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Basistarif
Körperliche Fähigkeiten und Sinne: Gehen, Stehen, Greifen, Sehen, Hören, Sprechen. Günstig, aber ohne Schutz bei psychischen Erkrankungen.
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Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie eine vertraglich festgelegte Fähigkeit verlieren, etwa Gehen, Sehen, Sprechen oder den Gebrauch der Hände. Ihr Beruf spielt dabei keine Rolle. Das macht sie für körperlich Arbeitende oft bezahlbar, wo eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist oder abgelehnt wird. Den vollen Ersatz für eine BU bietet sie nicht.
Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt
Sie ist die zweitbeste Lösung, wenn die BU nicht zu bekommen oder nicht zu bezahlen ist. Die BU fragt, ob Sie Ihren Beruf noch ausüben können, die Grundfähigkeitsversicherung nur, ob eine bestimmte Fähigkeit verloren ist. Wer wegen einer Depression oder eines Burn-outs ausfällt, aber noch gehen, sehen und greifen kann, bekommt aus vielen Tarifen nichts. Für Handwerker, Pflegekräfte oder Menschen mit Vorerkrankung ist sie dennoch oft der einzige bezahlbare Einkommensschutz.
Im Vertrag steht eine Liste von Fähigkeiten, und zu jeder steht, wann sie als verloren gilt. Beim Gehen kann das heißen, dass Sie eine im Vertrag genannte Strecke nicht mehr ohne Pause zurücklegen, beim Sehen eine bestimmte Restsehschärfe. Erfüllt Ihr Befund diese Definition für die vereinbarte Dauer, zahlt der Versicherer die volle Rente. Wie Sie arbeiten oder ob Sie überhaupt noch arbeiten, ist dafür ohne Belang.
Genau darin liegt der Vorteil und die Grenze. Der Vorteil: Es gibt keine Diskussion über Ihren Beruf, keine Verweisung, keine Prüfung, ob Sie Ihren Betrieb umorganisieren könnten. Die Grenze: Wer seinen Beruf verliert, ohne dass eine der Fähigkeiten im Katalog wegfällt, geht leer aus. Ein Chirurg mit leichtem Zittern ist berufsunfähig, aber kann noch einen Schlüssel drehen.
Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache dafür, dass Menschen ihren Beruf aufgeben müssen. Viele Grundfähigkeitstarife versichern sie gar nicht oder nur als Zusatzbaustein, und auch dann oft mit einer Wartezeit der Beeinträchtigung von zwölf statt sechs Monaten. Die Verbraucherzentralen weisen auf diese Lücke ausdrücklich hin.
Ähnlich ist es bei schweren Krankheiten, die keine einzelne Fähigkeit dauerhaft nehmen, etwa eine Chemotherapie. Manche Tarife ergänzen deshalb Bausteine für schwere Krankheiten, Arbeitsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit. Jeder Baustein erhöht den Beitrag, und welcher nötig ist, hängt davon ab, wovor Sie am meisten Angst haben müssen.
Stiftung Warentest hat für Finanztest 7/2025 37 Tarife von 19 Versicherern untersucht. Als Mindestschutz gilt dort, dass neben den körperlichen Fähigkeiten auch intellektuelle und soziale Fähigkeiten sowie psychische Erkrankungen versichert sind und der Tarif bei Pflegebedürftigkeit leistet. Mehr als die Hälfte der untersuchten Tarife schnitt gut ab.
Für Sie heißt das: Ein Tarif nur mit Sehen, Hören, Gehen und Greifen ist billig, schützt aber nur gegen schwere körperliche Schäden. Wer den Beitrag für den erweiterten Schutz aufbringen kann, sollte es tun, und wer nicht kann, sollte wissen, welche Fälle draußen bleiben.
Was versichert ist
Was nicht versichert ist
Wer sie braucht
Wer sie nicht braucht
Pech-Rad
Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.
Kosten:
Weil der Beruf keine Rolle für die Leistung spielt, spielt er auch für den Beitrag eine kleinere Rolle als bei der BU. Für Berufe mit körperlicher Arbeit ist die Grundfähigkeitsversicherung deshalb meist deutlich günstiger. Den größten Unterschied machen Leistungsumfang und Zusatzbausteine.
Wovon der Beitrag abhängt
Wir nennen keine Beitragsspanne, weil Leistungsumfang und Bausteine den Preis stärker bestimmen als alles andere. Ihr Beitrag steht erst im Angebot fest.
01
Basistarif
Körperliche Fähigkeiten und Sinne: Gehen, Stehen, Greifen, Sehen, Hören, Sprechen. Günstig, aber ohne Schutz bei psychischen Erkrankungen.
02
Erweiterter Tarif
Zusätzlich geistige Fähigkeiten, psychische Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit. Entspricht dem Mindestschutz, den Stiftung Warentest ansetzt.
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Tarif mit Bausteinen
Erweiterter Schutz plus Leistung bei schweren Krankheiten oder längerer Arbeitsunfähigkeit. Am nächsten an einer BU, aber auch am teuersten.
| Kriterium | Mindeststandard | Starker Tarif | Warum das zählt |
|---|---|---|---|
| Psychische Erkrankungen | als Zusatzbaustein wählbar | im Grundtarif enthalten, mit klarer Definition | Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für den Verlust der Arbeitsfähigkeit. |
| Dauer der Beeinträchtigung | zwölf Monate | sechs Monate, auch bei psychischen Ursachen | Jeder Monat Wartezeit ist ein Monat ohne Rente. |
| Pflegebedürftigkeit | ab einem höheren Pflegegrad | eigener Leistungsauslöser ab niedrigem Pflegegrad | Pflegebedürftigkeit tritt oft ein, ohne dass eine einzelne Fähigkeit im Katalog vollständig verloren ist. |
| Definition der Fähigkeiten | eindeutige Schwellen | erreichbare Schwellen, etwa Gehen über eine kurze Strecke statt vollständige Lähmung | Ob der Tarif zahlt, entscheidet allein der Wortlaut der Definition. |
| Endalter | bis 60 oder 63 | bis 67 | Schwere Erkrankungen häufen sich in den Jahren kurz vor der Altersrente. |
| Nachversicherungsgarantie | bei Heirat und Geburt | viele Anlässe, auch regelmäßig ohne Anlass | Die Rente muss mit dem Einkommen wachsen, ohne neue Gesundheitsprüfung. |
| Wechseloption in eine BU | keine | Umstieg in eine BU ohne neue Gesundheitsprüfung bis zu einem bestimmten Alter | Für Schüler und Auszubildende der Weg, später den stärkeren Schutz zu bekommen. |
Grundfähigkeitsversicherungen bieten deutsche Lebensversicherer an. Entscheidend sind der Katalog der Fähigkeiten und deren Definition, nicht der Name. Die Liste ist ein Marktüberblick und sagt nichts darüber, mit wem wir zusammenarbeiten.
| Versicherer | Einordnung |
|---|---|
| Allianz | Lebensversicherer der Allianz-Gruppe, Vertreter und Makler |
| Hannoversche | Direktversicherer der VHV-Gruppe |
| R+V | Versicherer der genossenschaftlichen Finanzgruppe, Volks- und Raiffeisenbanken und Makler |
| Baloise | deutsche Lebensversicherung der Baloise-Gruppe, Vertreter und Makler |
| Nürnberger | Teil der Nürnberger Versicherungsgruppe, Außendienst und Makler |
| Swiss Life | deutsche Gesellschaft der Swiss-Life-Gruppe, überwiegend Maklervertrieb |
| Württembergische | Teil der W&W-Gruppe, Außendienst und Makler |
| Zurich | deutsche Lebensversicherung der Zurich-Gruppe, Vertreter, Banken und Makler |
| die Bayerische | Teil der Versicherungsgruppe die Bayerische, Vertreter und Makler |
| HUK-COBURG | eigener Vertrieb, arbeitet nicht mit Maklern |
Bedingungen aller Tarife vergleichen 16 Tarife von 10 Anbietern, Stand 24. Oktober 2026
Aus dem BaFin-Register
77
77 Versicherer unter deutscher Bundesaufsicht haben die Erlaubnis für diese Sparte.
(Lebensversicherer)
Quelle: BaFin-Unternehmensdatenbank, Stand 18. September 2026; ohne EU-Versicherer ohne Sitz hier.
Grundfähigkeitsversicherung
Eigenständiger Vertrag mit einem Katalog von Fähigkeiten. Zahlt eine Monatsrente, wenn eine davon verloren ist, ohne Blick auf den Beruf.
Existenzschutz oder Multi-Risk-Versicherung
Bündelt Grundfähigkeiten, schwere Krankheiten und Pflege in einem Vertrag. Breiter, aber die Leistungsauslöser bleiben aufgezählt.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Zahlt, wenn Sie Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können, gleich aus welchem Grund. Der stärkere Schutz, aber für viele Berufe teuer oder gar nicht zu bekommen.
Erwerbsunfähigkeitsversicherung
Zahlt nur, wenn Sie gar keine Tätigkeit mehr ausüben können. Schließt Psyche ein, setzt die Schwelle aber sehr hoch.
Kinderinvaliditätsversicherung
Für Kinder, bei denen es noch keinen Beruf gibt. Zahlt bei Invalidität durch Unfall und Krankheit, oft als Rente oder Kapital.
Mythos oder Wahrheit
Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.
Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine BU mit anderem Namen.
Das stimmt nicht.
Falsch. Die BU fragt nach Ihrem Beruf, die Grundfähigkeitsversicherung nur nach bestimmten Fähigkeiten. Wer seinen Beruf verliert, ohne eine dieser Fähigkeiten zu verlieren, bekommt aus ihr nichts.
Für Handwerker ist sie meist deutlich günstiger als eine BU.
Das stimmt.
Stimmt. Weil der Beruf für die Leistung keine Rolle spielt, fällt der Aufschlag für körperliche Arbeit klein aus. Gerade in Berufen, in denen eine BU kaum bezahlbar ist, ist das der Hauptgrund für diesen Vertrag.
Psychische Erkrankungen sind immer mitversichert.
Das stimmt nicht.
Falsch. Viele Tarife schließen sie nicht ein oder nur gegen Aufpreis. Stiftung Warentest zählt sie deshalb ausdrücklich zum Mindestschutz.
Schon Kinder können eine Grundfähigkeitsversicherung bekommen.
Das stimmt.
Stimmt. Mehrere Anbieter nehmen Kinder ab sechs Jahren auf. So wird der Gesundheitszustand der Kindheit festgeschrieben, und manche Tarife erlauben später den Wechsel in eine BU.
Weil die Gesundheitsfragen kürzer sind, kommt es auf sie weniger an.
Das stimmt nicht.
Falsch. Wer eine der Fragen falsch beantwortet, riskiert den Rücktritt des Versicherers wie bei jeder anderen Lebensversicherung, oft genau dann, wenn die Rente beantragt wird.
Fragen und Antworten
Fast immer Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Treppensteigen, Stehen,
Sitzen und der Gebrauch von Händen und Armen.
Bessere Tarife nehmen Autofahren, Bedienen von Tastatur oder Smartphone, Gedächtnis,
Konzentration und soziale Fähigkeiten hinzu.
Entscheidend ist, ab wann eine Fähigkeit als verloren gilt.
Nur wenn der Tarif psychische Erkrankungen ausdrücklich einschließt,
im Grundtarif oder als Baustein.
Dann gilt oft eine längere Dauer der Beeinträchtigung, meist zwölf Monate.
Ohne diesen Baustein zahlt der Vertrag bei seelischen Leiden in aller Regel nicht.
Ja.
Die Fragen sind bei vielen Anbietern kürzer als bei der BU, aber sie sind genauso verbindlich.
Falsche Angaben erlauben dem Versicherer einen Rücktritt innerhalb von fünf Jahren,
bei Arglist innerhalb von zehn Jahren (§ 21 VVG).
Ja.
Manche Kunden ergänzen eine BU mit kleiner Rente durch eine Grundfähigkeitsversicherung,
um bei schweren körperlichen Schäden mehr zu bekommen.
Häufiger ist der umgekehrte Weg: erst die Grundfähigkeitsversicherung,
später ein Wechsel in die BU,
wenn der Tarif das ohne neue Gesundheitsprüfung erlaubt.
Viele Anbieter nehmen schon Kinder ab sechs Jahren auf.
Das Höchsteintrittsalter liegt oft bei 55 oder 60 Jahren.
Je früher, desto günstiger, weil Alter und Gesundheit beim Abschluss den Beitrag festlegen.
Wie bei der BU so hoch, dass Miete,
laufende Kosten sowie Kranken- und Pflegeversicherung gedeckt sind.
Weil der Beitrag niedriger ist,
lässt sich oft eine höhere Rente versichern als bei einer BU für denselben Beruf.
Solange die Fähigkeit verloren bleibt, längstens bis zum vereinbarten Endalter.
Bessert sich Ihr Zustand so, dass die Definition nicht mehr erfüllt ist, endet die Rente.
Eine private Rente aus einer Grundfähigkeitsversicherung wird in der Regel wie eine private
BU-Rente nur mit einem Ertragsanteil besteuert,
der von der Restlaufzeit abhängt.
Für Ihren Fall lohnt ein Blick mit dem Steuerberater.
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