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Was kostet ein Pflegeheim und was zahlt die Pflegekasse?

Kurz gesagt

Im ersten Jahr zahlen Bewohner im Schnitt 3.364 Euro im Monat aus eigener Tasche, je nach Bundesland zwischen 2.891 und 3.761 Euro. Die Pflegekasse zahlt je nach Pflegegrad 805 bis 2.096 Euro und einen Zuschlag, der mit der Dauer im Heim steigt. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten tragen Sie immer selbst.

Was kostet ein Pflegeheim und was zahlt die Pflegekasse?

Was es kostet

Durchschnittliche Eigenanteile im Pflegeheim und Leistungen der Pflegekasse, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Eigenanteil erstes Jahr, Bundesschnitt3.364 Euro im Monat
Eigenanteil erstes Jahr, Sachsen-Anhalt bis Bremen2.891 bis 3.761 Euro im Monat
Eigenanteil zweites Jahr, Bundesschnittetwa 3.050 Euro im Monat
Eigenanteil drittes Jahr, Bundesschnittetwa 2.630 Euro im Monat
Eigenanteil ab dem vierten Jahr, Bundesschnittetwa 2.110 Euro im Monat
Pflegekasse im Heim, Pflegegrad 2 bis 5805 bis 2.096 Euro im Monat

Werte für das erste Jahr und die Kassenleistungen aus den genannten Quellen. Die Werte ab dem zweiten Jahr sind eigene Rechnung aus den Durchschnittswerten und den Zuschlägen, gerundet. Die Kosten Ihres Heims können deutlich abweichen.

Rechenbeispiel

Pflegegrad 3, Heim mit Durchschnittskosten, Rente 1.500 Euro

So sieht die Rechnung im ersten Jahr aus, gerundet auf Basis der Bundesdurchschnitte.

Gesamtrechnung des Heims im Monatetwa 5.000 Euro
Pflegekasse, Pflegegrad 3minus 1.319 Euro
Zuschlag 15 Prozent auf den Pflegeanteilminus etwa 313 Euro
Eigenanteiletwa 3.364 Euro
Renteminus 1.500 Euro
Monatliche Lückeetwa 1.860 Euro

Im ersten Jahr fehlen rund 22.000 Euro. Ersparnisse von 50.000 Euro sind nach gut zwei Jahren aufgebraucht, obwohl der Eigenanteil in dieser Zeit etwas sinkt.

Woraus sich die Heimrechnung zusammensetzt

Die Rechnung eines Pflegeheims hat vier Teile: die Pflege selbst, eine Umlage für die Ausbildung von Pflegekräften, Unterkunft mit Verpflegung und die Investitionskosten für Gebäude und Ausstattung.

Die Pflegekasse beteiligt sich nur an der Pflege. Was nach ihrem Pauschalbetrag übrig bleibt, heißt einheitlicher Eigenanteil. Er ist im selben Heim für die Pflegegrade 2 bis 5 gleich hoch. Wer schwerer pflegebedürftig ist, zahlt also nicht mehr, weil die Kasse entsprechend mehr übernimmt.

BestandteilEigenanteil im Schnitt, erstes Jahr
Pflege mit Ausbildungsumlage, nach 15 Prozent Zuschlag1.775 Euro
davon Ausbildungsumlage128 Euro
Unterkunft und Verpflegung1.068 Euro
Investitionskosten521 Euro
Zusammen3.364 Euro

Was die Pflegekasse zahlt

Für die Pflege im Heim zahlt die Kasse einen festen Monatsbetrag je Pflegegrad direkt an das Heim. In Pflegegrad 1 gibt es nur einen Zuschuss von 131 Euro.

Dazu kommt ein Zuschlag auf Ihren Pflegeanteil, der mit der Zeit im Heim steigt. Er gilt nur für die Pflege, nicht für Unterkunft, Essen und Investitionskosten. Deshalb sinkt die Rechnung mit den Jahren, fällt aber nie unter etwa 1.600 Euro im Monat.

PflegegradBetrag der Pflegekasse im Heim
Pflegegrad 1131 Euro Zuschuss
Pflegegrad 2805 Euro
Pflegegrad 31.319 Euro
Pflegegrad 41.855 Euro
Pflegegrad 52.096 Euro

So sinkt der Eigenanteil mit den Jahren

Ohne Zuschlag läge der Pflegeanteil im Schnitt bei rund 2.090 Euro. Im zweiten Jahr übernimmt die Kasse davon 30 Prozent, im dritten 50 und ab dem vierten 75 Prozent.

Viele Bewohner leben allerdings nicht lange genug im Heim, um die hohen Zuschläge zu erreichen. Planen Sie deshalb mit dem Betrag des ersten Jahres.

Wenn Rente und Vermögen nicht reichen

Reicht das eigene Geld nicht, springt das Sozialamt mit der Hilfe zur Pflege ein. Vorher müssen Sie Ihr Vermögen bis auf ein Schonvermögen von 10.000 Euro einsetzen. Ein selbst bewohntes Haus des Partners ist in der Regel geschützt, das eigene leerstehende Haus meist nicht.

Ihre Kinder werden für die Heimkosten erst herangezogen, wenn eines von ihnen mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient. Schenkungen der letzten zehn Jahre kann das Sozialamt zurückfordern.

Was eine private Pflegeversicherung daran ändert

Eine Pflegezusatzversicherung schließt die Lücke zwischen Rente und Heimrechnung, damit Ersparnisse und Haus nicht aufgebraucht werden. Ein Pflegetagegeld von 50 Euro am Tag bringt etwa 1.500 Euro im Monat.

Nicht nötig ist sie, wenn Ihre Rente und Ihr Vermögen die Kosten ohnehin über viele Jahre tragen, oder wenn ohnehin kein Vermögen da ist, das geschützt werden müsste.

Schritt für Schritt

  1. Pflegegrad bei der Pflegekasse beantragen, bevor Sie in ein Heim ziehen.
  2. Heimentgelte mehrerer Häuser vergleichen, sie sind öffentlich einsehbar.
  3. Eigenanteil minus Rente rechnen, um die monatliche Lücke zu kennen.
  4. Prüfen, wie lange Ersparnisse die Lücke decken.
  5. Rechtzeitig Hilfe zur Pflege beim Sozialamt beantragen, wenn das Geld nicht reicht.
  6. Wer noch vorsorgen kann: Tagessatz einer Pflegezusatzversicherung an der Lücke ausrichten.

Checkliste

  • Pflegegrad festgestellt und Bescheid vorhanden
  • Heimvertrag mit allen vier Kostenteilen gelesen
  • Eigenanteil im Heim Ihrer Wahl bekannt, nicht nur der Bundesschnitt
  • Einkünfte und Vermögen für die nächsten Jahre durchgerechnet
  • Wohngeld oder Hilfe zur Pflege geprüft
  • Heimkosten in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung angegeben

Häufige Fehler

  • Annehmen, die Pflegekasse zahle das Heim ganz
  • Mit dem Durchschnitt planen, obwohl das Wunschheim deutlich teurer ist
  • Vermögen kurz vor dem Heimeinzug verschenken und dann die Rückforderung erleben
  • Den Antrag beim Sozialamt zu spät stellen, denn es zahlt erst ab Kenntnis

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet ein Pflegeheim im Monat insgesamt?

Die volle Rechnung liegt im Schnitt bei etwa 4.500 bis 5.800 Euro, je nach Pflegegrad. Davon zahlen Sie im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro selbst.

Warum zahle ich in Pflegegrad 5 nicht mehr als in Pflegegrad 2?

Weil der Pflegeanteil im selben Heim für alle Grade von 2 bis 5 gleich ist. Die höheren Kosten deckt die Kasse mit ihrem höheren Betrag.

Müssen meine Kinder für das Pflegeheim zahlen?

Nur wenn ein Kind mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient. Schwiegerkinder zahlen nicht.

Wie viel Vermögen darf ich behalten?

Bei Hilfe zur Pflege bleiben 10.000 Euro geschützt, bei Ehepaaren mehr. Dazu kommt ein Taschengeld für persönliche Ausgaben.

Kann ich Heimkosten von der Steuer absetzen?

Ja, als außergewöhnliche Belastung, soweit sie Ihre zumutbare Belastung übersteigen. Kosten für Unterkunft und Essen werden um eine Haushaltsersparnis gekürzt.

Zahlt die Pflegekasse auch bei Kurzzeitpflege?

Ja, für einige Wochen im Jahr gibt es ein eigenes Budget. Unterkunft und Verpflegung zahlen Sie auch dort selbst.

Reicht eine Pflegezusatzversicherung für das Heim?

Sie soll die Lücke zwischen Rente und Eigenanteil schließen. Mit 1.500 Euro im Monat ist die Lücke im Beispiel zu großen Teilen gedeckt.

Quellen

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