Zum Inhalt springen

Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Elementarschaden

Kommt eine Pflichtversicherung für Elementarschäden?

Kurz gesagt

Bisher nicht. Stand September 2026 gibt es keine Pflicht und keinen veröffentlichten Gesetzentwurf. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass neue Wohngebäudeversicherungen nur noch mit Elementarschutz angeboten und Altverträge zu einem Stichtag erweitert werden. Eckpunkte hat das Justizministerium im Mai 2026 angekündigt.

Kommt eine Pflichtversicherung für Elementarschäden?

Was es kostet

Richtwerte für den Elementarbaustein zur Wohngebäudeversicherung nach Gefährdungsklasse, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Gefährdungsklasse 1, gut neun von zehn Adressenetwa 90 bis 290 Euro im Jahr
Gefährdungsklasse 2etwa 240 bis 650 Euro im Jahr
Gefährdungsklasse 3etwa 1.300 bis 1.500 Euro im Jahr
Gefährdungsklasse 4, höchste Gefahretwa 1.100 bis 2.100 Euro im Jahr
Wohngebäudeversicherung mit Elementarschutz insgesamtetwa 600 bis 2.900 Euro im Jahr

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Beispielen für ein Einfamilienhaus. Ihr Beitrag hängt von Objekt, Lage und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir für Sie ein. Die Schadenhöhe im Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Antrag acht Tage vor dem Unwetter

Ein Hausbesitzer in Gefährdungsklasse 1 schließt den Elementarschutz ab, als der Sommer schon begonnen hat.

Antragseingang10. Juli
Wartezeit laut Bedingungen14 Tage
Schutz beginnt24. Juli
Starkregen mit vollgelaufenem Keller18. Juli, etwa 25.000 Euro Schaden
Beitrag für den Elementarbausteinetwa 150 Euro im Jahr

Die Versicherung zahlt nichts, weil der Schaden in die Wartezeit fällt. Acht Tage früher unterschrieben, hätten rund 150 Euro Jahresbeitrag den Schaden von etwa 25.000 Euro gedeckt.

Was heute gilt

Es gibt keine Pflicht, sich gegen Elementarschäden zu versichern. Der Schutz ist ein Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung, und Sie entscheiden frei darüber.

Nach Angaben der Versicherungswirtschaft sind rund 59 Prozent der Wohngebäude geschützt. Rund 41 Prozent haben also keine Deckung für Starkregen, Überschwemmung und Rückstau.

Der Bundesrat hat am 14. Juni 2024 in seiner 1045. Sitzung erneut eine Entschließung gefasst und die Bundesregierung aufgefordert, unverzüglich einen Vorschlag für eine bundesweite Pflichtversicherung vorzulegen. Eine Entschließung des Bundesrates ist eine Aufforderung, kein Gesetz.

Wie der Aufbau aussehen soll

Im Gespräch sind mehrere Wege. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer am Ende entscheidet: Sie, Ihr Versicherer oder der Gesetzgeber.

Der Koalitionsvertrag vom 9. April 2025 nennt zwei Schritte. Neue Wohngebäudeversicherungen sollen nur noch mit Elementarschutz angeboten werden, das ist ein Kontrahierungszwang für das Neugeschäft. Bestehende Verträge sollen zu einem Stichtag erweitert werden, verbunden mit der Prüfung einer Opt-out-Möglichkeit.

Am 7. Mai 2026 kündigte das Bundesjustizministerium auf einer Branchenveranstaltung Eckpunkte für eine flächendeckende Lösung an. Drei Anforderungen wurden genannt: Sicherheit bieten, bezahlbar bleiben und breit akzeptiert sein.

ModellWas es für Sie bedeutet
AngebotspflichtDer Anbieter muss Ihnen Elementarschutz anbieten, Sie dürfen ablehnen
KontrahierungszwangDer Anbieter darf den Schutz nicht verweigern, auch nicht in gefährdeter Lage
Opt-outDer Schutz ist automatisch dabei, Sie können ihm ausdrücklich widersprechen
Volle PflichtJedes Gebäude muss versichert sein, ein Widerspruch ist nicht vorgesehen

Warum Sie nicht auf das Gesetz warten sollten

Einen Zeitplan gibt es nicht. Selbst wenn ein Gesetz kommt, soll es Altverträge erst zu einem Stichtag erfassen. Bis dahin tragen Sie das Risiko allein.

Dazu kommt die Wartezeit. In vielen Bedingungen beginnt der Elementarschutz erst 14 Tage nach Antragseingang. Wer erst abschließt, wenn die Warnung schon läuft, hat für dieses Unwetter keinen Schutz. Manche Anbieter nehmen bei einer laufenden Warnlage vorübergehend gar keine Anträge an.

Rückwirkend versichern lässt sich ein Schaden nie. Das ist keine Schikane, sondern der Grund, warum der Beitrag für alle bezahlbar bleibt.

Staatliche Soforthilfe ist kein Ersatz

Soforthilfen sind freiwillige Leistungen. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, und wie viel ausgezahlt wird, hängt vom Haushalt und vom Einzelfall ab.

Bayern gewährt seit dem 1. Juli 2019 keine staatliche Soforthilfe mehr, wenn das Gebäude versicherbar gewesen wäre. Wer sich hätte versichern können und es unterlassen hat, geht dort leer aus.

Auch bei Aufbauhilfen nach großen Katastrophen wird in der Regel nur der Teil des Schadens anerkannt, der nicht versicherbar war.

Was offen ist

Offen sind der Zeitplan, das Widerspruchsrecht und der Umgang mit sehr gefährdeten Lagen. Ein Referentenentwurf ist bis heute nicht veröffentlicht.

Die Versicherungswirtschaft wirbt für ein Opt-out und für eine nach Gebäudegröße gestaffelte Beitragsobergrenze in Hochrisikolagen, deren Differenz zur nötigen Prämie über eine Umlage ausgeglichen wird. Der Staat soll erst bei sehr großen Schadenlagen einspringen. Ob der Gesetzgeber dem folgt, ist nicht entschieden.

Wir sagen es offen: Wer Ihnen heute ein Datum für die Pflicht nennt, rät. Was Sie dagegen selbst steuern können, ist Ihr eigener Vertrag.

Schritt für Schritt

  1. Police auf den Zusatz weitere Elementargefahren prüfen, er steht nicht automatisch drin.
  2. Gefährdungsklasse Ihrer Adresse im Hochwasserportal Ihres Bundeslandes nachsehen.
  3. Angebot einholen, ohne auf ein Gesetz mit offenem Zeitplan zu warten.
  4. Wartezeit von meist 14 Tagen einplanen und nicht bei laufender Unwetterwarnung abschließen.
  5. Selbstbeteiligung so wählen, dass Sie sie im Ernstfall tragen können.
  6. Rückstauklappe einbauen und warten lassen, viele Bedingungen verlangen das.

Checkliste

  • Zusatz weitere Elementargefahren steht ausdrücklich in der Police
  • Starkregen, Überschwemmung und Rückstau sind genannt
  • Beginn des Schutzes und Wartezeit sind Ihnen bekannt
  • Selbstbeteiligung ist tragbar
  • Rückstausicherung vorhanden und gewartet
  • Versicherungssumme passt zum heutigen Wiederaufbauwert

Häufige Fehler

  • Auf ein Gesetz warten, für das es keinen Zeitplan gibt
  • Erst abschließen, wenn die Unwetterwarnung schon läuft
  • Staatliche Soforthilfe als sicheren Ersatz einplanen
  • Annehmen, die Wohngebäudeversicherung decke Starkregen von selbst mit

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gibt es schon eine Pflichtversicherung für Elementarschäden?

Nein. Stand September 2026 ist kein Gesetz in Kraft, und ein Entwurf ist nicht veröffentlicht.

Was hat der Bundesrat beschlossen?

Am 14. Juni 2024 eine Entschließung: Die Bundesregierung soll unverzüglich einen Vorschlag für eine bundesweite Pflicht vorlegen. Das ist eine Aufforderung, kein Gesetz.

Was bedeutet Opt-out?

Der Elementarschutz wäre automatisch Teil Ihrer Wohngebäudeversicherung. Sie könnten ihm ausdrücklich widersprechen und stünden dann ohne diesen Schutz da.

Wird der Schutz durch eine Pflicht teurer?

Das ist offen. Für Hochrisikolagen sind Beitragsobergrenzen mit einer Umlage im Gespräch. Entschieden ist nichts.

Was passiert mit meinem bestehenden Vertrag?

Nach dem Koalitionsvertrag sollen Altverträge zu einem Stichtag um Elementarschutz erweitert werden. Ob und wie Sie widersprechen können, ist noch nicht geregelt.

Bekomme ich ohne Versicherung staatliche Hilfe?

Verlassen Sie sich nicht darauf. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, und in Bayern entfällt die Soforthilfe seit dem 1. Juli 2019, wenn das Gebäude versicherbar war.

Wie schnell greift ein neuer Vertrag?

Meist 14 Tage nach Antragseingang. Bei einer laufenden Unwetterwarnung nehmen manche Anbieter vorübergehend keine Anträge an.

Werde ich in einer roten Zone überhaupt versichert?

Oft ja, mit höherer Selbstbeteiligung oder nach baulichen Maßnahmen. Genau für diese Lagen wird eine Pflichtlösung diskutiert.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

Angebot anfordern: Elementarschaden

Wir vergleichen mehrere Versicherer und melden uns mit einem Vorschlag. Für Sie kostenlos, die Vergütung zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

Privat

Gewerbe

3Angaben zu Ihren Wünschen

Elementarschadenversicherung

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Passende Fragen

NAMMERT Assekuradeur GmbH, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand

Norman Nammert Stefan Heinz Josy Olivia Jäkel

Kostenloser Rückruf

Lieber sprechen? Wir rufen zurück.

Nummer und Wunschzeit genügen, jemand aus unserem Team meldet sich. Jede und jeder hier hat den Sportbootführerschein See und Binnen: Wer neu anfängt, macht ihn im ersten Jahr, die Kosten übernehmen wir.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Beratung ohne Versicherungslatein
  • Angebot direkt im Gespräch möglich

Sofort erreichbar: 03375 / 29 12 77 · WhatsApp · info@nammert.com

Wunschzeit

Wir verwenden Ihre Angaben ausschließlich für den Rückruf. Hinweise zur Verarbeitung finden Sie im Datenschutz.