Zum Inhalt springen

Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Unfallversicherung

Welche Progression ist bei der Unfallversicherung sinnvoll?

Kurz gesagt

Sinnvoll sind meist 225 bis 350 Prozent. Entscheidend ist aber nicht die Zahl, sondern das Ergebnis: Grundsumme mal Progression sollte bei Vollinvalidität rund 500.000 Euro erreichen, in aktuellen Tests werden 750.000 Euro verlangt. Und die Progression wirkt erst ab einem Invaliditätsgrad von meist 26 Prozent, bei kleinen Graden gar nicht.

Welche Progression ist bei der Unfallversicherung sinnvoll?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragswerte und die daraus gerechneten Auszahlungen, Grundsumme 100.000 Euro.

BeispielRichtwert
Erwachsener, guter Schutz im Testab etwa 100 Euro im Jahr, sehr guter Schutz ab etwa 188 Euro
Kind, guter Schutz im Testab etwa 50 Euro im Jahr, sehr guter Schutz ab etwa 127 Euro
Büroberuf, 100.000 Euro Grundsumme, 350 Prozent Progressionetwa 60 bis 180 Euro im Jahr
Handwerk, 100.000 Euro Grundsumme, 350 Prozent Progressionetwa 120 bis 260 Euro im Jahr
Auszahlung bei 75 Prozent Invaliditätsgrad150.000 Euro mit 225 Prozent, 225.000 Euro mit 350 Prozent, 575.000 Euro mit 1000 Prozent
Mehrbeitrag von 225 auf 500 Prozent Progressionetwa 10 bis 20 Prozent
Mehrbeitrag für eine verbesserte Gliedertaxeetwa 10 bis 25 Prozent

Beitragswerte Stand September 2026 aus veröffentlichten Tests und Tarifbeispielen, Auszahlungen nach der veröffentlichten Progressionsstaffel gerechnet. Die beiden Mehrbeiträge sind Richtwerte aus der Angebotspraxis und schwanken je Versicherer; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Zwei Angebote mit ähnlichem Beitrag im Vergleich

Dasselbe Geld, zwei Wege zur halben Million bei Vollinvalidität. Der Unterschied zeigt sich nicht oben, sondern in der Mitte.

Angebot A: 100.000 Euro Grundsumme, 500 Prozentbei Vollinvalidität 500.000 Euro
Angebot B: 200.000 Euro Grundsumme, 225 Prozentbei Vollinvalidität 450.000 Euro
Bei 50 Prozent InvaliditätsgradA zahlt 100.000 Euro, B zahlt 150.000 Euro
Bei 20 Prozent InvaliditätsgradA zahlt 20.000 Euro, B zahlt 40.000 Euro
Bei 10 Prozent InvaliditätsgradA zahlt 10.000 Euro, B zahlt 20.000 Euro

Angebot B zahlt in den häufigen Fällen das Doppelte und liegt nur im seltensten Fall 50.000 Euro hinten. Wer sich zwischen Grundsumme und Progression entscheiden muss, nimmt die Grundsumme.

Der häufigste Irrtum zuerst

Viele lesen 500 Prozent Progression und denken, jede Leistung werde verfünffacht. Das ist falsch. Die Prozentzahl bezieht sich auf die Grundsumme und beschreibt nur, was bei voller Invalidität höchstens gezahlt wird. Bei kleinen Invaliditätsgraden passiert nichts: In den üblichen Bedingungen setzt die Mehrleistung erst ab 26 Prozent ein, darunter gilt schlicht Grad mal Grundsumme.

Der Sinn dahinter ist gut. Bei einem leichten Dauerschaden ändert sich Ihr Leben kaum, bei einem schweren springt der Geldbedarf: barrierefreier Umbau der Wohnung, ein umgebautes Auto, Pflege, Umschulung, oft ein dauerhaft niedrigeres Einkommen. Genau dort soll das Geld hin, und deshalb steigt die Leistung dort überproportional.

InvaliditätsgradOhne Progression225 Prozent350 Prozent500 Prozent1000 Prozent
10 Prozent10.000 Euro10.000 Euro10.000 Euro10.000 Euro10.000 Euro
26 Prozent26.000 Euro27.000 Euro28.000 Euro28.000 Euro30.000 Euro
50 Prozent50.000 Euro75.000 Euro100.000 Euro100.000 Euro150.000 Euro
75 Prozent75.000 Euro150.000 Euro225.000 Euro300.000 Euro575.000 Euro
90 Prozent90.000 Euro195.000 Euro300.000 Euro420.000 Euro830.000 Euro
100 Prozent100.000 Euro225.000 Euro350.000 Euro500.000 Euro1.000.000 Euro

Die Faustregel des Marktes

Nicht die Progression ist das Ziel, sondern die Summe, die bei Vollinvalidität ankommt. Lange galten 500.000 Euro als Untergrenze. Weil Umbau, Hilfsmittel und Pflege teurer geworden sind, verlangen aktuelle Vergleichstests inzwischen 750.000 Euro, damit ein Tarif überhaupt bewertet wird. Für die Grundsumme selbst gilt als Anhalt das Vier- bis Sechsfache des Bruttojahreseinkommens, mit 30 Jahren eher das Sechsfache, mit 50 eher das Vierfache, mindestens aber 100.000 Euro.

Dieselbe Zielgröße lässt sich auf viele Weisen erreichen, und die Wege sind nicht gleich gut. Bei ungefähr gleichem Beitrag bringt eine hohe Grundsumme mit mittlerer Progression in den häufigen Fällen mehr Geld als eine kleine Grundsumme mit hoher Progression. Der Grund ist einfach: Die Grundsumme wirkt bei jedem Invaliditätsgrad, die Progression nur oben.

KombinationBei 10 ProzentBei 50 ProzentBei Vollinvalidität
100.000 Euro mit 500 Prozent10.000 Euro100.000 Euro500.000 Euro
150.000 Euro mit 350 Prozent15.000 Euro150.000 Euro525.000 Euro
200.000 Euro mit 225 Prozent20.000 Euro150.000 Euro450.000 Euro
300.000 Euro ohne Progression30.000 Euro150.000 Euro300.000 Euro

Wann eine hohe Progression Geld verschwendet

1000 Prozent auf eine Grundsumme von 50.000 Euro sehen im Angebot großartig aus und helfen fast nie. Bei 10 Prozent Invalidität gibt es 5.000 Euro, bei 50 Prozent 75.000 Euro. Die Millionen gibt es nur bei vollständiger Invalidität, und das ist der seltenste aller Fälle. Die häufigen Dämpfer sind Brüche mit Restschaden, ein steifes Gelenk, ein Finger, ein Auge. Dort zählt allein die Grundsumme.

Auch gegenrechnen lohnt: Wer die Progression von 225 auf 500 Prozent hebt, zahlt merklich mehr Beitrag. Dasselbe Geld in eine höhere Grundsumme oder in eine verbesserte Gliedertaxe gesteckt wirkt breiter. Und wenn die Grundsumme schon so hoch ist, dass Sie die Zielgröße ohne Staffel erreichen, brauchen Sie überhaupt keine Progression.

Was die Progression nicht kann

Sie ändert nichts an der Gliedertaxe. Ist der Satz für die Hand niedrig, bleibt der Invaliditätsgrad niedrig, und eine hohe Staffel greift gar nicht, weil die Schwelle von 26 Prozent nicht erreicht wird. Gliedertaxe und Progression gehören deshalb zusammen geprüft, nicht einzeln.

Und sie ersetzt kein laufendes Einkommen. Sie zahlt einmalig. Wer nach einem Unfall dauerhaft weniger verdient, braucht dafür eine Unfallrente oder besser eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die auch bei Krankheit zahlt. Die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit haben nämlich gar keinen Unfall zur Ursache.

Schritt für Schritt

  1. Zielgröße festlegen: welche Summe brauchen Sie bei Vollinvalidität, 500.000 Euro oder mehr.
  2. Grundsumme aus dem Bruttojahreseinkommen ableiten, mindestens 100.000 Euro.
  3. Die Progression so wählen, dass Grundsumme mal Staffel die Zielgröße erreicht.
  4. Mit der Staffel des Angebots nachrechnen, was bei 25, 50 und 75 Prozent herauskommt.
  5. Die Gliedertaxe desselben Angebots prüfen, sonst wird die Schwelle von 26 Prozent nie erreicht.

Checkliste

  • Grundsumme mal Progression ergibt mindestens 500.000 Euro
  • Grundsumme mindestens 100.000 Euro, besser das Vier- bis Sechsfache des Bruttojahreseinkommens
  • Progressionsstaffel liegt als Tabelle vor, nicht nur als Prozentzahl
  • Schwelle, ab der die Mehrleistung greift, ist genannt
  • Verbesserte Gliedertaxe im selben Angebot geprüft
  • Bei 50 Prozent Invaliditätsgrad kommt eine Summe heraus, die Ihnen wirklich hilft

Häufige Fehler

  • Glauben, die Progression vervielfache jede Leistung
  • Eine niedrige Grundsumme mit sehr hoher Progression kaufen
  • Nur auf die Prozentzahl schauen und die Staffel nicht ansehen
  • Die Progression bezahlen und die schwache Gliedertaxe daneben übersehen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ab welchem Invaliditätsgrad wirkt die Progression?

In den üblichen Bedingungen ab 26 Prozent. Darunter gibt es genau Grad mal Grundsumme, ganz ohne Mehrleistung.

Welche Progression ist die beste?

Es gibt keine beste Zahl. 225 oder 350 Prozent gelten als guter Kompromiss zwischen Leistung und Beitrag, sofern die Grundsumme stimmt.

Was bedeutet 350 Prozent Progression?

Bei vollständiger Invalidität zahlt der Versicherer das Dreieinhalbfache der Grundsumme, aus 100.000 Euro also 350.000 Euro.

Ist eine hohe Grundsumme oder eine hohe Progression besser?

Die Grundsumme. Sie wirkt bei jedem Invaliditätsgrad, die Progression nur bei schweren Fällen.

Brauche ich überhaupt eine Progression?

Nur wenn Sie die Zielsumme bei Vollinvalidität nicht über die Grundsumme allein erreichen. Sonst ist sie verzichtbar.

Wie viel Beitrag kostet eine höhere Progression?

Der Schritt von 225 auf 500 Prozent kostet nach unserer Angebotspraxis etwa 10 bis 20 Prozent mehr Beitrag, je nach Versicherer.

Gilt die Progression auch für die Unfallrente?

Nein, sie gehört zur einmaligen Invaliditätsleistung. Die Unfallrente hat eigene Regeln, meist eine Schwelle von 50 Prozent.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

Angebot anfordern: Unfallversicherung

Wir vergleichen mehrere Versicherer und melden uns mit einem Vorschlag. Für Sie kostenlos, die Vergütung zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

Privat

Gewerbe

3Angaben zu Ihren Wünschen

Private Unfallversicherung

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Passende Fragen

Was ist die Gliedertaxe?

Die Gliedertaxe ist die Tabelle in Ihrer Unfallversicherung, die jedem Körperteil einen festen Prozentsatz zuordnet. V …

NAMMERT Assekuradeur GmbH, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand

War das hilfreich?

Norman Nammert Stefan Heinz Josy Olivia Jäkel

Kostenloser Rückruf

Lieber sprechen? Wir rufen zurück.

Nummer und Wunschzeit genügen, jemand aus unserem Team meldet sich. Jede und jeder hier hat den Sportbootführerschein See und Binnen: Wer neu anfängt, macht ihn im ersten Jahr, die Kosten übernehmen wir.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Beratung ohne Versicherungslatein
  • Angebot direkt im Gespräch möglich

Sofort erreichbar: 03375 / 29 12 77 · WhatsApp · info@nammert.com

Wunschzeit

Wir verwenden Ihre Angaben ausschließlich für den Rückruf. Hinweise zur Verarbeitung finden Sie im Datenschutz.