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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Berufsunfähigkeit

Wie lange sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?

Kurz gesagt

Bis zum regulären Rentenbeginn, für die meisten also bis 67. Gerade in den letzten Berufsjahren ist das Risiko am höchsten: auf die Jahre von 47 bis 55 entfallen rund 36 Prozent aller Leistungsentscheidungen. Ein Endalter von 60 spart als Richtwert 15 bis 25 Prozent Beitrag und lässt die sieben teuersten Jahre offen.

Wie lange sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Tarifbeispielen, 1.500 Euro Monatsrente, dazu die gesetzliche Leistung als Vergleich.

BeispielRichtwert
30 Jahre, Büro, Endalter 67rund 70 Euro im Monat
30 Jahre, Büro, Endalter 60etwa 46 bis 58 Euro im Monat
30 Jahre, Handwerk, Endalter 67oft 100 Euro und mehr über dem Bürotarif
Spanne über alle Berufe, Alter und Endalteretwa 20 bis über 200 Euro im Monat
Gesetzliche Erwerbsminderungsrente zum Vergleichim Schnitt etwa 1.091 Euro im Monat (2025)

Richtwerte, Stand September 2026. Der Wert für Endalter 67 stammt aus öffentlich genannten Tarifbeispielen, die Beiträge für kürzere Endalter sind mit der veröffentlichten Regel von 5 bis 10 Prozent je Jahr daraus gerechnet und damit Richtwert aus der Angebotspraxis. Ihr Beitrag hängt von Beruf, Alter, Gesundheit und Tarif ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Industriemechaniker, 30 Jahre, überlegt Endalter 62 statt 67

Was die fünf Jahre sparen und was sie im Ernstfall kosten.

Beitrag bis 67, 1.500 Euro Renterund 170 Euro im Monat
Beitrag bis 62, Richtwertetwa 100 bis 132 Euro im Monat
Ersparnisetwa 38 bis 70 Euro im Monat, über 32 Jahre rund 14.600 bis 26.900 Euro
Wird er mit 60 berufsunfähigdie Rente endet mit 62, fünf Jahre fehlen
Entgangene Rente90.000 Euro

Die Ersparnis ist real, das Risiko aber drei- bis sechsmal so groß. Er bleibt beim Endalter 67 und senkt stattdessen die Rente auf 1.300 Euro. Rechenbeispiel mit Richtwerten.

Warum bis zum Rentenbeginn und nicht kürzer

Die Laufzeit soll genau dort enden, wo Ihre Altersrente beginnt. Sonst entsteht ein Loch, in dem Sie kein Arbeitseinkommen mehr haben, aber auch keine Rente. Für die Jahrgänge ab 1964 ist das der 67. Geburtstag, für ältere Jahrgänge etwas früher. Ihre Renteninformation nennt das Datum.

Das Risiko liegt nicht am Anfang, sondern am Ende des Arbeitslebens. Das Durchschnittsalter bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit liegt bei etwa 47 bis 48 Jahren, und die Häufung reicht bis in die Mitte der Fünfziger: auf die Altersgruppe von 47 bis 55 Jahren entfallen rund 36 Prozent aller Leistungsentscheidungen. Wer die Laufzeit vorzieht, streicht also genau die Jahre, für die er versichert sein wollte.

Versicherungsdauer und Leistungsdauer sind zwei Dinge

Die Versicherungsdauer sagt, bis wann die Berufsunfähigkeit eintreten darf, damit der Vertrag überhaupt greift. Die Leistungsdauer sagt, bis wann dann gezahlt wird. In Angeboten stehen beide Zahlen oft nur als ein Endalter, und das verdeckt den Unterschied.

Manche Tarife bieten eine kurze Versicherungsdauer bis 60 mit einer Leistungsdauer bis 67. Das ist günstiger und ehrlich gebaut: wer mit 59 ausfällt, bekommt bis 67 Geld. Wer mit 61 ausfällt, bekommt nichts. Umgekehrt ist es gefährlich, also lange Versicherungsdauer mit kurzer Leistungsdauer. Verlangen Sie beide Zahlen schriftlich im Angebot.

Endalter, Beitrag und was Sie aufgeben

Die Tabelle rechnet mit dem belegten Richtwert von rund 70 Euro für 1.500 Euro Rente bis 67 im Büro und der Regel, dass jedes gestrichene Jahr etwa 5 bis 10 Prozent Beitrag spart. Die Spalte rechts ist die eigentliche Rechnung.

Sichtbar wird dabei: viel Schutz kostet wenig, und der Verzicht wird schnell teuer. Die letzten sieben Jahre sind billig zu versichern, weil der Beitrag über die gesamte Laufzeit verteilt wird.

EndalterBeitrag, 30 Jahre, Büro, 1.500 Euro RenteWas Sie aufgeben
67rund 70 Euro im Monat, der Vergleichswertnichts, der Schutz reicht bis zur Altersrente
65etwa 60 bis 65 Eurozwei Jahre ohne Schutz vor der Altersrente
63etwa 54 bis 62 Eurovier Jahre, dazu Abschläge, wenn Sie früher in Rente müssen
60etwa 46 bis 58 Eurosieben Jahre mit dem höchsten Risiko
55etwa 38 bis 50 Eurozwölf Jahre, der Schutz endet vor dem Risikogipfel

Fünf Jahre kürzer: die Rechnung

Ein Beispiel mit runden Zahlen: Wer mit 30 statt bis 67 nur bis 62 versichert, spart je nach Tarif etwa 20 bis 30 Prozent Beitrag. Bei 70 Euro sind das 14 bis 21 Euro im Monat, über 32 Jahre Beitragszahlung also rund 5.400 bis 8.100 Euro.

Dagegen steht der Ernstfall. Tritt die Berufsunfähigkeit mit 61 ein, fehlen fünf Jahre Rente. Bei 1.500 Euro im Monat sind das 90.000 Euro, bei 2.000 Euro sogar 120.000 Euro. Die Ersparnis ist echtes Geld, aber sie steht gegen ein Vielfaches davon, und zwar genau in dem Lebensabschnitt, in dem eine Berufsunfähigkeit am wahrscheinlichsten ist.

Die Verlängerungsoption

Das gesetzliche Rentenalter ist in den letzten Jahrzehnten mehrfach angehoben worden. Steigt es erneut, endet Ihre BU vor der Altersrente, obwohl Sie alles richtig gemacht haben. Eine Verlängerungsoption erlaubt es, das Endalter ohne neue Gesundheitsprüfung nachzuziehen. Das ist wichtig, weil eine neue Prüfung mit 55 fast immer zu Ausschlüssen oder einer Ablehnung führt.

Lesen Sie die Bedingungen genau, denn die Option ist meist eng gefasst: kein laufender oder früherer Leistungsfall, ein Endalter von mindestens 65 oder 67, ein festes Zeitfenster, häufig zwischen 50 und 55, und eine Verlängerung nur im Umfang der gesetzlichen Anhebung. Wer sie nicht im Vertrag hat, kann später nicht darauf hoffen.

Wann ein früheres Endalter vertretbar ist

Vertretbar ist es, wenn ab dem früheren Endalter eine andere Quelle sicher zahlt: eine Betriebsrente oder Beamtenversorgung, die ohne Abschlag beginnt, oder Vermögen, das die Jahre bis zur Altersrente nachweislich trägt. Auch wer mit 58 noch abschließt, wählt zwangsläufig eine kurze Laufzeit, und das ist besser als nichts.

Nicht vertretbar ist die Verkürzung als Sparmaßnahme. Wenn der Beitrag zu hoch ist, senken Sie die Rente und halten die Laufzeit. Eine Rente von 1.200 Euro bis 67 schützt besser als 1.800 Euro bis 60, weil sie in den Jahren zahlt, in denen es statistisch passiert.

Schritt für Schritt

  1. In der Renteninformation nachsehen, wann Ihre Altersrente beginnt.
  2. Endalter der BU auf genau dieses Alter setzen, meist 67.
  3. Im Angebot beide Zahlen verlangen: Versicherungsdauer und Leistungsdauer.
  4. Prüfen, ob eine Verlängerungsoption ohne neue Gesundheitsprüfung enthalten ist, samt Zeitfenster.
  5. Wenn der Beitrag zu hoch ist, die Rente senken und die Laufzeit stehen lassen.

Checkliste

  • Endalter gleich dem eigenen Rentenbeginn, meist 67
  • Leistungsdauer nicht kürzer als die Versicherungsdauer
  • Verlängerungsoption ohne neue Gesundheitsprüfung, mit klarem Zeitfenster
  • Nachversicherungsgarantie enthalten
  • Beitrag auch in einem schlechten Jahr tragbar

Häufige Fehler

  • Die Laufzeit kürzen, um den Beitrag zu drücken, statt die Rente zu senken
  • Versicherungsdauer und Leistungsdauer für dasselbe halten
  • Auf eine Verlängerung hoffen, ohne dass sie im Vertrag steht
  • Endalter 60 wählen, weil man ohnehin früher aufhören will, ohne das Geld dafür zu haben
  • Das Endalter nach dem Wunschruhestand wählen statt nach dem Rentenbeginn

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Endalter 65 oder 67?

Bis zu Ihrem eigenen Rentenbeginn, für die Jahrgänge ab 1964 also 67. Zwei Jahre weniger sparen wenig Beitrag und reißen eine Lücke vor der Altersrente.

Wie viel spart ein früheres Endalter?

Als Richtwert 5 bis 10 Prozent Beitrag je gestrichenes Jahr, bei Endalter 60 statt 67 insgesamt oft 15 bis 25 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Versicherungsdauer und Leistungsdauer?

Die Versicherungsdauer sagt, bis wann die Berufsunfähigkeit eintreten darf. Die Leistungsdauer sagt, bis wann gezahlt wird. Beide Zahlen gehören ins Angebot.

Was passiert, wenn das Rentenalter weiter steigt?

Mit einer Verlängerungsoption ziehen Sie ohne neue Gesundheitsfragen nach, meist im Umfang der gesetzlichen Anhebung und nur in einem festen Zeitfenster.

Zahlt die BU nach dem Endalter weiter?

Nein. Mit dem Endalter endet die Rente, danach soll die Altersrente greifen. Genau deshalb müssen beide direkt aneinander anschließen.

Lohnt eine BU mit 55 noch?

Oft ja, wenn Sie gesund sind und den Beitrag tragen, denn die Jahre bis 67 sind die riskantesten. Der Beitrag ist dann allerdings hoch.

Kann ich die Laufzeit später verkürzen?

In der Regel ja, das senkt den Beitrag. Verlängern geht nur mit einer Option im Vertrag oder mit neuer Gesundheitsprüfung.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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