In einer Agentur geht selten etwas zu Bruch, aber oft etwas schief: ein Bild ohne Lizenz, ein Werbeversprechen, das abgemahnt wird, eine Kampagne mit falschem Preis. Das sind Vermögensschäden, und genau die deckt eine normale Betriebshaftpflicht nicht. Hier steht, welcher Schutz passt und was er kostet.
Zahlt die Versicherung, wenn wir wegen eines Bildes abgemahnt werden?
Ja, wenn Ihre Berufshaftpflicht Urheber-, Marken- und Persönlichkeitsrechte ausdrücklich einschließt. Sie prüft dann, ob die Forderung berechtigt ist, wehrt überhöhte Summen ab und zahlt berechtigten Schadenersatz. Eine reine Betriebshaftpflicht zahlt hier nichts, weil niemand verletzt und nichts beschädigt wurde. Vorsätzliche Verstöße, etwa bewusst ohne Lizenz verwendete Bilder, sind nie versichert.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Bild- und Markenrechte
Ein Stockfoto mit abgelaufener Lizenz, eine Schrift ohne Webfont-Lizenz, ein Slogan, der einer Marke zu nahe kommt: Abmahnungen kommen oft erst Monate nach dem Kampagnenstart.
02
Fehler in der Kampagne
Ein falscher Preis im Prospekt, ein vertauschter Rabattcode, ein Datum, das nicht stimmt. Der Kunde muss nachdrucken oder zu schlechten Konditionen verkaufen und fordert das Geld von Ihnen.
03
Wettbewerbsrecht
Irreführende Werbeaussagen, fehlende Kennzeichnung von Influencer-Kooperationen oder unzulässige Gewinnspiele führen zu Unterlassung und Kostenerstattung.
04
Gehackte Zugänge
Agenturen verwalten Werbekonten und Social-Media-Profile ihrer Kunden. Wird ein Zugang übernommen, laufen Anzeigen auf fremde Rechnung und Daten fließen ab.
05
Verpasste Fristen
Ein Anzeigenschluss, der verpasst wird, eine Messe ohne fertige Unterlagen: Der Kunde verliert Umsatz und rechnet ihn Ihnen vor.
06
Technik und Büro
Rechner, Monitore und Kameras sind der wichtigste Sachwert. Überspannung, verschütteter Kaffee oder ein Einbruch legen die Produktion tagelang lahm.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Für Personen- und Sachschäden, etwa beim Shooting, beim Messeaufbau oder wenn ein Besucher im Büro stürzt; oft im selben Vertrag wie die Vermögensschäden.
Gute Kreative sind knapp; eine betriebliche Altersvorsorge ist ein Argument, das auch kleine Agenturen bieten können.
Was es kostet: Beispielpreise
Der Beitrag hängt vor allem vom Umsatz, von der Deckungssumme für Vermögensschäden und davon ab, ob Sie heikle Leistungen wie Gewinnspiele oder Influencer-Kampagnen anbieten.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Berufshaftpflicht
Einzelunternehmer, nur Vermögensschäden, 100.000 Euro Deckung, 500 Euro Selbstbeteiligung
etwa 220 bis 400 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Einzelunternehmer mit 70.000 Euro Umsatz, Vermögensschäden plus Personen- und Sachschäden bis 2 Mio. Euro
etwa 350 bis 700 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Agentur mit acht Mitarbeitern, 800.000 Euro Umsatz, 500.000 Euro Vermögensschadendeckung
etwa 1.000 bis 2.500 Euro im Jahr
Elektronikversicherung
Rechner, Monitore und Kameratechnik im Wert von 30.000 Euro
etwa 200 bis 450 Euro im Jahr
Cyberversicherung
Kleine Agentur mit Kundenzugängen, 250.000 Euro Deckung
etwa 400 bis 1.000 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Die Berufshaftpflicht eines Einzelunternehmers kostet im Jahr ungefähr so viel wie drei Stunden Agenturarbeit zu 100 Euro.
Richtwerte ohne Versicherungsteuer, Stand September 2026.
Die Einsteigerbeispiele stammen aus öffentlich genannten Tarifbeispielen,
die Werte für größere Agenturen, Elektronik und Cyber sind Richtwerte aus unserer Angebotspraxis.
Sechs Dinge, die in Agenturen wirklich vorkommen, hier an einem einzigen Montag. Tippen Sie sich durch den Tag und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt48.900 Euro
Eine Abmahnung liegt im Postfach: Ein Foto auf der Kampagnenseite eines Kunden war nicht lizenziert. Lizenznachzahlung und Anwaltskosten.
4.800 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Im Prospekt eines Händlers steht der Fernseher für 49 statt 499 Euro. Der Kunde muss nachdrucken und verlangt Ersatz.
18.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Das Anzeigenkonto eines Kunden wurde übernommen, über Nacht liefen fremde Anzeigen für mehrere tausend Euro.
9.500 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Beim Shooting im Kundenladen kippt ein Lichtstativ und zerstört eine Glasvitrine.
3.200 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Überspannung nach einem Gewitter: zwei Workstations und ein Monitor sind hinüber.
7.400 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
Ein Kunde zahlt die Schlussrechnung nicht und behauptet, die Kampagne sei mangelhaft gewesen.
6.000 Euro · Zahlt: Firmenrechtsschutz
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon bezahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 48.900 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Achten Sie darauf, dass Urheber-, Marken-, Wettbewerbs- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen ausdrücklich in der Berufshaftpflicht stehen.
Wählen Sie die Deckung für Vermögensschäden nach Ihrem größten Kunden: Wer Kampagnen mit sechsstelligem Mediabudget steuert, braucht mehr als 100.000 Euro.
Prüfen Sie, ob Ihre Rahmenverträge Haftung über das Gesetz hinaus verlangen. Vertragliche Zusagen sind nur versichert, wenn der Versicherer sie mitträgt.
Lassen Sie freie Mitarbeiter und Subunternehmer in Ihren Vertrag einschließen oder deren eigene Police nachweisen.
Fragen Sie nach der Mitversicherung von Social-Media- und Werbekonten der Kunden in der Cyberversicherung.
Bei Influencer-Kampagnen, Gewinnspielen und Rechtetexten sollte die Tätigkeit genau beschrieben sein, sonst streitet man im Schaden über den Umfang.
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Ob Abmahnkosten, Kundenkonten oder vertragliche Haftung mitversichert sind, steht in den Bedingungen und nicht im Preis. Als Makler vergleichen wir beides über mehrere Versicherer.
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In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Wir wissen, wie ein Versicherer eine Abmahnung prüft, und bereiten Ihre Meldung so vor, dass sie nicht liegen bleibt.
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Unsere Vergütung zahlt der Versicherer. Sie sprechen mit Menschen, die Ihren Vertrag kennen, auch wenn der Schaden erst Jahre später gemeldet wird.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Brauche ich als Werbeagentur eine Betriebshaftpflicht oder eine Vermögensschadenhaftpflicht?
Meist beides in einem Vertrag.
Die typischen Agenturschäden sind Vermögensschäden, dafür braucht es die Berufshaftpflicht.
Personen- und Sachschäden bei Shootings oder Events deckt die Betriebshaftpflicht.
Was kostet eine Versicherung für eine kleine Agentur?
Ein Einzelunternehmer liegt mit der Vermögensschadenhaftpflicht bei etwa 220 bis 400 Euro im Jahr.
Ein Paket für eine Agentur mit Büro und einigen Mitarbeitern kostet meist 1.500 bis 3.500 Euro im
Jahr.
Sind Abmahnungen wegen Bildrechten versichert?
Ja, wenn Urheberrechtsverletzungen eingeschlossen sind und nicht vorsätzlich gehandelt wurde.
Die Versicherung prüft die Forderung und wehrt überhöhte Beträge ab.
Wer haftet, wenn ein Freelancer einen Fehler macht?
Gegenüber dem Kunden meist Ihre Agentur.
Ob Ihr Vertrag Fehler freier Mitarbeiter deckt, hängt von den Bedingungen ab;
das sollte vor dem ersten Auftrag geklärt sein.
Deckt die Berufshaftpflicht auch Schäden aus Social-Media-Kampagnen?
Wenn die Tätigkeit im Vertrag beschrieben ist, ja:
etwa fehlende Werbekennzeichnung oder rechtswidrige Gewinnspiele.
Gehackte Konten gehören dagegen in die Cyberversicherung.
Muss meine Agentur Mitglied in einer Berufsgenossenschaft sein?
Ja, sobald Sie Mitarbeiter beschäftigen, in der Regel bei der VBG.
Als Inhaber können Sie sich dort freiwillig versichern.
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