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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Krankenzusatz

Lohnt sich eine Brillenversicherung?

Kurz gesagt

Eine Brillenversicherung lohnt sich für die meisten nicht. Sie kostet meist 5 bis 15 Euro im Monat und zahlt dafür etwa 100 bis 400 Euro alle ein bis drei Jahre, also oft kaum mehr, als Sie einzahlen. Sinnvoll kann sie sein, wenn sie Teil eines ambulanten Tarifs ist, den Sie ohnehin nutzen.

Lohnt sich eine Brillenversicherung?

Was es kostet

Beiträge und Leistungen aus veröffentlichten Übersichten zu Brillen- und ambulanten Tarifen.

BeispielRichtwert
Einfacher Brillenbausteinab etwa 3 Euro im Monat
Üblicher ambulanter Tarif mit Brillenleistungetwa 5 bis 15 Euro im Monat
Leistungsstarker ambulanter Tarifetwa 20 bis 35 Euro im Monat
Leistung für Sehhilfenetwa 100 bis 400 Euro alle ein bis drei Jahre
Brillenbudgets einzelner Tarifeetwa 150 bis 400 Euro in zwei Jahren

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifübersichten.

Beitrag und Budget hängen vom Tarif und Alter ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Einstärkenbrille alle zwei Jahre über zwölf Jahre

So sieht die Rechnung aus, wenn Sie alle zwei Jahre eine Brille für 300 Euro kaufen und einen Tarif für 10 Euro im Monat wählen.

Sechs Brillen à 300 Euro1.800 Euro
Beitrag 12 Jahre × 120 Euro1.440 Euro
Erstattung bei 300 Euro Budget je zwei Jahrehöchstens 1.800 Euro
Erstattung bei 80 Prozent der Rechnung1.440 Euro

Im besten Fall bleiben 360 Euro in zwölf Jahren übrig, rund 2,50 Euro im Monat. Bei 80 Prozent Erstattung gleichen sich Beitrag und Leistung genau aus. Wer seltener eine neue Brille kauft, legt drauf.

Was die Kasse zahlt und was nicht

Gesetzlich versicherte Erwachsene bekommen nur in Ausnahmefällen Geld für eine Brille: bei Kurz- oder Weitsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien, bei einer Hornhautverkrümmung von mehr als 4 Dioptrien oder bei schwerer Sehbehinderung. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten einen Zuschuss zu den Gläsern.

Auch dann zahlt die Kasse nur einen Festbetrag für einfache Gläser. Die Fassung, Entspiegelung oder dünnere Gläser zahlen Sie selbst.

FallKasse zahltWas offen bleibt
Erwachsene, übliche Fehlsichtigkeitnichtsdie ganze Brille
Erwachsene, mehr als 6 DioptrienFestbetrag für GläserFassung und Extras
Kinder und Jugendliche bis 18Festbetrag für GläserFassung und Extras
Schwere SehbehinderungFestbetrag für GläserFassung und Extras

Lohnt sich eine Brillenversicherung? Die ehrliche Rechnung

Eine Brillenversicherung ist meist ein Baustein in einem ambulanten Zusatztarif. Sie zahlt ein festes Budget, oft 150 bis 375 Euro in zwei Jahren, manchmal nur zu 80 Prozent der Rechnung.

Bei 10 Euro im Monat zahlen Sie in zwei Jahren 240 Euro ein. Erstattet werden höchstens das Budget, und nur, wenn Sie tatsächlich eine neue Brille kaufen. Der Versicherer kalkuliert so, dass er im Schnitt nicht draufzahlt. Für Sie bleibt selten mehr als ein kleines Plus.

Wann sie sich doch rechnen kann

Wenn der Brillenbaustein in einem ambulanten Tarif steckt, den Sie wegen Heilpraktiker, Vorsorge oder Sehtests ohnehin nutzen, zahlen Sie für die Brille kaum extra.

Manche Tarife zahlen außerdem vorzeitig, wenn sich Ihre Sehstärke um mehr als 0,5 Dioptrien verschlechtert. Bei stark schwankenden Werten, etwa bei Kindern ohne Kassenzuschuss für die Fassung, kann das helfen.

Optiker-Policen sind etwas anderes

Viele Optiker bieten beim Kauf eine eigene Brillenversicherung an. Sie deckt meist Bruch, Verlust oder Diebstahl der gekauften Brille, manchmal auch neue Gläser bei geänderter Sehstärke.

Diese Policen unterscheiden sich stark. Prüfen Sie Selbstbeteiligung, Laufzeit und ob die Leistung nur beim selben Optiker gilt. Für eine günstige Brille lohnt sich der Aufpreis selten.

Schritt für Schritt

  1. Ausrechnen, wie oft Sie eine neue Brille kaufen und was sie kostet.
  2. Prüfen, ob die Kasse wegen hoher Dioptrien einen Zuschuss zahlt.
  3. Beitrag über zwei Jahre mit dem Budget im selben Zeitraum vergleichen.
  4. Erstattungssatz, Wartezeit und Zeitraum genau lesen.
  5. Nur abschließen, wenn der Tarif weitere Leistungen enthält, die Sie sicher nutzen.

Checkliste

  • Budget je Zeitraum höher als der Beitrag im selben Zeitraum
  • Erstattung zu 100 Prozent, nicht nur 80
  • Kontaktlinsen eingeschlossen, wenn Sie welche tragen
  • Vorzeitige Leistung bei Änderung der Sehstärke
  • Keine lange Wartezeit, wenn bald eine neue Brille fällig ist

Häufige Fehler

  • Eine Brillenversicherung als Schutz vor großen Kosten sehen, obwohl sie nur kleine Beträge zurückzahlt
  • Eine neue Brille nur kaufen, damit das Budget nicht verfällt
  • Beim Optiker eine Bruchversicherung für eine günstige Brille dazukaufen
  • Den Kassenzuschuss bei hohen Dioptrien nicht beantragen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Brillenversicherung im Monat?

Meist 5 bis 15 Euro, einfache Tarife ab etwa 3 Euro. Starke ambulante Tarife mit Brillenleistung kosten 20 bis 35 Euro.

Zahlt die Krankenkasse meine Brille?

Für Erwachsene nur bei mehr als 6 Dioptrien, mehr als 4 Dioptrien Hornhautverkrümmung oder schwerer Sehbehinderung. Kinder und Jugendliche bis 18 erhalten einen Zuschuss zu den Gläsern. Die Fassung zahlt die Kasse nie.

Lohnt sich eine Brillenversicherung bei einer Gleitsichtbrille?

Auch hier selten. Eine Gleitsichtbrille kann 1.200 Euro kosten, das Budget liegt aber meist nur bei 150 bis 400 Euro in zwei Jahren. Den größten Teil zahlen Sie weiter selbst.

Sind Kontaktlinsen mitversichert?

In vielen Tarifen ja, im selben Budget wie die Brille. Prüfen Sie das vor dem Abschluss, wenn Sie Linsen tragen.

Gibt es Brillenversicherungen ohne Wartezeit?

Ja, einige Tarife zahlen sofort. Meist gilt aber eine Wartezeit von drei Monaten.

Lohnt sich die Versicherung vom Optiker?

Sie deckt vor allem Bruch und Verlust der gekauften Brille. Bei teuren Brillen und wenn Sie häufig Sport treiben, kann sie passen. Für günstige Brillen ist der Aufpreis meist zu hoch.

Quellen

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