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Haftet der Skipper, wenn sich ein Crewmitglied verletzt?
Kurze Antwort
Der Skipper trägt die Verantwortung für Schiff und Crew. Verletzt er eine Sorgfaltspflicht und kommt jemand zu Schaden, kann das verletzte Crewmitglied Schadenersatz verlangen, auch unter Freunden.
An Bord hat der Skipper das letzte Wort und damit auch die Verantwortung. Dazu gehören die Einweisung der Crew in Sicherheitsausrüstung und Manöver, die Entscheidung über das Auslaufen bei schlechtem Wetter und die Anordnung, Rettungswesten oder Lifebelts zu tragen. Kommt ein Crewmitglied zu Schaden, weil eine dieser Pflichten verletzt wurde, kann es vom Skipper Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen.
Viele glauben, unter Freunden gelte das nicht, weil der gemeinsame Törn eine Gefälligkeit sei. Gerichte nehmen einen stillschweigenden Haftungsverzicht aber nur zurückhaltend an, vor allem dann, wenn für den Schaden eine Versicherung einstehen könnte. Hinzu kommt, dass die Krankenkasse des Verletzten die Behandlung bezahlt und sich das Geld anschließend beim Verantwortlichen zurückholen kann. Aus einem Sturz im Cockpit wird so schnell eine Forderung, mit der niemand gerechnet hat.
Ob eine Versicherung zahlt, hängt am Boot. Beim eigenen Boot sind Ansprüche von Mitseglern in der Bootshaftpflicht in aller Regel eingeschlossen, Ausnahmen gelten oft für Angehörige im selben Haushalt. Beim Charterboot ist es unterschiedlich: Manche Verträge schließen Ansprüche der Crew untereinander aus, und genau dann ist eine Skipperhaftpflicht mit Crewhaftung wichtig. Unabhängig davon helfen eine dokumentierte Sicherheitseinweisung zu Beginn des Törns, eine Crewliste und eine Unfallversicherung für alle an Bord, die ohne Schuldfrage zahlt.
Zum Merken
Skipper
trägt die Verantwortung für die Crew
Freunde
sind vor Gericht keine Ausnahme
Eine dokumentierte Sicherheitseinweisung schützt Crew und Skipper zugleich.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Hafte ich als Skipper, wenn ein Freund an Bord stürzt?
Nur, wenn Sie eine Sorgfaltspflicht verletzt haben, etwa bei der Einweisung oder den Sicherheitsanweisungen. Ein reines Missgeschick ohne Pflichtverletzung begründet keine Haftung.
Was bringt eine Sicherheitseinweisung?
Sie ist Ihre wichtigste Sorgfaltspflicht und zugleich Ihr Beleg. Notieren Sie Datum, Inhalt und Teilnehmer, zum Beispiel auf der Crewliste, dann lässt sich später zeigen, dass die Crew Bescheid wusste.
Zahlt eine Unfallversicherung auch, wenn niemand schuld ist?
Ja, sie zahlt nach einem Unfall die vereinbarte Leistung, unabhängig davon, wer ihn verursacht hat. Sie ersetzt keine Haftpflicht, nimmt dem Streit über die Schuld aber viel Schärfe.
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