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Wann sollte man mit der Altersvorsorge beginnen?

Kurz gesagt

Am besten sofort, sobald teure Schulden getilgt sind, ein Notgroschen liegt und der Schutz Ihrer Arbeitskraft steht. Der Grund ist die Zeit: Für 200.000 Euro mit 67 brauchen Sie ab 25 rund 88 Euro im Monat, ab 35 rund 173 Euro, ab 45 rund 366 Euro. Gerechnet mit 6 Prozent Rendite im Jahr, die niemand garantiert.

Wann sollte man mit der Altersvorsorge beginnen?

Was es kostet

Eigene Rechnung: monatliche Einzahlung, 6 Prozent Rendite im Jahr, Ziel 200.000 Euro im Alter von 67.

BeispielRichtwert
Start mit 25, Ziel 200.000 Euro mit 67rund 88 Euro im Monat, insgesamt rund 44.400 Euro eingezahlt
Start mit 35, gleiches Zielrund 173 Euro im Monat, insgesamt rund 66.300 Euro eingezahlt
Start mit 45, gleiches Zielrund 366 Euro im Monat, insgesamt rund 96.700 Euro eingezahlt
Kleinster sinnvoller Einstieg in einen Sparplanab etwa 25 Euro im Monat

Die 6 Prozent sind eine Annahme, keine Zusage. Historisch lag ein zwanzig Jahre laufender Sparplan auf den weltweiten Aktienindex im Schnitt über 8 Prozent im Jahr; wir rechnen bewusst darunter, weil Kosten, Steuern und schwache Jahrzehnte dazugehören. Der Kaufkraftverlust ist in den Endbeträgen nicht abgezogen. Stand September 2026.

Rechenbeispiel

Anna und Ben, gleiches Ziel, zwanzig Jahre Unterschied

Beide wollen mit 67 auf 200.000 Euro kommen, gerechnet mit 6 Prozent im Jahr.

Anna beginnt mit 25 und zahlt 88 Euro im Monat504 Monate, rund 44.400 Euro eingezahlt
Ben beginnt mit 45 und zahlt 366 Euro im Monat264 Monate, rund 96.700 Euro eingezahlt
Endkapital mit 67bei beiden rund 200.000 Euro
Unterschied bei der eigenen Einzahlungrund 52.300 Euro

Anna zahlt weniger als die Hälfte ein und landet beim selben Betrag. Den Rest hat die Zeit erledigt, nicht das Produkt. Bleibt die Rendite unter 6 Prozent, fällt das Ergebnis bei beiden niedriger aus, der Vorsprung von Anna bleibt.

Warum die Zeit mehr bringt als die Sparrate

Beim Sparen arbeitet nicht nur Ihr Geld, sondern auch der Ertrag des Geldes. Dieser Zinseszins braucht Jahrzehnte, bis man ihn sieht. In den ersten zehn Jahren passiert wenig, in den letzten zehn Jahren passiert das meiste.

Deshalb schlägt ein kleiner Betrag früh einen großen Betrag spät. Wer zwanzig Jahre später anfängt, muss für dasselbe Ziel ungefähr das Vierfache im Monat aufbringen.

StartMonatlich für 200.000 Euro mit 67Insgesamt eingezahlt
mit 25 Jahrenrund 88 Eurorund 44.400 Euro
mit 35 Jahrenrund 173 Eurorund 66.300 Euro
mit 45 Jahrenrund 366 Eurorund 96.700 Euro

Was zuerst kommt, bevor Sie sparen

Ein Dispokredit oder ein Ratenkauf kostet oft mehr Zinsen, als ein Sparplan im Schnitt einbringt. Diese Schulden zuerst zu tilgen ist die sicherste Rendite, die Sie bekommen können.

Danach kommt der Notgroschen, als Orientierung drei Netto-Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto. Ohne ihn verkaufen Sie bei der ersten kaputten Waschmaschine genau dann, wenn die Kurse unten stehen.

Der dritte Punkt ist der Schutz Ihrer Arbeitskraft. Wer berufsunfähig wird, kann nichts mehr einzahlen. Diese Absicherung bekommen Sie jung und gesund am ehesten und am günstigsten, später oft gar nicht mehr.

Renditeannahmen offen gerechnet

Jede Hochrechnung steht und fällt mit der Annahme. Wir rechnen mit 6 Prozent im Jahr. Zum Vergleich: Sparpläne auf den weltweiten Aktienindex kamen über zwanzig Jahre im Schnitt auf über 8 Prozent, gemessen an einer Datenreihe von fünfzig Jahren.

Wir bleiben bewusst darunter, weil Kosten, Steuern und schwache Jahrzehnte dazugehören. Und die Zahlen sind nominal: Bei 2 Prozent Geldentwertung im Jahr sind 200.000 Euro in vierzig Jahren nur rund 90.000 Euro von heute wert.

Annahme150 Euro im Monat von 25 bis 67Davon eingezahlt
4 Prozent im Jahrrund 196.000 Euro75.600 Euro
6 Prozent im Jahrrund 341.000 Euro75.600 Euro
7 Prozent im Jahrrund 457.000 Euro75.600 Euro

Wann früh anfangen nicht die beste Idee ist

Wenn Ihr Einkommen schwankt oder die Ausbildung noch läuft, ist ein fester Vertrag über Jahrzehnte riskant. Ein Weg, den Sie jederzeit anhalten und wieder aufnehmen können, passt dann besser.

Auch wer in den nächsten Jahren eine Immobilie kaufen will, sollte das Geld nicht langfristig binden. Und ein Vertrag, den Sie nach drei Jahren beitragsfrei stellen, kostet meist mehr, als er je einbringt.

Was das mit der gesetzlichen Rente zu tun hat

Das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent und ist gesetzlich bis 2031 gesichert. Diese 48 Prozent meinen aber nicht Ihr letztes Gehalt, sondern das Verhältnis einer Rente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst zum Durchschnittsverdienst aller Beschäftigten.

Wer weniger Jahre einzahlt oder über dem Durchschnitt verdient, landet anteilig darunter. Die Lücke ist damit planbar, und je früher Sie sie kennen, desto kleiner ist der Betrag, den Sie monatlich dafür brauchen.

Schritt für Schritt

  1. Teure Schulden auflisten und zuerst tilgen, vor allem Dispo und Ratenkäufe.
  2. Drei Netto-Monatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto legen und dort liegen lassen.
  3. Den Schutz der Arbeitskraft prüfen, solange Sie jung und gesund sind.
  4. Renteninformation lesen und die Lücke zum heutigen Netto ausrechnen.
  5. Mit einem Betrag anfangen, den Sie auch in einem schlechten Jahr durchhalten.
  6. Die Rate jedes Jahr um den Anteil erhöhen, um den Ihr Gehalt gestiegen ist.
  7. Einmal im Jahr nachsehen, ob Annahme und Wirklichkeit noch zusammenpassen.

Checkliste

  • Teure Schulden getilgt
  • Notgroschen von rund drei Netto-Monatsgehältern vorhanden
  • Berufsunfähigkeitsschutz abgeschlossen oder geprüft
  • Sparrate so gewählt, dass sie auch bei schwankendem Einkommen bleibt
  • Renditeannahme schriftlich festgehalten, nicht nur im Kopf
  • Kosten des Produkts in Euro benannt, nicht nur in Prozent

Häufige Fehler

  • Auf den perfekten Einstiegszeitpunkt warten und dabei Jahre verlieren
  • Einen langlaufenden Vertrag abschließen, bevor Notgroschen und Arbeitskraftschutz stehen
  • Mit 8 Prozent rechnen und die Zahl dann für eine Zusage halten
  • Die Rate nie erhöhen, obwohl das Gehalt seit Jahren steigt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist es mit 45 zu spät für die Altersvorsorge?

Nein, aber deutlich teurer. Für dasselbe Ziel brauchen Sie etwa das Vierfache der Monatsrate wie mit 25. Oft ist es sinnvoller, das Ziel anzupassen, als die Rate zu überdehnen.

Wie viel sollte ich monatlich zurücklegen?

Als Orientierung 10 bis 15 Prozent vom Netto, einschließlich dessen, was über den Betrieb läuft. Wichtiger als die Höhe ist ein Betrag, den Sie dauerhaft durchhalten.

Soll ich für mein Kind schon sparen?

Das ist die längste Laufzeit, die es gibt, und entsprechend wirksam. Achten Sie darauf, dass das Geld flexibel bleibt, denn mit 18 gehört es rechtlich dem Kind.

Was ist mit der betrieblichen Altersversorgung?

Wenn Ihr Arbeitgeber mehr zuschießt als den gesetzlichen Pflichtzuschuss, ist das meist der beste erste Euro. Fragen Sie nach der Höhe des Zuschusses, bevor Sie privat sparen.

Lohnt sich der Start bei schwankendem Einkommen?

Ja, aber nur mit einem Weg, den Sie jederzeit anhalten können. Feste Beiträge über Jahrzehnte passen schlecht zu unsicheren Einnahmen.

Woher weiß ich, wie groß meine Lücke ist?

Aus der jährlichen Renteninformation. Ziehen Sie den dort genannten Betrag von Ihrem heutigen Netto ab und rechnen Sie die Geldentwertung mit ein.

Quellen

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