Krankenhaustagegeld: ein fester Betrag für jeden Tag im Krankenhaus
Das Krankenhaustagegeld zahlt für jeden Tag einer stationären Behandlung einen vereinbarten Betrag, ohne Nachweis, wofür das Geld gebraucht wird. Es ersetzt weder Einkommen noch bessere Behandlung. Wer das weiß, kann den Vertrag sinnvoll klein halten oder bewusst darauf verzichten.
Für die meisten gesetzlich Versicherten ist es kein wichtiger Vertrag. Die Zuzahlung der Kasse beträgt 10 Euro je Krankenhaustag und ist auf 28 Tage im Jahr begrenzt, also höchstens 280 Euro. Wer sein Einkommen schützen will, braucht ein Krankentagegeld, wer Chefarzt und Einbettzimmer will, einen Krankenhauszusatz. Das Krankenhaustagegeld lohnt sich vor allem als kleine Ergänzung für Nebenkosten eines längeren Aufenthalts, etwa für Fahrten der Angehörigen oder Kinderbetreuung.
Krankenhaustagegeld, Krankentagegeld, Krankenhauszusatz: drei Verträge, drei Zwecke
Die Namen klingen fast gleich, die Verträge haben verschiedene Aufgaben. Das Krankenhaustagegeld zahlt einen Pauschalbetrag nur für Tage, an denen Sie stationär im Krankenhaus liegen. Ob Sie arbeiten können oder Einkommen verlieren, spielt keine Rolle.
Das Krankentagegeld ersetzt Einkommen, wenn Sie arbeitsunfähig sind, auch zu Hause und über Monate. Der Krankenhauszusatz bezahlt die Behandlung selbst besser: Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer, freie Klinikwahl. Wer nur eines der drei abschließt, sollte wissen, welche Lücke er damit schließt und welche offen bleibt.
Was ein Tag im Krankenhaus kostet und was das Tagegeld davon deckt
Gesetzlich Versicherte ab 18 zahlen 10 Euro je Krankenhaustag zu, für höchstens 28 Tage im Kalenderjahr. Mehrere Aufenthalte im selben Jahr werden zusammengezählt. Zahlt die gesetzliche Unfallversicherung den Aufenthalt, entfällt die Zuzahlung.
Ein Aufenthalt dauert nach Zahlen des Statistischen Bundesamts im Schnitt rund sieben Tage. Bei einem Tagessatz von 30 Euro kommen so etwa 210 Euro zusammen. Das deckt Zuzahlung, Parken, Telefon und ein paar Fahrten der Familie. Für Einkommensausfall oder bessere Behandlung reicht es nicht, und dafür ist der Vertrag auch nicht gebaut.
Finanztest stuft das Krankenhaustagegeld deshalb als verzichtbar ein und warnt davor, es mit dem Krankentagegeld zu verwechseln. Das ist ein fairer Maßstab: Zuerst kommen Verträge, die große Schäden abfangen, das Krankenhaustagegeld höchstens danach.
Wann der Vertrag trotzdem passt
Sinnvoll kann ein kleiner Tagessatz sein, wenn ein Klinikaufenthalt zu Hause Kosten auslöst, die keine Kasse trägt: eine Betreuung für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, Fahrten über weite Strecken, die Versorgung von Haustieren. Wer chronisch krank ist und häufiger stationär behandelt wird, bekommt den Vertrag allerdings oft nur mit Ausschlüssen oder gar nicht.
Manche Krankenhauszusatztarife und private Vollversicherungen zahlen ein Ersatz-Krankenhaustagegeld, wenn Sie auf Chefarzt oder Einbettzimmer verzichten. Das ist kein eigener Vertrag, sondern ein Ausgleich für nicht genutzte Wahlleistungen, und steht im jeweiligen Tarif.
Wartezeit, Gesundheitsfragen und Laufzeit
Nach den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherer gilt eine allgemeine Wartezeit von drei Monaten, bei Unfällen entfällt sie. Für Entbindung, Psychotherapie und Zahnbehandlung gelten acht Monate. Legen Sie bei Antrag einen ärztlichen Befund vor, kann der Versicherer die Wartezeiten erlassen. Was genau gilt, steht in den Tarifbedingungen.
Der Versicherer darf ein eigenständiges Krankenhaustagegeld nur in den ersten drei Versicherungsjahren ordentlich kündigen, danach nicht mehr (§ 206 Abs. 2 VVG). Besteht es neben einer privaten Vollversicherung, ist die ordentliche Kündigung ganz ausgeschlossen. Sie selbst können zum Ende eines Versicherungsjahres kündigen.
Was versichert ist
Fester Tagessatz für jeden Tag einer medizinisch notwendigen stationären Behandlung
Aufenthalte nach Krankheit und nach Unfall
Entbindung im Krankenhaus nach Ablauf der Wartezeit
Freie Verwendung des Geldes ohne Belege
Je nach Tarif Leistung bei Anschlussheilbehandlung oder Reha
Je nach Tarif Ersatzleistung bei ambulanter Operation statt stationärer Aufnahme
Je nach Tarif doppelter Satz nach einem Unfall oder bei Aufenthalt im Ausland
Was nicht versichert ist
Einkommensausfall bei Arbeitsunfähigkeit zu Hause
Ambulante Behandlung, wenn der Tarif keine Ersatzleistung vorsieht
Aufenthalte in der Wartezeit
Kuren und Sanatorien, wenn nicht ausdrücklich eingeschlossen
Bei Abschluss bekannte Krankheiten, die ausgeschlossen wurden
Reine Pflegeunterbringung ohne Krankenhausbehandlung
Wer sie braucht
Eltern, die bei einem Klinikaufenthalt Betreuung für Kinder bezahlen müssten
Pflegende Angehörige, deren Ersatzpflege bei eigenem Klinikaufenthalt Geld kostet
Menschen mit weiten Wegen zum nächsten großen Krankenhaus
Wer bereits Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit geregelt hat und Nebenkosten abfedern möchte
Wer sie nicht braucht
Wer noch kein Krankentagegeld oder keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat: dort liegt das größere Risiko
Wer 280 Euro Zuzahlung im Jahr aus eigenen Rücklagen tragen kann
Wer eine Unfallversicherung mit Krankenhaustagegeld hat und nur Unfälle fürchtet
Pech-Rad
Drehen Sie am Rad des Pechs
Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.
Kosten:
Billigtarif Starker Tarif
Alle sechs Fälle ansehen
Blinddarm, vier Tage stationär, 40 € Zuzahlung plus Fahrten und Parken. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Ein klassischer Fall für das Tagegeld: kurzer Aufenthalt, kleine Nebenkosten. Jeder Tarif zahlt hier vier Tagessätze.
Knie operiert, danach drei Wochen Reha, Reha und Nebenkosten über einen Monat. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Einfache Tarife zahlen nur die Tage in der Akutklinik. Starke Tarife zahlen auch in der Anschlussheilbehandlung weiter.
Meniskus ambulant operiert, keine Zuzahlung, aber Tage zu Hause mit Hilfebedarf. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Ohne Übernachtung im Krankenhaus zahlt ein reiner Stationärtarif nichts. Manche Tarife sehen eine Ersatzleistung von einigen Tagessätzen vor.
Beinbruch im Urlaub in Spanien, Klinik vor Ort, Rücktransport, Nebenkosten. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Viele Tarife leisten in Europa, starke weltweit. Die Behandlungskosten selbst trägt nur die Auslandsreisekrankenversicherung.
Sechs Wochen krank zu Hause, Einkommensausfall nach der Lohnfortzahlung. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Ohne Krankenhausaufenthalt gibt es kein Krankenhaustagegeld. Für Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit ist das Krankentagegeld da.
Stationäre Psychotherapie, acht Wochen, lange Abwesenheit, Betreuung zu Hause. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Psychiatrische und psychosomatische Aufenthalte sind in einfachen Tarifen oft begrenzt. Für Psychotherapie gilt zudem meist eine Wartezeit von acht Monaten.
Was sie kostet
Der Beitrag hängt vor allem von der Höhe des Tagessatzes und vom Eintrittsalter ab. Weil der Vertrag wie die Krankenversicherung meist mit Alterungsrückstellungen kalkuliert wird, ist ein früher Abschluss günstiger, der Beitrag kann aber trotzdem steigen.
Wovon der Beitrag abhängt
Höhe des Tagessatzes
Eintrittsalter
Gesundheitszustand und daraus folgende Zuschläge oder Ausschlüsse
Leistungen bei Reha, ambulanter Operation und im Ausland
Kalkulation mit oder ohne Alterungsrückstellungen
Kombination mit einem Krankenhauszusatztarif
Wir nennen keine Beitragsbeispiele, weil Alter, Tagessatz und Gesundheitsfragen den Preis stark verschieben. Ihr Beitrag steht erst im Angebot fest.
Die Tariflinien am Markt
01
Zuzahlung abdecken
Kleiner Tagessatz von 10 bis 20 Euro, gerade genug für die Zuzahlung der Kasse und Kleinigkeiten. Günstig, aber auch ohne großen Nutzen.
02
Nebenkosten abfedern
Tagessatz von 30 bis 50 Euro mit Leistung bei Reha und ambulanter Operation. Für Familien und pflegende Angehörige der vernünftige Schnitt.
03
Kombination mit Krankenhauszusatz
Tagegeld als Baustein neben Chefarzt und Zweibettzimmer, oft mit Ersatzleistung, wenn Sie die Wahlleistungen nicht nutzen. Hier zählt zuerst der Krankenhausteil.
Woran Sie einen guten Tarif erkennen
Kriterium
Mindeststandard
Starker Tarif
Warum das zählt
Tagessatz
fester Betrag nur für Tage stationär
frei wählbar, mit Erhöhungsoption ohne neue Gesundheitsfragen
Ein später erhöhter Satz wäre nach einer Diagnose sonst kaum noch zu bekommen.
Wartezeit
drei Monate, für Entbindung acht
Erlass der Wartezeiten nach ärztlicher Untersuchung oder bei Wechsel
Gerade geplante Eingriffe fallen sonst in die Zeit ohne Schutz.
Reha und Anschlussheilbehandlung
keine Leistung
Tagessatz auch in Reha und Anschlussheilbehandlung
Nach Operationen an Hüfte, Knie oder Herz folgt oft eine mehrwöchige Reha.
Ambulante Operation
keine Leistung
Ersatzleistung von einigen Tagessätzen
Immer mehr Eingriffe laufen ambulant, ein reiner Stationärtarif zahlt dann nichts.
Ausland
Europa oder nur kurze Aufenthalte
weltweit, ohne Begrenzung der Reisedauer
Ein Unfall im Urlaub führt oft direkt in eine Klinik vor Ort.
Psychiatrische und psychosomatische Behandlung
ausgeschlossen oder begrenzt
wie jeder andere Aufenthalt
Stationäre psychische Behandlungen dauern meist deutlich länger als der Durchschnitt.
Höchstdauer
begrenzte Zahl von Tagen je Jahr
keine zeitliche Begrenzung
Bei langer Krankheit braucht man das Geld am längsten.
Anbieter im Überblick
Krankenhaustagegeld bieten die privaten Krankenversicherer an, als eigenen Tarif für gesetzlich Versicherte, als Baustein im Krankenhauszusatz oder neben der Vollversicherung. Die Liste ist ein Marktüberblick, keine Aussage darüber, mit wem wir zusammenarbeiten.
Tarif nur mit Tagessatz, für gesetzlich Versicherte. Einfach, aber ohne Einfluss auf Behandlung und Unterbringung.
Baustein im Krankenhauszusatz
Tagegeld zusätzlich zu Chefarzt und Zweibettzimmer, oft mit Ersatzleistung bei Verzicht auf die Wahlleistungen.
Krankenhaustagegeld in der Unfallversicherung
Zahlt nur, wenn ein Unfall der Grund für den Aufenthalt ist. Krankheit bleibt außen vor, häufig kommt ein Genesungsgeld nach der Entlassung dazu.
Tagegeld neben der privaten Vollversicherung
Ergänzt die Vollversicherung, oft für Selbstbehalt und Nebenkosten. Der Versicherer kann es dann nicht ordentlich kündigen.
Mythos oder Wahrheit
Was stimmt, was nicht?
Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.
Das Krankenhaustagegeld sichert mein Einkommen, wenn ich krank bin.
Das stimmt nicht.
Falsch. Es zahlt nur für Tage im Krankenhaus. Wer zu Hause arbeitsunfähig ist, bekommt daraus nichts. Einkommen sichert das Krankentagegeld.
Die Zuzahlung im Krankenhaus ist auf 280 Euro im Jahr begrenzt.
Das stimmt.
Stimmt. 10 Euro je Tag für höchstens 28 Tage im Kalenderjahr, mehrere Aufenthalte werden zusammengezählt.
Das Tagegeld darf ich ausgeben, wofür ich will.
Das stimmt.
Stimmt. Es ist eine Summenversicherung: Der Versicherer zahlt den vereinbarten Betrag je Tag, ohne zu fragen, welche Kosten entstanden sind.
Mit Krankenhaustagegeld liege ich automatisch im Zweibettzimmer.
Das stimmt nicht.
Falsch. Unterbringung und Chefarzt bezahlt nur ein Krankenhauszusatz. Das Tagegeld könnte den Aufpreis zwar mitfinanzieren, reicht dafür aber meist nicht.
Das Krankenhaustagegeld der Unfallversicherung zahlt auch nach einem Herzinfarkt.
Das stimmt nicht.
Falsch. In der Unfallversicherung zahlt es nur, wenn ein Unfall der Grund für den Aufenthalt war. Krankheiten sind dort nicht versichert.
Häufige Fehler beim Abschluss
Krankenhaustagegeld abschließen und glauben, das Einkommen sei damit gesichert
Einen hohen Tagessatz kaufen, bevor Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit geregelt sind
Die Gesundheitsfragen ungenau beantworten, weil der Vertrag klein wirkt
Übersehen, dass das Tagegeld der Unfallversicherung bei Krankheit nicht zahlt
Die Klinikaufnahme nicht zeitnah melden und Belege der Klinik nicht aufheben
Häufig gefragt
Fragen und Antworten
Was ist der Unterschied zwischen Krankenhaustagegeld und Krankentagegeld?
Das Krankenhaustagegeld zahlt nur für Tage im Krankenhaus, unabhängig vom Einkommen.
Das Krankentagegeld ersetzt Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit, auch wenn Sie zu Hause genesen.
Für Selbstständige und Gutverdiener ist das Krankentagegeld der wichtigere Vertrag.
Was ist der Unterschied zum Krankenhauszusatz?
Der Krankenhauszusatz bezahlt bessere Behandlung und Unterbringung,
etwa Chefarzt und Zweibettzimmer, direkt an Klinik und Arzt.
Das Krankenhaustagegeld zahlt Geld an Sie, ohne die Behandlung zu verändern.
Wie hoch ist die Zuzahlung im Krankenhaus?
Gesetzlich Versicherte ab 18 zahlen 10 Euro je Krankenhaustag,
höchstens für 28 Tage im Kalenderjahr,
also bis zu 280 Euro.
Zahlt die gesetzliche Unfallversicherung den Aufenthalt, fällt keine Zuzahlung an.
Ab wann zahlt das Krankenhaustagegeld?
Ab dem ersten Tag einer stationären Aufnahme, sobald die Wartezeit abgelaufen ist.
Nach den Musterbedingungen beträgt sie drei Monate, für Entbindung acht.
Bei Unfällen entfällt die allgemeine Wartezeit.
Zahlt das Krankenhaustagegeld auch bei einer Geburt?
Ja,
wenn die Entbindung stationär erfolgt und die besondere Wartezeit von meist acht Monaten
abgelaufen ist.
Wer schwanger ist, bekommt einen neuen Vertrag in der Regel nicht mehr ohne Einschränkung.
Gilt der Vertrag auch im Ausland?
Das hängt vom Tarif ab.
Viele Tarife leisten in Europa oder weltweit für vorübergehende Aufenthalte,
manche zahlen im Ausland sogar mehr.
Für die Behandlungskosten selbst brauchen Sie aber eine Auslandsreisekrankenversicherung.
Kann der Versicherer mir kündigen?
Ordentlich nur in den ersten drei Versicherungsjahren, und nur zum Ende eines Versicherungsjahres.
Danach ist die ordentliche Kündigung ausgeschlossen.
Besteht das Tagegeld neben einer privaten Vollversicherung, darf er gar nicht ordentlich kündigen.
Lohnt sich das Krankenhaustagegeld in der Unfallversicherung?
Meist nicht.
Es zahlt nur nach Unfällen, die den kleineren Teil der Klinikaufenthalte ausmachen.
Das Geld ist in einer höheren Invaliditätssumme besser angelegt.
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