Alles zur Versicherung: Elementarschaden
Wird die Elementarschadenversicherung Pflicht?
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Kurz gesagt
Elementarschäden sind Schäden durch sieben Naturgefahren: Überschwemmung und Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck und Lawinen sowie Vulkanausbruch. Sturm und Hagel gehören nicht dazu, die sind schon im Grundschutz. Versichert sind Elementarschäden nur mit dem Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung, und meist erst nach einer Wartezeit.
Beiträge aus einer veröffentlichten Auswertung für Hausrat und Wohngebäude, jeweils Grundschutz und Grundschutz mit Elementarbaustein.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Hausrat in ZÜRS-Zone 1 | knapp 77 Euro Grundbeitrag, mit Elementarschutz im Schnitt 95 Euro im Jahr |
| Hausrat in ZÜRS-Zone 2 | mit Elementarschutz im Schnitt 104 Euro im Jahr |
| Wohngebäude in ZÜRS-Zone 1 | gut 241 Euro Grundbeitrag, im Schnitt 92 Euro mehr mit Elementarschutz |
| Wohngebäude in ZÜRS-Zone 2 | knapp 200 Euro Aufschlag im Jahr |
| Einfamilienhaus in hoher Gefährdungsklasse | etwa 300 bis über 1.000 Euro im Jahr allein für den Baustein |
Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Auswertungen. Die Schadenhöhen im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihr Beitrag hängt von Adresse, Gefährdungsklasse, Selbstbeteiligung und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Ein Gewitter setzt den Keller 40 Zentimeter unter Wasser. So sieht die Rechnung mit und ohne Baustein aus.
| Schaden am Gebäude: Estrich, Putz, Türen, Heizung, Trocknung | etwa 30.000 Euro |
| Schaden am Hausrat: Möbel, Waschmaschine, Werkzeug, Fahrräder | etwa 8.000 Euro |
| Erstattung ohne Elementarbaustein | 0 Euro |
| Erstattung mit Baustein in beiden Verträgen, je 500 Euro Selbstbeteiligung | etwa 37.000 Euro |
| Mehrbeitrag für beide Bausteine in Zone 1 | etwa 110 Euro im Jahr |
Ohne Baustein zahlen Sie rund 38.000 Euro selbst. Mit Baustein bleiben 1.000 Euro Selbstbeteiligung, bei etwa 110 Euro Mehrbeitrag im Jahr. Rechenbeispiel mit Richtwerten.
Elementarschäden entstehen durch Naturgefahren, die die normale Wohngebäude- und Hausratversicherung nicht abdeckt. Die Branche fasst sie zu einem Zusatzbaustein zusammen. Diesen Baustein gibt es nicht als eigenen Vertrag, Sie buchen ihn immer zu einer bestehenden Police dazu.
In den meisten Bedingungen stehen die folgenden Punkte. Überschwemmung und Rückstau werden dabei oft als eine Gefahr geführt, Schneedruck und Lawinen ebenfalls.
| Gefahr | Was dahintersteckt | Beispiel aus dem Alltag |
|---|---|---|
| Überschwemmung | Wasser steht auf dem Grundstück, weil ein Gewässer über die Ufer tritt oder Starkregen nicht abfließt | nach einem Gewitter läuft der Keller über die Lichtschächte voll |
| Rückstau | Wasser drückt aus den Ableitungsrohren zurück ins Haus, weil die Kanalisation überlastet ist | aus der Kellertoilette kommt Abwasser hoch |
| Erdbeben | naturbedingte Erschütterung des Bodens | Risse im Mauerwerk nach einem Beben am Oberrhein |
| Erdsenkung | der Boden sackt über einem natürlichen Hohlraum ab | die Bodenplatte senkt sich über einem Erdfall |
| Erdrutsch | Erd- oder Gesteinsmassen rutschen naturbedingt ab | nach tagelangem Regen schiebt sich der Hang gegen die Garage |
| Schneedruck und Lawinen | das Gewicht von Schnee und Eis oder abgehende Schnee- und Eismassen | das Carportdach bricht unter der Schneelast ein |
| Vulkanausbruch | Austritt fester, flüssiger oder gasförmiger Materie aus einem Vulkan | in Deutschland sehr selten, steht aber in den Bedingungen |
Sturm ab Windstärke 8 und Hagel sind bereits im Grundschutz Ihrer Wohngebäude- und Hausratversicherung enthalten. Dafür brauchen Sie den Elementarbaustein nicht, und viele Leute verwechseln genau das.
Sturmflut ist in der Elementardeckung praktisch überall ausgeschlossen. Wer direkt an der Küste wohnt, findet dafür nur bei sehr wenigen Anbietern eine eigene Lösung.
Grundwasser ist nur versichert, wenn es an die Oberfläche tritt und von dort ins Gebäude läuft. Feuchtigkeit, die unter der Erde durch die Kellerwand zieht, zahlt niemand.
Erdsenkung und Erdrutsch müssen naturbedingt sein. Sackt der Boden wegen Bergbau oder wegen der Baugrube nebenan ab, greift der Baustein nicht. Auch Rohrbruch im Haus ist kein Elementarschaden, sondern Leitungswasser.
Die Wohngebäudeversicherung zahlt für das Haus selbst: Estrich, Putz, Türen, Heizung, Elektrik, Trocknung, im Extremfall Abriss und Wiederaufbau.
Die Hausratversicherung zahlt für Ihre beweglichen Sachen: Möbel, Waschmaschine, Teppiche, Werkzeug, Fahrräder im Keller. Beide Verträge brauchen den Elementarbaustein getrennt. Wer ihn nur in einem hat, bleibt auf dem anderen Teil sitzen.
Als Mieter brauchen Sie nur den Hausratteil. Über das Gebäude entscheidet die Eigentümerseite, bei einer Eigentümergemeinschaft die Gemeinschaft.
Versicherer ordnen jede Adresse über das Zonierungssystem ZÜRS Geo einer von vier Hochwasser-Gefährdungsklassen zu. Mehr als 22 Millionen Adressen sind darin erfasst. Aus der Klasse ergeben sich Beitrag, Selbstbeteiligung und manchmal auch die Frage, ob Sie überhaupt ein Angebot bekommen.
Dazu kommen drei Starkregen-Gefährdungsklassen. Knapp 12 Prozent aller Adressen liegen in der höchsten Klasse SGK 3, etwa 66 Prozent in SGK 2 und über 22 Prozent in SGK 1. Das ist wichtig, weil Starkregen jede Lage trifft, auch weit weg vom nächsten Fluss.
| Gefährdungsklasse | Hochwasser statistisch | Anteil der Adressen | Was das für Sie heißt |
|---|---|---|---|
| GK 1 | nach heutigem Stand nicht von Hochwasser größerer Gewässer betroffen | über 90 Prozent | Schutz fast immer und günstig zu bekommen |
| GK 2 | seltener als einmal in 100 Jahren | etwa 6 Prozent | Aufschlag spürbar, Annahme aber normal |
| GK 3 | einmal in 10 bis 100 Jahren | etwa 1 Prozent | höhere Selbstbeteiligung, weniger Anbieter |
| GK 4 | mindestens einmal in 10 Jahren | etwa 0,4 Prozent | oft nur mit Auflagen, manchmal gar nicht |
Der Schutz gilt nicht ab der Unterschrift. Für Überschwemmung durch ein oberirdisches Gewässer setzen Tarife eine Wartezeit an, bei einem verbreiteten Angebot sind es 7 Tage, andere nennen 14 Tage oder einen Monat. Wechseln Sie nahtlos von einem Vertrag, der den Elementarschutz schon hatte, entfällt die Wartezeit in der Regel.
Schließen Sie also nicht ab, wenn das Hochwasser bereits angekündigt ist. Genau dagegen gibt es die Frist.
Eine Selbstbeteiligung ist üblich. Im Hausrat sind 150 oder 300 Euro gängig, beim Gebäude oft 500 Euro oder ein Prozentsatz des Schadens. In den hohen Gefährdungsklassen verlangen Versicherer zusätzlich einen eigens festgelegten Selbstbehalt für Naturgefahren.
Bei Rückstau gilt fast überall dieselbe Bedingung: In überflutungsgefährdeten Räumen muss eine funktionsfähige Rückstausicherung sitzen, und Sie müssen sie in Ordnung halten. Fehlt sie oder klemmt sie, darf der Versicherer kürzen oder ganz ablehnen.
Dazu kommen die üblichen Pflichten: Schaden unverzüglich melden, den Schaden klein halten, nichts entsorgen, bevor er aufgenommen oder freigegeben ist. Fotos vom nassen Keller und alte Rechnungen helfen später mehr als jede Erinnerung.
Wohnen Sie zur Miete im dritten Stock ohne Kellerabteil, ist Ihr Hausrat kaum bedroht. Dann ist der Baustein eher Komfort als Notwendigkeit.
In Gefährdungsklasse 4 kann der Beitrag so hoch und die Selbstbeteiligung so groß sein, dass unter dem Strich wenig übrig bleibt. Das sagen wir Ihnen offen, statt Ihnen etwas zu verkaufen, das kaum wirkt. In solchen Fällen bringen bauliche Maßnahmen oft mehr als der nächste Vertrag.
Ein Haus ohne Keller auf einer Anhöhe trägt ein kleineres Risiko. Erdrutsch, Schneedruck und Starkregen bleiben trotzdem möglich, und in Klasse 1 kostet der Schutz meist unter 100 Euro im Jahr. Für die meisten Haushalte ist das gut angelegt.
Fragen und Antworten
Nein. Sturm ab Windstärke 8 und Hagel gehören zum Grundschutz Ihrer Wohngebäude- und Hausratversicherung. Der Elementarbaustein deckt die anderen Naturgefahren ab.
Ja, über die Gefahr Überschwemmung, wenn das Wasser auf dem Grundstück steht und ins Gebäude läuft. Ohne Elementarbaustein zahlt dafür niemand.
In aller Regel nicht. Sturmflut ist in der Elementardeckung ausgeschlossen, nur sehr wenige Anbieter haben überhaupt eine Lösung dafür.
Nur wenn es an die Oberfläche tritt und von dort ins Gebäude gelangt. Feuchte Kellerwände von unten sind nicht versichert.
Je nach Tarif ab 7 Tagen, häufig 14 Tage bis ein Monat. Beim lückenlosen Wechsel mit gleichem Schutz entfällt sie in der Regel.
Nein. Der Baustein wird als Paket verkauft, auch wenn es bei Ihnen weder Lawinen noch Vulkane gibt.
Für Ihren Hausrat kann er sinnvoll sein, vor allem im Erdgeschoss oder mit Kellerabteil. Über das Gebäude entscheidet die Eigentümerseite.
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Alles zur Versicherung: Elementarschaden
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Zahlt die Versicherung bei Starkregen und Überschwemmung?
Nur mit Elementarschutz. Wohngebäude- und Hausratversicherung zahlen im Grundschutz nicht für Starkregen, Überschwemmu …
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand
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