Alles zur Versicherung: Betriebsrente (bAV)
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Kurz gesagt
Was passiert mit der Betriebsrente bei einem Jobwechsel? Was Sie per Entgeltumwandlung eingezahlt haben, bleibt Ihnen sofort. Reine Arbeitgeberbeiträge bleiben, wenn die Zusage drei Jahre bestand und Sie mindestens 21 sind. Sie können den Vertrag binnen eines Jahres zum neuen Arbeitgeber mitnehmen, beitragsfrei ruhen lassen oder privat weiterzahlen.
Grenzen und Fristen beim Jobwechsel, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Höchster Übertragungswert mit Rechtsanspruch | 101.400 Euro |
| Frist für den Antrag auf Mitnahme | 1 Jahr nach Ende des Arbeitsverhältnisses |
| Abfindung ohne Zustimmung, Monatsrente | bis 59,33 Euro |
| Abfindung ohne Zustimmung, Kapital | bis 7.119 Euro |
| Wiederaufnahme nach Zeit ohne Gehalt | innerhalb von 3 Monaten |
Grenzen nach Betriebsrentengesetz und Versicherungsvertragsgesetz in der Fassung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes II.
Ob bei der Übertragung Kosten anfallen, hängt vom Versorger ab; das prüfen wir im Einzelfall.
Rechenbeispiel
So prüfen Sie, welche Wege Ihnen offenstehen.
| Umwandlung 150 Euro plus 15 Prozent Zuschuss | 172,50 Euro im Monat |
| Eingezahlt in acht Jahren | 16.560 Euro |
| Übertragungswert laut Standmitteilung, Beispiel | 17.000 Euro |
| Unter 101.400 Euro? | ja, Recht auf Mitnahme |
| Über 7.119 Euro? | ja, keine Abfindung ohne Ihre Zustimmung |
Sie können wählen. Hat der alte Vertrag bessere Garantien als das Angebot des neuen Arbeitgebers, lassen Sie ihn fortführen. Sonst übertragen Sie den Wert innerhalb eines Jahres.
Geld, das Sie selbst aus Ihrem Bruttolohn umgewandelt haben, gehört Ihnen ab dem ersten Euro. Das gilt auch für den Pflichtzuschuss von 15 Prozent, den Ihr Arbeitgeber darauf gezahlt hat.
Bei einer Betriebsrente, die allein der Arbeitgeber zahlt, gibt es eine Wartezeit: Die Zusage muss beim Ausscheiden mindestens drei Jahre bestanden haben, und Sie müssen 21 Jahre alt sein. Sonst verfällt dieser Teil.
Verloren geht also selten etwas. Die eigentliche Frage ist, welcher der folgenden Wege für Ihren Vertrag am günstigsten ist.
Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob Ihr neuer Arbeitgeber eine Betriebsrente anbietet, wie gut der alte Vertrag ist und ob Sie weiter sparen wollen.
| Weg | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Mitnahme zum neuen Arbeitgeber | Förderung läuft weiter, ein Vertrag statt vieler | neuer Vertrag kann schlechtere Bedingungen haben |
| Alten Vertrag vom neuen Arbeitgeber fortführen lassen | alter Rechnungszins und Bedingungen bleiben | neuer Arbeitgeber muss zustimmen |
| Beitragsfrei stellen | kein Aufwand, Geld bleibt angelegt | Verwaltungskosten laufen weiter, Rente bleibt klein |
| Privat weiterzahlen | Vertrag bleibt erhalten | Beiträge aus dem Netto, keine Steuer- und Abgabenersparnis |
Innerhalb eines Jahres nach dem Ende des alten Arbeitsverhältnisses können Sie verlangen, dass der Wert Ihrer Anwartschaft zum neuen Arbeitgeber übertragen wird. Der neue Arbeitgeber muss Ihnen dann eine gleichwertige Zusage geben.
Das Recht gilt bis zu einem Übertragungswert von 101.400 Euro im Jahr 2026 und nur für Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Eine Direktzusage oder Unterstützungskasse können Sie nur mitnehmen, wenn alter und neuer Arbeitgeber zustimmen.
Viele Versorger haben Abkommen, nach denen sie bei der Übertragung keine neuen Abschlusskosten berechnen. Fragen Sie das vorher schriftlich ab. Ein alter Vertrag mit hohem Garantiezins ist oft mehr wert als ein neuer, dann ist das Fortführen beim neuen Arbeitgeber besser als die Übertragung.
Kleine Anwartschaften darf der alte Arbeitgeber auch ohne Ihre Zustimmung auszahlen. Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz II ist diese Grenze 2026 gestiegen: auf eine spätere Monatsrente von 59,33 Euro oder einen Kapitalwert von 7.119 Euro.
Machen Sie Ihr Recht auf Mitnahme geltend, ist eine solche Abfindung ausgeschlossen. Wer die Mitnahme will, sollte sie deshalb früh schriftlich verlangen.
Eine Abfindung ist steuerpflichtig und fließt in Ihr Einkommen des Jahres. Prüfen Sie, ob Mitnahme oder Weiterführen nicht mehr bringt.
Sind Sie zwischen zwei Stellen ohne Gehalt, ruht die Direktversicherung meist beitragsfrei. Seit 1. Juli 2026 können Sie nach einer Zeit ohne Entgelt innerhalb von drei Monaten verlangen, dass der Vertrag zu den alten Bedingungen weiterläuft, ohne neue Gesundheitsprüfung.
Wer den Vertrag privat übernimmt und weiterzahlt, wird selbst Versicherungsnehmer. Der Teil, der aus diesen privaten Beiträgen entsteht, ist im Alter in der Regel frei von Krankenkassenbeitrag. Der Teil aus der Zeit beim Arbeitgeber bleibt beitragspflichtig.
Fragen und Antworten
Was Sie selbst eingezahlt haben, nicht. Reine Arbeitgeberbeiträge nur, wenn die Zusage keine drei Jahre bestand oder Sie jünger als 21 sind.
Den alten Vertrag selbst nicht. Er muss aber auf Ihr Verlangen den Übertragungswert aufnehmen und Ihnen eine gleichwertige Zusage geben.
In der Regel nicht. Eine Auszahlung ist nur bei kleinen Anwartschaften als Abfindung möglich, und die ist steuerpflichtig.
Sie können den Vertrag beitragsfrei stellen oder privat weiterzahlen. Die Steuer- und Abgabenersparnis entfällt dann.
Jeder Arbeitgeber muss Entgeltumwandlung ermöglichen. Er darf den Weg wählen, die Übertragung muss er dennoch annehmen.
Die Anwartschaft bleibt Ihnen. Die Mitnahme ins ausländische System ist gesetzlich nicht vorgesehen, lassen Sie den Vertrag dann meist ruhen.
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