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Versicherungen für Steuerberater, Steuerkanzleien und Wirtschaftsprüfer

Ein versäumter Einspruch, eine vergessene Frist für den Investitionsabzugsbetrag, ein falsch gebuchter Lohn: In der Steuerkanzlei kosten kleine Fehler den Mandanten schnell fünfstellige Beträge. Die Berufshaftpflicht ist deshalb gesetzlich vorgeschrieben. Hier steht, welche Summen gelten, was sie kosten und wo Kanzleien darüber hinaus Lücken haben.

Versicherungen für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Sind meine Mitarbeiter in der Lohn- und Finanzbuchhaltung mitversichert?

Ja, wenn sie im Vertrag gemeldet sind. Die meisten Tarife rechnen je Mitarbeiter einen Zuschlag, bei Vollzeitkräften etwa 80 bis 170 Euro im Jahr je nach Deckungssumme. Wer neue Leute einstellt und das nicht meldet, riskiert Streit um die Leistung. Prüfen Sie einmal im Jahr, ob die Zahl im Vertrag stimmt.

Was in dieser Branche schiefgeht

  1. 01

    Fristen beim Finanzamt

    Einspruchsfristen, Antragsfristen und Abgabefristen laufen parallel für hunderte Mandanten. Eine einzige vergessene Frist kann Verspätungszuschläge und verlorene Steuervorteile auslösen.

  2. 02

    Gestaltungsfehler

    Umwandlungen, Betriebsaufspaltungen und Nachfolgeplanungen haben Folgen über Jahre. Ein übersehenes Detail bei der Erbschaftsteuer wird schnell sechsstellig.

  3. 03

    Lohnbuchhaltung

    Falsch berechnete Sozialversicherungsbeiträge fallen oft erst bei der Betriebsprüfung auf. Die Nachforderung für vier Jahre trifft den Mandanten, der Regress die Kanzlei.

  4. 04

    Mandantendaten

    Steuerberater halten Bankverbindungen, Gehälter und Steuer-IDs tausender Menschen. Angreifer wissen das, Kanzleien gehören zu den häufig angegriffenen Betrieben.

  5. 05

    Wirtschaftsberatung

    Businesspläne, Unternehmensbewertungen und Finanzierungsberatung liegen am Rand der Vorbehaltsaufgaben. Ob sie mitversichert sind, entscheidet der Wortlaut des Vertrags.

  6. 06

    Ausfall des Inhabers

    In der Einzelkanzlei hängt alles an einer Person. Fällt sie in der Hochsaison aus, stauen sich Fristen und Mandanten wandern ab.

Risiko-Radar
Haftung 5Feuer und Wasser 2Diebstahl 2Cyber 5Ausfall 3Gesundheit 2

Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.

Welche Versicherungen Sie brauchen

Unverzichtbar

Berufshaftpflicht

Gesetzliche Pflicht nach § 67 StBerG für jeden Steuerberater und jede Berufsausübungsgesellschaft; sie zahlt die Vermögensschäden Ihrer Mandanten.

Dringend empfohlen

Cyberversicherung

Deckt Forensik, Wiederherstellung, Meldepflichten und Betriebsausfall, wenn Kanzleisoftware oder Mailkonten angegriffen werden.

Betriebshaftpflicht

Zahlt Personen- und Sachschäden, etwa den Sturz eines Mandanten in der Kanzlei; das ist kein Vermögensschaden und fällt nicht unter die Pflichtdeckung.

Inhaltsversicherung

Ersetzt Einrichtung, Rechner und die Kosten der Wiederbeschaffung von Unterlagen nach Brand, Wasser oder Einbruch.

Berufsunfähigkeit

Das Versorgungswerk zahlt meist erst bei voller Berufsunfähigkeit; eine private Absicherung schließt die Lücke davor.

Sinnvoll je nach Betrieb

Betriebsunterbrechung

Zahlt Gehälter und Miete weiter, wenn die Kanzlei nach einem Sachschaden wochenlang nicht arbeiten kann.

Betriebsrente (bAV)

Hilft, Steuerfachangestellte in einem engen Arbeitsmarkt zu halten, und ist für die Kanzlei steuerlich begünstigt.

Was es kostet: Beispielpreise

Der Beitrag hängt vom Honorarumsatz, der Deckungssumme, der Zahl der Mitarbeiter und der Rechtsform ab. Fachberaterbezeichnungen senken den Beitrag bei manchen Versicherern.

VersicherungBeispielRichtwert
BerufshaftpflichtEinzel-Steuerberater, Pflichtdeckung 250.000 Euro, Honorar bis 50.000 Euroetwa 260 bis 820 Euro im Jahr
BerufshaftpflichtEinzelkanzlei, 250.000 Euro, drei Vollzeitkräfte in der Buchhaltungetwa 900 bis 1.300 Euro im Jahr
BerufshaftpflichtSozietät mit drei Steuerberatern, 1 Mio. Euro je Fall, Honorar 1 Mio. Euroetwa 2.400 bis 5.200 Euro im Jahr
CyberversicherungKanzlei mit zehn Arbeitsplätzen und Fernzugriffetwa 800 bis 2.500 Euro im Jahr
InhaltsversicherungEinrichtung und Technik im Wert von 60.000 Euroetwa 130 bis 400 Euro im Jahr

Zum Vergleich: Die Pflichtversicherung einer kleinen Einzelpraxis kostet im Jahr ungefähr so viel wie zwei bis drei einfache Einkommensteuererklärungen für Arbeitnehmer.

Richtwerte ohne Versicherungsteuer, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen und Tarifblättern; Cyber und Inhalt sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihr Beitrag hängt von Kanzlei und Versicherer ab; das genaue Angebot holen wir für Sie ein.

Quellen der Preisbeispiele

Unsere Vorschläge: drei Pakete

01

Bestellung

Für: Berufsstart, Einzelberater, Nebenpraxis

  • Berufshaftpflicht

Zusammen etwa 260 bis 820 Euro im Jahr

Dieses Paket anfragen

02

Kanzlei

Für: Einzelkanzlei mit Buchhaltungsteam und eigenen Räumen

  • Berufshaftpflicht
  • Cyberversicherung
  • Betriebshaftpflicht
  • Inhaltsversicherung

Zusammen etwa 2.000 bis 4.500 Euro im Jahr

Dieses Paket anfragen

03

Gesellschaft

Für: Steuerberatungsgesellschaft oder Sozietät mit mehreren Berufsträgern

  • Berufshaftpflicht
  • Cyberversicherung
  • Betriebshaftpflicht
  • Inhaltsversicherung
  • Betriebsunterbrechung
  • Betriebsrente (bAV)

Zusammen etwa 5.000 bis 12.000 Euro im Jahr

Dieses Paket anfragen

Der schlimmste Tag in der Steuerkanzlei

Sechs Dinge, die in Steuerkanzleien wirklich passieren. Hier alle an einem einzigen Tag im Mai. Tippen Sie sich durch den Tag und sehen Sie, wer zahlt.

Schaden bis jetzt212.000 Euro
  1. Die Einspruchsfrist gegen einen Schätzungsbescheid ist abgelaufen. Der Mandant muss 18.000 Euro Steuern zahlen, die er nicht schuldet.

    18.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht

  2. Die Rentenversicherung prüft einen Mandanten: Minijobber wurden vier Jahre falsch abgerechnet. Nachforderung samt Säumniszuschlägen.

    32.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht

  3. Beim Verkauf einer GmbH-Beteiligung wurde eine Sperrfrist übersehen. Der Veräußerungsgewinn wird voll besteuert.

    85.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht

  4. Eine Mail mit Schadsoftware verschlüsselt den Server. Forensik, Wiederherstellung und Benachrichtigung von 900 Mandanten.

    28.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung

  5. Ein Mandant rutscht auf der frisch gewischten Treppe zur Kanzlei aus und bricht sich den Knöchel.

    9.000 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht

  6. Kurzschluss im Serverraum: Rauch zieht durch die Büros, Rechner und Einrichtung sind verrußt.

    40.000 Euro · Zahlt: Inhaltsversicherung

Welches Paket hätten Sie gehabt?

Davon bezahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 212.000 Euro

Beispielhafte Summen, ohne Selbstbeteiligung. Ob und wie viel gezahlt wird, hängt von den Bedingungen ab.

Konkrete Tipps vom Makler

  1. Melden Sie jede neue Vollzeit- und Teilzeitkraft in der Buchhaltung an den Versicherer, sonst stimmt die Beitragsgrundlage nicht und der Schutz wird angreifbar.
  2. Prüfen Sie, ob wirtschaftsberatende Tätigkeiten wie Businesspläne, Fördermittelberatung und Unternehmensbewertung ausdrücklich mitversichert sind.
  3. Wählen Sie für Gestaltungsberatung bei Nachfolge und Umwandlung mindestens 1 Mio. Euro je Fall, die Pflichtsumme reicht dafür selten.
  4. Klären Sie beim Wechsel in eine Berufsausübungsgesellschaft die Summen nach § 55f StBerG: 1 Mio. Euro je Fall mit Haftungsbeschränkung, 500.000 Euro ohne.
  5. Achten Sie auf eine Cyberdeckung, die auch den Betriebsausfall in der Hochsaison zahlt und einen Krisendienst rund um die Uhr stellt.
  6. Vereinbaren Sie vor der Praxisaufgabe oder dem Verkauf eine Nachhaftung; Fehler aus alten Jahren tauchen oft erst bei der Betriebsprüfung auf.

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Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Wie hoch muss die Berufshaftpflicht eines Steuerberaters sein?

Mindestens 250.000 Euro je Versicherungsfall, die Jahreshöchstleistung muss mindestens 1 Mio. Euro betragen. Für Gesellschaften mit Haftungsbeschränkung gilt 1 Mio. Euro je Fall.

Was kostet die Berufshaftpflicht für Steuerberater?

Für eine kleine Einzelpraxis mit Pflichtdeckung etwa 260 bis 820 Euro im Jahr. Mit Mitarbeitern und höherer Summe steigt der Beitrag schnell auf 1.000 Euro und mehr.

Muss auch die Steuerberatungsgesellschaft versichert sein?

Ja. Seit der Berufsrechtsreform vom 1. August 2022 muss jede Berufsausübungsgesellschaft eine eigene Berufshaftpflicht haben, unabhängig von der Rechtsform.

Was gilt für Wirtschaftsprüfer?

Wirtschaftsprüfer brauchen nach § 54 WPO eine Berufshaftpflicht von mindestens 1 Mio. Euro je Fall. Wer beide Zulassungen hat, braucht einen Vertrag, der beide Berufe abdeckt.

Zahlt die Versicherung Verspätungszuschläge meines Mandanten?

Ja, wenn sie auf einem Fehler der Kanzlei beruhen, etwa einer vergessenen Frist. Nicht versichert sind Zuschläge, die der Mandant selbst verursacht hat.

Brauche ich zusätzlich eine Cyberversicherung?

Die Berufshaftpflicht zahlt Schäden Ihrer Mandanten, nicht Ihre eigenen Kosten nach einem Angriff. Forensik, Wiederherstellung und Ausfall übernimmt nur eine Cyberversicherung.

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Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025 (WZ 2025). Alle Betriebsarten

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