So früh wie möglich. Zwei Dinge steigen mit dem Alter: der Beitrag und das Risiko, dass eine Diagnose zu Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung führt. Für 1.000 Euro Rente bis 65 zahlen Sie in einem kaufmännischen Beruf mit 25 Jahren etwa 75 bis 95 Euro im Monat, mit 45 Jahren etwa 125 bis 168 Euro. Mit Mitte vierzig lohnt der Abschluss weiter, die Auswahl an Anbietern wird aber kleiner.
Beiträge aus einem veröffentlichten Vergleich für einen kaufmännischen Beruf, 1.000 Euro Monatsrente bis zum Endalter 65, gesund.
Beispiel
Richtwert
25 Jahre
etwa 75 bis 95 Euro im Monat
35 Jahre, gleicher Schutz
etwa 95 bis 123 Euro im Monat
45 Jahre, gleicher Schutz
etwa 125 bis 168 Euro im Monat
55 Jahre, gleicher Schutz
etwa 155 bis 199 Euro im Monat
Zuschlag bei Bluthochdruck, je Anbieter
0 bis 50 Prozent, bei schweren Vorerkrankungen bis 100 Prozent
Gesamtbeitrag über die Laufzeit, je nach Eintrittsalter
rund 34.700 bis 40.500 Euro
Richtwerte, Stand September 2026,
aus einem veröffentlichten Beitragsvergleich nach Eintrittsalter und aus öffentlich genannten
Tarifbeispielen.
Die Gesamtbeiträge sind daraus gerechnet und gerundet,
also Richtwert aus der Angebotspraxis;
Beitragsanpassungen bis zum Bruttobeitrag und eine Dynamik sind darin nicht enthalten.
Ihr Beitrag hängt von Beruf, Alter und Gesundheit ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Kaufmännischer Beruf, 1.000 Euro Rente bis 65, drei Eintrittsalter
Gleicher Beruf, gleiche Rente, gleiches Endalter. Nur der Start ist verschieden.
Eintritt mit 25
etwa 84 Euro im Monat, 480 Monate, rund 40.500 Euro
Eintritt mit 35
etwa 108 Euro im Monat, 360 Monate, rund 38.800 Euro
Eintritt mit 45
etwa 144 Euro im Monat, 240 Monate, rund 34.700 Euro
Kosten je geschütztes Jahr
rund 1.010 Euro mit 25, rund 1.290 Euro mit 35, rund 1.730 Euro mit 45
Der Gesamtaufwand liegt nah beieinander, obwohl der frühe Vertrag doppelt so viele Jahre schützt. Je geschütztes Jahr ist der Abschluss mit 25 fast halb so teuer, und die Gesundheitsfragen sind mit 25 leichter zu beantworten. Gerundete Richtwerte.
Zwei Uhren laufen, und die zweite ist die wichtigere
Die erste Uhr ist der Beitrag. Er wird beim Eintritt festgelegt und bleibt dann stehen, deshalb schleppt jedes Jahr Wartezeit einen Aufschlag über die gesamte Laufzeit mit. In einem veröffentlichten Vergleich für einen kaufmännischen Beruf mit 1.000 Euro Rente bis 65 kostet der Schutz mit 25 Jahren etwa 75 bis 95 Euro und mit 45 Jahren etwa 125 bis 168 Euro im Monat.
Die zweite Uhr ist die Gesundheit, und sie wird meist unterschätzt. Mit den Jahren kommen Diagnosen dazu: ein Bandscheibenvorfall, eine Psychotherapie, ein erhöhter Blutdruck. Nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer werden rund 75 Prozent aller Anträge ohne Zuschlag und ohne Ausschluss angenommen, 12 Prozent bekommen einen Ausschluss, 3 Prozent einen Zuschlag, 4 Prozent werden abgelehnt. Wie viel eine Diagnose kostet, hängt stark vom Anbieter ab: bei Bluthochdruck reicht die Bandbreite von normalen Bedingungen über 20 Prozent Zuschlag bis 50 Prozent.
Der Unterschied zwischen beiden Uhren ist grundlegend. Einen höheren Beitrag können Sie bezahlen. Einen Ausschluss für Rücken oder Psyche können Sie nicht bezahlen, der bleibt oft bis zum Vertragsende stehen, und genau diese Leiden führen am häufigsten zur Berufsunfähigkeit.
Eintrittsalter
Beitragsspanne im Monat, 1.000 Euro Rente bis 65
Annahme nach der Gesundheitsprüfung
bis 25
etwa 50 bis 95 Euro
fast immer zu normalen Bedingungen
26 bis 35
etwa 85 bis 123 Euro
meist ohne Zuschlag, erste Ausschlüsse für Rücken und Psyche
36 bis 45
etwa 108 bis 168 Euro
häufiger Zuschlag oder Ausschluss, Voranfrage lohnt sich
46 bis 50
etwa 145 bis 180 Euro
engere Auswahl, strengere Prüfung, oft Arztbericht nötig
ab 51
etwa 155 bis 199 Euro
viele Versicherer nehmen keinen Antrag mehr an
Warum früher insgesamt kaum mehr kostet
Der naheliegende Einwand lautet: wer früher anfängt, zahlt mehr Monate, also insgesamt mehr. Das stimmt nur, wenn man die geschützten Jahre wegrechnet. Weil der Beitrag bei Vertragsbeginn festgelegt wird und danach stehen bleibt, liegen die Gesamtbeiträge über die Laufzeit nah beieinander, obwohl die Schutzdauer weit auseinandergeht.
Im Rechenbeispiel unten kostet der Vertrag ab 25 rund 40.500 Euro für 40 geschützte Jahre und der Vertrag ab 45 rund 34.700 Euro für 20 geschützte Jahre. Je geschütztes Jahr ist der frühe Abschluss also fast halb so teuer. Bei jungen Menschen in günstig eingestuften Berufen ist der frühe Vertrag sogar insgesamt billiger.
Lohnt der Abschluss mit Mitte vierzig oder fünfzig noch?
Ja, wenn die Gesundheit mitspielt und der Beitrag tragbar ist. Der Grund ist nüchtern: die Jahre zwischen 45 und 60 sind die teuersten eines Arbeitslebens. Das Einkommen ist am höchsten, Kredit und Familie hängen daran, und das Risiko einer Berufsunfähigkeit steigt in genau dieser Zeit deutlich. Wer hier ausfällt und nichts hat, verliert mehr als mit 30.
Die Grenzen sollen aber offen genannt werden. Das höchste Eintrittsalter liegt bei den meisten Anbietern zwischen 50 und 55 Jahren, einzelne gehen bis 60. Ab Mitte fünfzig nehmen viele Versicherer keinen Antrag mehr an. Die Prüfung wird strenger, Arztberichte werden verlangt, und die Auswahl schrumpft auf wenige Häuser. Wird der Beitrag zu hoch, senken Sie besser die Rente als die Laufzeit: eine BU, die mit 60 endet, fehlt gerade in den letzten und riskantesten Berufsjahren. Geht gar nichts mehr, bleiben Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsschutz als schwächerer Ersatz.
Worauf es bei einem früh abgeschlossenen Vertrag ankommt
Ein Vertrag, der mit 22 beginnt, muss vierzig Jahre halten, in denen sich Beruf, Einkommen und Familie mehrmals ändern. Vier Punkte entscheiden darüber, ob er das schafft. Erstens die Nachversicherungsgarantien: Rente später erhöhen ohne neue Gesundheitsfragen, bei Berufseinstieg, Gehaltssprung, Heirat, Kind und Immobilienkauf. Zweitens der Verzicht auf die abstrakte Verweisung, damit der Versicherer Sie nicht auf einen Beruf verweist, den Sie nie ausgeübt haben.
Drittens die Beitragsdynamik: sie hebt Beitrag und Rente jährlich um einen festen Prozentsatz an, damit 1.500 Euro nach zwanzig Jahren nicht zur Hälfte von der Inflation aufgezehrt sind. Viertens die Verlängerungsoption: sie erlaubt es, die Laufzeit später ohne neue Gesundheitsprüfung zu verlängern, wenn das gesetzliche Rentenalter steigt.
Wann Sie nicht eilen müssen
Zwei Fälle brauchen keine Eile. Wer bis zur Rente sicher von Vermögen oder Mieteinnahmen leben kann, braucht keinen Einkommensschutz, sondern einen Steuerberater. Und wer schon eine BU hat, braucht keine zweite, sondern die Erhöhung des bestehenden Vertrags über die Nachversicherungsgarantie, denn der alte Vertrag trägt das alte Eintrittsalter und die alten Gesundheitsangaben.
Nicht in diese Reihe gehört das Argument, man verdiene noch zu wenig. Eine kleine Rente jetzt ist besser als eine große in fünf Jahren, weil die Erhöhung später ohne Gesundheitsfragen möglich ist, ein Neuabschluss aber nicht.
Schritt für Schritt
Nettoeinkommen und feste Kosten aufschreiben.
Rente auf 70 bis 80 Prozent des Nettos festlegen, Laufzeit bis 67.
Arztbesuche der letzten fünf bis zehn Jahre zusammenstellen, bevor eine neue Untersuchung dazukommt.
Anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern stellen lassen, damit eine Ablehnung nicht aktenkundig wird.
Angebote mit Nachversicherungsgarantie, Verlängerungsoption und Verzicht auf abstrakte Verweisung vergleichen.
Checkliste
Laufzeit bis 67, nicht bis 60
Verzicht auf abstrakte Verweisung
Nachversicherungsgarantien für Beruf, Gehalt, Heirat, Kind, Immobilie
Verlängerungsoption ohne neue Gesundheitsprüfung
Beitragsdynamik vereinbart
Zahlbeitrag und Bruttobeitrag bekannt
Häufige Fehler
Auf den Berufseinstieg warten, weil dann mehr Geld da ist
Kurz vor dem Antrag noch eine Untersuchung machen lassen und die neue Diagnose mit in den Antrag nehmen
Wegen des Beitrags die Laufzeit auf 60 verkürzen statt die Rente zu senken
Ohne Voranfrage einen Antrag stellen und nach der Ablehnung bei anderen Anbietern weitermachen
Fragen und Antworten
Häufig gefragt
Ab welchem Alter kann ich eine BU abschließen?
Je nach Anbieter ab 10 oder 15 Jahren für Schüler, danach in Ausbildung und Studium.
Schul- und Studienzeit gelten dabei als Tätigkeit.
Bis zu welchem Alter geht der Abschluss?
Meist bis 50 oder 55 Jahre, einzelne Anbieter bis 60.
Ab Mitte fünfzig lehnen viele Versicherer neue Anträge ab.
Lohnt sich eine BU mit 50 noch?
Ja, wenn Gesundheit und Beitrag es zulassen, denn die Jahre bis zur Rente sind die teuersten.
Rechnen Sie aber mit höheren Beiträgen und weniger Auswahl.
Steigt mein Beitrag, wenn ich älter werde?
Nein.
Der Beitrag wird bei Vertragsbeginn festgelegt.
Er kann nur bis zum Bruttobeitrag angehoben werden oder durch eine vereinbarte Dynamik steigen.
Was ist eine Verlängerungsoption?
Das Recht,
die Laufzeit später ohne neue Gesundheitsprüfung zu verlängern,
etwa wenn das gesetzliche Rentenalter steigt.
Was ist schlimmer, ein Jahr warten oder eine kleinere Rente?
Ein Jahr warten.
Die Rente lässt sich später über die Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsfragen erhöhen,
ein neuer Vertrag nicht.
Ich habe schon eine alte BU. Neu abschließen oder erhöhen?
In der Regel erhöhen.
Der alte Vertrag trägt Ihr damaliges Eintrittsalter und Ihre damalige Gesundheit,