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Brauchen Kinder eine Risikolebensversicherung?

Kurz gesagt

Nein, Kinder brauchen keine eigene Risikolebensversicherung, denn von ihrem Einkommen hängt niemand ab. Brauchen Kinder Schutz, dann über ihre Eltern: Eine Risikolebensversicherung auf jeden Elternteil mit dem Drei- bis Fünffachen des Bruttojahreseinkommens, bis das jüngste Kind etwa 25 ist. Für eine 30-jährige Nichtraucherin kosten 200.000 Euro über 25 Jahre etwa 8 bis 15 Euro im Monat.

Brauchen Kinder eine Risikolebensversicherung?

Was es kostet

Was die Absicherung der Kinder über die Eltern kostet und was die Alternativen für das Kind selbst kosten.

BeispielRichtwert
Elternteil, 30 Jahre, Nichtraucher, Büro, 200.000 Euro, 25 Jahre Laufzeitetwa 8 bis 15 Euro im Monat
Elternteil, 35 Jahre, Raucher, Handwerk, 500.000 Euro, 30 Jahre Laufzeitetwa 31 bis 50 Euro im Monat
Kinderinvaliditätsversicherung, 1.000 Euro Rente lebenslang plus 24.000 Euro einmaligetwa 275 Euro im Jahr
Kinderinvaliditätsversicherung, Spanne der geprüften Tarifeetwa 107 bis 421 Euro im Jahr
Durchschnittliche Bestattungskosten zum Vergleichrund 4.500 Euro

Risikolebensbeiträge aus öffentlich genannten Tarifbeispielen, Stand 2026.

Die Werte zur Kinderinvaliditätsversicherung stammen aus einem Test von 2020, seitdem haben einzelne Anbieter die Beiträge deutlich erhöht; sie sind deshalb nur ein Anhaltspunkt.

Der Beitrag im Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Alter, Gesundheit und Laufzeit ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Familie mit zwei Kindern, drei und sechs Jahre alt

Beide Eltern sind 32, er verdient 50.000 Euro brutto im Jahr, sie arbeitet Teilzeit mit 25.000 Euro. Das jüngste Kind ist in 22 Jahren 25.

Er: fünffaches Bruttojahreseinkommen250.000 Euro
Sie: fünffaches Bruttojahreseinkommen, aufgerundet wegen Betreuung150.000 Euro
Laufzeit für beide22 Jahre
Beitrag für beide zusammen, NichtraucherRichtwert etwa 20 bis 35 Euro im Monat
Police auf die Kinderkeine

Für zusammen 400.000 Euro Schutz zahlt die Familie im Monat etwa so viel wie für zwei Kinokarten. Eine Police auf die Kinder selbst würde nichts davon ersetzen.

Warum das Kind selbst keine Risikolebensversicherung braucht

Eine Risikolebensversicherung ersetzt Geld, das durch einen Todesfall fehlt. Stirbt ein Kind, ist das das Schlimmste, was Eltern passieren kann, aber es fällt kein Einkommen weg, von dem die Familie lebt. Deshalb gibt es nichts, was eine hohe Versicherungssumme ersetzen müsste.

Das Gesetz zieht hier auch eine Grenze. Nach § 150 Absatz 3 Versicherungsvertragsgesetz darf ein Elternteil das Leben eines Kindes unter sieben Jahren ohne dessen Einwilligung nur bis zur Höhe gewöhnlicher Beerdigungskosten versichern. Viele Tarife nehmen Kinder als versicherte Person gar nicht erst an.

Was Kinder wirklich brauchen: abgesicherte Eltern

Für Kinder ist der Tod eines Elternteils das größte finanzielle Risiko. Dann fehlt ein Einkommen, oder der andere Elternteil muss weniger arbeiten, um die Betreuung zu übernehmen. Die Waisenrente der gesetzlichen Rentenversicherung deckt davon nur einen kleinen Teil.

Versichern Sie deshalb beide Elternteile, nicht nur den Hauptverdiener. Fällt der Elternteil weg, der die Kinder überwiegend betreut, entstehen Kosten für Betreuung, Haushalt oder weniger Arbeitszeit des anderen. Auch das muss die Summe tragen.

SituationEmpfehlung
Paar, ein Kind unter sechsbeide versichern, je etwa das Fünffache des Bruttojahreseinkommens
Paar, Kinder im Teenageralteretwa das Dreifache reicht oft, Laufzeit bis das jüngste Kind 25 ist
Alleinerziehendmindestens das Fünffache, dazu eine Sorgerechtsverfügung
Paar mit HauskreditSumme um die Restschuld erhöhen oder eine zweite Police mit fallender Summe
Kinder aus dem Haus und finanziell selbständigmeist keine Risikolebensversicherung mehr nötig

Wann Sie keine Risikolebensversicherung brauchen

Wer genug Vermögen hat, um die Kinder bis zum Ende der Ausbildung zu versorgen und laufende Kredite abzulösen, braucht keine. Sind die Kinder erwachsen und verdienen selbst, entfällt der Grund ebenfalls. Dann können Sie den Vertrag auslaufen lassen oder kündigen.

Wenn es um das Kind selbst geht: andere Wege

Eltern, die für den eigenen Nachwuchs vorsorgen wollen, denken oft an den falschen Fall. Viel häufiger als ein Todesfall ist eine schwere Krankheit oder Behinderung, die das Leben der ganzen Familie verändert. Dafür gibt es die Kinderinvaliditätsversicherung, die eine lebenslange Rente zahlt, und zwar bei Unfall und bei Krankheit.

Eine reine Kinderunfallversicherung ist günstiger, deckt aber nur Unfälle ab. Für Bestattungskosten reicht in der Regel ein kleines Polster auf dem Tagesgeldkonto. Eine Sterbegeldversicherung auf ein Kind ist selten sinnvoll.

Wer das Geld bekommt

Tragen Sie als Bezugsberechtigten den anderen Elternteil ein, nicht das minderjährige Kind direkt. Erhält ein Kind das Geld, verwaltet es oft der überlebende Elternteil, bei Getrennten möglicherweise der frühere Partner, und das Familiengericht kann eingebunden werden.

Alleinerziehende sollten deshalb festlegen, wer das Geld für das Kind verwalten soll, etwa über ein Testament mit einer Verwaltungsregel. Lassen Sie sich dazu rechtlich beraten.

Schritt für Schritt

  1. Klären, wer wie viel zum Familieneinkommen und zur Betreuung beiträgt.
  2. Für jeden Elternteil die Summe festlegen: drei- bis fünffaches Bruttojahreseinkommen plus offene Kredite.
  3. Laufzeit so wählen, dass sie endet, wenn das jüngste Kind etwa 25 ist.
  4. Gesundheitsfragen vollständig beantworten und Angebote mit gleicher Summe und Laufzeit vergleichen.
  5. Bezugsrecht auf den anderen Elternteil eintragen, bei Alleinerziehenden die Verwaltung des Geldes regeln.
  6. Für das Kind selbst eine Kinderinvaliditätsversicherung prüfen, solange es gesund ist.

Checkliste

  • Beide Elternteile versichert, nicht nur der Hauptverdiener
  • Summe mindestens das Dreifache, bei kleinen Kindern das Fünffache des Bruttojahreseinkommens
  • Laufzeit bis das jüngste Kind etwa 25 ist
  • Offene Kredite in der Summe berücksichtigt
  • Bezugsrecht passt zur Familiensituation
  • Keine Lebensversicherung auf das Kind selbst abgeschlossen

Häufige Fehler

  • Eine Police auf das Leben des Kindes abschließen statt auf die Eltern
  • Nur den Hauptverdiener versichern und die Betreuung vergessen
  • Das minderjährige Kind direkt als Bezugsberechtigten eintragen, ohne die Verwaltung zu regeln
  • Die Laufzeit nach dem Kredit statt nach dem jüngsten Kind wählen
  • Eine Kinderinvaliditätsversicherung so lange aufschieben, bis eine Diagnose den Abschluss verhindert

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich eine Risikolebensversicherung auf mein Kind abschließen?

Bei vielen Tarifen nicht, und für Kinder unter sieben Jahren begrenzt das Gesetz die Summe ohne Einwilligung auf gewöhnliche Beerdigungskosten. Sinnvoll ist es ohnehin nicht.

Wie hoch sollte die Summe mit Kindern sein?

Als Richtwert das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens, bei kleinen Kindern eher das Fünffache, dazu offene Kredite.

Wie lange sollte die Laufzeit mit Kindern sein?

Bis das jüngste Kind etwa 25 ist und Ausbildung oder Studium abgeschlossen hat. Bei einem Neugeborenen also 20 bis 25 Jahre.

Soll das Kind Bezugsberechtigter sein?

Meist besser der andere Elternteil. Erhält ein minderjähriges Kind das Geld, muss jemand es verwalten, und das ist nicht immer die Person, die Sie sich wünschen.

Was ist wichtiger, Risikoleben oder Kinderinvalidität?

Das sind zwei Fälle. Die Risikolebensversicherung auf die Eltern schützt die Kinder vor Geldnot, die Kinderinvaliditätsversicherung schützt das Kind bei schwerer Krankheit oder Behinderung. Beides kann sinnvoll sein.

Brauchen Großeltern eine Risikolebensversicherung für die Enkel?

Nur wenn die Enkel finanziell von ihnen abhängen. Sonst ist ein Sparplan für die Enkel meist der bessere Weg.

Quellen

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