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Restschuldversicherung oder Risikolebensversicherung: Was ist besser?

Kurz gesagt

Für den Todesfall ist die Risikolebensversicherung fast immer besser: deutlich günstiger, unabhängig vom Kredit und auch danach nutzbar. Eine Restschuldversicherung oder Kreditversicherung der Bank kann den Effektivzins verdoppeln, im dokumentierten Beispiel von 8,49 auf 16,89 Prozent. Was ist besser bei Angst vor Arbeitslosigkeit? Meist eine Rücklage, denn auch hier gibt es Ausschlüsse.

Restschuldversicherung oder Risikolebensversicherung: Was ist besser?

Was es kostet

Öffentlich genannte Zahlen zum Vergleich beider Wege.

BeispielRichtwert
Ratenkredit über acht Jahre, Monatsrate ohne Restschuldversicherung256,13 Euro, effektiver Jahreszins 8,49 Prozent
derselbe Kredit mit Restschuldversicherung330,46 Euro, effektiver Jahreszins 16,89 Prozent
Mehrkosten durch die Restschuldversicherung über die Laufzeitüber 7.100 Euro
Risikolebensversicherung, 30 Jahre, Nichtraucher, Büro, 200.000 Euro, 25 Jahreetwa 8 bis 15 Euro im Monat
Risikolebensversicherung, 35 Jahre, Raucher, Handwerk, 500.000 Euro, 30 Jahreetwa 31 bis 50 Euro im Monat

Die Zahlen zur Restschuldversicherung stammen aus einem veröffentlichten Beispielfall eines Ratenkredits und sind nicht auf jeden Kredit übertragbar.

Risikolebensbeiträge aus öffentlich genannten Tarifbeispielen, Stand 2026.

Die Werte im Rechenbeispiel zur Baufinanzierung sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Alter, Gesundheit und Laufzeit ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Ratenkredit 15.000 Euro über fünf Jahre, Kreditnehmer 40 Jahre, Nichtraucher

Die Bank bietet eine Restschuldversicherung für Tod, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit an. Er vergleicht mit einer eigenen Risikolebensversicherung und einer Rücklage.

Restschuldversicherung als Einmalbeitrag, mitfinanziertRichtwert 1.200 bis 2.000 Euro plus Zinsen darauf
Eigene Risikolebensversicherung 15.000 Euro, fünf JahreRichtwert 3 bis 6 Euro im Monat, also 180 bis 360 Euro
Rücklage für drei Monatsratenrund 850 Euro, bleibt Ihr Geld
Leistung bei Todbei beiden wird der Kredit getilgt

Die eigene Lösung kostet nur einen Bruchteil, und die Rücklage gehört Ihnen auch dann, wenn nichts passiert. Viele Tarife haben zudem Mindestsummen, die über 15.000 Euro liegen; dann deckt eine höhere Summe gleich weitere Risiken mit ab.

Der Unterschied in einem Satz

Die Restschuldversicherung schützt die Bank: Sie zahlt den Kredit ab, wenn Sie es nicht mehr können. Die Risikolebensversicherung schützt Ihre Familie: Sie zahlt eine feste Summe, mit der die Hinterbliebenen den Kredit ablösen und weiterleben können.

Beim Tod kommt im Ergebnis oft dasselbe heraus, nämlich ein schuldenfreies Zuhause. Der Weg dorthin kostet aber sehr unterschiedlich viel, und bei der Risikolebensversicherung bleibt Ihnen die Wahl, wofür das Geld verwendet wird.

MerkmalRestschuldversicherungRisikolebensversicherung
Leistet beiTod, je nach Vertrag auch Arbeitsunfähigkeit und ArbeitslosigkeitTod
Geld geht andie Bankdie Bezugsberechtigten, die Sie bestimmen
Bindungan genau diesen Kreditkeine, Summe und Laufzeit frei wählbar
Beitragoft als Einmalbeitrag, häufig mitfinanziertlaufend im Monat oder Jahr
Kostenhoch, im Beispiel Effektivzins fast verdoppeltgering, für Nichtraucher oft unter 20 Euro im Monat
Nach Tilgung oder UmschuldungZweck entfälltläuft weiter oder wird gekündigt
Gesundheitsprüfungoft keine oder kurze, dafür Ausschlüsse für VorerkrankungenGesundheitsfragen beim Abschluss

Warum die Restschuldversicherung so teuer ist

Der Beitrag wird häufig als Einmalbetrag berechnet und gleich in den Kredit eingerechnet. Dann zahlen Sie über die gesamte Laufzeit Zinsen auf die Versicherung. Im dokumentierten Beispiel eines Ratenkredits über acht Jahre stieg die Monatsrate von rund 256 auf rund 330 Euro.

Dazu kommen Ausschlüsse, Wartezeiten und Karenzzeiten, also Fristen, in denen trotz Schaden nichts gezahlt wird. Wer zum Beispiel kurz nach Abschluss arbeitslos wird oder eine bekannte Vorerkrankung hat, geht oft leer aus. Die Verbraucherzentralen raten deshalb seit Jahren zu Vorsicht.

Wann die Restschuldversicherung doch passen kann

Sie kann eine Lösung sein, wenn Sie wegen Vorerkrankungen keine Risikolebensversicherung bekommen und die Bank auf Todesfallschutz besteht. Manche Tarife fragen nur wenig zur Gesundheit, schließen aber bekannte Leiden aus. Lesen Sie die Bedingungen genau.

Auch bei Selbständigen ohne Rücklagen oder bei einem sehr unsicheren Arbeitsplatz kann der Schutz bei Arbeitslosigkeit verlockend sein. Prüfen Sie dann, ab wann und wie lange gezahlt wird. Oft ist die Zahl der übernommenen Raten begrenzt, und Selbständige sind beim Arbeitslosenschutz oft gar nicht erfasst.

Die bessere Kombination für die meisten

Für den Todesfall eine eigene Risikolebensversicherung, gern mit fallender Summe passend zum Tilgungsplan. Für den Fall, dass Sie wegen Krankheit nicht mehr arbeiten können, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die Ihr Einkommen ersetzt und nicht nur eine Rate. Gegen Arbeitslosigkeit hilft am besten eine Rücklage von drei bis sechs Monatsausgaben.

Diese Kombination kostet meist weniger als die Restschuldversicherung, schützt breiter und bleibt bestehen, wenn Sie den Kredit umschulden oder vorzeitig tilgen.

Wann Sie keines von beiden brauchen

Ist der Kredit klein, etwa für ein Auto oder Möbel, und könnten Ihre Angehörigen ihn aus Erspartem ablösen, brauchen Sie keinen eigenen Todesfallschutz dafür. Bei einem Ratenkredit über wenige tausend Euro ist eine Restschuldversicherung fast nie wirtschaftlich.

Schritt für Schritt

  1. Vor dem Kreditgespräch ein Angebot für eine eigene Risikolebensversicherung einholen.
  2. Von der Bank den effektiven Jahreszins mit und ohne Restschuldversicherung schriftlich verlangen.
  3. Bei der Restschuldversicherung Ausschlüsse, Wartezeiten und Karenzzeiten lesen.
  4. Die Woche bis zur gesonderten Unterschrift nutzen, um in Ruhe zu vergleichen.
  5. Für Krankheit eine Berufsunfähigkeitsversicherung und für Arbeitslosigkeit eine Rücklage prüfen.

Checkliste

  • Effektiver Jahreszins mit und ohne Versicherung liegt schriftlich vor
  • Angebot für eine eigene Risikolebensversicherung zum Vergleich eingeholt
  • Einmalbeitrag nicht ungeprüft mitfinanziert
  • Ausschlüsse für Vorerkrankungen und Wartezeiten bekannt
  • Widerrufsrecht und Frist notiert
  • Absicherung bei Krankheit und Arbeitslosigkeit gesondert geregelt

Häufige Fehler

  • Die Restschuldversicherung im Kreditgespräch für Pflicht halten
  • Nur auf die Monatsrate schauen statt auf den effektiven Jahreszins
  • Den Einmalbeitrag mitfinanzieren und jahrelang Zinsen darauf zahlen
  • Glauben, die Restschuldversicherung ersetze eine Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Das Widerrufsrecht verstreichen lassen, obwohl ein besseres Angebot vorliegt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich eine Restschuldversicherung abschließen?

Nein. Eine Bank darf Todesfallschutz verlangen, Sie dürfen ihn aber bei jedem Anbieter kaufen, auch als eigene Risikolebensversicherung.

Kann ich eine Restschuldversicherung widerrufen?

Ja, innerhalb der gesetzlichen Fristen nach Abschluss. Prüfen Sie die Widerrufsbelehrung in Ihren Unterlagen, dort steht die genaue Frist.

Was gilt seit 2025 bei Restschuldversicherungen?

Seit dem 2. Januar 2025 darf der Versicherungsvertrag erst eine Woche nach dem Kreditvertrag gesondert unterschrieben werden. So bleibt Zeit für einen Vergleich.

Zahlt die Risikolebensversicherung auch bei Arbeitslosigkeit?

Nein, nur im Todesfall. Für Arbeitslosigkeit ist eine Rücklage meist der günstigere Schutz, für Krankheit die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was passiert mit der Restschuldversicherung bei vorzeitiger Tilgung?

Sie endet in der Regel mit dem Kredit. Ein Teil des Einmalbeitrags kann erstattet werden, das regeln die Bedingungen.

Ist eine Restschuldversicherung bei Vorerkrankungen besser?

Manchmal ist sie der einzige Weg, weil sie wenig nach der Gesundheit fragt. Dafür schließt sie bekannte Leiden oft aus, das sollten Sie vorher wissen.

Quellen

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