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Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung: Was ist besser?

Kurz gesagt

Für die meisten Menschen ist das Pflegetagegeld die bessere Wahl. Es zahlt einen festen Betrag, den Sie frei verwenden, auch wenn Angehörige pflegen. Die Pflegekostenversicherung erstattet nur belegte Rechnungen von Pflegediensten und Heimen, ohne Unterkunft und Essen. Sie kann günstiger sein, passt aber nur, wenn später sicher Profis pflegen.

Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung: Was ist besser?

Was es kostet

Monatsbeiträge aus veröffentlichten Übersichten, Stand 2026. Die Tarife unterscheiden sich stark in der Leistung.

BeispielRichtwert
Pflegetagegeld, 50 Jahre, 50 Euro am Tag in Pflegegrad 5etwa 70 bis 160 Euro
Pflegekostenversicherung, alle Altersstufen und Umfängeetwa 20 bis 130 Euro
Pflegekostenversicherung, 40 Jahre, mittlerer Umfangetwa 50 Euro
Pflegekostenversicherung, 60 Jahre, mittlerer Umfangüber 100 Euro

Richtwerte aus den genannten Quellen. Ein niedriger Beitrag bedeutet fast immer weniger Leistung in den niedrigen Pflegegraden. Das genaue Angebot für Ihr Alter und Ihre Gesundheit holen wir ein.

Rechenbeispiel

Zwei Pflegeverläufe, zwei Ergebnisse

Vergleich eines Tagegelds von 50 Euro am Tag, das in Pflegegrad 3 die Hälfte zahlt, mit einer Kostenversicherung, die die Leistung der Pflegekasse für Profis verdoppelt. Beträge je Monat, gerundet.

Zu Hause, Pflegegrad 3, Tochter pflegt: Tagegeldetwa 750 Euro
Zu Hause, Pflegegrad 3, Tochter pflegt: Kostenversicherung0 Euro, keine Rechnung
Heim, Pflegegrad 5, erstes Jahr: Tagegeldetwa 1.500 Euro, frei einsetzbar
Heim, Pflegegrad 5, erstes Jahr: Kostenversicherunghöchstens der Pflegeanteil, im Schnitt 1.775 Euro
Heim: Unterkunft, Essen, Investitionskostenetwa 1.589 Euro, von der Kostenversicherung meist nicht gedeckt

Im Heim liegen beide Formen nah beieinander. Zu Hause mit Pflege durch die Familie leistet nur das Tagegeld. Weil niemand weiß, wie die eigene Pflege verlaufen wird, ist das Tagegeld für die meisten die sichere Wahl.

Wie die beiden Formen zahlen

Beim Pflegetagegeld vereinbaren Sie einen Betrag, etwa 50 Euro am Tag. Im Pflegefall bekommen Sie diesen Betrag oder einen Anteil davon, je nach Pflegegrad. Was Sie damit tun, bleibt Ihnen überlassen: Heim, Pflegedienst, eine Haushaltshilfe oder ein Ausgleich für die Tochter, die weniger arbeitet.

Die Pflegekostenversicherung arbeitet wie eine Krankenversicherung. Sie reichen Rechnungen ein, die Versicherung zieht die Leistung der Pflegekasse ab und erstattet einen Teil des Rests. Manche Tarife verdoppeln einfach, was die Pflegekasse für Profis zahlt, andere erstatten einen Prozentsatz der Restkosten bis zu einer Obergrenze.

MerkmalPflegetagegeldPflegekostenversicherung
Auszahlungfester Betrag, frei verwendbarErstattung gegen Rechnung
Pflege durch Angehörigezahltzahlt nicht
Unterkunft und Essen im Heimfrei einsetzbarmeist ausgeschlossen
Aufwand im Pflegefallgering, Bescheid über den Pflegegrad genügtlaufend Belege sammeln und einreichen
Steigende PflegepreiseBetrag bleibt gleich, außer bei DynamikLeistung wächst oft mit den Kosten
Wartezeitbei vielen Tarifen keinehäufig ein bis drei Jahre

Warum die meisten Menschen zu Hause gepflegt werden

Der größte Teil der Pflegebedürftigen lebt zu Hause und wird von Angehörigen versorgt, oft über Jahre in den Pflegegraden 2 und 3. Genau dann zahlt eine Pflegekostenversicherung wenig oder nichts, weil keine Rechnung eines Pflegedienstes vorliegt.

Ein Pflegetagegeld zahlt in dieser Zeit weiter. Damit lässt sich eine Haushaltshilfe bezahlen, ein Umbau im Bad oder der Verdienstausfall der pflegenden Person ausgleichen.

Im Pflegeheim sieht es anders aus

Im Heim entstehen belegbare Kosten, das spricht für die Kostenversicherung. Sie deckt aber meist nur den Pflegeanteil der Heimrechnung. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten, im Schnitt rund 1.589 Euro im Monat, bleiben bei Ihnen.

Ein Tagegeld von 1.500 Euro im Monat können Sie dagegen für jeden Teil der Rechnung einsetzen. Unter dem Strich ist die Entlastung im Heim bei beiden Formen oft ähnlich groß.

Wann die Pflegekostenversicherung passen kann

Wenn Sie allein leben, keine Angehörigen in der Nähe haben und sicher mit Pflegedienst oder Heim rechnen, verliert der Vorteil des Tagegelds an Gewicht. Tarife, die die Leistung der Pflegekasse verdoppeln, steigen außerdem mit, wenn der Gesetzgeber die Kassenleistungen erhöht.

Rechnen Sie aber mit dem Aufwand. Im Pflegefall muss jemand die Rechnungen sammeln und einreichen, und das sind oft die Angehörigen, die ohnehin stark belastet sind.

Und die Pflegerente?

Es gibt noch eine dritte Form, die Pflegerentenversicherung. Sie zahlt eine feste Monatsrente und hat meist stabilere Beiträge, kostet aber ein Mehrfaches. Für die meisten ist sie zu teuer, um eine ausreichende Summe zu versichern.

Wer den Beitrag dauerhaft tragen kann und Wert auf feste Kalkulation legt, kann sie trotzdem prüfen.

Schritt für Schritt

  1. Überlegen, wer Sie im Pflegefall voraussichtlich versorgt: Familie, Pflegedienst oder Heim.
  2. Monatliche Lücke im Heim ausrechnen: Eigenanteil minus Rente.
  3. Bei Tagegeldtarifen die Leistung in den Pflegegraden 2 und 3 vergleichen.
  4. Bei Kostentarifen prüfen, was erstattet wird und ob Unterkunft und Essen ausgeschlossen sind.
  5. Wartezeiten und Beitragsbefreiung im Pflegefall vergleichen.
  6. Nur einen Beitrag wählen, den Sie auch als Rentner zahlen können.

Checkliste

  • Leistung auch bei Pflege durch Angehörige
  • Mindestens 30 Prozent der Leistung in Pflegegrad 2 und 3
  • Beitragsbefreiung ab dem Eintritt der Pflege
  • Demenz ohne Einschränkung eingeschlossen
  • Dynamik, damit die Leistung mit den Preisen wächst
  • Keine oder kurze Wartezeit

Häufige Fehler

  • Die Kostenversicherung wählen, weil sie billiger ist, und später bei Pflege durch die Familie leer ausgehen
  • Nur die Leistung in Pflegegrad 5 vergleichen
  • Übersehen, dass Unterkunft und Essen im Heim nicht erstattet werden
  • Beim Tagegeld auf eine Dynamik verzichten und die Leistung von den Preisen überholen lassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was ist der Hauptunterschied?

Das Tagegeld zahlt einen festen Betrag ohne Nachweis, die Kostenversicherung erstattet nur belegte Rechnungen von Profis.

Zahlt die Pflegekostenversicherung, wenn meine Familie mich pflegt?

In aller Regel nicht, weil keine Rechnung eines Pflegedienstes vorliegt. Genau das ist ihr größter Nachteil.

Welche Form ist günstiger?

Die Kostenversicherung beginnt oft niedriger. Bei vergleichbarer Leistung liegen die Beiträge aber nah beieinander, und das Tagegeld ist freier verwendbar.

Kann ich beide kombinieren?

Ja, das ist möglich. Meist ist ein ausreichend hohes Tagegeld aber einfacher als zwei Verträge.

Wächst das Pflegetagegeld mit den Preisen?

Nur wenn eine Dynamik vereinbart ist. Dann steigen Leistung und Beitrag in festen Abständen, meist ohne neue Gesundheitsprüfung.

Ist der Pflege-Bahr ein Tagegeld?

Ja, er ist ein staatlich gefördertes Pflegetagegeld mit niedriger Mindestleistung und ohne Gesundheitsprüfung.

Quellen

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