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Lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge?

Kurz gesagt

Lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge? Meist ja, wenn Ihr Arbeitgeber mindestens die Pflicht von 15 Prozent dazulegt und der Vertrag wenig kostet. Aus 100 Euro Beitrag werden dann oft nur 50 bis 60 Euro Nettoaufwand. Im Alter zahlen Sie dafür Steuer und als gesetzlich Versicherte rund 20 Prozent Kranken- und Pflegebeitrag. Kurz vor der Rente oder bei teurem Vertrag lohnt sie sich oft nicht.

Lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge?

Was es kostet

Rechengrößen 2026 für die betriebliche Altersvorsorge, bundesweit einheitlich.

BeispielRichtwert
Steuerfreier Höchstbeitrag, 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze8.112 Euro im Jahr, 676 Euro im Monat
Steuer- und sozialabgabenfrei, 4 Prozent4.056 Euro im Jahr, 338 Euro im Monat
Pflichtzuschuss bei 200 Euro Entgeltumwandlung30 Euro im Monat
Freibetrag Krankenversicherung auf die Betriebsrente197,75 Euro im Monat
Kranken- und Pflegebeitrag im Alter über dem Freibetragrund 21 bis 22 Prozent

Grenzen und Sätze Stand 2026 aus Gesetz und Rechengrößenverordnung.

Die Nettoersparnis im Beispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis und hängt von Steuerklasse, Kinderzahl und Krankenkasse ab.

Das ist eine Einordnung, keine Steuerberatung.

Rechenbeispiel

4.000 Euro brutto, Steuerklasse I, 200 Euro Entgeltumwandlung

So viel kostet Sie der Beitrag wirklich und so viel fließt in den Vertrag.

Umgewandelter Bruttolohn200 Euro im Monat
Ersparte Sozialabgaben, Ihr Anteil rund 21 Prozentetwa 42 Euro
Ersparte Lohnsteueretwa 55 bis 60 Euro
Ihr Nettoaufwandetwa 100 bis 105 Euro
Pflichtzuschuss des Arbeitgebers, 15 Prozent30 Euro
Beitrag in den Vertrag230 Euro im Monat

Für rund 100 Euro netto fließen 230 Euro in den Vertrag. Im Alter gehen von der Rente je nach Steuersatz etwa 30 bis 45 Prozent für Steuer, Kranken- und Pflegebeitrag ab. Unterm Strich bleibt bei günstigem Vertrag ein Plus.

Wann sich die Betriebsrente rechnet

Der Vorteil entsteht in der Ansparzeit: Sie zahlen aus dem Brutto, sparen Steuer und Sozialabgaben, und Ihr Arbeitgeber legt etwas dazu. Der Nachteil kommt im Alter: Die Rente wird voll versteuert, und gesetzlich Krankenversicherte zahlen den vollen Kranken- und Pflegebeitrag selbst.

Ob am Ende mehr übrig bleibt als bei einem privaten Sparplan, entscheiden drei Dinge: wie viel Ihr Arbeitgeber dazugibt, wie teuer der Vertrag ist und wie hoch Ihr Steuersatz heute im Vergleich zum Alter liegt.

Je höher der Zuschuss, desto klarer die Sache. Gibt Ihr Arbeitgeber 20 bis 50 Prozent dazu, gleicht das die Abzüge im Alter in aller Regel locker aus.

Ihre LageEinschätzung
Arbeitgeber zahlt 20 Prozent oder mehr dazulohnt sich fast immer
Nur die Pflicht von 15 Prozent, günstiger Vertraglohnt sich meist, aber knapp
Privat krankenversicherteher gut, im Alter fällt kein Kassenbeitrag auf die Rente an
Einkommen über 69.750 Euro im Jahrweniger Ersparnis, weil Kranken- und Pflegebeitrag ohnehin gedeckelt sind
Weniger als zehn Jahre bis zur Renteoft knapp, Abschlusskosten wiegen schwer
Wechsel in die Selbständigkeit geplantVertrag ruht dann meist, Beiträge nur noch privat

Was im Alter abgeht

Die Betriebsrente aus Entgeltumwandlung ist voll einkommensteuerpflichtig. Wie viel Steuer anfällt, hängt an Ihren übrigen Einkünften im Alter.

Gesetzlich pflichtversicherte Rentner zahlen auf die Betriebsrente den vollen Krankenkassenbeitrag, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil. Bei 14,6 Prozent plus durchschnittlich 2,9 Prozent Zusatzbeitrag sind das rund 17,5 Prozent. 2026 bleiben 197,75 Euro im Monat davon frei.

In der Pflegeversicherung ist der Betrag nur eine Freigrenze: Liegt die Betriebsrente darüber, wird die ganze Rente belastet, mit 3,6 Prozent, ohne Kinder 4,2 Prozent.

Wann es sich nicht lohnt

Wenn der Vertrag hohe Abschluss- und Verwaltungskosten hat und Ihr Arbeitgeber nur die Pflicht von 15 Prozent zahlt, kann ein günstiger privater Sparplan am Ende vorn liegen. Lassen Sie sich die Kosten des Vertrags in Euro zeigen.

Wenn Sie nur noch wenige Jahre bis zur Rente haben, frisst der Abschluss einen großen Teil des Vorteils.

Wenn Sie im Alter voraussichtlich Grundsicherung brauchen, wird die Betriebsrente teilweise angerechnet. Hier lohnt ein genauer Blick vor dem Abschluss.

Wenn Sie bald in die Selbständigkeit wechseln oder lange ohne Gehalt sind, ruht der Vertrag. Die Kosten laufen dann oft weiter.

Was das Betriebsrentenstärkungsgesetz II ändert

Das Gesetz wurde im Dezember 2025 beschlossen und gilt seit 22. Januar 2026. Ab sofort dürfen Betriebe auch ohne Tarifvertrag eine automatische Entgeltumwandlung mit Widerspruchsrecht einführen, müssen dann aber mindestens 20 Prozent Zuschuss geben.

Seit 1. Juli 2026 können Sie eine Direktversicherung nach einer Zeit ohne Gehalt, etwa Elternzeit, innerhalb von drei Monaten wieder zu den alten Bedingungen aufnehmen. Ab 1. Januar 2027 steigt die Förderung für Geringverdiener auf höchstens 360 Euro im Jahr.

Unverändert bleiben die Grenzen von 4 und 8 Prozent, der Pflichtzuschuss von 15 Prozent und der volle Kassenbeitrag auf die Betriebsrente im Alter.

Schritt für Schritt

  1. Beim Arbeitgeber fragen, wie viel Zuschuss er gibt und welcher Vertrag angeboten wird.
  2. Die Kosten des Vertrags in Euro und die garantierte Rente schriftlich geben lassen.
  3. Den eigenen Nettoaufwand mit einem Brutto-Netto-Rechner prüfen.
  4. Kranken- und Pflegebeitrag sowie Steuer im Alter grob abziehen.
  5. Mit einem privaten Sparplan gleicher Höhe vergleichen.
  6. Erst dann den Betrag festlegen, höchstens 338 Euro im Monat sozialabgabenfrei.

Checkliste

  • Zuschuss des Arbeitgebers schriftlich, mindestens 15 Prozent
  • Kosten des Vertrags in Euro bekannt
  • Abzüge im Alter für Steuer und Krankenkasse eingerechnet
  • Restzeit bis zur Rente mindestens zehn Jahre
  • Klar, was bei Jobwechsel und Elternzeit mit dem Vertrag passiert
  • Hinterbliebenenschutz geprüft, wenn Sie Familie haben

Häufige Fehler

  • Nur auf die Steuerersparnis schauen und die Abzüge im Alter vergessen
  • Den Vertrag ohne Kostenvergleich unterschreiben, weil der Arbeitgeber ihn anbietet
  • Mehr als 338 Euro umwandeln und sich über volle Sozialabgaben auf den Rest wundern
  • Die etwas niedrigere gesetzliche Rente nicht einplanen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist die Betriebsrente eine Doppelverbeitragung?

Teilweise. In der Ansparzeit sparen Sie die Beiträge bis 338 Euro im Monat, im Alter zahlen Sie den vollen Kassenbeitrag auf die Rente über dem Freibetrag.

Muss mein Arbeitgeber einen Zuschuss zahlen?

Ja, 15 Prozent bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds, soweit er Sozialbeiträge spart. Ein Tarifvertrag kann davon abweichen.

Lohnt sich die Betriebsrente für Geringverdiener?

Oft ja, wenn der Arbeitgeber über die Geringverdienerförderung zahlt. Sie selbst zahlen dann nichts, der Arbeitgeber bekommt 30 Prozent vom Staat zurück.

Wie viel weniger gesetzliche Rente bekomme ich?

Wenig. Wer ein Jahr lang 200 Euro im Monat umwandelt, verliert grob 2 Euro Monatsrente. Das ist ein Richtwert, er hängt am Rentenwert.

Was ist, wenn ich privat krankenversichert bin?

Dann fällt im Alter kein Kassenbeitrag auf die Betriebsrente an. In der Ansparzeit sparen Sie nur Renten- und Arbeitslosenbeitrag.

Kann ich die Betriebsrente als Kapital auszahlen lassen?

Bei vielen Verträgen ja. Steuer und Kassenbeitrag fallen dann trotzdem an, der Kassenbeitrag wird auf zehn Jahre verteilt.

Quellen

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