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Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung: Was passt besser?

Kurz gesagt

Für die Bestattung passt die Sterbegeldversicherung besser, denn sie zahlt lebenslang, egal wann Sie sterben. Die Risikolebensversicherung endet nach festen Jahren, meist spätestens mit 85, und eine 65-jährige Frau wird im Schnitt gut 86. Was sie dafür kann: Familie oder Kredit in jüngeren Jahren mit hohen Summen absichern, je 1.000 Euro für einen Bruchteil des Preises.

Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung: Was passt besser?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsbeispiele beider Arten, damit Sie die Preise je Summe vergleichen können.

BeispielRichtwert
Sterbegeld, 50 Jahre, 7.000 Euro, Beitragszahlung bis 85, 36 Monate Wartezeitetwa 24 bis 26 Euro im Monat
Sterbegeld, 65 Jahre, 7.000 Euro, 20 Jahre Beitragszahlungetwa 39 bis 53 Euro im Monat
Sterbegeld, 70 Jahre, 7.000 Euro, Beitragszahlung bis 85etwa 56 bis 63 Euro im Monat
Risikoleben, 40 Jahre, Nichtraucherin, 200.000 Euro, 20 Jahreetwa 12 Euro im Monat
Risikoleben, 50 Jahre, Raucherin, 100.000 Euro, 25 Jahreetwa 77 Euro im Monat

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen.

Dass viele Risikolebenstarife für kleine Summen wie 7.000 Euro nicht gedacht sind, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Alter, Gesundheit, Rauchen, Summe und Laufzeit ab;

das genaue Angebot holen wir als Makler ein.

Rechenbeispiel

Frau, 50 Jahre, Raucherin, Partner ohne eigenes Einkommen, Restschuld 100.000 Euro

Sie fragt sich, ob eine Sterbegeldversicherung reicht oder ob sie eine Risikolebensversicherung braucht. So sehen beide Verträge im Vergleich aus.

Risikoleben 100.000 Euro, 25 Jahreetwa 77 Euro im Monat
Eingezahlt bis zum Vertragsende mit 75rund 23.200 Euro
Auszahlung100.000 Euro, nur bei Tod vor 75
Sterbegeld 7.000 Euro, Zahlung bis 85etwa 24 Euro im Monat
Eingezahlt bis zum 85. Geburtstagrund 10.150 Euro
Auszahlung7.000 Euro, sicher nach der Wartezeit

Für Partner und Kredit führt kein Weg an der Risikolebensversicherung vorbei, das Sterbegeld würde nicht einmal ein Zehntel der Restschuld decken. Für die Bestattung legt sie besser monatlich 24 Euro auf ein eigenes Konto. Nach 25 Jahren sind das rund 7.200 Euro, die ihr gehören, auch wenn sie den Vertrag nicht braucht.

Zwei Policen für zwei verschiedene Aufgaben

Die Risikolebensversicherung schützt Menschen, die von Ihrem Einkommen leben: Partner, Kinder oder die Bank, die noch Geld für das Haus bekommt. Sie zahlt nur, wenn Sie innerhalb der vereinbarten Laufzeit sterben. Überleben Sie das Vertragsende, endet der Schutz ohne Auszahlung.

Die Sterbegeldversicherung ist eine kleine Lebensversicherung ohne festes Ende. Sie zahlt sicher, nur der Zeitpunkt ist offen. Deshalb kostet sie je 1.000 Euro Summe ein Vielfaches. Gedacht ist sie für die Bestattung und das, was danach anfällt.

MerkmalSterbegeldversicherungRisikolebensversicherung
ZweckBestattung und NachlasskostenFamilie und Kredite absichern
Übliche Summe3.000 bis 10.000 Euro100.000 Euro und mehr
Laufzeitlebenslangfeste Jahre, Ende meist spätestens mit 85
Zahlt sicher?ja, nach der Wartezeitnur bei Tod in der Laufzeit
Gesundheitsfragenoft keine, dafür Wartezeitfast immer, ausführlich
Preis je 1.000 Euro Summehochniedrig
Geld zurück am Ende?nein, Auszahlung erst im Todesfallnein, Schutz endet ohne Zahlung

Warum Risikoleben für die Bestattung meist nicht passt

Eine Risikolebensversicherung lässt sich oft nur bis etwa 75 abschließen und endet spätestens mit 85. Eine 65-jährige Frau lebt nach der amtlichen Sterbetafel im Schnitt noch gut 21 Jahre, ein Mann noch 18 Jahre. Viele erleben das Vertragsende also, und dann ist der Schutz weg, genau in den Jahren, in denen die Bestattung ansteht.

Dazu kommt: Risikolebensversicherungen sind für große Summen gebaut. Für 7.000 Euro Bestattungsgeld passen sie schlecht, und im Alter steigen die Beiträge stark.

Wann die Risikolebensversicherung die bessere Wahl ist

Wenn jemand von Ihrem Einkommen lebt oder ein Kredit läuft, ist die Risikolebensversicherung die wichtigere Police. Sie bringt für wenige Euro im Monat eine Summe, die eine Familie über Jahre trägt. Ein Sterbegeld von 7.000 Euro hilft hier kaum.

Ein Nebeneffekt: Stirbt jemand in der Laufzeit, deckt die hohe Summe die Bestattung ohnehin mit ab. Ein eigener Sterbegeldvertrag ist für diese Jahre doppelt.

Wann Sie keine von beiden brauchen

Haben Sie 7.000 bis 10.000 Euro auf einem Konto, das Sie nicht anrühren, und lebt niemand mehr von Ihrem Einkommen, brauchen Sie keinen der beiden Verträge. Ein Sparkonto mit Vollmacht für die Angehörigen ist dann günstiger, weil keine Abschluss- und Verwaltungskosten anfallen.

Eine Sterbegeldversicherung lohnt sich vor allem, wenn Sie das Geld nicht auf einmal haben, es sicher für die Bestattung binden möchten oder wegen Ihrer Gesundheit keine andere Police mehr bekommen.

Beides kombinieren, aber zeitlich versetzt

Gut funktioniert eine Reihenfolge: In den Familien- und Kreditjahren eine Risikolebensversicherung, daneben ein eigenes Sparkonto für die Bestattung. Ist der Kredit getilgt und das Konto voll, endet die Risikolebensversicherung ohne Lücke.

Wer mit etwa 60 merkt, dass das Ersparte nicht reicht, kann dann gezielt eine Sterbegeldversicherung für die Restlücke abschließen.

Schritt für Schritt

  1. Klären, wer von Ihrem Einkommen lebt und welche Kredite noch laufen.
  2. Für diese Jahre die nötige Summe ausrechnen, oft drei bis fünf Jahreseinkommen.
  3. Risikolebensversicherung mit Laufzeit bis Kreditende oder bis die Kinder selbstständig sind abschließen.
  4. Kosten der gewünschten Bestattung am Wohnort ermitteln.
  5. Prüfen, ob Erspartes die Bestattung schon deckt.
  6. Nur für eine verbleibende Lücke eine Sterbegeldversicherung anfragen, bei guter Gesundheit mit Gesundheitsfragen.

Checkliste

  • Zweck jeder Police klar: Familie oder Bestattung
  • Laufzeit der Risikolebensversicherung passt zum Kreditende
  • Sterbegeld nur für eine echte Lücke
  • Gesamtbeiträge beim Sterbegeld mit der Summe verglichen
  • Bezugsberechtigte Person in beiden Verträgen eingetragen
  • Sparkonto als Alternative durchgerechnet

Häufige Fehler

  • Eine Risikolebensversicherung für die Bestattung abschließen, die endet, bevor man sie braucht
  • Mit kleinen Kindern nur ein Sterbegeld abschließen und die Familie ungeschützt lassen
  • Beide Verträge parallel für denselben Zweck bezahlen
  • Beim Sterbegeld nur den Monatsbeitrag ansehen und die Gesamtsumme übersehen
  • Gesundheitsfragen bei der Risikolebensversicherung ungenau beantworten, dann droht im Todesfall Streit

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich mit 70 noch eine Risikolebensversicherung abschließen?

Bei manchen Anbietern bis 75, mit ausführlichen Gesundheitsfragen. Weil der Vertrag spätestens mit etwa 85 endet, bleibt die Laufzeit aber kurz und der Beitrag hoch.

Zahlt die Risikolebensversicherung auch die Beerdigung?

Ja, wenn Sie in der Laufzeit sterben. Die Summe ist frei verfügbar. Endet der Vertrag vorher, gibt es nichts.

Bekomme ich bei der Risikolebensversicherung Geld zurück, wenn ich überlebe?

Nein. Sie zahlen für den Schutz in der Laufzeit, ähnlich wie bei einer Haftpflicht. Dafür ist sie günstig.

Ist eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen ein Vorteil?

Für Menschen mit Vorerkrankungen ja. Gesunde zahlen damit oft mehr und warten länger auf den vollen Schutz.

Was ist mit Kapitallebensversicherungen?

Sie verbinden Sparen und Schutz und sind meist teurer als die Kombination aus Risikolebensversicherung und eigenem Sparen. Für die Bestattung ist die Sterbegeldversicherung die schlankere Form.

Kann ich eine laufende Risikolebensversicherung verlängern?

Manche Tarife erlauben das ohne neue Gesundheitsprüfung, aber nur bis zum Höchstalter des Tarifs. Sehen Sie in Ihre Bedingungen.

Quellen

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