Alles zur Versicherung: Wohngebäude
Ist die Wohngebäudeversicherung Pflicht?
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Kurz gesagt
Der Wert 1914 ist der gedachte Neubaupreis Ihres Hauses in Mark von 1914. Was bedeutet das? Der Versicherer rechnet ihn jedes Jahr mit dem Baupreisindex auf heute um, 2026 mit dem Faktor 22,636. Ein Haus mit Wert 1914 von 20.000 Mark ist damit für rund 452.700 Euro versichert. Der Vorteil: Die Summe wächst mit den Baupreisen, solange der Ausgangswert in der Gebäudeversicherung stimmt.
Veröffentlichte Faktoren für 2026 und was daraus folgt.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Baupreisindex 2026, 1914 = 100 | 2.263,6 |
| Anpassungsfaktor 2026 und gleitender Neuwertfaktor | 27,63 und 27,8, ein Plus von rund 4,2 Prozent |
| Mehrbeitrag 2026 bei 300.000 bis 600.000 Euro Versicherungswert | etwa 18 bis 40 Euro im Jahr |
| Neubauwert bei Wert 1914 von 15.000 bis 30.000 Mark | etwa 339.500 bis 679.100 Euro |
Indexwerte gelten für Beiträge mit Fälligkeit ab 1.
Januar 2026.
Der Beitragssatz im Rechenbeispiel und die übliche Spanne des Werts 1914 für Einfamilienhäuser sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Rechenbeispiel
Der Wertermittlungsbogen ergibt einen Wert 1914 von 22.000 Mark. So werden daraus Versicherungssumme und Beitrag 2026.
| Versicherungssumme (22.000 × 2.263,6 ÷ 100) | rund 498.000 Euro |
| Beitragssatz 0,8 Promille auf den Wert 1914 (Richtwert) | 17,60 Mark |
| × Anpassungsfaktor 27,63 | rund 486 Euro im Jahr |
| Zum Vergleich 2025, rund 4,2 Prozent weniger | rund 466 Euro |
Das Haus ist 2026 für knapp 500.000 Euro Neubauwert versichert, der Beitrag steigt um rund 20 Euro, ohne dass sich am Schutz etwas ändert.
Vor dem Ersten Weltkrieg waren die Baupreise in Deutschland lange stabil. Danach folgten Inflation, Währungsreformen und der Wechsel zum Euro. Damit Versicherungssummen nicht ständig neu verhandelt werden müssen, rechnen die Versicherer mit einem Wert in Mark von 1914 als fester Basis.
Sie zahlen also nicht für eine Summe in Euro, die nach ein paar Jahren veraltet ist. Stattdessen steht im Vertrag ein Wert 1914, und der wird jedes Jahr über einen Index in heutige Baupreise übersetzt.
Der Baupreisindex für Wohngebäude, umgerechnet auf 1914 gleich 100, macht aus dem Wert 1914 die heutige Versicherungssumme in Euro. 2026 liegt er bei 2.263,6.
Der Anpassungsfaktor bestimmt dagegen den Beitrag. Er setzt sich überwiegend aus dem Baupreisindex und zu einem kleineren Teil aus den Tariflöhnen am Bau zusammen. Steigt er, steigt Ihr Beitrag, ohne dass sich am Schutz etwas ändert.
| Kennzahl | Wert 2026 | Wofür |
|---|---|---|
| Baupreisindex, 1914 = 100 | 2.263,6 | Versicherungssumme in Euro |
| Anpassungsfaktor | 27,63 | Beitrag bei neueren Bedingungen |
| Gleitender Neuwertfaktor | 27,8 | Beitrag bei älteren Bedingungen |
| Anpassungsfaktor 2016 | etwa 17 | zum Vergleich |
Für Ein- und Zweifamilienhäuser nutzen Versicherer einen Wertermittlungsbogen. Sie geben Wohnfläche, Bauart, Dach, Keller, Garage und Ausstattung wie Fußbodenheizung oder Parkett an. Daraus ergibt sich ein Betrag in Mark je Quadratmeter, multipliziert mit der Fläche.
Bei Mehrfamilienhäusern wird oft nach umbautem Raum gerechnet. Bei sehr hochwertigen, denkmalgeschützten oder ungewöhnlichen Häusern ist ein Gutachten sinnvoller als der Bogen.
Viele neuere Tarife rechnen gar nicht mehr mit dem Wert 1914, sondern mit der Wohnfläche. Stimmt die Fläche, verzichtet der Versicherer auf den Abzug wegen Unterversicherung. Dann ist der Wert 1914 für Sie nur noch eine interne Rechengröße.
Prüfen sollten Sie ihn bei alten Verträgen, bei einem übernommenen Vertrag nach dem Hauskauf und nach Anbau, Ausbau oder hochwertiger Sanierung. Ein zu niedriger Wert bleibt sonst dauerhaft zu niedrig, egal wie stark der Index steigt.
Fragen und Antworten
Wert 1914 mal Baupreisindex geteilt durch 100. 2026 also mal 22,636.
Weil der Anpassungsfaktor den Baupreisen und Löhnen folgt. 2026 stieg er um rund 4,2 Prozent.
Bei gleitender Neuwertversicherung nicht. Ohne sie würde die Summe hinter den Baupreisen zurückbleiben.
Nein. Auch ein Neubau von heute bekommt einen Wert 1914, er ist nur eine Rechenbasis.
Dann droht Unterversicherung, und der Versicherer kürzt jeden Schaden im Verhältnis.
Für ein übliches Einfamilienhaus reicht meist der Bogen. Bei Villen, Denkmälern oder besonderer Bauweise lohnt sich ein Gutachten.
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Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37.
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