In der Fahrstunde sitzt ein Mensch am Steuer, der es gerade erst lernt. Fährt er auf, gilt rechtlich der Fahrlehrer als Fahrer, und das Auto gehört der Fahrschule. Hier steht, was eine Fahrschule versichern muss, was es kostet und wo die Lücken liegen.
Wer zahlt, wenn ein Fahrschüler in der Fahrstunde einen Unfall baut?
Schäden an anderen Autos und an Menschen zahlt die Kfz-Haftpflicht des Fahrschulwagens, denn rechtlich gilt der Fahrlehrer als Fahrer. Den Schaden am eigenen Fahrschulwagen zahlt nur die Vollkasko. Den Schüler selbst in Regress zu nehmen, ist nur in engen Grenzen möglich. Deshalb ist Vollkasko für Schulfahrzeuge praktisch Pflicht, auch wenn das Gesetz sie nicht vorschreibt.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Unfall in der Fahrstunde
Auffahren beim Anfahren am Berg, Vorfahrt übersehen, falsch eingeschätzte Lücke: Die meisten Schäden sind klein, manche nicht.
02
Motorradausbildung
Umfaller auf dem Übungsplatz und Stürze bei der Gefahrenbremsung kosten Hebel, Spiegel und Verkleidung und manchmal eine Verletzung.
03
Lkw und Bus
Große Fahrzeuge in unerfahrenen Händen: Rangieren, Ausscheren, Anhänger. Hier werden aus kleinen Fehlern teure Schäden.
04
Stillstand des Schulwagens
Ohne Auto keine Fahrstunden. Nach einem Unfall fallen Stunden und Prüfungstermine aus, die Kosten laufen weiter.
05
Unterrichtsraum
Ein Schüler stürzt auf der Treppe, der Beamer brennt durch, ein Wasserschaden im Schulungsraum.
06
Rücken und Konzentration
Acht Stunden täglich auf dem Beifahrersitz, ständig bremsbereit: Fahrlehrer haben ein hohes Risiko für Rücken- und Stresserkrankungen.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Für Fahrsimulatoren und Schulungstechnik, auch bei Bedienfehlern und Überspannung.
Was es kostet: Beispielpreise
Fast der ganze Beitrag entfällt auf die Schulfahrzeuge. Entscheidend sind Zahl der Fahrlehrer, Fahrzeugklassen, Selbstbeteiligung und Schadenverlauf. Betriebshaftpflicht und Inhalt sind vergleichsweise günstig.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Flottenversicherung
Fahrschule mit drei Fahrzeugen, Haftpflicht und Vollkasko im Flottenvertrag
etwa 2.250 Euro im Jahr
Betriebshaftpflicht
Fahrschule mit zwei Mitarbeitern und 200.000 Euro Umsatz
etwa 65 Euro im Jahr
Inhaltsversicherung
Unterrichtsraum mit Einrichtung
etwa 60 Euro im Jahr
Firmenrechtsschutz
Fahrschule mit zwei Mitarbeitern
etwa 165 Euro im Jahr
Flottenversicherung
Schulungsmotorrad der Klasse A, Haftpflicht und Vollkasko
etwa 400 bis 1.000 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Betriebshaftpflicht, Inhalt und Rechtsschutz einer kleinen Fahrschule kosten im Jahr zusammen ungefähr so viel wie fünf Fahrstunden.
Die ersten vier Beispiele stammen aus einem öffentlich genannten Rechenbeispiel für eine
Fahrschule mit zwei Mitarbeitern,
200.000 Euro Umsatz und drei Fahrzeugen (zusammen rund 2.650 Euro einschließlich Gebäude).
Das Motorrad ist ein Richtwert aus unserer Angebotspraxis.
Sechs Dinge, die Fahrschulen wirklich erleben, alle an einem Prüfungstag. Tippen Sie sich durch und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt34.100 Euro
Beim Anfahren am Berg rollt der Schulwagen zurück auf den Wagen dahinter.
2.100 Euro · Zahlt: Flottenversicherung
Umfaller mit dem Schulungsmotorrad auf dem Übungsplatz: Hebel, Spiegel und Verkleidung.
1.600 Euro · Zahlt: Flottenversicherung
In der Prüfungsfahrt übersieht ein Schüler die Vorfahrt, ein anderer Fahrer wird leicht verletzt.
14.000 Euro · Zahlt: Flottenversicherung
Der Schaden am eigenen Prüfungswagen nach dem Vorfahrtsunfall, der Wagen fehlt drei Wochen.
9.500 Euro · Zahlt: Flottenversicherung
Eine Schülerin stürzt auf der nassen Treppe zum Unterrichtsraum und bricht sich den Fuß.
6.000 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Ein Schüler verweigert die Bezahlung von zwölf Stunden und behauptet, sie seien nicht vereinbart gewesen.
900 Euro · Zahlt: Firmenrechtsschutz
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon bezahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 34.100 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Versichern Sie jedes Schulfahrzeug mit Vollkasko; die meisten Schäden in der Ausbildung betreffen das eigene Auto.
Schulungsmotorräder und Lkw müssen ausdrücklich als Fahrschulfahrzeuge versichert sein, normale Tarife schließen die Ausbildung oft aus.
Eine Fremdfahrzeugversicherung schützt, wenn Sie mit dem Auto eines Schülers ausbilden, etwa bei der Anhängerklasse.
Wählen Sie eine Selbstbeteiligung, die zu Ihren vielen Kleinschäden passt; oft ist 500 Euro ein guter Kompromiss.
Prüfen Sie die Haftpflichtsumme: 100 Mio. Euro pauschal kosten kaum mehr als die gesetzliche Mindestdeckung.
Lassen Sie den Übungsplatz, auch gemietete Flächen, ausdrücklich in die Betriebshaftpflicht aufnehmen.
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Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Welche Versicherung ist für eine Fahrschule Pflicht?
Die Kfz-Haftpflicht für jedes Schulfahrzeug.
Alle anderen Versicherungen sind freiwillig,
Vollkasko und Betriebshaftpflicht aber dringend zu empfehlen.
Was kostet die Versicherung einer Fahrschule?
Ein veröffentlichtes Rechenbeispiel für eine Fahrschule mit drei Fahrzeugen nennt rund 2.650 Euro
im Jahr, davon etwa 2.250 Euro für die Fahrzeuge.
Wer gilt bei der Fahrstunde als Fahrer?
Nach § 2 Abs.
15 StVG der Fahrlehrer.
Deshalb haften Fahrschule und Fahrlehrer,
und die Kfz-Haftpflicht des Schulwagens zahlt den Schaden Dritter.
Muss der Fahrschüler für Schäden aufkommen?
Nur in Ausnahmefällen, etwa bei grobem Fehlverhalten gegen Anweisungen.
Im Regelfall trägt die Fahrschule das Risiko über ihre Versicherung.
Sind Stürze mit dem Schulungsmotorrad versichert?
Den Schaden am Motorrad deckt nur die Vollkasko.
Verletzungen des Schülers deckt die Kfz-Haftpflicht,
wenn der Fahrlehrer haftet, sonst eine Unfallversicherung.
Lohnt sich ein Flottenvertrag für Fahrschulen?
Ab drei Fahrzeugen häufig ja.
Der Beitrag richtet sich dann nach dem Schadenverlauf der ganzen Fahrschule,
und neue Fahrzeuge sind sofort versichert.
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