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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Wohngebäude

Ist die Wallbox über die Gebäudeversicherung versichert?

Kurz gesagt

Meist ja, wenn die Wallbox fest angeschlossen ist und am versicherten Haus hängt. Dann zahlt die Wohngebäudeversicherung bei Brand, Blitz, Sturm, Hagel und Leitungswasser. Diebstahl, Vandalismus, Bedienfehler und Kurzschluss im Gerät selbst sind im Grundschutz dagegen oft nicht drin. Melden Sie die Wallbox Ihrem Versicherer, damit die Versicherungssumme passt.

Ist die Wallbox über die Gebäudeversicherung versichert?

Was es kostet

Was eine Wallbox kostet und was der Schutz dafür kostet, nach veröffentlichten Richtwerten.

BeispielRichtwert
Wallbox-Gerät, einfach bis gehobenetwa 300 bis 2.000 Euro
Einbau im Einfamilienhausetwa 500 bis 1.500 Euro, bei viel Aufwand mehr
Übliche 11-kW-Wallbox mit Einbauetwa 1.200 bis 3.500 Euro
Photovoltaik-Baustein in der Wohngebäudeversicherung, Wallbox oft einschließbaretwa 35 bis 120 Euro im Jahr
Eigene Wallbox als Mieter in der Hausratversicherungoft 0 Euro Aufpreis, Meldung genügt

Stand September 2026. Die Wallbox im Grundschutz der Wohngebäudeversicherung kostet meist keinen eigenen Beitrag, sie erhöht nur den Gebäudewert. Einen reinen Technikbaustein für die Wallbox setzen Versicherer unterschiedlich an; als Richtwert aus der Angebotspraxis rechnen Sie mit etwa 20 bis 60 Euro im Jahr. Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus mit Wallbox am Carport

Eine 11-kW-Wallbox für 2.400 Euro mit Einbau hängt am offenen Carport. Der Carport ist im Vertrag als Nebengebäude mitversichert.

Hagel beschädigt Gehäuse und DisplayGrundschutz zahlt, abzüglich Selbstbeteiligung
Blitz legt die Ladeelektronik lahmGrundschutz zahlt, wenn Überspannung eingeschlossen ist
Ladeteil fällt nach drei Jahren ausGrundschutz zahlt nicht, Technikbaustein meist ja
Ladekabel wird gestohlenGrundschutz zahlt nicht, je nach Baustein ja

Ohne Zusatzbaustein tragen Sie die häufigsten Wallbox-Schäden selbst. Bei 2.400 Euro Anlagenwert und freiem Zugang lohnt der Baustein meist.

Warum die Wallbox zum Haus gehört

Die Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude und alles, was fest mit ihm verbunden ist. Eine Wallbox, die an der Hauswand oder in der Garage verschraubt und fest an die Hauselektrik angeschlossen ist, fällt in der Regel darunter.

Anders sieht es bei einer mobilen Ladebox aus, die nur in die Steckdose kommt. Sie ist eher Hausrat. Steht die Wallbox an einem Carport oder an einer Säule im Hof, kommt es darauf an, ob dieses Nebengebäude oder Grundstücksteil im Vertrag mitversichert ist.

Was bezahlt wird und was nicht

Der Grundschutz deckt die klassischen Gefahren. Brennt die Garage ab oder schlägt der Blitz ein, ist die Wallbox mit dabei. Überspannung durch Blitz ist in vielen Tarifen eingeschlossen, oft aber nur bis zu einer Obergrenze.

Die typischen Schäden an einer Wallbox sind aber andere: ein defektes Ladeteil, ein Kurzschluss im Gerät, ein beschädigtes Kabel durch Anfahren oder ein Diebstahl am offenen Carport. Diese Fälle deckt die Gebäudeversicherung im Grundschutz meist nicht.

SchadenGrundschutz WohngebäudeMit Technik- oder Allgefahrenbaustein
Brand in der Garagejaja
Blitzschlag und Überspannungoft ja, teils mit Obergrenzeja
Sturm oder Hagel am Carportja, wenn der Carport versichert istja
Kurzschluss im Gerät selbstmeist neinmeist ja
Bedienfehler oder Anfahrenmeist neinmeist ja
Diebstahl oder Vandalismusneinje nach Tarif

Wann ein Zusatzbaustein sich lohnt

Wenn Sie eine günstige Wallbox für wenige hundert Euro im abgeschlossenen Hausinneren haben, reicht der Grundschutz oft. Einen Defekt am Gerät zahlen Sie dann selbst, das ist überschaubar.

Hängt eine teure, bidirektionale Wallbox frei zugänglich am Carport, sieht es anders aus. Dann lohnt ein Baustein für Haustechnik oder eine Allgefahrendeckung, die Defekte, Bedienfehler und Diebstahl einschließt. Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann die Wallbox oft in deren Versicherung mit aufnehmen.

Wallbox als Mieter oder in der Eigentümergemeinschaft

Haben Sie als Mieter eine eigene Wallbox gekauft, gehört sie meist in Ihre Hausratversicherung. Viele Tarife schließen solche Einbauten ohne Aufpreis ein, wenn Sie sie melden. Stellt der Vermieter die Wallbox, ist seine Gebäudeversicherung zuständig.

In einer Eigentümergemeinschaft läuft die Wallbox über die Gebäudeversicherung der Gemeinschaft, wenn sie dort gemeldet ist. Klären Sie mit der Verwaltung, wer die Wallbox meldet und wer die Kosten für Beitrag und Selbstbehalt trägt.

Haftung nicht vergessen

Verursacht Ihre Wallbox einen Brand, der auf das Nachbarhaus übergreift, zahlt nicht die Gebäudeversicherung den fremden Schaden. Dafür ist die Privathaftpflicht zuständig, bei vermieteten Häusern die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.

Laden Sie gegen Geld für andere oder rechnen Sie einen Dienstwagen ab, kann das als gewerbliche Nutzung gelten. Sagen Sie das dem Versicherer vorher.

Schritt für Schritt

  1. Rechnung der Wallbox mit Einbau heraussuchen und den Wert notieren.
  2. Versicherer schriftlich über die neue Wallbox informieren.
  3. Prüfen, ob Carport oder Garage im Vertrag mitversichert sind.
  4. Nachlesen, bis zu welcher Summe Überspannung durch Blitz gezahlt wird.
  5. Entscheiden, ob Defekte, Bedienfehler und Diebstahl über einen Baustein dazu sollen.
  6. Bei gewerblicher Nutzung oder Laden für Dritte den Versicherer vorher fragen.

Checkliste

  • Wallbox dem Versicherer gemeldet
  • Carport oder Garage als Nebengebäude mitversichert
  • Überspannung durch Blitz mit ausreichender Obergrenze
  • Bei teurer Anlage im Freien: Baustein für Technik oder Allgefahren
  • Privathaftpflicht oder Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht vorhanden
  • Einbau durch Elektrofachbetrieb mit Rechnung

Häufige Fehler

  • Annehmen, die Wallbox sei gegen alles versichert, weil sie am Haus hängt
  • Carport vergessen, an dem die Wallbox montiert ist
  • Wallbox selbst anschließen statt durch einen Fachbetrieb, das gefährdet den Schutz
  • Als Mieter die eigene Wallbox nicht in der Hausratversicherung angeben

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich die Wallbox meiner Gebäudeversicherung melden?

Ja, das sollten Sie. Sie erhöht den Wert des Gebäudes, und der Versicherer muss wissen, dass eine Ladestation mit hoher Leistung dazugekommen ist.

Zahlt die Gebäudeversicherung, wenn die Wallbox kaputtgeht?

Nur bei den versicherten Gefahren wie Brand, Blitz, Sturm oder Leitungswasser. Einen technischen Defekt ohne äußere Ursache zahlt der Grundschutz meist nicht.

Ist das Ladekabel mitversichert?

Ein fest angeschlagenes Kabel gehört zur Wallbox. Ein loses Ladekabel im Auto ist eher Sache der Kfz-Versicherung, manche Tarife schließen es ausdrücklich ein.

Wird die Gebäudeversicherung durch die Wallbox teurer?

Meist nur wenig, weil sich die Versicherungssumme leicht erhöht. Einen spürbaren Aufpreis gibt es erst mit einem eigenen Technikbaustein.

Was gilt, wenn die Wallbox einen Brand auslöst?

Schäden am eigenen Haus zahlt die Gebäudeversicherung. Schäden bei Nachbarn oder an fremden Autos laufen über Ihre Haftpflichtversicherung.

Brauche ich eine eigene Wallbox-Versicherung?

Nicht immer. Für ein günstiges Gerät in der geschlossenen Garage reicht der Grundschutz oft. Für eine teure Anlage im Freien lohnt ein Zusatzbaustein.

Quellen

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