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Rente oder Einmalzahlung: Was ist besser?

Kurz gesagt

Bei heutigen Rentenfaktoren von etwa 24 bis 30 Euro je 10.000 Euro brauchen Sie 28 bis 35 Jahre Rente, bis Ihr Kapital zurückgeflossen ist. Wer mit 67 beginnt, muss also über 95 werden. Die Rente lohnt sich trotzdem, wenn Sie ein langes Leben absichern wollen. Wer das Geld planvoll selbst verwalten kann, fährt mit dem Kapital oft flexibler.

Rente oder Einmalzahlung: Was ist besser?

Was es kostet

Rechengrößen aus Gesetz, amtlicher Statistik und veröffentlichten Marktzahlen, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Garantierter Rentenfaktor bei neueren Verträgenetwa 24 bis 30 Euro je 10.000 Euro Kapital
100.000 Euro Kapital als Renteetwa 240 bis 300 Euro im Monat
Ertragsanteil bei Rentenbeginn mit 65 bis 6717 bis 18 Prozent der Rente
Steuerpflichtiger Teil des Gewinns bei Kapitalauszahlung nach 12 Jahren und ab 6250 Prozent, mit persönlichem Steuersatz
Fernere Lebenserwartung mit 65Männer 18,2 Jahre, Frauen 21,2 Jahre
Einmalbetrag bei Riesterhöchstens 30 Prozent des Kapitals

Rentenfaktoren unterscheiden sich je nach Gesellschaft, Tarif und Abschlussjahr deutlich;

die Spanne beruht auf veröffentlichten Marktübersichten.

Der Auszahlplan im Text ist eine eigene Beispielrechnung mit 2 Prozent Zins.

Ihre Zahlen stehen in der Mitteilung, die Ihre Gesellschaft vor Rentenbeginn schickt.

Rechenbeispiel

Vertrag aus 2014, Rentenbeginn mit 67, 100.000 Euro Kapital

Eingezahlt wurden 70.000 Euro. Gerechnet mit einem Rentenfaktor von 26 und einem persönlichen Steuersatz von 25 Prozent.

Monatsrente (100.000 / 10.000 × 26)260 Euro
Jahresrente3.120 Euro
Davon steuerpflichtig, 17 Prozent Ertragsanteilrund 530 Euro, Steuer etwa 130 Euro im Jahr
Kapital zurückgeflossen nachgut 32 Jahren, also mit etwa 99
Gewinn bei Einmalzahlung30.000 Euro
Davon steuerpflichtig, die Hälfte15.000 Euro, Steuer etwa 3.750 Euro
Netto als Einmalzahlungrund 96.250 Euro

Rein rechnerisch gewinnt die Einmalzahlung, solange Sie nicht sehr alt werden. Die Rente ist der Preis für die Gewissheit, auch mit 95 noch Geld zu bekommen. Wer beides will, nimmt einen Teil als Kapital und verrentet den Rest.

Was Sie bei der Wahl eigentlich entscheiden

Die Rente ist eine Versicherung gegen ein langes Leben. Sie zahlt, solange Sie leben, auch mit 100. Dafür geben Sie das Kapital aus der Hand, und was bei Ihrem Tod noch übrig ist, bleibt ohne Vereinbarung beim Versicherer.

Die Einmalzahlung macht Sie frei: Sie können tilgen, umbauen, vererben oder das Geld selbst in Raten entnehmen. Dafür tragen Sie das Risiko, dass es vor Ihrem Lebensende aufgebraucht ist.

Es gibt also keine Antwort für alle. Gesundheit, andere Einkünfte, Familie und Ihre eigene Disziplin im Umgang mit Geld entscheiden mit.

GesichtspunktLebenslange RenteEinmalzahlung
Sicherheit bei langem Lebenvoll, zahlt bis zum Todnur so lange das Geld reicht
Zugriff auf das Geldkeiner mehrjederzeit
Vererbennur mit Garantiezeit oder Rückgewährder Rest gehört den Erben
SteuerErtragsanteil, geringTeil des Gewinns auf einen Schlag
Schutz vor Inflationnur über Überschüsse, nicht garantierthängt von Ihrer Anlage ab
AufwandkeinerAnlage und Entnahme selbst planen

Die Rechnung mit dem Rentenfaktor

Der Rentenfaktor sagt, wie viel Monatsrente Sie je 10.000 Euro Kapital bekommen. Bei 26 Euro werden aus 100.000 Euro also 260 Euro im Monat, 3.120 Euro im Jahr.

Teilen Sie Ihr Kapital durch die Jahresrente, dann wissen Sie, wie lange es dauert, bis das Geld zurück ist. Bei 3.120 Euro sind das gut 32 Jahre, ohne Zinsen gerechnet.

Versicherer kalkulieren mit einer längeren Lebenserwartung als die allgemeine Statistik. Wer gesund ist und in der Familie alt wird, holt mehr heraus. Wer ernsthaft krank ist, verliert mit der Rente fast sicher Geld.

Wichtig ist, welcher Faktor garantiert ist. Der Wert mit Überschüssen sieht besser aus, ist aber nicht zugesagt.

So werden beide Wege besteuert

Die private Rente wird nur mit dem Ertragsanteil besteuert. Er richtet sich nach dem Alter bei Rentenbeginn und liegt mit 65 bei 18 Prozent, mit 67 bei 17 Prozent. Von 3.120 Euro Jahresrente sind also rund 530 Euro steuerpflichtig.

Beim Kapital zählt der Gewinn, also die Auszahlung minus Ihre Beiträge. Haben Sie den Vertrag mindestens zwölf Jahre gehalten und sind mindestens 62 Jahre alt, wird nur die Hälfte des Gewinns mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert. Bei Verträgen von vor 2012 genügen 60 Jahre.

Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, fällt auf den ganzen Gewinn die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Alte Verträge von vor 2005 sind oft komplett steuerfrei, wenn sie mindestens zwölf Jahre liefen und die übrigen alten Bedingungen erfüllen. Hier ist die Einmalzahlung steuerlich meist im Vorteil.

Wann die Einmalzahlung klüger ist

Wenn Sie Schulden haben, etwa einen Rest auf der Immobilie, spart das Tilgen sichere Zinsen. Wenn Sie gesundheitlich angeschlagen sind, ist die Rente selten ein gutes Geschäft.

Auch wer schon eine ausreichende gesetzliche Rente oder Pension hat und das Geld vor allem als Reserve oder Erbe sieht, braucht keine weitere lebenslange Zahlung.

Ein Mittelweg ist der Auszahlplan: Sie legen das Kapital sicher oder gemischt an und entnehmen jeden Monat einen festen Betrag. 100.000 Euro mit 2 Prozent Zins reichen für rund 500 Euro im Monat über 20 Jahre, danach ist das Geld aber weg.

Wann die Rente klüger ist

Wenn Ihre übrigen Einkünfte knapp sind und Sie das Risiko scheuen, mit 90 ohne Geld dazustehen, ist die lebenslange Rente der sichere Weg. Sie können sie weder verspekulieren noch zu früh ausgeben.

Auch wer keine Lust hat, sich über Jahrzehnte um eine Geldanlage zu kümmern, ist mit der Rente gut bedient. Mit einer kurzen Rentengarantiezeit von fünf oder zehn Jahren bleibt zudem etwas für die Familie, falls Sie früh sterben.

Fristen und Sonderfälle

Das Kapitalwahlrecht müssen Sie in der Regel vor Rentenbeginn ausüben, oft einige Monate vorher. Die genaue Frist steht in Ihren Bedingungen. Danach ist die Rente meist nicht mehr umkehrbar.

Teilauszahlungen sind bei vielen Verträgen möglich: ein Teil als Kapital, der Rest als Rente. Bei Riester sind höchstens 30 Prozent als Einmalbetrag erlaubt, die Basisrente nach Rürup kennt gar keine Kapitalauszahlung.

Bei der betrieblichen Altersversorgung gelten eigene Regeln. Gesetzlich Krankenversicherte zahlen dort auch auf eine Kapitalzahlung Beiträge, verteilt auf zehn Jahre. Lassen Sie das vor der Wahl durchrechnen.

Schritt für Schritt

  1. Ein Jahr vor Rentenbeginn die Mitteilung mit Kapital, garantierter Rente und Rentenfaktor anfordern.
  2. Frist für das Kapitalwahlrecht in den Bedingungen nachsehen und notieren.
  3. Ihre übrigen Einkünfte im Alter zusammenrechnen: gesetzliche Rente, Betriebsrente, Mieten.
  4. Ausrechnen, wie viele Jahre es dauert, bis die Rente das Kapital zurückgezahlt hat.
  5. Steuer auf beide Wege schätzen lassen, bei Betriebsrenten auch die Krankenkassenbeiträge.
  6. Teilauszahlung prüfen, falls Sie beides wollen.
  7. Entscheidung schriftlich und fristgerecht bei der Gesellschaft einreichen.

Checkliste

  • Garantierter Rentenfaktor bekannt, nicht nur der Wert mit Überschüssen
  • Frist für das Kapitalwahlrecht notiert
  • Abschlussjahr und Laufzeit für die Steuer geprüft
  • Gesundheit und Familiengeschichte ehrlich eingeschätzt
  • Plan für das Kapital vorhanden, falls Sie es nehmen
  • Hinterbliebene bedacht: Garantiezeit oder Restkapital

Häufige Fehler

  • Die Frist für das Kapitalwahlrecht verpassen und dann an die Rente gebunden sein
  • Nur auf den Rentenfaktor mit Überschüssen schauen, der nicht garantiert ist
  • Das Kapital nehmen und ohne Plan ausgeben, sodass es mit 80 aufgebraucht ist
  • Bei der Betriebsrente die Krankenkassenbeiträge auf die Einmalzahlung übersehen
  • Einen steuerfreien Altvertrag verrenten, obwohl das Kapital steuerfrei wäre

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ab welchem Alter lohnt sich die Rente gegenüber der Einmalzahlung?

Bei einem Rentenfaktor um 26 und Beginn mit 67 erst ab etwa 99 Jahren, ohne Zinsen gerechnet. Mit Überschüssen kann es einige Jahre früher sein.

Kann ich mich nach Rentenbeginn noch für das Kapital entscheiden?

In der Regel nicht. Läuft die Rente, ist die Wahl meist endgültig. Manche Tarife erlauben Teilentnahmen in der Garantiezeit.

Muss ich auf die Einmalzahlung Steuern zahlen?

Auf den Gewinn ja. Bei 12 Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 nur auf die Hälfte, bei Verträgen von vor 2005 oft gar nicht.

Wird die private Rente voll versteuert?

Nein, nur der Ertragsanteil. Bei Rentenbeginn mit 67 sind 17 Prozent der Rente steuerpflichtig.

Kann ich bei Riester alles als Einmalzahlung nehmen?

Nein, höchstens 30 Prozent zu Beginn der Auszahlung. Der Rest wird als Rente gezahlt.

Was ist ein Auszahlplan?

Sie legen das Kapital an und entnehmen jeden Monat einen festen Betrag. Das ist flexibel und vererbbar, endet aber, wenn das Geld aufgebraucht ist.

Was passiert mit der Rente, wenn ich früh sterbe?

Ohne Vereinbarung endet sie. Mit Rentengarantiezeit läuft sie für die vereinbarte Zeit an Ihre Hinterbliebenen weiter.

Quellen

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