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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Wohngebäude

Ist ein Fertighaus in der Gebäudeversicherung teurer?

Kurz gesagt

Ein Fertighaus ist in der Gebäudeversicherung nur teurer, wenn es nicht massiv gebaut ist. Massive Fertighäuser mit hartem Dach zahlen den normalen Beitrag. Bei Holz- oder Stahlkonstruktionen mit feuerhemmender Verkleidung kommt ein Zuschlag dazu, in einem Tarifbeispiel 0,15 Promille auf 0,75 Promille Grundsatz, also rund ein Fünftel mehr. Ohne solche Verkleidung wird es deutlich teurer oder schwer versicherbar.

Ist ein Fertighaus in der Gebäudeversicherung teurer?

Was es kostet

Beitragssätze aus veröffentlichten Tarif- und Ausbildungsbeispielen, je 1.000 Mark Wert 1914 gerechnet in Promille.

BeispielRichtwert
Grundsatz Feuer, Leitungswasser, Sturm im Tarifbeispiel0,75 Promille
Zuschlag Fertighausgruppe 2 im Tarifbeispiel0,15 Promille, rund 20 Prozent mehr
Zuschlag Bauartklasse III für Holzbauten, Ausbildungsbeispiel0,8 Promille
Wert 1914 von 20.000 Mark, Faktor 27,63, FHG 1 gegen FHG 2etwa 414 gegen 497 Euro im Jahr vor Versicherungsteuer

Die Sätze sind Beispielwerte aus veröffentlichten Tarif- und Lehrbeispielen;

echte Tarife weichen ab,

und viele rechnen heute nach Wohnfläche.

Die Rechnung mit dem Anpassungsfaktor 2026 ist gerechnet, nicht abgefragt.

Ihr Beitrag hängt von Lage, Bauart und Umfang ab; als Makler holen wir das genaue Angebot ein.

Rechenbeispiel

Holzständer-Fertighaus, Wert 1914 von 20.000 Mark

So wirkt die Fertighausgruppe auf den Beitrag, gerechnet mit den Sätzen aus dem Tarifbeispiel und dem Anpassungsfaktor 2026.

Gruppe 1: 20.000 × 0,75 Promille × 27,63414,45 Euro
Gruppe 2: 20.000 × 0,90 Promille × 27,63497,34 Euro
Mehrbeitrag Gruppe 282,89 Euro im Jahr

Die feuerhemmende Verkleidung kostet in diesem Beispiel rund 83 Euro im Jahr extra, jeweils vor Versicherungsteuer. Ohne sie wäre der Zuschlag höher oder das Haus nur auf Anfrage versicherbar.

Fertighausgruppen statt Bauartklassen

Massiv gebaute Häuser teilen Versicherer in Bauartklassen ein, Fertighäuser in eigene Fertighausgruppen. Beide Einteilungen fragen dasselbe: Wie leicht brennt das Haus, und wie schwer ist es nach einem Feuer wieder aufzubauen?

Je niedriger die Gruppe, desto günstiger der Beitrag. Viele Tarife setzen ihre Grundbeiträge für Gruppe 1 an und rechnen für Gruppe 2 und 3 einen Zuschlag. Manche Versicherer verzichten auf die Gruppen und verlangen für nicht massive Häuser einen pauschalen Aufschlag.

GruppeBauweiseWirkung auf den Beitrag
FHG 1massive, nicht brennbare Bauteile, hartes DachGrundbeitrag ohne Zuschlag
FHG 2Tragwerk aus Holz, Stahl oder Leichtbau, verkleidet mit Putz, Klinker, Gipsplatten oder Blech, hartes DachZuschlag, im Beispiel 0,15 Promille
FHG 3wie FHG 2, aber ohne feuerhemmende Verkleidung, oft Kunststoffverkleidunghöherer Zuschlag oder Ablehnung
Weiches DachReet, Stroh, Holzeigene, teurere Klasse

Worauf es bei der Einstufung ankommt

Entscheidend ist nicht, ob das Haus in der Fabrik vorgefertigt wurde, sondern woraus es besteht. Ein Fertighaus aus Betonelementen mit Ziegeldach steht in Gruppe 1 und kostet so viel wie ein gemauertes Haus.

Bei den häufigen Holzständerhäusern zählt die Außenhaut. Sind die Holzteile mit Putz, Klinker oder Gipsplatten feuerhemmend verkleidet, reicht das meist für Gruppe 2. Liegt das Holz offen oder hinter Kunststoff, landet das Haus in Gruppe 3. Bei gemischter Bauweise stufen Versicherer nach dem schlechteren Teil ein.

Was das in Euro bedeutet

In einem veröffentlichten Tarifbeispiel setzt sich der Grundsatz aus 0,20 Promille für Feuer, 0,30 Promille für Leitungswasser und 0,25 Promille für Sturm und Hagel zusammen, zusammen 0,75 Promille der Summe 1914. Für ein Fertighaus der Gruppe 2 kommen 0,15 Promille dazu.

Bei einem Haus mit Wert 1914 von 20.000 Mark und dem Anpassungsfaktor 2026 von 27,63 sind das rund 83 Euro mehr im Jahr vor Versicherungsteuer. Für Holzbauten außerhalb der Fertighausgruppen nennt die Ausbildungsliteratur sogar 0,8 Promille Zuschlag, damit verdoppelt sich der Grundbeitrag fast.

Wenn das Haus zu hoch eingestuft wird

Viele Eigentümer kennen ihre Gruppe nicht und kreuzen im Antrag vorsichtshalber die schlechtere an. Das kostet Jahr für Jahr Geld. Die Baubeschreibung des Herstellers zeigt, welche Verkleidung verbaut ist und ob Wände und Decken feuerhemmend ausgeführt sind.

Umgekehrt ist eine zu günstige Angabe gefährlich. Stimmt die Bauart im Antrag nicht, darf der Versicherer nach Paragraf 19 VVG je nach Verschulden zurücktreten, kündigen oder den Vertrag rückwirkend zu seinen Bedingungen anpassen. Legen Sie im Zweifel die Baubeschreibung bei und lassen Sie die Einstufung schriftlich bestätigen.

Wann der Unterschied kaum zählt

Ein modernes Fertighaus mit Putzfassade und Ziegeldach liegt oft in Gruppe 2 oder sogar in Gruppe 1. Der Zuschlag betrifft dann vor allem den Feueranteil, während Leitungswasser, Sturm und Elementarschäden genauso berechnet werden wie beim Massivhaus.

Schwierig wird es bei älteren Holzfertighäusern ohne feuerhemmende Verkleidung. Manche passen nicht einmal in Gruppe 3 und sind nicht nach Tarif versicherbar. Dann hilft nur ein Angebot auf Anfrage, das ein Makler bei mehreren Versicherern einholt.

Schritt für Schritt

  1. Baubeschreibung des Herstellers heraussuchen: Tragwerk, Außenverkleidung, Dach.
  2. Fertighausgruppe danach selbst bestimmen, nicht schätzen.
  3. Im Antrag die richtige Gruppe angeben und die Baubeschreibung beilegen.
  4. Angebote mehrerer Versicherer vergleichen, denn Zuschläge und Einteilung unterscheiden sich.
  5. Nach einer neuen Fassade oder Dacheindeckung die Einstufung prüfen lassen.

Checkliste

  • Fertighausgruppe aus der Baubeschreibung belegt
  • Hartes Dach aus Ziegel, Beton, Schiefer oder Metall
  • Feuerhemmende Außenverkleidung nachgewiesen
  • Einstufung vom Versicherer schriftlich bestätigt
  • Wert 1914 oder Wohnfläche korrekt angegeben

Häufige Fehler

  • Aus Unsicherheit Gruppe 3 ankreuzen, obwohl das Haus verkleidet ist
  • Ein Holzhaus als Massivhaus angeben und im Schadenfall gekürzt werden
  • Kunststoffverkleidung nachrüsten und damit die Einstufung verschlechtern
  • Nach einer Ablehnung aufgeben, statt ein Angebot auf Anfrage einzuholen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Woran erkenne ich die Fertighausgruppe meines Hauses?

An der Baubeschreibung oder Bauakte: Sie nennt Tragwerk, Wandaufbau, Außenverkleidung und Dach.

Fehlt sie, fragen Sie beim Hersteller oder beim Bauamt nach.

Ist ein Holzhaus immer teurer zu versichern?

Meist ja, weil Holz leichter brennt.

Wie viel teurer, hängt von der Verkleidung und vom Versicherer ab.

Mit feuerhemmender Verkleidung fällt der Zuschlag deutlich kleiner aus.

Zahlt die Versicherung beim Fertighaus im Schaden weniger?

Nein, wenn die Einstufung stimmt.

Dann ist das Haus genauso zum Neuwert versichert wie ein Massivhaus.

Gefährlich wird nur eine falsche Angabe im Antrag.

Werden Fertighäuser abgelehnt?

Selten,

aber es kommt vor: Häuser ohne feuerhemmende Verkleidung erfüllen manchmal nicht einmal die

Anforderungen der Gruppe 3.

Dann gibt es nur Einzelangebote auf Anfrage.

Rechnen alle Versicherer mit Fertighausgruppen?

Nein.

Einige fragen nur, ob das Haus massiv ist, und schlagen sonst pauschal auf.

Deshalb kann dasselbe Fertighaus bei zwei Anbietern sehr unterschiedlich kosten.

Quellen

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