Alles zur Versicherung: Private Krankenversicherung
Wer darf in die private Krankenversicherung wechseln?
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Kurz gesagt
Sollten sich Studenten privat krankenversichern? Meist nicht: Die gesetzliche Studentenversicherung kostet 2026 rund 145 bis 152 Euro im Monat mit Pflege, und die Befreiung für die private Versicherung gilt für das ganze Studium. Sinnvoll ist privat vor allem für Kinder von Beamten mit Beihilfe. Ausbildungstarife kosten etwa 80 bis 400 Euro im Monat.
Monatsbeiträge 2026 für Studierende, gesetzlich und privat, aus öffentlich genannten Beispielen.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Gesetzliche Studentenversicherung, kinderlos ab 23, mit Pflege | rund 145 bis 152 Euro im Monat |
| Privater Studententarif, 20 Jahre, günstiger Tarif | etwa 80 bis 95 Euro im Monat, mit 1.000 Euro Selbstbehalt im Jahr |
| Privater Studententarif, 20 bis 26 Jahre, mittlere Leistung | etwa 115 bis 150 Euro im Monat |
| Privater Studententarif mit hoher Leistung, 21 bis 29 Jahre | etwa 210 bis 380 Euro im Monat |
| Private Vollversicherung nach dem Studium, Berufseinsteiger | etwa 521 bis 834 Euro im Monat |
Richtwerte, Stand Oktober 2026,
aus öffentlich genannten Beitragsbeispielen und Angaben der Stiftung Warentest.
Private Beiträge hängen von Alter, Gesundheit, Selbstbehalt und Leistung ab;
das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Er ist nicht familienversichert und vergleicht die Krankenkasse mit einem günstigen privaten Studententarif mit 1.000 Euro Selbstbehalt.
| Gesetzlich mit Pflege, 12 × rund 148 Euro | rund 1.776 Euro im Jahr |
| Privat, 12 × rund 95 Euro | rund 1.140 Euro im Jahr |
| Privat, Selbstbehalt bei Arztkosten bis | 1.000 Euro im Jahr |
| Privat im ungünstigen Jahr | bis etwa 2.140 Euro |
Ist er gesund, spart er privat rund 636 Euro im Jahr. Braucht er Behandlungen, zahlt er bis zu 364 Euro mehr, und er bleibt bis zum Studienende gebunden. Richtwerte aus den genannten Beispielen.
Wer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben ist, wird in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig, so regelt es § 5 Absatz 1 Nummer 9 SGB V. Die Pflicht endet grundsätzlich mit dem 30. Geburtstag, mit Ausnahmen etwa beim Zweiten Bildungsweg.
Sind Sie über einen gesetzlich versicherten Elternteil familienversichert, sind Sie nach § 5 Absatz 7 SGB V nicht als Student pflichtversichert. Die Familienversicherung ist beitragsfrei, eine private Versicherung bringt Ihnen dann fast nie einen Vorteil.
Die Wahl stellt sich also vor allem für Studierende, deren Eltern privat versichert sind, und für alle, die wegen Alter oder Einkommen aus der Familienversicherung fallen.
| Ihre Lage | Was naheliegt |
|---|---|
| Eltern gesetzlich, Sie unter 25, kaum Einkommen | Familienversicherung, 0 Euro |
| Eltern Beamte, Beihilfe für Sie als Kind | privat oft günstig, solange Kindergeld fließt |
| Eltern privat, nicht verbeamtet | Vergleich nötig, gesetzlich meist planbarer |
| Über 25, nicht mehr familienversichert | gesetzlich als Student, rund 145 bis 152 Euro |
| Später sicher selbstständig oder verbeamtet | privat kann passen, Bindung bedenken |
Um privat versichert zu sein, beantragen Sie bei einer Krankenkasse die Befreiung von der Versicherungspflicht. Der Antrag muss nach § 8 Absatz 2 SGB V innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht gestellt werden, also in der Regel nach der Einschreibung. Sie müssen eine andere Absicherung für den Krankheitsfall nachweisen.
Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Sie gilt nach Angaben der Stiftung Warentest für das ganze Studium. Eine Ausnahme ist eine Lücke von mindestens einem Monat zwischen Bachelor und Master mit Exmatrikulation, danach können Sie neu wählen.
Für Sie heißt das: Wer privat startet und nach zwei Semestern merkt, dass die Beiträge drücken, kann bis zum Studienende nicht in die Krankenkasse zurück.
Kinder von Beamten bekommen Beihilfe vom Dienstherrn der Eltern. Die private Versicherung muss dann nur den Rest abdecken und ist entsprechend günstig. Der Haken: Mit dem Ende des Kindergeldes, meist mit 25, fällt die Beihilfe weg, und der Beitrag steigt deutlich.
Auch wer nach dem Studium sicher verbeamtet wird oder sich selbstständig macht, landet später ohnehin in der privaten Versicherung. Für alle anderen ist die gesetzliche Studentenversicherung meist der ruhigere Weg.
Viele private Versicherer haben Ausbildungstarife für Studierende. Sie sind günstig, weil sie keine oder nur geringe Alterungsrückstellungen bilden, also kein Polster für höhere Kosten im Alter. Nach dem Studium wechseln Sie in einen regulären Tarif, der für Berufseinsteiger etwa 521 bis 834 Euro im Monat kosten kann.
Achten Sie auf die Pflegepflichtversicherung: Manche Studententarife enthalten sie, andere nicht. Ein Tarif mit hohem Selbstbehalt sieht günstig aus, kann im Jahr mit Arztbesuchen aber teurer werden als die Krankenkasse.
Nehmen Sie nach dem Abschluss eine Stelle mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze an, 2026 sind das 77.400 Euro im Jahr, werden Sie wieder gesetzlich pflichtversichert. Damit endet der Weg in der privaten Versicherung oft nach wenigen Jahren.
Schwieriger wird es ohne Job: Finden Sie nach dem Studium nicht gleich eine Stelle, zahlen Sie den privaten Beitrag womöglich weitgehend selbst. Machen Sie sich selbstständig, bleiben Sie privat versichert, auch wenn das Einkommen anfangs niedrig ist. Eine Härtefallregel für unbezahlte Beiträge gibt es nicht.
Fragen und Antworten
Während des Studiums in der Regel nicht, die Befreiung ist unwiderruflich.
Eine Ausnahme ist eine Lücke von mindestens einem Monat mit Exmatrikulation zwischen Bachelor und
Master.
Drei Monate ab Beginn der Versicherungspflicht, meist ab der Einschreibung.
Danach ist eine Befreiung nicht mehr möglich.
Meist ja, solange Beihilfe gezahlt wird.
Planen Sie aber ein, dass sie mit dem Ende des Kindergeldes wegfällt und der Beitrag dann steigt.
Ja, nach § 13a BAföG erhöht sich der Bedarf um bis zu 102 Euro für die Krankenversicherung und 35
Euro für die Pflegeversicherung,
wenn der private Schutz die Vorgaben erfüllt.
Liegt Ihr Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze, 2026 sind das 77.400 Euro im Jahr,
werden Sie wieder gesetzlich pflichtversichert.
Er wird nach dem BAföG-Bedarf berechnet,
und der Beitragssatz beträgt nach § 245 SGB V nur sieben Zehntel des allgemeinen Satzes.
Dazu kommen Zusatzbeitrag und Pflege.
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