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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Cyberversicherung

Lohnt sich eine private Cyberversicherung?

Kurz gesagt

Für viele nicht, für manche sehr. Eine private Cyberversicherung kostet etwa 42 bis 150 Euro im Jahr. Sie lohnt sich vor allem, wenn Sie viel online kaufen und verkaufen und keine Rechtsschutzversicherung haben. Prüfen Sie vorher, was Hausrat, Haftpflicht und Rechtsschutz schon übernehmen.

Lohnt sich eine private Cyberversicherung?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Tests und Tarifbeispielen für Privatpersonen und Familien.

BeispielRichtwert
Einzelperson, einfacher Tarifab etwa 42 Euro im Jahr
Familie, einfacher Tarifab etwa 49 bis 60 Euro im Jahr
Familie, Versicherungssumme 15.000 Euroetwa 60 Euro im Jahr, rund 5 Euro im Monat
Tarif mit Rechtsschutz für Onlinestreitetwa 127 bis 149 Euro im Jahr

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Test- und Tarifbeispielen; der Warentest stammt von 2024. Die Spanne der Versicherungssummen und die Schadenbeträge im Beispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihr Beitrag hängt vom Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Familie, kauft und verkauft regelmäßig online, ohne Rechtsschutz

Fünf Jahre Beitrag gegen einen einzigen Betrugsfall gerechnet.

Beitrag für die Familieetwa 60 Euro im Jahr
Fünf Jahreetwa 300 Euro
Gebrauchtes E-Bike per Überweisung bezahlt, nie geliefertetwa 1.200 Euro
Anwalt wegen Bestellungen auf Ihren Namenetwa 300 bis 800 Euro

Ein einziger Fall kann den Beitrag von fünf Jahren übersteigen. Ohne solche Geschäfte bleibt die Police meist ungenutzt.

Was die Police im Ernstfall tut

Sie bestellen einen Grill, zahlen per Vorkasse, und der Händler ist danach nicht mehr zu erreichen. Oder jemand eröffnet mit Ihren Daten ein Kundenkonto und bestellt auf Ihren Namen. Für solche Fälle zahlt die Cyberpolice den Schaden bis zur vereinbarten Grenze oder hilft, die Folgen zu beseitigen.

Dazu kommen oft eine Telefonberatung, Hilfe beim Löschen von Beleidigungen im Netz, die Rettung von Daten nach einem Virusbefall und die Kosten für einen Anwalt, wenn Sie gegen den Täter vorgehen.

Was Sie womöglich schon versichert haben

Viele Leistungen gibt es auch in anderen Verträgen. Wer das nicht prüft, zahlt doppelt.

Umgekehrt gilt: Wer keinen dieser Bausteine hat, schließt mit einer Cyberpolice für wenig Geld mehrere Lücken auf einmal.

RisikoWo es sonst versichert sein kann
Geld weg durch gefälschte BankseiteHausrat mit Baustein für Onlinebanking, nur in manchen Tarifen
Sie verbreiten unbemerkt einen VirusPrivathaftpflicht, wenn Datenschäden eingeschlossen sind
Streit mit einem OnlinehändlerRechtsschutz mit Vertragsrecht
Ware bezahlt, nie geliefertmeist nur in der Cyberpolice
Beleidigungen oder Bloßstellung im Netzmeist nur in der Cyberpolice

Wann sie sich nicht lohnt

Kaufen Sie selten online, zahlen Sie dabei per Rechnung oder mit Käuferschutz und haben Sie Rechtsschutz, bleibt für die Cyberpolice wenig übrig.

Auch ersetzt sie keine Vorsicht. Wer Passwörter mehrfach nutzt, Updates weglässt oder eine TAN am Telefon herausgibt, riskiert Kürzungen oder die Ablehnung.

Worauf es beim Tarif ankommt

Die Unterschiede zwischen den Tarifen sind groß. Einfache Tarife bieten vor allem Hilfe am Telefon, bessere zahlen auch Geld bei Betrug beim Kauf und Verkauf.

Achten Sie auf die Grenzen je Schaden, die Selbstbeteiligung und darauf, ob der Verkauf über Kleinanzeigen eingeschlossen ist. Gerade dort passiert viel Betrug.

Schritt für Schritt

  1. Hausrat, Haftpflicht und Rechtsschutz auf Onlinebausteine prüfen.
  2. Überlegen, wie oft Sie per Vorkasse kaufen oder über Kleinanzeigen verkaufen.
  3. Nur die Lücken absichern, die übrig bleiben.
  4. Tarife mit gleicher Summe je Schaden und gleicher Selbstbeteiligung vergleichen.
  5. Zweistufige Anmeldung und eigene Passwörter je Konto einrichten.

Checkliste

  • Betrug beim Kaufen und beim Verkaufen eingeschlossen
  • Grenze je Schaden hoch genug für Ihre größten Onlinekäufe
  • Identitätsmissbrauch mit Anwaltskosten
  • Hilfe bei Cybermobbing für alle im Haushalt
  • Keine Doppelung mit Ihrer Hausrat oder Ihrem Rechtsschutz

Häufige Fehler

  • Eine Cyberpolice abschließen, obwohl Rechtsschutz und Hausrat das meiste schon abdecken
  • Nur auf den Preis schauen und einen Tarif ohne Geldleistung bei Betrug nehmen
  • Die Obliegenheiten übersehen, etwa aktuelle Updates und sichere Passwörter
  • Den Schaden nicht sofort bei Polizei und Bank melden

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Cyberversicherung, wenn ich auf eine Phishing-Mail hereinfalle?

Oft ja, wenn der Tarif Onlinebanking einschließt. Bei grob fahrlässigem Verhalten, etwa einer TAN am Telefon, kann die Leistung gekürzt werden.

Ist die Familie mitversichert?

In Familientarifen ja, meist alle im selben Haushalt. Der Aufpreis gegenüber einem Einzeltarif ist gering.

Hilft die Cyberpolice bei Cybermobbing meines Kindes?

Viele Tarife zahlen psychologische Beratung, das Löschen von Inhalten und einen Anwalt. Prüfen Sie die Grenzen dafür im Tarif.

Deckt die Hausratversicherung Onlinebetrug ab?

Nur mit einem eigenen Baustein, und meist nur für Onlinebanking. Ware, die nie ankommt, ist dort in der Regel nicht versichert.

Brauche ich eine Cyberversicherung, wenn ich nur mit Käuferschutz bezahle?

Seltener. Käuferschutz fängt viele Kauffälle ab, aber nicht Identitätsmissbrauch, Mobbing oder Betrug beim Verkaufen.

Ist ein Selbständiger über die private Cyberpolice versichert?

Nein. Beruflich genutzte Geräte und Daten brauchen eine gewerbliche Cyberversicherung.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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