Alles zur Versicherung: Krankenzusatz
Welche Krankenzusatzversicherung ist wirklich sinnvoll?
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Kurz gesagt
Zahlt eine Zusatzversicherung IGeL-Leistungen beim Arzt? Teilweise. Ambulante Tarife erstatten oft Vorsorge und Früherkennung bis zu einem festen Betrag, ein veröffentlichter Tarif etwa bis 200 Euro im Jahr. Was nicht in den Bedingungen steht, zahlen Sie selbst. Nur für IGeL lohnt sich ein Tarif selten, weil der Beitrag das Budget oft auffrisst.
Preise häufiger IGeL und Beiträge ambulanter Zusatztarife aus veröffentlichten Angaben.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Ultraschall der Eierstöcke | etwa 25 bis 53 Euro |
| Glaukom-Früherkennung per Augenspiegelung | etwa 20 bis 40 Euro |
| Hautkrebsscreening als Selbstzahler | etwa 35 bis 100 Euro |
| Ambulanter Zusatztarif, 26 bis 39 Jahre | etwa 18 bis 28 Euro im Monat |
| Ambulanter Zusatztarif, ab 40 Jahren | etwa 22 bis 32 Euro im Monat |
| Vorsorgebudget in einem veröffentlichten Tarif | bis 200 Euro im Jahr, ansparbar bis 1.000 Euro |
IGeL-Preise Stand Juli 2025 aus dem IGeL-Report 2024 und einer Verbraucherrecherche,
Beiträge Stand Oktober 2026 aus veröffentlichten Tarifbeispielen eines Versicherers.
Der Arzt kann je nach Aufwand mehr oder weniger berechnen.
Ihr Beitrag hängt von Alter und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Sie lässt Eierstöcke per Ultraschall, den Augenhintergrund und ein Blutbild prüfen und überlegt, dafür einen ambulanten Tarif abzuschließen.
| Ultraschall der Eierstöcke | 25 bis 53 Euro |
| Augenspiegelung zur Glaukom-Früherkennung | 20 bis 40 Euro |
| Blutbild zur Vorsorge | 40 bis 100 Euro |
| IGeL zusammen | 85 bis 193 Euro im Jahr |
| Ambulanter Tarif ab 40, 22,14 Euro im Monat | 265,68 Euro im Jahr |
Selbst wenn der Tarif alle drei Untersuchungen aus dem Vorsorgebudget erstattet, liegt der Beitrag höher. Nur mit Brille, Heilpraktiker oder Impfungen dazu kann sich der Tarif rechnen.
IGeL heißt individuelle Gesundheitsleistungen. Gemeint sind Untersuchungen und Behandlungen, die Ihre gesetzliche Krankenkasse nicht bezahlt, weil ihr Nutzen nicht belegt ist oder weil kein medizinischer Anlass besteht. Der Arzt rechnet sie privat nach der Gebührenordnung für Ärzte ab.
Häufige Beispiele sind der Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung, die Augeninnendruckmessung zur Glaukomvorsorge, der PSA-Test oder ein großes Blutbild ohne Beschwerden. Haben Sie konkrete Beschwerden oder einen Verdacht, ist dieselbe Untersuchung oft eine Kassenleistung. Fragen Sie deshalb immer zuerst, warum die Kasse hier nicht zahlt.
| IGeL | Preis beim Arzt |
|---|---|
| Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung | etwa 25 bis 53 Euro |
| Augenspiegelung zur Glaukom-Früherkennung | etwa 20 bis 40 Euro |
| Blutbild zur Vorsorge | etwa 40 bis 100 Euro |
| PSA-Bestimmung zur Prostata-Früherkennung | etwa 25 bis 35 Euro |
| Ultraschall der Brust zur Krebsfrüherkennung | etwa 26 bis 60 Euro |
| Vitamin-D-Messung | etwa 27 bis 33 Euro |
Eine ambulante Zusatzversicherung zahlt nicht pauschal jede IGeL, sondern nur, was ihre Bedingungen aufzählen. Üblich ist ein Betrag für Vorsorge und Früherkennung im Jahr, bei einem veröffentlichten Tarif bis 200 Euro, ansparbar bis 1.000 Euro. Manche Tarife nennen nur die Programme der gesetzlichen Kasse, dann sind gerade die typischen IGeL nicht dabei.
Prüfen Sie deshalb drei Dinge: ob der Tarif ausdrücklich Vorsorgeleistungen außerhalb des Kassenkatalogs erstattet, wie hoch das Jahresbudget ist und ob es mit Brille oder Heilpraktiker geteilt wird. Ein gemeinsamer Topf ist schnell durch eine einzige Brille aufgebraucht.
Ein mittlerer ambulanter Tarif kostet in veröffentlichten Beispielen rund 12 bis 32 Euro im Monat. Wer nur zwei oder drei IGeL im Jahr nutzt, zahlt damit oft mehr Beitrag, als er erstattet bekommt. Allein für IGeL lohnt sich ein Tarif deshalb selten.
Anders sieht es aus, wenn Sie den Tarif ohnehin für Brille, Heilpraktiker, Reiseimpfungen oder Zahnreinigung nutzen. Dann ist das Vorsorgebudget eine Beigabe, die Sie mitnehmen. Ein Blick auf die IGeL-Bewertungen des Medizinischen Dienstes lohnt trotzdem: Viele Angebote haben dort keinen belegten Nutzen.
Weiß der Arzt, dass niemand die Kosten sicher übernimmt, muss er Ihnen vor der Behandlung die voraussichtlichen Kosten in Textform nennen. Bei gesetzlich Versicherten braucht er außerdem vorher Ihre schriftliche Zustimmung zur Privatbehandlung und einen Hinweis, dass Sie die Kosten tragen.
Fehlt die schriftliche Zustimmung, hat ein Landgericht dem Arzt den Honoraranspruch ganz abgesprochen. Unterschreiben Sie nichts im Vorbeigehen am Empfang, nehmen Sie sich Bedenkzeit und reichen Sie die Rechnung danach bei Ihrer Zusatzversicherung ein.
Fragen und Antworten
Nein, das macht sie gerade zu IGeL.
Manche Kassen erstatten einzelne Leistungen freiwillig als Satzungsleistung, fragen Sie dort nach.
Für Privatversicherte gibt es den Begriff so nicht.
Die PKV erstattet, was medizinisch notwendig ist und der Tarif vorsieht,
Vorsorge nach den gesetzlichen Programmen gehört meist dazu.
Nach einem Urteil des Landgerichts Mannheim steht dem Arzt ohne vorherige schriftliche Zustimmung
kein Honorar zu.
Eine mündliche Zusage reicht nicht.
Ja, wenn Ihr Tarif die Leistung erstattet und die Wartezeit vorbei ist.
Behandlungen vor Vertragsbeginn sind nicht versichert.
Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes bewertet viele Angebote.
Keine erhielt dort ein klares positiv, drei ein tendenziell positiv.
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