zweck. Für Familie und Unterhalt passt eine konstante Summe, für ein Annuitätendarlehen eine fallende. Bei gleicher Anfangssumme kostet die fallende Variante etwa 30 bis 52 Prozent weniger. Entscheidend ist, dass ihr Verlauf zum echten Tilgungsplan passt: eine linear fallende Summe sinkt schneller als die Restschuld und lässt bei 300.000 Euro in Jahr 16 rund 38.000 Euro offen.
Beitragsspannen bei gleicher Anfangssumme von 300.000 Euro, Nichtraucher ohne Vorerkrankungen, dazu ein belegtes Einzelbeispiel.
Beispiel
Richtwert
30 Jahre, Nichtraucher, 300.000 Euro konstant, 30 Jahre
etwa 13 bis 25 Euro im Monat
30 Jahre, Nichtraucher, 300.000 Euro fallend, 30 Jahre
etwa 7 bis 13 Euro im Monat, rund 50 Prozent weniger
40 Jahre, Nichtraucher, 300.000 Euro konstant, 25 Jahre
etwa 32 bis 60 Euro im Monat
40 Jahre, Nichtraucher, 300.000 Euro fallend, 25 Jahre
etwa 16 bis 32 Euro im Monat, rund 45 bis 50 Prozent weniger
35 Jahre, Raucher, 300.000 Euro konstant, 30 Jahre
etwa 60 bis 110 Euro im Monat
35 Jahre, Raucher, 300.000 Euro fallend, 30 Jahre
etwa 30 bis 55 Euro im Monat, rund 50 Prozent weniger
Belegtes Einzelbeispiel: 30 Jahre, Nichtraucherin, 180.000 Euro
13,12 Euro konstant gegen 6,24 Euro fallend, also 52 Prozent weniger
Stand September 2026.
Belegt sind das Einzelbeispiel mit 180.000 Euro und die Ersparnis von etwa 30 bis 52 Prozent;
die Spannen für 300.000 Euro und die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der
Angebotspraxis.
Ihr Beitrag hängt von Alter, Gesundheit, Beruf und Versicherer ab;
das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Annuitätendarlehen 300.000 Euro, 3,5 Prozent, 30 Jahre
Ein Nichtraucher von 35 Jahren sichert die Restschuld ab. Was die fallende Variante spart, und was sie im Ernstfall offen lässt.
Beitrag konstant, 300.000 Euro, 30 Jahre
etwa 24 Euro im Monat
Beitrag linear fallend, gleiche Anfangssumme
etwa 12 Euro im Monat
Ersparnis über die ganze Laufzeit
etwa 12 Euro im Monat, zusammen rund 4.320 Euro
Todesfall in Jahr 16, Restschuld der Bank
etwa 178.100 Euro
Leistung der linear fallenden Police
140.000 Euro
Fehlbetrag für die Hinterbliebenen
etwa 38.100 Euro
Beitrag annuitätisch fallend statt linear
etwa 13 Euro im Monat, Leistung in Jahr 16 etwa 178.100 Euro
Die linear fallende Police spart rund 4.320 Euro Beitrag, lässt aber in Jahr 16 etwa 38.100 Euro Restschuld offen. Die annuitätisch fallende kostet etwa 360 Euro mehr über die Laufzeit und schließt genau diese Lücke. Das ist der bessere Handel.
Der Vergleich in Zahlen
Beide Varianten kosten über die ganze Laufzeit denselben Beitrag pro Monat. Der Unterschied liegt in der Leistung: die konstante Summe zahlt am letzten Tag genauso viel wie am ersten, die fallende sinkt nach einem vorher festgelegten Plan.
Weil der Versicherer im Schnitt weniger Risiko trägt, ist die fallende Variante deutlich billiger. In einem veröffentlichten Beispiel für eine 30 Jahre alte Nichtraucherin mit 180.000 Euro Anfangssumme kostet die konstante Summe 13,12 Euro im Monat und die fallende 6,24 Euro, also 52 Prozent weniger.
wirkt doppelt, weil die Summe zugleich weiter sinkt
Bei Anschlussfinanzierung
unabhängig von der Bank
Verlauf passt oft nicht mehr zur neuen Rate
Wann konstant und wann fallend
Konstant gehört dorthin, wo der Bedarf nicht sinkt. Ein Kind braucht mit zwölf Jahren nicht weniger Geld als mit zwei, Unterhalt läuft bis zum Ende der Ausbildung, und eine Reserve für die Erbschaftsteuer wird nicht kleiner. Auch wer einen Geschäftspartner absichert, dessen Anteil im Ernstfall gekauft werden muss, braucht die volle Summe bis zum Schluss.
Fallend gehört dorthin, wo der Bedarf mitsinkt, also praktisch nur zum Darlehen. Wenn nach zwanzig Jahren nur noch 136.000 Euro offen sind, muss die Police auch nur noch 136.000 Euro zahlen. Wer hier die konstante Summe wählt, bezahlt Schutz, den niemand mehr braucht.
Die Lücke, die kaum jemand nennt
Der entscheidende Punkt ist nicht fallend gegen konstant, sondern der Verlauf. Bei einem Annuitätendarlehen tilgen Sie am Anfang langsam, weil ein großer Teil der Rate Zinsen sind. Eine linear fallende Summe sinkt dagegen jedes Jahr um denselben Betrag. In den mittleren Jahren klafft deshalb eine Lücke zwischen dem, was die Bank noch fordert, und dem, was die Police zahlt.
Die Tabelle zeigt das für 300.000 Euro zu 3,5 Prozent über 30 Jahre. Die annuitätisch fallende Summe folgt der Restschuld und trifft sie in jedem Jahr; die linear fallende liegt in Jahr 16 rund 38.000 Euro darunter. Für den kleinen Aufpreis der annuitätischen Variante bekommen Sie also genau die Absicherung, die Sie gekauft haben.
Jahr
Restschuld
Summe linear fallend
Summe annuitätisch fallend
Differenz linear zur Restschuld
1
294.200 Euro
290.000 Euro
294.200 Euro
4.200 Euro
5
268.800 Euro
250.000 Euro
268.800 Euro
18.800 Euro
10
231.800 Euro
200.000 Euro
231.800 Euro
31.800 Euro
15
187.800 Euro
150.000 Euro
187.800 Euro
37.800 Euro
16
178.100 Euro
140.000 Euro
178.100 Euro
38.100 Euro
20
135.700 Euro
100.000 Euro
135.700 Euro
35.700 Euro
25
73.600 Euro
50.000 Euro
73.600 Euro
23.600 Euro
Sondertilgung und Anschlussfinanzierung verschieben alles
Der Verlauf wird bei Vertragsschluss festgeschrieben, Ihr Kredit läuft aber anders als geplant. Nach einer Sondertilgung ist die Restschuld niedriger als die Versicherungssumme, Sie zahlen also für Schutz ohne Bedarf. Eine Ratenpause oder eine Stundung wirkt umgekehrt: die Restschuld bleibt stehen, die Summe sinkt weiter, und die Lücke wächst.
Noch stärker wirkt die Anschlussfinanzierung. Nach zehn oder fünfzehn Jahren endet die Zinsbindung, und die neue Rate hat mit dem alten Tilgungsplan nichts mehr zu tun. Sehen Sie den Verlauf an diesen Punkten nach und lassen Sie die Police anpassen, statt auf einen Plan aus dem Jahr des Abschlusses zu vertrauen.
Die Mischlösung ist oft die billigste
Trennen Sie die beiden Zwecke und schließen Sie zwei Policen ab: eine konstante über den Familienbedarf und eine annuitätisch fallende über den Kredit. Das ist meist günstiger als eine einzige große konstante Summe, weil nur der kleinere Teil den teuren Tarif trägt.
Beispiel für einen Nichtraucher von 35 Jahren mit 100.000 Euro Familienbedarf und 300.000 Euro Restschuld: eine konstante Summe über 400.000 Euro kostet als Richtwert etwa 32 Euro im Monat. Die Kombination aus 100.000 Euro konstant (etwa 8 Euro) und 300.000 Euro annuitätisch fallend (etwa 13 Euro) kostet etwa 21 Euro. Gleicher Schutz am ersten Tag, rund ein Drittel weniger Beitrag.
Schritt für Schritt
Zwecke trennen: was hängt am Kredit, was an Familie und Unterhalt?
Tilgungsplan der Bank holen und die Restschuld je Jahr ablesen.
Für den Kreditteil eine annuitätisch fallende Summe verlangen, nicht nur eine linear fallende.
Für den Familienteil eine konstante Summe wählen, Laufzeit bis die Kinder selbstständig sind.
Beide Varianten mit gleicher Anfangssumme gegenrechnen und den Beitrag über die volle Laufzeit summieren.
Checkliste
Tilgungsplan liegt vor und ist mit dem Summenverlauf verglichen
Bei linear fallender Summe ist die Lücke in den mittleren Jahren bekannt und akzeptiert
Sondertilgungen und der Termin der Anschlussfinanzierung sind eingeplant
Familienbedarf ist getrennt vom Kreditbedarf abgesichert
Nachversicherungsgarantie ohne neue Gesundheitsprüfung vereinbart
Zahlbeitrag und Bruttobeitrag beider Varianten verglichen
Häufige Fehler
Eine linear fallende Summe für ein Annuitätendarlehen nehmen und die Lücke in den mittleren Jahren übersehen
Die ganze Absicherung fallend wählen, obwohl Kinder und Unterhalt am Ende genauso viel Geld brauchen wie am Anfang
Nach einer Sondertilgung oder einer Anschlussfinanzierung den Summenverlauf nicht nachsehen
Nur auf den niedrigeren Beitrag schauen, ohne die Leistung im fünfzehnten Jahr zu prüfen
Fragen und Antworten
Häufig gefragt
Was ist der Unterschied zwischen linear und annuitätisch fallend?
Linear fallend sinkt die Summe jedes Jahr um denselben Betrag.
Annuitätisch fallend folgt sie dem Tilgungsplan Ihres Darlehens und rechnet die Zinsen mit ein.
Bei einem Annuitätendarlehen trifft nur die zweite Variante die Restschuld.
Ist eine fallende Summe immer günstiger?
Im Beitrag ja, bei gleicher Anfangssumme etwa 30 bis 52 Prozent.
Im Ergebnis nur dann, wenn Ihr Bedarf wirklich sinkt.
Bei Kindern und Unterhalt sinkt er nicht.
Was passiert bei einer Sondertilgung?
Die Restschuld fällt schneller als die Versicherungssumme.
Sie zahlen dann für Schutz, den niemand mehr braucht.
Sinnvoll ist, die Summe danach zu senken oder den Verlauf neu zu vereinbaren.
Kann ich eine fallende Summe später in eine konstante umwandeln?
Nur wenn der Vertrag eine Umstellung oder eine Nachversicherungsgarantie vorsieht.
Sonst braucht es einen neuen Vertrag mit neuer Gesundheitsprüfung,
und die ist mit den Jahren teurer und schwieriger.
Verlangt die Bank eine fallende Summe?
Nein.
Banken verlangen bei einer Baufinanzierung häufig überhaupt eine Absicherung,
überlassen die Ausgestaltung aber Ihnen.
Sie sind auch nicht an eine Police der Bank gebunden.
Lohnt sich die Mischlösung aus zwei Policen?
Oft ja.
Ein konstanter Grundschutz für die Familie plus eine fallende Police für den Kredit kostet in
unserem Beispiel rund ein Drittel weniger als eine einzige große konstante Summe.
Wie wirkt die Anschlussfinanzierung auf den Verlauf?
Nach dem Ende der Zinsbindung ändert sich die Rate, und der alte Tilgungsplan gilt nicht mehr.
Der Summenverlauf der Police bleibt aber, wie er vereinbart wurde.