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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Sterbegeld

Was ist der Unterschied zwischen Sterbekasse und Sterbegeldversicherung?

Kurz gesagt

Was die Leistung angeht, sind beide fast gleich: Sie zahlen im Todesfall eine feste Summe für die Bestattung, meist 3.000 bis 10.000 Euro. Der Unterschied zwischen Sterbekasse und Sterbegeldversicherung liegt vor allem in der Rechtsform. Die Sterbekasse ist ein Verein ihrer Mitglieder, darf nur bis zur Höhe üblicher Bestattungskosten leisten und gehört keinem gesetzlichen Sicherungsfonds an.

Was ist der Unterschied zwischen Sterbekasse und Sterbegeldversicherung?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsbeispiele. Sterbekassen und Lebensversicherer liegen in ähnlichen Bereichen, der einzelne Tarif entscheidet.

BeispielRichtwert
60 Jahre, 5.000 Euro, ohne Gesundheitsprüfung, 24 Monate Wartezeitetwa 24 bis 25 Euro im Monat
60 Jahre, 7.000 Euro, Beitragszahlung bis 85, 36 Monate Wartezeitetwa 35 bis 39 Euro im Monat
65 Jahre, 7.000 Euro, 20 Jahre Beitragszahlung, Marktspanne im Testetwa 39 bis 53 Euro im Monat
65 Jahre, 3.000 Euro, 20 Jahre Beitragszahlungim Schnitt etwa 20 Euro im Monat

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen und Testergebnissen.

Dass Sterbekassen und Lebensversicherer preislich in ähnlichen Bereichen liegen, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Alter, Summe, Zahldauer und Wartezeit ab; Angebote holen wir als Makler ein.

Rechenbeispiel

Rentner, 65 Jahre, Zugang zur Sterbekasse seines früheren Arbeitgebers

Er möchte 7.000 Euro für die Bestattung absichern und vergleicht die Betriebskasse mit einem Tarif am freien Markt. Die Beiträge sind Annahmen innerhalb der veröffentlichten Spanne.

Sterbekasse, 7.000 Euro, 20 Jahre Zahlung (Annahme)39 Euro im Monat
Sterbegeldversicherung, 7.000 Euro, 20 Jahre Zahlung (Annahme)48 Euro im Monat
Ersparnis bei voller Zahldauerrund 2.160 Euro
Rechnungszins der Kasse (Annahme)über der zuletzt erzielten Verzinsung der Anlagen
Folge laut Satzung bei FehlbetragLeistung kann sinken oder Beitrag steigen

Die Kasse ist günstiger, trägt aber ein offenes Kürzungsrisiko. Er entscheidet sich für die Kasse, weil die Ersparnis groß ist, und legt zusätzlich 1.000 Euro auf ein Konto als Puffer. Wäre der Abstand im Beitrag klein, wäre der Tarif mit Sicherungsfonds die ruhigere Wahl.

Was eine Sterbekasse ist

Eine Sterbekasse ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Das heißt: Es gibt keine Aktionäre, die Versicherten sind Mitglieder und tragen den Verein gemeinsam. Überschüsse bleiben bei den Mitgliedern.

Das Versicherungsaufsichtsgesetz begrenzt, was Sterbekassen tun dürfen: nur Todesfälle im Inland versichern, und die Leistung darf den Durchschnitt der Bestattungskosten nicht übersteigen (§ 218 VAG). Viele Sterbekassen sind aus Betrieben, Städten oder Berufsgruppen entstanden und nehmen nur deren Angehörige auf. Andere stehen allen offen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beaufsichtigt Sterbekassen genauso wie Lebensversicherer.

Was eine Sterbegeldversicherung ist

Die Sterbegeldversicherung ist eine kleine Lebensversicherung ohne festes Ende, die ein Lebensversicherer anbietet. Rechtlich ist sie eine gewöhnliche Todesfallversicherung mit niedriger Summe.

Lebensversicherer müssen einem gesetzlichen Sicherungsfonds angehören (§ 221 VAG). Gerät ein Versicherer in Schieflage, übernimmt dieser Fonds die Verträge und führt sie weiter. Für Sterbekassen gilt diese Pflicht nicht.

MerkmalSterbekasseSterbegeldversicherung
RechtsformVersicherungsverein der MitgliederLebensversicherer, oft Aktiengesellschaft
Wer kann rein?teils nur Betriebs- oder Berufsangehörige, teils allealle im Aufnahmealter
HöchstsummeDurchschnitt der Bestattungskostenje nach Tarif, oft bis 15.000 Euro und mehr
Gesetzlicher Sicherungsfondsneinja
Bei FehlbetragKürzung der Leistung oder höhere Beiträge möglichSicherungsfonds übernimmt im Notfall
Kostenoft niedrig, wenn ein Trägerbetrieb die Verwaltung stelltAbschluss- und Verwaltungskosten im Beitrag
Überschüssegehen an die Mitgliedergehen überwiegend an die Versicherten, teils an Eigentümer

Der wichtigste Nachteil der Sterbekasse: Kürzungen

Sterbekassen rechnen mit einem festen Zins für das angelegte Geld. 2023 lag dieser Rechnungszins je nach Kasse zwischen 0,9 und 4 Prozent. Bringen die Anlagen weniger, entsteht ein Fehlbetrag.

Die Satzungen sehen dann vor, zuerst Rücklagen einzusetzen. Reicht das nicht, kann die Kasse die Leistung senken oder die Beiträge erhöhen. Das steht offen in den Geschäftsberichten, und Sie sollten es vor dem Beitritt wissen.

Ein hoher Rechnungszins ist darum kein reiner Vorteil. Er macht den Beitrag günstiger, aber er muss am Kapitalmarkt auch verdient werden.

Wo die Sterbekasse ihre Stärken hat

Betriebliche Sterbekassen arbeiten oft sehr schlank, weil der Trägerbetrieb Räume und Personal kostenlos stellt. Es gibt keine Provisionen und keine Aktionäre, die mitverdienen. Das kann sich in niedrigen Beiträgen zeigen.

Haben Sie als Beschäftigter oder Ruheständler Zugang zu einer solchen Kasse, lohnt sich ein Blick auf deren Tarif und den letzten Geschäftsbericht. Achten Sie darauf, ob der Zins in den Anlagen auch verdient wird.

Wann Sie keins von beiden brauchen

Haben Sie die Kosten der Bestattung auf einem Konto, das Sie nicht anrühren, brauchen Sie weder eine Sterbekasse noch eine Sterbegeldversicherung. Beide verlangen über die Jahre oft mehr an Beiträgen, als sie später auszahlen.

Sinnvoll sind sie, wenn Sie das Geld nicht auf einmal haben, die Summe sicher an die Bestattung binden wollen oder schon nach kurzer Zeit die volle Summe für Ihre Angehörigen sichern möchten.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob Sie über Arbeitgeber, Stadt oder Beruf Zugang zu einer Sterbekasse haben.
  2. Gewünschte Summe nach den Bestattungskosten am Wohnort festlegen.
  3. Beitrag, Zahldauer und Wartezeit von Kasse und Versicherer nebeneinanderlegen.
  4. Bei der Sterbekasse den letzten Geschäftsbericht lesen: Rechnungszins, Verzinsung der Anlagen, Rücklagen.
  5. In der Satzung nachsehen, was bei einem Fehlbetrag geschieht.
  6. Gesamtbeiträge bis zum Ende der Zahlung mit der Summe vergleichen.

Checkliste

  • Aufnahmebedingungen der Kasse erfüllt
  • Geschäftsbericht und Satzung gelesen
  • Rechnungszins mit der Verzinsung der Anlagen verglichen
  • Wartezeit und Leistung in der Wartezeit geklärt
  • Gesamtbeiträge berechnet
  • Bezugsberechtigte Person eingetragen

Häufige Fehler

  • Glauben, eine Sterbekasse sei eine staatliche Leistung oder gesetzlich garantiert
  • Nur auf den niedrigen Beitrag schauen und das Kürzungsrisiko übersehen
  • Annehmen, die Sterbekasse könne beliebig hohe Summen zahlen
  • Den Geschäftsbericht nicht lesen, obwohl er offen zugänglich ist
  • Einen zweiten Vertrag abschließen, obwohl die Betriebskasse schon die Bestattung deckt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist eine Sterbekasse sicher?

Sie steht unter staatlicher Aufsicht, gehört aber keinem gesetzlichen Sicherungsfonds an. Bei einem Fehlbetrag kann sie laut Satzung Leistungen kürzen oder Beiträge erhöhen.

Kann ich jeder Sterbekasse beitreten?

Nein. Viele nehmen nur Beschäftigte eines Betriebs, einer Stadt oder eines Berufs auf, oft mit Ehepartnern. Andere sind für alle offen.

Ist eine Sterbekasse günstiger?

Oft, weil Provisionen und Aktionäre fehlen und Trägerbetriebe die Verwaltung stellen. Garantiert ist das nicht, vergleichen Sie den konkreten Tarif.

Gibt es bei der Sterbekasse eine Wartezeit?

Meist ja, wie bei Sterbegeldversicherungen. Manche Tarife verzichten darauf, wenn Sie Gesundheitsfragen beantworten.

Was passiert mit meinem Vertrag, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?

In vielen Betriebskassen bleibt die Mitgliedschaft bestehen. Die Satzung regelt das, fragen Sie vor dem Wechsel nach.

Ist eine Sterbekasse dasselbe wie das Sterbegeld der Krankenkasse?

Nein. Das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen gibt es seit 2004 nicht mehr. Eine Sterbekasse ist eine private Vorsorge.

Quellen

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