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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Betriebsrente (bAV)

Wie funktioniert eine Direktversicherung über den Arbeitgeber?

Kurz gesagt

Wie funktioniert eine Direktversicherung über den Arbeitgeber? Ihr Arbeitgeber schließt eine Rentenversicherung auf Ihr Leben ab und zahlt die Beiträge direkt aus Ihrem Bruttolohn ein. 2026 sind bis 338 Euro im Monat steuer- und sozialabgabenfrei, bis 676 Euro steuerfrei, und er legt mindestens 15 Prozent dazu. Die spätere Rente ist voll steuer- und meist beitragspflichtig.

Wie funktioniert eine Direktversicherung über den Arbeitgeber?

Was es kostet

Rechengrößen 2026 und typische Beträge, die bei einer Direktversicherung per Entgeltumwandlung entstehen.

BeispielRichtwert
Umwandlung 100 Euro, Pflichtzuschuss 15 Prozent115 Euro in den Vertrag, netto weniger etwa 50 bis 60 Euro
Umwandlung 200 Euro, Pflichtzuschuss 15 Prozent230 Euro in den Vertrag, netto weniger etwa 105 bis 115 Euro
Umwandlung 338 Euro, voll abgabenfreirund 389 Euro in den Vertrag
Laufende Kosten des Vertragsetwa 1,0 bis 2,5 Prozent Renditeminderung im Jahr
Garantiezins für Neuverträge seit 2025höchstens 1,0 Prozent

Grenzen nach Gesetz und Rechengrößen 2026.

Die Nettobeträge sind Richtwerte aus der Angebotspraxis für Steuerklasse I mit mittlerem Einkommen; Ihr Wert hängt an Steuerklasse, Kinderzahl und Krankenkasse.

Das konkrete Angebot mit Kosten in Euro holen wir für Sie ein.

Rechenbeispiel

3.500 Euro brutto, Steuerklasse I, 200 Euro Umwandlung über 30 Jahre

So rechnet sich eine Direktversicherung mit dem Pflichtzuschuss, ohne Wunschzahlen.

Umgewandelt200 Euro im Monat
Ersparte Sozialabgaben, rund 21 Prozentetwa 42 Euro
Ersparte Lohnsteueretwa 45 bis 50 Euro
Netto weniger auf dem Kontoetwa 105 bis 115 Euro
In den Vertrag mit 15 Prozent Zuschuss230 Euro im Monat
Eingezahlt in 30 Jahren82.800 Euro, davon netto von Ihnen etwa 40.000 Euro
Kapital bei angenommenen 2 Prozent nach Kostenrund 113.000 Euro, keine Zusage

Für rund 40.000 Euro Nettoaufwand stehen bei vorsichtiger Annahme etwa 113.000 Euro bereit. Davon gehen im Alter Steuer und rund 21 Prozent Kranken- und Pflegebeitrag ab, der Vorteil bleibt aber deutlich, wenn die Kosten im üblichen Rahmen liegen.

So ist die Direktversicherung aufgebaut

Drei Beteiligte: Ihr Arbeitgeber schließt den Vertrag bei einem Lebensversicherer ab, Sie sind die versicherte Person, und Ihnen oder Ihren Hinterbliebenen steht die Leistung zu. Fachleute nennen das Bezugsrecht.

Bezahlt wird meist per Entgeltumwandlung: Ein Teil Ihres Bruttolohns wird nicht ausgezahlt, sondern fließt in den Vertrag. Zahlt der Arbeitgeber zusätzlich aus eigener Tasche, landet auch das im selben Vertrag.

Was Sie selbst umwandeln, gehört Ihnen ab dem ersten Monat. Das Gesetz verlangt dafür ein unwiderrufliches Bezugsrecht, der Arbeitgeber darf den Vertrag weder beleihen noch abtreten. Zahlt nur der Arbeitgeber, ist der Anspruch erst sicher, wenn die Zusage drei Jahre bestand und Sie mindestens 21 sind.

PunktDirektversicherung
VersicherungsnehmerArbeitgeber
Versicherte Person und BezugsrechtSie, im Todesfall Ihre Hinterbliebenen
Abgabenfreier Beitrag 2026bis 338 Euro im Monat
Steuerfreier Beitrag 2026bis 676 Euro im Monat
Pflichtzuschuss des Arbeitgebers15 Prozent, wenn er Sozialbeiträge spart
Mitnahme beim JobwechselAnspruch bis ein Jahr nach dem Ausscheiden
Auszahlunglebenslange Rente, oft wahlweise als Einmalbetrag

Was Sie heute sparen und später zahlen

In der Ansparzeit sinkt Ihr Bruttolohn um den umgewandelten Betrag. Darauf fallen keine Lohnsteuer und bis 338 Euro im Monat auch keine Sozialabgaben an. Deshalb kostet Sie ein Beitrag von 200 Euro netto meist nur gut die Hälfte.

Im Alter dreht sich das um. Die Rente wird mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert, und gesetzlich Krankenversicherte zahlen den vollen Kranken- und Pflegebeitrag, zusammen rund 21 Prozent. In der Krankenversicherung bleiben 2026 die ersten 197,75 Euro im Monat frei, in der Pflege nicht.

Die Rechnung geht gut auf, wenn der Arbeitgeber mehr als die Pflicht dazugibt und die Kosten niedrig sind. Sie geht knapp oder gar nicht auf, wenn der Vertrag teuer ist und Sie später als Rentner hohe Abzüge haben.

Kosten und Garantie, offen gesagt

Direktversicherungen sind Versicherungsverträge mit Abschluss- und Verwaltungskosten. Üblich ist eine Renditeminderung von 1,0 bis 2,5 Prozent im Jahr. Über 30 Jahre macht ein Prozentpunkt Unterschied schnell einen fünfstelligen Betrag aus.

Der Garantiezins für neue Verträge liegt seit 2025 bei höchstens 1,0 Prozent. Viele Tarife garantieren nur einen Teil der Beiträge und legen den Rest in Fonds an. Mehr Garantie heißt meist weniger Chance auf Ertrag.

Fragen Sie nach den Effektivkosten in Prozent und den Kosten in Euro. Ihr Arbeitgeber darf den Anbieter vorgeben, aber Sie dürfen die Zahlen sehen, bevor Sie unterschreiben.

Jobwechsel, Elternzeit und Arbeitslosigkeit

Wechseln Sie den Job, können Sie bis ein Jahr danach verlangen, dass der Wert zum neuen Arbeitgeber übertragen wird, solange er die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht übersteigt. Oft übernimmt der neue Arbeitgeber den Vertrag auch einfach.

Übernimmt er ihn nicht, haben Sie zwei Wege: Der Vertrag ruht beitragsfrei bis zur Rente, oder Sie zahlen privat aus dem Netto weiter. Privat weitergezahlt entfällt der Steuervorteil, dafür fällt auf diesen Teil später kein Krankenkassenbeitrag an.

Vor dem Rentenalter kommen Sie an das umgewandelte Geld in der Regel nicht heran. Kündigen und auszahlen lassen ist gesetzlich weitgehend ausgeschlossen. Für einen Notgroschen ist die Direktversicherung daher ungeeignet.

Wann Sie sie nicht brauchen

Wenn der Arbeitgeber nur die Pflicht von 15 Prozent gibt, der Tarif teuer ist und Sie flexibel bleiben wollen, kann ein eigener Sparplan aus dem Netto gleichwertig sein, ohne Abzüge im Alter.

Auch bei kurzer Restlaufzeit, bei sehr niedrigem Einkommen mit geringer Steuerersparnis oder wenn Sie privat krankenversichert in Rente gehen wollen, rechnet sich die Lage jeweils anders. Lassen Sie sich die Zahlen für Ihren Fall zeigen.

Schritt für Schritt

  1. In der Personalabteilung nach dem Anbieter, dem Tarif und dem Zuschuss fragen.
  2. Effektivkosten in Prozent und die Kosten in Euro schriftlich geben lassen.
  3. Monatsbetrag festlegen, für den vollen Vorteil höchstens 338 Euro.
  4. Prüfen, was bei Tod vor Rentenbeginn an Hinterbliebene geht.
  5. Entgeltumwandlungsvereinbarung unterschreiben, der Arbeitgeber meldet den Vertrag an.
  6. Erste Gehaltsabrechnung auf Betrag und Zuschuss prüfen.
  7. Bei jedem Jobwechsel binnen eines Jahres über die Mitnahme entscheiden.

Checkliste

  • Zuschuss in der Vereinbarung schriftlich festgehalten
  • Effektivkosten bekannt und möglichst unter 1,5 Prozent im Jahr
  • Unwiderrufliches Bezugsrecht für Sie eingetragen
  • Hinterbliebenenschutz vor Rentenbeginn geregelt
  • Betrag innerhalb von 338 Euro im Monat
  • Weg für Elternzeit und Jobwechsel geklärt
  • Abzüge im Alter in die Rechnung einbezogen

Häufige Fehler

  • Nur auf die Steuerersparnis schauen und Kranken- und Pflegebeitrag im Alter vergessen
  • Den Pflichtzuschuss nicht prüfen, obwohl er Ihnen zusteht
  • Einen teuren Tarif ohne Blick auf die Effektivkosten unterschreiben
  • Beim Jobwechsel die Jahresfrist für die Mitnahme verstreichen lassen
  • Geld einzahlen, das Sie vor der Rente vielleicht brauchen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich eine Direktversicherung kündigen?

Die Beiträge können Sie stoppen, der Vertrag ruht dann beitragsfrei. Eine Auszahlung vor dem Rentenalter ist bei Entgeltumwandlung gesetzlich weitgehend ausgeschlossen.

Was passiert mit der Direktversicherung, wenn der Arbeitgeber pleitegeht?

Ihr Geld liegt beim Versicherer, nicht im Betrieb. Bei Entgeltumwandlung haben Sie ein unwiderrufliches Bezugsrecht, die Insolvenz des Arbeitgebers erreicht den Vertrag deshalb nicht.

Darf ich den Anbieter selbst aussuchen?

Nein, der Arbeitgeber darf den Anbieter und Tarif vorgeben. Er muss Ihnen aber einen Weg anbieten, wenn Sie Entgeltumwandlung verlangen.

Rente oder Einmalbetrag, was ist besser?

Steuerlich ist der Einmalbetrag oft ungünstig, weil er in einem Jahr voll versteuert wird. Kranken- und Pflegebeitrag fallen beim Einmalbetrag zehn Jahre lang anteilig an, bei der Rente lebenslang.

Was bekommt meine Familie, wenn ich vor der Rente sterbe?

Meist das angesparte Guthaben oder die eingezahlten Beiträge, je nach Tarif. Prüfen Sie, ob Ehepartner oder Kinder als Begünstigte möglich sind; andere Personen sind oft ausgeschlossen.

Lohnt sich die Direktversicherung für Geringverdiener?

Oft weniger, weil kaum Steuer gespart wird und im Alter Abzüge folgen. Ein hoher Arbeitgeberzuschuss kann das ausgleichen, rechnen Sie es konkret durch.

Kann ich zusätzlich privat vorsorgen?

Ja. Die Direktversicherung schließt weder eine private Rentenversicherung noch einen eigenen Sparplan aus.

Quellen

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