Versicherungen für Arztpraxen, Gemeinschaftspraxen und MVZ
Für Ärztinnen und Ärzte ist die Berufshaftpflicht keine Frage der Vorsicht, sondern Pflicht, und für Vertragsärzte schreibt das Gesetz sogar die Mindestsumme vor. Die Lücken liegen daneben: das Ultraschallgerät, das nach einem Wasserschaden nicht mehr läuft, der Praxisausfall, wenn Sie selbst krank werden, und die Patientendaten, die bei einem Angriff abfließen. Hier steht, was Sie brauchen und was es kostet.
Für Vertragsärzte ohne angestellte Ärzte verlangt § 95e SGB V mindestens 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden je Versicherungsfall, im Jahr mindestens das Doppelte. Beschäftigen Sie Ärzte, arbeiten in einer Berufsausübungsgemeinschaft mit Angestellten oder im MVZ, sind es 5 Millionen Euro je Fall und das Dreifache im Jahr. Die Kassenärztliche Vereinigung prüft den Nachweis. In operativen Fächern ist mehr sinnvoll, weil Geburtsschäden und schwere Behandlungsfehler diese Summen erreichen können.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Behandlungsfehler
Eine übersehene Diagnose, eine falsche Dosierung, eine Komplikation nach einem Eingriff: Personenschäden aus der Behandlung können Millionenbeträge erreichen.
02
Aufklärung nicht dokumentiert
Selbst bei fehlerfreier Behandlung haften Sie, wenn die Aufklärung nicht belegt ist. Viele Verfahren drehen sich genau darum.
03
Teure Geräte
Ultraschall, EKG, Labor und Endoskopie kosten schnell sechsstellig und sind empfindlich gegen Wasser, Überspannung und Bedienfehler.
04
Patientendaten
Praxisverwaltung, Telematikinfrastruktur und E-Mail: Ein Angriff legt die Praxis still und führt zu Meldepflichten nach der DSGVO.
05
Sie fallen aus
Krankheit oder Unfall des Praxisinhabers: Miete, Gehälter und Leasing laufen weiter, Einnahmen fehlen.
06
Nadelstich und Infektion
Stichverletzungen und Infektionen gehören zu den häufigsten Arbeitsunfällen in Praxen, bei Ihren Angestellten und bei Ihnen.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Sichert Ihr Einkommen, wenn Sie dauerhaft nicht mehr praktizieren können; ergänzt das Versorgungswerk, das oft erst bei völliger Berufsunfähigkeit zahlt.
Medizinische Fachangestellte sind gefragt; eine betriebliche Altersvorsorge hilft, sie zu halten.
Was es kostet: Beispielpreise
Die Berufshaftpflicht hängt vor allem am Fachgebiet: Allgemeinmedizin und konservative Fächer zahlen wenig, operative Fächer und Geburtshilfe ein Vielfaches. Dazu kommen Praxisgröße, angestellte Ärzte und die gewählte Deckungssumme.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Berufshaftpflicht
Allgemeinmedizin, Erstniederlassung, Einzelpraxis
etwa 300 bis 800 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Allgemeinmedizin, etablierte Praxis mit angestellten Ärzten, 5 Mio. Euro
etwa 1.500 bis 5.000 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Operatives Fachgebiet, etwa Chirurgie oder Orthopädie mit Eingriffen
etwa 5.000 bis 15.000 Euro im Jahr und mehr
Inhaltsversicherung
Praxisinventar im Wert von 150.000 Euro
etwa 300 bis 700 Euro im Jahr
Betriebsunterbrechung
Praxisausfall mit 500 Euro Tagessatz, auch bei Krankheit des Inhabers
etwa 600 bis 1.500 Euro im Jahr
Cyberversicherung
Hausarztpraxis mit Praxisverwaltung und Telematikinfrastruktur
etwa 400 bis 1.200 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Der Grundschutz aus Berufshaftpflicht und Praxisinventar kostet eine Hausarztpraxis im Jahr ungefähr so viel, wie sie an einem Arbeitstag umsetzt.
Richtwerte ohne Versicherungsteuer, Stand September 2026,
aus öffentlich genannten Tarifbeispielen und unserer Angebotspraxis.
Die Beiträge der Berufshaftpflicht unterscheiden sich je Fachgebiet stark;
Sechs Dinge, die in Arztpraxen wirklich passieren. Hier alle an einem einzigen Montag. Tippen Sie sich durch den Tag und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt288.500 Euro
Über das Wochenende ist in der Wohnung darüber eine Leitung geplatzt. Das Wasser tropft auf den Ultraschall und in den Empfang.
38.000 Euro · Zahlt: Inhaltsversicherung
Die Praxisverwaltung ist verschlüsselt, der Täter droht, Befunde zu veröffentlichen.
25.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Eine Patientin klagt: Ein Tumor sei bei der Vorsorge vor einem Jahr übersehen worden.
180.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Eine Mitarbeiterin stößt das EKG-Gerät vom Wagen, der Monitor ist gebrochen.
4.500 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
Ein Patient rutscht im nassen Eingangsbereich aus und bricht sich den Arm.
9.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Nach dem Wasserschaden bleibt die Praxis zwei Wochen geschlossen, Gehälter und Miete laufen weiter.
32.000 Euro · Zahlt: Betriebsunterbrechung
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon bezahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 288.500 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Prüfen Sie, ob Ihre Deckungssumme zu § 95e SGB V passt, sobald Sie Ärzte anstellen oder in eine Berufsausübungsgemeinschaft wechseln: dann gelten 5 statt 3 Millionen Euro.
Lassen Sie alle Tätigkeiten im Vertrag nennen, auch IGeL, ästhetische Leistungen, ambulante Operationen und Gutachten.
Achten Sie auf die Nachhaftung: Für Behandlungen aus der aktiven Zeit können Patienten noch Jahre später Ansprüche stellen.
Wählen Sie eine Praxisausfallversicherung, die auch bei eigener Krankheit und Quarantäne zahlt, nicht nur nach Sachschäden.
Versichern Sie Medizingeräte über eine Elektronikversicherung, die Inhaltsversicherung zahlt bei Bedienfehler und Kurzschluss nicht.
Halten Sie Datensicherung und Updates aktuell: Cyberversicherer fragen danach und können sonst kürzen.
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Als Makler vergleichen wir mehrere Versicherer und halten im Blick, ob Ihre Deckung nach einer Praxisänderung noch zu § 95e SGB V passt.
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In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Wir wissen, wie Versicherer Forderungen prüfen, und stehen an Ihrer Seite, wenn ein Patient Ansprüche stellt.
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Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Ist die Berufshaftpflicht für Ärzte Pflicht?
Ja.
Die Berufsordnungen der Landesärztekammern verpflichten alle Ärzte, sich ausreichend zu versichern.
Für Vertragsärzte legt § 95e SGB V seit 2021 die Mindestsummen fest,
und die Kassenärztliche Vereinigung verlangt den Nachweis.
Was kostet die Berufshaftpflicht für einen Hausarzt?
Bei Erstniederlassung beginnt sie bei etwa 300 Euro im Jahr,
etablierte Praxen zahlen je nach Umfang meist 1.500 bis 5.000 Euro.
Operative Fächer liegen deutlich darüber.
Bin ich als angestellter Arzt über die Praxis versichert?
Angestellte Ärzte sind in der Regel über die Police des Arbeitgebers mitversichert.
Für Tätigkeiten außerhalb, etwa Notdienste, Vertretungen oder Erste Hilfe in der Freizeit,
brauchen Sie eine eigene Berufshaftpflicht.
Zahlt die Praxisausfallversicherung auch bei Krankheit?
Nur, wenn es im Vertrag steht.
Viele Tarife zahlen bei Sachschäden und bei Krankheit oder Unfall des Inhabers,
manche auch bei Quarantäne.
Die Karenzzeit ist dabei entscheidend.
Brauche ich eine Cyberversicherung, wenn meine Praxissoftware aus der Cloud kommt?
Ja.
Auch dann bleiben Sie für die Daten Ihrer Patienten verantwortlich,
und ein Angriff auf Ihre Rechner oder Ihr E-Mail-Postfach kann die Praxis lahmlegen.
Sind meine Angestellten bei der Arbeit versichert?
Ja, über die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).
Als selbstständige Ärztin oder selbstständiger Arzt sind Sie dort nicht automatisch versichert,
können sich aber freiwillig anmelden.
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