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Gibt es Rabatt in der Hausratversicherung für Einbruchschutz?

Kurz gesagt

Einen festen Rabatt für Einbruchschutz gibt es in der Hausratversicherung nicht. Manche Tarife senken den Beitrag für eine VdS-anerkannte Alarmanlage mit Aufschaltung auf eine Leitstelle, bei Jahresbeiträgen von oft 70 bis 140 Euro bleibt die Ersparnis aber klein. Der echte Gewinn liegt woanders: 2025 scheiterten 44,9 Prozent aller Wohnungseinbrüche im Versuch.

Gibt es Rabatt in der Hausratversicherung für Einbruchschutz?

Was es kostet

Was Einbruchschutz kostet und was die Hausratversicherung kostet, nach veröffentlichten Angaben.

BeispielRichtwert
Einbruchmeldeanlage für ein Einfamilienhaus, mit Einbauetwa 1.300 bis 5.000 Euro
Geprüfte Fenstersicherung für Griff- und Scharnierseiteunter 100 Euro je Fenster
Geprüfte Türsicherung mit Querriegel oder Stangenab etwa 215 Euro
Hausratversicherung, 2 Zimmer, 65 Quadratmeteretwa 70 bis 140 Euro im Jahr
Hausratversicherung, 3 Zimmer, 90 Quadratmeteretwa 90 bis 190 Euro im Jahr

Stand Oktober 2026.

Die Preise für Tür- und Fenstersicherungen stammen aus einem Test von 2020 und gelten ohne Einbau.

Die Höhe eines Nachlasses für eine Alarmanlage, etwa 5 bis 15 Prozent,

wenn ein Tarif ihn überhaupt vorsieht, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Paar, 90 Quadratmeter, Alarmanlage nur wegen des Rabatts

Angenommene Werte, damit sichtbar wird, wie Nachlass und Anschaffung zueinander stehen.

Jahresbeitrag Hausrat160 Euro
Nachlass für die Alarmanlage, angenommen 10 Prozent16 Euro im Jahr
Alarmanlage mit Einbau, angenommen2.000 Euro
Jahre, bis der Nachlass die Anlage bezahlt hat125 Jahre, Wartung und Leitstelle nicht eingerechnet

Über den Beitrag rechnet sich die Anlage nie. Kaufen Sie sie, weil sie Einbrüche erschwert, nicht wegen des Rabatts.

Wann ein Nachlass möglich ist

Der Beitrag einer Hausratversicherung richtet sich vor allem nach Wohnort, Wohnfläche und Leistungsumfang. Ob ein Tarif für Einbruchschutz überhaupt einen Nachlass kennt, steht im Antrag oder in den Tarifbestimmungen. Ein allgemeines Recht darauf gibt es nicht.

Wo es einen Nachlass gibt, sind die Hürden hoch: Die Anlage muss VdS-zertifiziert sein, also von der Prüfstelle der Versicherer anerkannt, alle Bauteile müssen geprüft sein, eine Fachfirma baut sie ein, sie ist auf eine Notruf- und Serviceleitstelle aufgeschaltet und wird regelmäßig gewartet. Eine Funkalarmanlage aus dem Baumarkt oder eine einzelne Kamera erfüllt das nicht.

Melden Sie den geplanten Einbau vorher Ihrem Versicherer und fragen Sie, welche Klasse er verlangt. Für Wohnungen und kleinere Objekte empfiehlt die Polizei die VdS-Klasse A.

MaßnahmeKosten nach QuellenNachlass in der Hausrat
Fenstersicherung für Griff- und Scharnierseiteunter 100 Euro je Fensterselten, nur wenn der Tarif es vorsieht
Querriegel oder Stangenschloss an der Wohnungstürab etwa 215 Euroselten, nur wenn der Tarif es vorsieht
Einbruchhemmende Tür nach DIN EN 1627, mindestens RC 2je nach Tür und Einbauselten, nur wenn der Tarif es vorsieht
VdS-anerkannte Einbruchmeldeanlage mit Aufschaltungetwa 1.300 bis 5.000 Euromöglich, mit Pflichten

Was ein Nachlass Sie verpflichtet

Wer eine Sicherung im Vertrag angibt, muss sie auch nutzen. Nach den Musterbedingungen des GDV ist es eine Gefahrerhöhung, wenn vereinbarte Sicherungen beseitigt, vermindert oder nicht gebrauchsfähig sind, auch nach einem Umzug.

Eine übliche Zusatzklausel verlangt außerdem: Ist niemand in der Wohnung, müssen alle Schlösser und vereinbarten Sicherungen betätigt und die Alarmanlage eingeschaltet sein. Ausgenommen sind nur sehr kurze Wege, etwa zum Briefkasten. Störungen müssen Sie sofort beheben lassen.

Verletzen Sie eine solche Pflicht grob fahrlässig, darf der Versicherer seine Leistung nach § 28 Abs. 2 VVG im Verhältnis zur Schwere Ihres Verschuldens kürzen, bei Vorsatz entfällt sie. Ein Nachlass von wenigen Euro kann also im Schadenfall teuer werden, wenn die Anlage an diesem Tag aus war.

Warum sich Einbruchschutz trotzdem lohnt

Die Polizei zählte 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich der Versuche. 44,9 Prozent davon scheiterten, häufig weil Fenster und Türen gut gesichert waren.

Ein versicherter Einbruch kostete 2025 im Schnitt 3.850 Euro. Dazu kommen Dinge, die keine Versicherung ersetzt: Erinnerungsstücke, Zeit und das Gefühl, in der eigenen Wohnung sicher zu sein.

Die Reihenfolge ist klar: zuerst mechanischer Schutz an Türen und Fenstern, dann bei Bedarf Elektronik. Eine Alarmanlage ergänzt Schlösser und Riegel, sie ersetzt sie nicht.

Förderung und Steuer statt Rabatt

Die KfW fördert Einbruchschutz über den Kredit 159 "Altersgerecht Umbauen" mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit, etwa für einbruchhemmende Türen, Nachrüstsysteme für Fenster und Türen oder Meldeanlagen. Ein Fachunternehmen muss die Arbeiten ausführen, Eigenleistung wird nicht gefördert. Stellen Sie den Antrag vor Beginn der Arbeiten.

Ohne Förderkredit können Sie 20 Prozent der Arbeitskosten eines Handwerkers von der Einkommensteuer abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr (§ 35a Abs. 3 EStG). Material zählt nicht mit. Für eine Maßnahme, die Sie mit einem zinsverbilligten Darlehen fördern lassen, gibt es diesen Abzug nicht, Sie müssen sich also entscheiden.

Wann Sie keinen Nachlass suchen sollten

Wohnen Sie im oberen Stock mit stabiler Tür und zahlen Sie einen kleinen Beitrag, lohnt der Aufwand für einen Nachlass kaum. Wichtiger ist dann ein Tarif, der grobe Fahrlässigkeit einschließt, damit ein vergessenes gekipptes Fenster nicht zur Kürzung führt.

Als Mieter sprechen Sie Bohrungen an Tür und Fenster vorher mit dem Vermieter ab.

Schritt für Schritt

  1. Schwachstellen ermitteln: Eine polizeiliche Beratungsstelle berät kostenlos und neutral.
  2. Zuerst Türen und Fenster mechanisch sichern, mit geprüften Produkten nach DIN EN 1627, mindestens RC 2.
  3. Vor dem Kauf einer Alarmanlage beim Versicherer fragen, ob und unter welchen Bedingungen es einen Nachlass gibt.
  4. Förderkredit oder Steuerabzug wählen und den Kreditantrag vor Beginn der Arbeiten stellen.
  5. Rechnungen, Zertifikat und Wartungsvertrag aufbewahren.
  6. Nach einem Umzug dem Versicherer in Textform mitteilen, ob die vereinbarten Sicherungen auch in der neuen Wohnung vorhanden sind.

Checkliste

  • Anlage VdS-zertifiziert und von einer Fachfirma eingebaut
  • Aufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle vorhanden
  • Wartungsvertrag abgeschlossen
  • Alarmanlage bei Abwesenheit immer eingeschaltet
  • Grobe Fahrlässigkeit im Hausrattarif eingeschlossen
  • Förderkredit oder Steuerabzug genutzt, nicht beides für dieselbe Maßnahme

Häufige Fehler

  • Eine Alarmanlage nur wegen des Rabatts kaufen
  • Sicherungen im Antrag angeben und dann nicht benutzen
  • Eine Anlage ohne VdS-Prüfung einbauen und mit einem Nachlass rechnen
  • Die Sicherungen nach dem Umzug nicht neu melden
  • Den KfW-Kredit erst nach Beginn der Arbeiten beantragen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Bekomme ich als Mieter einen Rabatt für ein Zusatzschloss?

Selten.

Ob Ihr Tarif mechanische Sicherungen überhaupt berücksichtigt, steht in den Tarifbestimmungen.

Fragen Sie vorher nach und sprechen Sie Bohrungen mit dem Vermieter ab.

Reicht eine Videokamera für einen Nachlass?

In der Regel nicht.

Wo es einen Nachlass gibt, verlangen Versicherer eine VdS-zertifizierte Einbruchmeldeanlage mit

geprüften Bauteilen, Aufschaltung und Wartung.

Muss ich die Alarmanlage immer einschalten?

Wenn sie im Vertrag vereinbart ist, ja, sobald niemand in der Wohnung ist.

Ist sie bei einem Einbruch aus,

kann der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit kürzen und bei Vorsatz ganz leistungsfrei sein.

Zahlt die Hausrat weniger, wenn ich keine Alarmanlage habe?

Nein, wenn keine Anlage vereinbart war.

Das Fehlen ist dann kein Grund für eine Kürzung.

Entscheidend ist, dass Sie Türen und Fenster schließen und vereinbarte Sicherungen nutzen.

Kann ich Einbruchschutz von der Steuer absetzen?

Die Arbeitskosten des Handwerkers ja: 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro Steuerermäßigung im Jahr,

zusammen mit anderen Handwerkerleistungen.

Material zählt nicht, und mit einem geförderten Kredit für dieselbe Maßnahme entfällt der Abzug.

Gibt es einen Zuschuss für Einbruchschutz?

Die KfW bietet für Einbruchschutz den Kredit 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit an.

Einen eigenen Zuschuss nennt ihre Programmseite derzeit nicht.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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